BasisBibel (BB)
7

Melchisedek ist ein Priester wie der Sohn Gottes

71Dieser Melchisedek7,1 Melchisedek: Der hebräische Name bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Nach 1. Mose/Genesis 14,18-20 war er zur Zeit Abrahams König von Salem, dem späteren Jerusalem. war König von Salem7,1 Salem: Kurzbezeichnung für Jerusalem.und Priester des Höchsten Gottes.Er ging Abraham7,1 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. entgegen,als dieser von seinem Sieg über die Könige7,1 Sieg über die Könige: Von Abrahams Sieg über die Könige erzählt 1. Mose/Genesis 14. zurückkehrte,und segnete7,1 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. ihn.2Abraham gab ihm den zehnten Teil von allemals seinen Anteil.Der Name »Melchisedek« bedeutet zum einen»König der Gerechtigkeit«.Zum andern bedeutet er aber auch »König von Salem«,das heißt: »König des Friedens7,2 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.«.3Er ist ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum.Sein Leben hat weder einen Anfang noch ein Ende.So gleicht er dem Sohn Gottes7,3 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.und bleibt Priester für immer.

Melchisedek steht über Abraham und den Priestern nach ihm

4Beachtet doch, wie bedeutend Melchisedek7,4 Melchisedek: Der hebräische Name bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Nach 1. Mose/Genesis 14,18-20 war er zur Zeit Abrahams König von Salem, dem späteren Jerusalem. ist:Abraham7,4 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25., der Stammvater Israels,gab ihm den zehnten Teil der Beute.5Zwar haben auch die Nachkommen von Levi7,5 Levi: Einer der Stämme Israels. Seine Nachkommen waren als Priester und Leviten verantwortlich für den Gottesdienst im Tempel in Jerusalem.,denen das Priesteramt übertragen wurde, dieses Gebot:Nach dem Gesetz7,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nehmen sie den zehnten Teil7,5 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott. vom Volk –das heißt von ihren Brüdern und Schwestern,obwohl diese wie sie selbst von Abraham abstammen.6Melchisedek dagegen stammte nicht von ihnen ab,dennoch nahm er von Abraham den zehnten Teil.Außerdem segnete7,6 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. er ihn.Dabei war es doch Abraham,der Gottes Versprechen7,6 Versprechen: Gott verspricht Abraham zahlreiche Nachkommen, vgl. beispielsweise 1. Mose/Genesis 22,15-19. bekommen hatte.7Es ist aber unbestritten,dass der Niedrigere vom Höhergestellten gesegnet wird.8Im ersten Fall sind es sterbliche Menschen,die den zehnten Teil nehmen.Im zweiten Fall ist es dagegen einer,von dem bezeugt wird, dass er für immer lebt7,8 für immer lebt: Die Bibel erzählt nichts über Geburt oder Tod von Melchisedek, was hier als Zeichen für göttliche Herkunft und ewiges Leben gedeutet wird..9Als von Abraham der zehnte Teil gefordert wurde,wurde er damit schon von Levi gefordert –also von dem, der sonst den zehnten Teil bekommt.10Denn weil er von Abraham abstammt,war Levi sozusagen bereits mit anwesend,als Melchisedek diesem entgegenging.

