BasisBibel (BB)
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Fehlende Gerechtigkeit und zukünftige Verwüstung

Jesaja 5,1-30

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

51Ein Lied von meinem Freund will ich euch singen.Es ist das Lied von meinem Freund und seinem Weinberg5,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.:Mein Freund hatte einen Weinbergauf einem fruchtbaren Hügel.2Er grub ihn um, entfernte die Steineund bepflanzte ihn mit den besten Weinstöcken.Mittendrin baute er einen Wachturm.Auch eine Kelter5,2 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. zum Pressen der Trauben hob er aus.Dann wartete er auf eine gute Traubenernte,aber der Weinberg5,2 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. brachte nur schlechte Beeren hervor.

3Jetzt urteilt selbst,ihr Einwohner von Jerusalem5,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. und ihr Leute von Juda5,3 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.!Wer ist im Recht – ich oder mein Weinberg?4Habe ich irgendetwas vergessen?Was hätte ich für meinen Weinberg noch tun sollen?Ich konnte doch erwarten, dass er gute Trauben trägt.Warum hat er nur schlechte Beeren hervorgebracht?

5Ich will euch sagen,was ich mit meinem Weinberg tun werde:Die Hecke um ihn herum werde ich entfernenund seine Schutzmauer niederreißen.Dann werden die Tiere ihn kahl fressen und zertrampeln.6Ich werde ihn völlig verwildern lassen:Die Reben werden nicht mehr beschnittenund der Boden nicht mehr gehackt.Dornen und Disteln werden ihn überwuchern.Den Wolken werde ich verbieten,ihn mit Regen zu bewässern.

7Wer ist dieser Weinberg?Der Weinberg des Herrn5,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Zebaot5,7 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,das sind die Bewohner von Israel5,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)..Die Leute von Juda5,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.,sie sind sein Lieblingsgarten.Der Herr wartete auf Rechtsspruch,doch seht her, da war Rechtsbruch.Er wartete auf Gerechtigkeit,doch hört nur, wie der Rechtlose schreit.

Wehe den Ungerechten!

8Wehe denen, die ein Haus neben das andere stellenund ein Feld nach dem anderen aufkaufen!Am Ende gibt es keinen freien Platz mehr.Sie haben das ganze Land an sich gerissen.9Ich habe noch in den Ohren,was der Herr5,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Zebaot5,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. geschworen hat:Die vielen Häuser werden verfallen,die schönen großen Gebäude stehen leer.10Selbst ein riesiger Weinberg5,10 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.bringt nur einen einzigen Eimer Trauben hervor.Und wo tonnenweise Samen gesät wurde,erntet man nur einen Sack Getreide5,10 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde..

11Wehe denen, die schon frühmorgenshinter dem Bier5,11 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. her sind!Bis tief in die Nacht berauschen sie sich am Wein5,11 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand..12Bei ihren Besäufnissen spielt manHarfe und Leier5,12 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden., Handtrommel und Flöte5,12 Flöte: Musikinstrument aus Holz, Rohr oder Knochen, das mit dem Mund geblasen wird.,und der Wein fließt in Strömen.Aber was der Herr tut, beachten sie nicht,auf sein Handeln schauen sie nicht.

13Darum musste mein Volk in die Verbannung5,13 Verbannung: Spielt ursprünglich auf die Feldzüge der Assyrer an, die 722 v. Chr. das Nordreich Israel zerstörten und 701 v. Chr. Jerusalem belagerten. Der Text wird aber auch auf den Untergang Jerusalems und die Verschleppung der Bevölkerung nach Babylon 586 v. Chr. gedeutet.,denn es erkannte Gott nicht.Die vornehmen Leute litten Hunger,und das einfache Volk verging vor Durst.14Das Totenreich5,14 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. öffnete seinen Rachenund riss sein Maul weit auf.Die Reichen fuhren hinabund genauso das einfache Volk,der ganze lärmende, feiernde Haufen.15So wurden die Menschen gebeugt und erniedrigt.Die Überheblichen schlugen ihre Augen nieder.16Aber der Herr Zebaot5,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. zeigte seine Größeund hielt Gericht.Der heilige Gott erwies sich als heiligund sorgte für Recht.

