BasisBibel (BB)
441Ich will damit sagen:Solange der Erbe ein unmündiges Kind ist,unterscheidet ihn nichts von einem Sklaven4,1 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden..Dabei gehört ihm eigentlich alles.2Aber er ist von Vormündern und Verwaltern abhängigbis zu dem Zeitpunkt, den der Vater festgesetzt hat.

3So verhält es sich auch bei uns.Solange wir unmündig wie Kinder waren,wurden wir von den Elementen dieser Welt4,3 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte. beherrscht.4Aber als die Zeit gekommen war,sandte Gott seinen Sohn4,4 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet..Er wurde von einer Frau geborenund war dem Gesetz4,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterstellt.5Dadurch wollte Gott alle freikaufen4,5 freikaufen: Wer einen Menschen auf einem Sklavenmarkt kaufte, wurde sein Herr. Der Brief benutzt dieses Bild, um deutlich zu machen, was es bedeutet, Gott zum Herrn zu haben.,die dem Gesetz unterworfen waren.Auf diese Weise wollte Gott uns als seine Kinder annehmen.

6Weil ihr nun seine Kinder seid,hat Gott den Geist seines Sohnes4,6 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.in unsere Herzen gesandt.Der ruft: »Abba4,6 Abba: Aramäisch für »Vater«., Vater«!7Du bist also kein Sklave4,7 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. mehr,sondern ein mündiges Kind.Wenn du aber Kind bist, dann bist du auch Erbe4,7 Erbe: Durch den Glauben an Jesus Christus haben alle Menschen Anteil an dem Erbe, das Gott für sie bestimmt hat. Ursprünglich war das Erbe der Anteil an dem Land, das Gott seinem Volk versprochen hat. Im Neuen Testament ist damit das Leben im Reich Gottes gemeint, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm..Dazu hat Gott dich bestimmt.

Paulus macht sich Sorgen um die Gemeinde

8Ganz anders war es damals,als ihr Gott noch nicht kanntet.Da wart ihr Sklaven4,8 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. von Göttern,die in Wirklichkeit keine Götter sind.9Aber jetzt kennt ihr Gott,oder besser gesagt: Gott kennt euch.Wie könnt ihr euch da wiederdiesen schwachen und armseligen Elementen4,9 Elemente: Feuer, Wasser und Erde wurden in der Antike als Gottheiten verehrt. zuwenden?Wollt ihr ihnen von Neuem als Sklaven dienen?10Ihr beachtet4,10 beachtet: Paulus wirft den Galatern vor, ihren Glauben nach dem Kalender auszurichten, statt ganz auf Christus zu vertrauen. bestimmte Tage und Monate,Festzeiten und besondere Jahre.11Ich mache mir Sorgen um euch!Habe ich mich etwa vergeblich mit euch abgemüht?

12Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern4,12 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Werdet wie ich.Ich bin ja damals4,12 damals: Paulus erinnert die Galater an seinen ersten Besuch bei ihnen. auch so geworden, wie ihr wart:frei gegenüber dem Gesetz.Ihr habt mir bisher nie Unrecht getan.13Ihr erinnert euch sicher noch an das erste Mal,als ich euch die Gute Nachricht4,13 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündete.Damals war ich krank.14Mein Zustand stellte euch auf eine harte Probe.Trotzdem habt ihr mich nicht zurückgewiesenoder vor mir ausgespuckt.Ihr habt mich vielmehr aufgenommenwie einen Engel4,14 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Gottes,ja wie Christus Jesus4,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. selbst.15Was ist aus dem Glück geworden,das ihr damals empfunden habt?Ich kann es bezeugen:Wenn es möglich gewesen wäre,hättet ihr sogar euer Augenlicht für mich geopfert.16Bin ich jetzt etwa euer Feind geworden,weil ich euch die Wahrheit sage?