Das Priestertum der Nachkommen von Levi wird abgelöst

11Nehmen wir an,die Vollendung7,11 Vollendung: Meint die Vergebung der Sünden, die den Menschen den Zugang zu Gott eröffnet. wäre bereits erreichtdurch die Priester, die Nachkommen von Levi7,11 Levi: Einer der Stämme Israels. Seine Nachkommen waren als Priester und Leviten verantwortlich für den Gottesdienst im Tempel in Jerusalem. sind.Auf dieser Grundlage beruht ja das Gesetz7,11 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.,das das Volk erhalten hat.Wozu wäre es dann noch nötig,einen anderen Priester einzusetzen –einen, wie Melchisedek7,11 Melchisedek: Der hebräische Name bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Nach 1. Mose/Genesis 14,18-20 war er zur Zeit Abrahams König von Salem, dem späteren Jerusalem. es war?Man hätte doch einen Priesternach der Art Aarons7,11 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. benennen können.12Wenn aber das Priestertum verändert wird,ist es nötig, auch das Gesetz zu verändern.13Tatsächlich gehört der, von dem hier die Rede ist,zu einem anderen Stamm7,13 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen..Aus diesem Stamm hat noch niejemand den Dienst am Altar7,13 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. verrichtet.14Es ist ja bekannt,dass unser Herr7,14 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. aus dem Stamm Juda7,14 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. hervorgegangen ist.Und über Priester aus diesem Stammhat Mose7,14 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. nichts gesagt.15Noch viel offensichtlicher ist das Ganze,wenn ein anderer Priester eingesetzt wird,der mit Melchisedek vergleichbar ist.16Er ist es nicht aufgrund des Gesetzes geworden,das die leibliche Abstammung der Priester vorschreibt.Er ist es vielmehr deshalb geworden,weil er die Kraft des unzerstörbaren Lebens hat.17Die Heilige Schrift bezeugt7,17 die Heilige Schrift bezeugt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 110,4. über ihn:»Du bist Priester für alle Zeit,wie Melchisedek es war.«18Das frühere Gebot wird außer Kraft gesetzt,weil es schwach und nutzlos war.19Denn das Gesetz hatin keiner Weise die Vollendung gebracht.An seiner Stelle wird eine bessere Hoffnung eingeführt,durch die wir Gott nahekommen können.

Das unvergängliche Priestertum von Gottes Sohn

20Diese bessere Hoffnung wird nicht ohne Eid eingeführt.– Die Nachkommen von Levi7,20 Levi: Einer der Stämme Israels. Seine Nachkommen waren als Priester und Leviten verantwortlich für den Gottesdienst im Tempel in Jerusalem. sind ja Priester7,20 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. geworden,ohne dass Gott einen Eid geschworen hat. –21Dagegen wurde der neue Priestermit einem Eid in sein Amt eingesetzt.Gott hat ihn abgelegt, als er zu ihm sagte7,21 er sagte zu ihm: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 110,4.:»Der Herr7,21 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. hat es geschworen.Seine Zusage wird er nicht bereuen:Du bist Priester für alle Zeit.«22Insofern ist Jesus7,22 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Bürge eines besseren Bundes7,22 besserer Bund: Besteht darin, dass Christus den Menschen die endgültige Vergebung der Sünden gebracht und ihnen so den Zugang zu Gott eröffnet hat. geworden.

23Bei den Nachkommen von Levi7,23 Levi: Einer der Stämme Israels. Seine Nachkommen waren als Priester und Leviten verantwortlich für den Gottesdienst im Tempel in Jerusalem.folgten viele Priester aufeinander.Denn sie wurden durch den Tod gehindert zu bleiben.24Jesus7,24 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. dagegen bleibt für alle Zeit.Deshalb ist sein Priesteramt unvergänglich.25Daher kann er auch allen, die durch ihn vor Gott treten,die vollständige Rettung bringen.Denn er lebt für immer und tritt bei Gott für sie ein.

