BasisBibel (BB)
3

Die Freiheit vom Gesetz

Galater 3,1–4,31

Die Galater wenden sich von der Botschaft des Glaubens ab

31Ach, ihr unvernünftigen Galater3,1 Galatien: Region in Kleinasien, heute Zentralanatolien in der Türkei.!Wer hat euch so verhext?Ist euch denn Jesus Christus3,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. nicht eindrücklich genugals Gekreuzigter3,1 Gekreuzigter: Das Kreuz ist Sinnbild für Gottes Zuwendung zu den Menschen, für die Jesus Christus sein Leben am Kreuz opferte. vor Augen gestellt worden?2Ich möchte nur eines von euch wissen:Warum habt ihr denn den Heiligen Geist3,2 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. empfangen?Weil ihr das Gesetz3,2 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgtoder weil ihr die Botschaft des Glaubens gehört habt?3Seid ihr wirklich so unvernünftig?Begonnen habt ihr aus der Kraft des Heiligen Geistes.Und jetzt wollt ihr aus eigener Kraft3,3 eigene Kraft: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. zum Ziel kommen?4Habt ihr etwas so Großartiges umsonst erfahren?– Wenn es denn wirklich umsonst war! –5Gott gibt euch den Heiligen Geistund lässt bei euch Wunder3,5 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. geschehen.Geschieht das, weil ihr das Gesetz befolgtoder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

Die Gute Nachricht gründet in dem Versprechen an Abraham

6Von Abraham3,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. heißt es3,6 heißt es: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 15,6.: »Er glaubte Gott,und das rechnete ihm Gott als Gerechtigkeit3,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. an.«7Seht es doch ein:Die wahren Nachkommen Abrahams sind diejenigen,die aus dem Glauben3,7 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. leben.8Die Heilige Schrift3,8 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. hat es vorausgesehen:Gott wird die Völker als gerecht3,8 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. anerkennen,weil sie aus dem Glauben an ihn leben.Schon im Voraus hat Gott dem Abrahamdiese Gute Nachricht verkündet3,8 verkündet: Zitat aus 1. Mose/Genesis 12,3.:»Durch dich sollen alle Völker gesegnet3,8 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. werden.«9Alle, die aus Glauben leben,werden also zusammen mit dem glaubenden AbrahamSegen empfangen.

Niemand wird durch das Gesetz vor Gott gerecht

10Dagegen stehen alle,die auf die Erfüllung des Gesetzes3,10 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. bauen,unter einem Fluch.In der Heiligen Schrift steht3,10 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 27,26. nämlich:»Verflucht ist jeder, der nicht alles einhält,was im Buch des Gesetzes vorgeschrieben ist.«11Durch die Befolgung des Gesetzeswird niemand vor Gott als gerecht gelten3,11 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..Das ist ganz offensichtlich!Denn es heißt3,11 es heißt: Paulus verbindet in seiner Argumentation ein Zitat aus der griechischen Übersetzung von Habakuk 2,4 mit Zitaten aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5 und 5. Mose/Deuteronomium 21,23.:»Aufgrund seines Glaubens3,11 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.wird der Gerechte3,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. das Leben3,11 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. erlangen.«12Für das Gesetz zählt nicht der Glaube.Hier gilt vielmehr3,12 hier gilt vielmehr: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5.:»Wer seine Vorschriften befolgt,wird durch sie das Leben erlangen.«13Christus3,13 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. hat uns von dem Fluch freigekauft,unter dem wir aufgrund des Gesetzes3,13 aufgrund des Gesetzes: Paulus geht davon aus, dass ein Mensch nicht alle Vorschriften des Gesetzes einhalten kann. »Gesetz« ist hier eine Bezeichnung für die fünf Bücher Mose. stehen.Denn er hat für uns den Fluch auf sich genommen.Es heißt ja in der Heiligen Schrift3,13 heißt in der Heiligen Schrift: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 21,23.:»Verflucht ist jeder, der am Holz3,13 Holz: Paulus versteht das Holz als Hinweis auf das Kreuz, an dem Jesus hingerichtet worden ist. hängt.«14Durch Jesus Christus3,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. sollten die VölkerAnteil an dem Segen3,14 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. bekommen,den Gott Abraham3,14 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. zugesagt3,14 zugesagt: In 1. Mose/Genesis 12,3 verspricht Gott Abraham, dass er ein Segen für die Völker sein wird. Paulus zitiert diesen Vers in Galater 3,8. hatte.So wurde es möglich, dass wir aufgrund des Glaubensden Heiligen Geist3,14 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. empfangen.