17Diese Leute4,17 diese Leute: Menschen, die die Gute Nachricht von Christus in einer Art und Weise verkünden, die für Paulus falsch ist. bemühen sich um euch,aber nicht in rechter Weise.Im Gegenteil: Sie wollen euch doch nuraus unserem gemeinsamen Glauben ausschließen,damit ihr euch um sie bemüht.18Es ist in Ordnung, wenn man sich um euch bemüht.Aber das soll in guter Absicht geschehen,und zwar immer – nicht nur, wenn ich bei euch bin.19Meine Kinder!Ich leide wegen euch noch einmal Geburtswehen,bis Christus4,19 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. in eurem Leben Gestalt angenommen hat.20Ich wünschte, ich könnte jetzt bei euch seinund eindringlicher mit euch reden.Denn ich bin ratlos,was ich wegen euch noch tun soll.

Die beiden Söhne Abrahams

21Ihr wollt euch also dem Gesetz4,21 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterwerfen.Sagt mir: Hört ihr denn nicht,was eben dieses Gesetz sagt?22In der Heiligen Schrift steht4,22 in der Heiligen Schrift steht: Weil Abraham mit seiner Ehefrau Sara keine Kinder bekommt, gibt Sara ihm ihre Magd Hagar zur Frau. Erst nachdem Hagar einen Sohn geboren hat, wird auch Sara schwanger; vgl. 1. Mose/Genesis 16 und 1. Mose/Genesis 21,1-21. doch:Abraham4,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. hatte zwei Söhne,den einen von der unfreien Magd4,22 unfreie Magd: Meint Hagar, die Magd Saras.,den anderen von der freien Frau4,22 freie Frau: Meint Abrahams Ehefrau Sara..23Der Sohn der Magd wurdeauf natürliche Weise gezeugt.Aber der Sohn der freien Frau verdankt sein Leben,dem Versprechen Gottes.24Das ist bildlich gemeint:Die beiden Frauen stehen für zwei Bünde4,24 zwei Bünde: Paulus stellt hier den Sinai-Bund mit den Bundestafeln dem neuen Bund gegenüber, der den Menschen ins Herz geschrieben wird; vgl. Jeremia 31,31-34. Die Magd Hagar steht für den Sinai-Bund, dessen Gebote den Menschen zeigen, wo sie gegen sie verstoßen und sich schuldig machen. Die freie Frau Sara steht für den neuen Bund, der Menschen im Innersten so verwandelt, dass sie in der Lage sind, die Gebote zu halten..Der eine Bund wurde am Berg Sinai4,24 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. geschlossenund bringt Unfreie hervor.Dafür steht Hagar4,24 Hagar: Ägyptische Magd Saras und Mutter von Ismael. Nachdem Sara zunächst keine Kinder bekommt, gibt sie Abraham ihre Magd zur Frau..25Sie verweist auf den Berg Sinai in Arabien.Das entspricht aber dem heutigen Jerusalem4,25 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,denn Jerusalem lebt mit seinen Kindern in Unfreiheit.26Das Jerusalem im Himmel4,26 himmlisches Jerusalem: Bild für die neue Welt, in der alle Bereiche des Lebens durch die Gegenwart Gottes grundlegend verwandelt sind. dagegen ist frei.Das ist unsere Mutter.27Denn in der Heiligen Schrift steht4,27 denn in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 54,1.:»Freu dich, du Unfruchtbare,obwohl du keine Kinder bekommst.Juble laut, obwohl du keine Wehen hast.Denn die verlassene Frau hat jetzt mehr Kinderals die Frau, die einen Mann hat.«

28Brüder und Schwestern4,28 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.!Ihr gehört wie Isaak4,28 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. zu den Kindern,die ihr Leben dem Versprechen Gottes verdanken.29Es ist aber genau wie damals:Der Sohn, der auf natürliche Weise gezeugt wurde,verfolgt den anderen –den, der sein Leben vom Geist Gottes4,29 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hatte.30Doch was steht dazu in der Heiligen Schrift4,30 was steht in der Heiligen Schrift: Zitat aus 1. Mose/Genesis 21,10. Sara fordert Abraham auf, ihre Magd Hagar mit ihrem Sohn Ismael wegzuschicken.?»Jag die Magd und ihren Sohn fort.Denn der Sohn der unfreien Magd darf nichtzusammen mit dem Sohn der freien Frau erben.«31Brüder und Schwestern, das alles zeigt doch:Wir sind nicht Kinder der Magd.Im Gegenteil:Wir sind Kinder der freien Frau!