Der Hohepriester Jesus ist ohne Sünde

26Das ist ein Hohepriester7,26 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle., wie wir ihn brauchen:heilig7,26 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen., unschuldig, rein,getrennt von Sündern7,26 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten. Um die Sünden, die trennend zwischen ihnen und Gott stehen, wegnehmen zu können, muss der Hohepriester selbst frei von Sünden sein.und höher erhoben als der Himmel.27Er hat es nicht nötig, wie die anderen HohepriesterTag für Tag Opfer7,27 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darzubringen –zuerst für seine eigenen Sünden,dann für die Sünden des Volkes:Das hat er nämlich ein für alle Mal getan,als er sich selbst als Opfer darbrachte7,27 sich als Opfer darbringen: Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Christus den Menschen die Vergebung der Sünden und die Versöhnung mit Gott gebracht. Er ist sowohl Hohepriester, der das Opfer darbringt, als auch das Opfer, das Versöhnung schafft..28Das Gesetz7,28 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. setzt Menschen als Hohepriester ein,die der Schwachheit unterworfen sind.Aber das Wort des Eides, den Gott abgelegt hat,setzt den Sohn7,28 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. ein –und zwar nachdem das Gesetz gegeben worden war.Und der Sohn ist für immer vollendet7,28 vollendet: Die Vollendung von Jesus Christus bedeutet seine Einsetzung zum himmlischen Hohepriester, der durch seinen Tod am Kreuz die Menschen mit Gott versöhnt und ihnen den Zugang zu Gott eröffnet..
8

Der himmlische Priesterdienst

81Bei dem Gesagten kommt es vor allem auf eines an:Wir haben einen Hohepriester8,1 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle.,der sich an die rechte Seite8,1 rechte Seite: Die rechte Seite ist der Ehrenplatz. Gottes gesetzt hat.Er sitzt auf dem Thron der göttlichen Majestätin den Himmelshöhen.2Dort verrichtet er den Priesterdienst im Heiligtum –in dem Zelt der Begegnung8,2 Zelt der Begegnung: Hier das himmlische Vorbild des Zelts der Begegnung, in dem die Israeliten Gott verehrten, bevor es einen Tempel in Jerusalem gab.,das der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch.

3Jeder Hohepriester8,3 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle. wird eingesetzt,um Gaben und Opfer8,3 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darzubringen.Daher muss auch unser Hohepriester etwas haben,das er darbringen kann.4Wenn er nun auf der Erde wäre,dann könnte er gar kein Priester sein.Denn hier gibt es bereits Priester,die Opfer darbringen, wie das Gesetz8,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. es verlangt.5Dabei dienen sie einer Nachbildungund einem Schatten der himmlischen Gegebenheiten.Denn als Mose8,5 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. daranging,das Zelt der Begegnung8,5 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. zu errichten,erhielt er eine Anweisung von Gott.Der sagte zu ihm8,5 sagte zu ihm: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 2. Mose/Exodus 25,40.:»Achte darauf,dass du alles nach dem Vorbild anfertigst,das ich dir auf dem Berg gezeigt habe.«6Nun hat unser Hohepriester aberein weit höheres Priesteramt angetreten.Er ist auch der Vermittler eines besseren Bundes8,6 besserer Bund: Besteht darin, dass Jesus Christus den Menschen die endgültige Vergebung der Sünden gebracht und ihnen so den Zugang zu Gott eröffnet hat.,der auf der Grundlage besserer Zusagengeschlossen wurde.