17Es kommt eine schlimme Zeit5,17 schlimme Zeit: Die Ankündigung nimmt den Gedanken von Vers 10 wieder auf.:Dann grasen überall Lämmer wie auf einer Weide.Und zwischen den Trümmernfressen sich fette Schafe satt.

18Wehe denen, die sich in Schuldund Lüge verstricken!Sie ziehen die Sünde5,18 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. herbei,wie man einen Wagen am Seil zieht.19Sie spotten: »Gott soll sich beeilenund tun, was er plant.Dann können wir es sehen.Der Heilige Israels5,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. soll sein Vorhaben ausführen.Dann können wir es erkennen.«

20Wehe denen, die das Böse gutund das Gute böse nennen!Sie bezeichnen Finsternis als Lichtund Licht als Finsternis,Bitteres als süß und Süßes als bitter.

21Wehe denen, die sich als weise ansehenund sich selbst für klug halten!

22Wehe denen, die Helden beim Weintrinken5,22 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. sindund starke Männer beim Bierbrauen5,22 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber.!23Sie sprechen den Schuldigen gegen Bestechung freiund verweigern dem Unschuldigen ein gerechtes Urteil.24Darum geht es ihnen wie Stroh,das im Feuer verbrennt.Sie sind wie Heu,das in der Flamme zusammenfällt.Ihre Wurzel verfault und ihre Blüte verweht wie Staub.Denn sie haben die Weisung5,24 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. des Herrn Zebaot5,24 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. verworfen.Sie haben das Wort verachtet,das der Heilige Israels5,24 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. ihnen gesagt hat.

255,25 Vers 25: Der Refrain am Ende des Verses verbindet das vorliegende Gerichtswort gegen das Südreich Juda mit den Gerichtsworten über das Nordreich Israel in Jesaja 9,7–10,4. Deshalb ist der Zorn des Herrn gegen sein Volk entbrannt.Er hat seine Hand gegen es erhoben und zugeschlagen.Die Berge bebten,sodass die Leichen wie Dreck auf der Straße lagen.Bei all dem hat Gottes Zorn5,25 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. nicht nachgelassen.Seine Hand ist immer noch drohend erhoben.

Der Feind aus der Ferne

26Gott stellt ein Feldzeichen5,26 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. auffür ein Volk aus der Ferne5,26 Volk aus der Ferne: Spielt auf die Assyrer an, die 722 v. Chr. das Nordreich Israel zerstörten und 701 v. Chr. Jerusalem belagerten. Der hebräische Text bezieht den Ausdruck auf viele Völker, die das Südreich Juda angegriffen haben..Er pfeift das Volk herbei vom Ende der Erde,und schon kommt es rasch näher.27Darunter ist keiner, der müde ist oder stolpert.Keiner nickt ein oder schläft.Bei keinem löst sich der Gürtel um die Hüften,keinem reißt ein Schuhriemen.28Die Pfeile der Soldaten sind gespitztund all ihre Bogen5,28 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. gespannt.Die Hufe ihrer Pferde sind hart wie Kieselsteine.Die Räder ihrer Wagen drehen sich schnell wie der Wind.29Sie brüllen wie eine Löwinund grollen wie junge Löwen.Der Löwe grollt und packt seine Beute.Er schafft sie beiseite,niemand kann sie ihm entreißen.30So klingt es an dem Tag,an dem das fremde Volk über Israel5,30 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. herfällt.Es klingt wie das Grollen des Meeres im Sturm.Schaut man auf der Erde umher,sieht man nichts als bedrückende Finsternis.Das Licht ist hinter dunklen Wolken verschwunden.