Gottes Versprechen ist älter als das Gesetz

15Brüder und Schwestern3,15 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,ich will es euch an einem Beispielaus dem alltäglichen Leben erklären:Wenn jemand ein Testament machtund es rechtskräftig wird,kann es niemand mehr außer Kraft setzen.Man kann auch keine Klausel mehr hinzufügen.16Nun wurde Abraham3,16 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. und seinem Nachkommen3,16 seinem Nachkommen: Wörtlich »deinen Samen«. Das Wort kann sowohl den einzelnen Nachkommen als auch Nachkommen in der Mehrzahl bedeuten. Als einzelner Nachkomme ist hier Jesus Christus gemeint.von Gott ein Versprechen gegeben3,16 ein Versprechen gegeben: Das Versprechen findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 12,7..Er sagt nicht: »und den Nachkommen«,als ob damit viele gemeint wären.Nein, es geht nur um einen: »dein Nachkomme«.Und das ist Christus3,16 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus..17Damit will ich sagen: Es gibt ein Testament,das Gott für rechtskräftig erklärt hat.Dies kann nicht durch das Gesetz3,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. aufgehoben werden,das erst 430 Jahre später3,17 430 Jahre später: Biblischer Zeitrechnung zufolge empfing Mose die Zehn Gebote und mit ihnen alle anderen Gebote und Vorschriften 430 Jahre nachdem Abraham das Versprechen von Gott erhalten hat. erlassen wurde.Das Gesetz kann Gottes Versprechen nicht aufheben.18Denn wenn das Erbe3,18 Erbe: In 1. Mose/Genesis 22,17-18 verspricht Gott Abraham eine große Nachkommenschaft, die ein Segen für die ganze Welt sein wird. Paulus versteht dieses Versprechen als Zusage für ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. vom Gesetz abhängt,verdankt es sich nicht mehr dem damaligen Versprechen.Gott hat Abraham aber eben durch dieses Versprechenseine Gnade3,18 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. erwiesen.

Das Gesetz gilt nur für eine begrenzte Zeit

19Warum gibt es dann das Gesetz3,19 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.?Es wurde erlassen, damit deutlich wird:Wir leben gegen Gottes Willen.Das Gesetz gilt so lange,bis der Nachkomme Abrahams da ist,auf den sich das Versprechen Gottes bezieht.Im Übrigen wurde es durch Engel3,19 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. angeordnetund von einem Mittelsmann3,19 Mittelsmann: Mose, der am Berg Sinai die Zehn Gebote von Gott erhielt; vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-21 und 2. Mose/Exodus 34. überbracht20Ein Einzelner braucht keinen Mittelsmann.Und Gott ist doch nur Einer.

21Steht dann das Gesetz3,21 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.im Widerspruch zum Versprechen Gottes?Auf keinen Fall! Das wäre anders,wenn ein Gesetz erlassen worden wäre,das Leben3,21 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenken kann.Dann könnte die Befolgung des Gesetzes dazu führen,von Gott als gerecht anerkannt3,21 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. zu werden.22Nun sagt aber die Heilige Schrift3,22 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.,dass die ganze Welt der Sünde3,22 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. unterworfen ist.Umso mehr gilt das Versprechen,das die Glaubenden3,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. erhalten haben:Es genügt der Glaube an Jesus Christus3,22 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.!