Der neue Bund

7Wäre der erste Bund8,7 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. Damit verbunden sind Anweisungen zum Bau des Heiligtums für Gott und Anweisungen zum Dienst der Priester, vgl. 2. Mose/Exodus 25–40 und 3. Mose/Levitikus. fehlerlos gewesen,hätte kein zweiter geschlossen werden müssen.8Aber Gott tadelte sein Volk, als er sagte8,8 er sagte: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jeremia 31,31-34.:»›Es kommen Tage‹, spricht der Herr8,8 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht.,›da werde ich einen neuen Bund schließen –mit dem Volk von Israel8,8 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und dem Volk von Juda8,8 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt..9Er wird nicht so sein wie der Bund,den ich mit ihren Vorfahren geschlossen8,9 mit ihren Vorfahren geschlossen: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. habe.Das war an dem Tag, als ich sie an der Hand nahm.Denn ich wollte sie aus dem Land Ägypten herausführen8,9 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Doch sie haben nicht an meinem Bund festgehalten.Und ich habe mich nicht mehr um sie gekümmert‹,spricht der Herr.10›Und das ist der Bund, den ich nach diesen Tagenmit dem Volk von Israel schließen werde‹,spricht der Herr:›Ich lege mein Gesetz8,10 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. in ihren Sinnund werde es in ihre Herzen schreiben.Ich werde ihr Gott sein,und sie werden mein Volk sein.11Niemand wird mehr seinen Mitbürger belehrenoder zu seinem Bruder oder seiner Schwester sagen:Lerne den Herrn kennen!Denn sie alle werden mich kennen,vom Kleinsten bis zum Größten.12Dann werde ich gnädig umgehen mit ihrem Unrecht.An ihre Sünden8,12 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. werde ich nicht mehr denken.‹«13Wenn Gott von einem neuen Bund8,13 neuer Bund: Besteht darin, dass Jesus Christus den Menschen die endgültige Vergebung der Sünden gebracht und ihnen so den Zugang zu Gott eröffnet hat. spricht,erklärt er damit zugleich den ersten Bund für veraltet.Was aber alt wird und betagt ist,das wird bald verschwinden.
9

Der Gottesdienst im ersten Bund

91Nun gibt es auch im ersten Bund9,1 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. Damit verbunden sind Anweisungen zum Bau des Heiligtums für Gott und Anweisungen zum Dienst der Priester, vgl. 2. Mose/Exodus 25–40 und 3. Mose/Levitikus.Vorschriften für den Gottesdienstund das Heiligtum hier auf der Erde.2Es wurde ein Zelt9,2 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. eingerichtet.Im vorderen Teil befinden sich der Leuchter9,2 Leuchter: Siebenarmiger Ständer, auf dem Öllampen abgestellt werden. Er stand im Heiligtum.und der Tisch mit den Schaubroten9,2 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt..Diesen Teil nennt man das »Heiligtum«.3Hinter einem zweiten Vorhang liegt der Teil des Zeltes,den man das »Allerheiligste9,3 Allerheiligstes: Ort der Gegenwart Gottes im Innersten des Heiligtums.« nennt.4Dort befinden sich der goldene Räucheraltar9,4 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden.und die Bundeslade9,4 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt.,die ringsum mit Gold überzogen ist.Sie enthält das goldene Gefäß,in dem das Manna9,4 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. aufbewahrt wird.Außerdem liegen in ihr der Stab Aarons9,4 Stab Aarons: Vom Stab Aarons, der zu blühen beginnt, erzählt 4. Mose/Numeri 17,16-28.,der wieder Blätter bekommen hat,und die Tafeln mit den Geboten9,4 Tafeln mit den Geboten: Meint die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 34,27-28. Sie stehen sinnbildlich für alle Gebote, die Gott seinem Volk gegeben hat..5Über der Bundeslade befinden sich die Kerubim9,5 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes.als Zeichen für die Gegenwart der Herrlichkeit9,5 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes.Sie breiten ihre Flügel ausüber dem Ort der Versöhnung9,5 Ort der Versöhnung: Der griechische Ausdruck bezeichnet ursprünglich die Deckplatte der Bundeslade, die im Allerheiligsten des Tempels stand. Beim Gottesdienst am Versöhnungstag wurde das Blut eines Opfertieres auf die Deckplatte gesprengt. Mit dieser religiösen Handlung wurden Sünde und Schuld aufgehoben und die Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt, vgl. 3. Mose/Levitikus 16,11-17..Aber davon soll jetzt nicht im Einzelnen die Rede sein.

6So ist also das Zelt der Begegnung9,6 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. eingerichtet.Den vorderen Teil des Zeltes betreten die Priester9,6 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.,um dort jeden Tag ihren Dienst zu tun.7Den hinteren Teil dagegenbetritt allein der Hohepriester9,7 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle.und nur ein einziges Mal im Jahr.Er betritt ihn nicht ohne das Blut, das er darbringt9,7 das Blut, das er darbringt: Teil der religiösen Handlung, die zum großen Versöhnungstag gehört; vgl. 3. Mose/Levitikus 16,11-28.für sich selbst und für die Sünden9,7 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,die das Volk unwissentlich auf sich geladen hat.8Damit macht der Heilige Geist9,8 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. deutlich:Der Weg zum himmlischen Heiligtumsteht noch nicht offen.Das gilt, solange der vordere Teil des Zeltesbestehen bleibt.9Das ist ein Sinnbild für die gegenwärtige Zeit:Es werden zwar Gaben und Opfer9,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. dargebracht.Aber die können das Gewissen desjenigen,der Gott damit dient, nicht vollständig rein9,9 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. machen.10Es geht dabei nur um Speisen und Getränkeund verschiedene Waschungen.Das sind lauter weltliche Vorschriften.Sie gelten bis zu der Zeit,wenn die himmlische Ordnung in Kraft tritt.

Der Gottesdienst im neuen Bund

11Christus9,11 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. aber ist als Hohepriester9,11 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle. gekommenund hat uns gebracht, was uns wirklich rettet9,11 was uns wirklich rettet: Wörtlich »die wirklichen Heilsgüter«. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Christus die Menschen mit Gott versöhnt und ihnen die Vergebung ihrer Sünden gebracht..Sein Weg führte ihndurch ein anderes Zelt der Begegnung9,11 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. hindurch,das größer und vollkommener ist.Denn es ist nicht von Menschenhand gemacht,gehört also nicht zu dieser Schöpfung.12Christus brachte nicht das Blut von Ziegenböcken9,12 Blut von Ziegenböcken: Ziegenböcke gehören zu den Tieren, die am großen Versöhnungstag als Opfer dargebracht wurden; vgl. 3. Mose/Levitikus 16,15-17.und Kälbern als Opfer dar, sondern sein eigenes Blut9,12 sein eigenes Blut: Aus Liebe zu den Menschen ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Sein Tod bringt den Menschen Versöhnung mit Gott und erinnert so an die Opfer im Tempel, durch die Menschen die Versöhnung mit Gott suchen..So ist er ein für alle Mal in das Heiligtum eingetretenund hat die ewige Erlösung erwirkt.

13Wenn Menschen unrein9,13 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. geworden sind, genügt es,sie mit Blut von Böcken oder Stieren zu besprengen –oder mit der in Wasser aufgelösten Asche einer Kuh9,13 Asche einer Kuh: In 4. Mose/Numeri 19 finden sich Anweisungen für die Herstellung eines Wassers mit der Asche einer roten Kuh. Es reinigt Menschen und Dinge von Unreinheit, sodass sie in Gottes Nähe kommen können..So wird ihr Leib wieder rein9,13 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten., und sie sind heilig9,13 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen..14Wie viel mehr bewirkt dann das Blut von Christus9,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.!Geführt vom ewigen Geist Gottes9,14 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.,hat er sich selbst als makelloses Opferfür Gott dargebracht.So reinigt sein Blut unser Gewissenvon den Werken, die zum Tod führen9,14 Werke, die zum Tod führen: Meint ein Leben, das nicht dem Willen Gottes entspricht..Dann sind wir dafür bereit,dem lebendigen Gott zu dienen.

Der neue Bund wird wirksam durch den Tod und das Blut von Jesus

15Deshalb ist Jesus9,15 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. auchder Vermittler eines neuen Bundes9,15 neuer Bund: Besteht darin, dass Christus den Menschen die endgültige Vergebung der Sünden gebracht und ihnen so den Zugang zu Gott eröffnet hat..Sein Tod hat die Erlösung von den Übertretungenaus der Zeit des ersten Bundes9,15 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. bewirkt.Dadurch können alle, die berufen sind,das versprochene ewige Erbe9,15 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. erhalten.

16Soll ein Testament9,16 Testament: Das griechische Wort bedeutet sowohl »Testament« als auch »Bund«. in Kraft treten,muss der Tod dessen nachgewiesen werden,der es aufgesetzt hat.17Denn ein Testament wird erst nach dem Tod wirksam.Solange der lebt, der es verfasst hat,hat es keine Bedeutung.

18Deshalb wurde auch der erste Bund9,18 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24.nicht ohne Blut in Kraft gesetzt:19Zunächst verkündete9,19 verkündete: 2. Mose/Exodus 24,3-8 erzählt, dass Mose dem Volk mitteilt, welche Handlungen den Bundesschluss am Berg Sinai abschließen sollen. Mose9,19 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. dem ganzen Volk alle Gebote,wie sie im Gesetz festgelegt sind.Dann nahm er das Blut von Kälbern und Ziegenböckenund vermischte es mit Wasser.Er gab karmesinrote Wolle und Ysop9,19 Ysop: 70 cm hoher Strauch mit kleinen runden, grau behaarten Blättern. dazu.Damit besprengte er sowohl das Buch des Bundes9,19 Buch des Bundes: Davon ist in 2. Mose/Exodus 24,7 die Rede. Ursprünglich sind damit vermutlich die Zehn Gebote in 2. Mose/Exodus 20,1-17 gemeint. Heute wird die Bezeichnung auf die Gesetzessammlung in 2. Mose/Exodus 20,22–23,33 bezogen.als auch das ganze Volk.20Dabei sagte er9,20 sagte er: Zitat aus 2. Mose/Exodus 24,8.: »Mit diesem Blut wird der Bund besiegelt,den Gott mit euch geschlossen hat.«21Ebenso besprengte Mose das Zelt der Begegnung9,21 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem.und alle Geräte für den Gottesdienst mit Blut.22Nach dem Gesetz wird fast alles mit Blut gereinigt9,22 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein..Und ohne Ausgießen von Blut gibt es keine Vergebung.

Christus ist das einmalige und endgültige Opfer

23Die Nachbildungen9,23 Nachbildungen: Das Heiligtum auf der Erde wird als Abbild des Heiligtums im Himmel verstanden, das Gottes Wohnsitz ist. dessen, was im Himmel9,23 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist,müssen also durch das Blut von Tieren gereinigt9,23 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein. werden.Aber für die himmlischen Gegebenheitensind bessere Opfer9,23 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. nötig.

24Christus9,24 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ging ja nichtin ein von Menschenhand errichtetes Abbilddes himmlischen Heiligtums.Er ging vielmehr in den Himmel9,24 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. selbst,um dort vor Gott für uns einzutreten.25Er ist auch nicht hineingegangen,um sich selbst immer wieder als Opfer9,25 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darzubringen –so wie es der Hohepriester9,25 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle. macht,wenn er jedes Jahr mit fremdem Blut9,25 fremdes Blut: Meint das Blut der Opfertiere.in das Heiligtum hineingeht.26Sonst hätte Christus seit der Erschaffung der Weltimmer wieder leiden müssen.Nein, jetzt, am Ende der Zeiten,ist er ein einziges Mal erschienen.Und durch sein Opfer9,26 sein Opfer: Aus Liebe zu den Menschen ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Sein Tod bringt den Menschen Versöhnung mit Gott und erinnert so an die Opfer im Tempel, durch die Menschen die Versöhnung mit Gott suchen. hat er die Sünde9,26 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. aufgehoben.

27Bei den Menschen ist es ja ähnlich:Sie müssen nur einmal sterbenund kommen dann vor das Gericht9,27 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..28Genauso wurde auch Christus9,28 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.nur einmal als Opfer dargebracht,um die Sünden der vielen wegzunehmen.Wenn er das zweite Mal erscheint,geht es nicht noch einmal um die Sünde9,28 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann..Das geschieht vielmehr,um alle zu retten, die auf ihn warten.