Wir sind nicht mehr Sklaven, sondern Kinder Gottes

23Bevor die Zeit des Glaubens3,23 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kam,waren wir der Aufsicht des Gesetzes3,23 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterstellt.Wir sollten in Gewahrsam bleibenbis zur Offenbarung des Glaubens an Christus.24Das Gesetz war also unser Aufseherbis Christus3,24 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. kam.Denn aufgrund des Glaubens sollten wirvor Gott als gerecht gelten3,24 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..25Aber seit die Zeit des Glaubens gekommen ist,sind wir nicht mehr dem Aufseher unterstellt.26Ihr seid alle Kinder Gottes,weil ihr durch den Glaubenmit Christus Jesus3,26 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. verbunden seid.27Denn ihr alle habt in der Taufe3,27 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde. Christus angezogen3,27 Christus angezogen: Meint in ein neues, von Christus bestimmtes Leben hineinzuschlüpfen wie in ein neues Kleid..Und durch sie gehört ihr nun zu ihm.28Es spielt keine Rolle mehr,ob ihr Juden3,28 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. seid oder Griechen3,28 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.,Sklaven3,28 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. oder freie Menschen,Männer oder Frauen.Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesusseid ihr alle wie ein3,28 ein: Vgl. das Bild von der Gemeinde als dem Leib von Christus (1. Korinther 12,13; Römer 12,4-5) und als dem einen neuen Menschen (Kolosser 3,10-11; Epheser 2,15-16). Mensch geworden.29Wenn ihr aber zu Christus gehört,dann seid ihr Abrahams3,29 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Nachkommen.Damit bekommt ihr auch das Erbe3,29 Erbe: In 1. Mose/Genesis 22,17-18 verspricht Gott Abraham eine große Nachkommenschaft, die ein Segen für die ganze Welt sein wird. Paulus versteht dieses Versprechen als Zusage für ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott.,das Gott ihm versprochen hat.
441Ich will damit sagen:Solange der Erbe ein unmündiges Kind ist,unterscheidet ihn nichts von einem Sklaven4,1 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden..Dabei gehört ihm eigentlich alles.2Aber er ist von Vormündern und Verwaltern abhängigbis zu dem Zeitpunkt, den der Vater festgesetzt hat.

3So verhält es sich auch bei uns.Solange wir unmündig wie Kinder waren,wurden wir von den Elementen dieser Welt4,3 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte. beherrscht.4Aber als die Zeit gekommen war,sandte Gott seinen Sohn4,4 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet..Er wurde von einer Frau geborenund war dem Gesetz4,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterstellt.5Dadurch wollte Gott alle freikaufen4,5 freikaufen: Wer einen Menschen auf einem Sklavenmarkt kaufte, wurde sein Herr. Der Brief benutzt dieses Bild, um deutlich zu machen, was es bedeutet, Gott zum Herrn zu haben.,die dem Gesetz unterworfen waren.Auf diese Weise wollte Gott uns als seine Kinder annehmen.

6Weil ihr nun seine Kinder seid,hat Gott den Geist seines Sohnes4,6 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.in unsere Herzen gesandt.Der ruft: »Abba4,6 Abba: Aramäisch für »Vater«., Vater«!7Du bist also kein Sklave4,7 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. mehr,sondern ein mündiges Kind.Wenn du aber Kind bist, dann bist du auch Erbe4,7 Erbe: Durch den Glauben an Jesus Christus haben alle Menschen Anteil an dem Erbe, das Gott für sie bestimmt hat. Ursprünglich war das Erbe der Anteil an dem Land, das Gott seinem Volk versprochen hat. Im Neuen Testament ist damit das Leben im Reich Gottes gemeint, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm..Dazu hat Gott dich bestimmt.

Paulus macht sich Sorgen um die Gemeinde

8Ganz anders war es damals,als ihr Gott noch nicht kanntet.Da wart ihr Sklaven4,8 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. von Göttern,die in Wirklichkeit keine Götter sind.9Aber jetzt kennt ihr Gott,oder besser gesagt: Gott kennt euch.Wie könnt ihr euch da wiederdiesen schwachen und armseligen Elementen4,9 Elemente: Feuer, Wasser und Erde wurden in der Antike als Gottheiten verehrt. zuwenden?Wollt ihr ihnen von Neuem als Sklaven dienen?10Ihr beachtet4,10 beachtet: Paulus wirft den Galatern vor, ihren Glauben nach dem Kalender auszurichten, statt ganz auf Christus zu vertrauen. bestimmte Tage und Monate,Festzeiten und besondere Jahre.11Ich mache mir Sorgen um euch!Habe ich mich etwa vergeblich mit euch abgemüht?

12Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern4,12 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Werdet wie ich.Ich bin ja damals4,12 damals: Paulus erinnert die Galater an seinen ersten Besuch bei ihnen. auch so geworden, wie ihr wart:frei gegenüber dem Gesetz.Ihr habt mir bisher nie Unrecht getan.13Ihr erinnert euch sicher noch an das erste Mal,als ich euch die Gute Nachricht4,13 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündete.Damals war ich krank.14Mein Zustand stellte euch auf eine harte Probe.Trotzdem habt ihr mich nicht zurückgewiesenoder vor mir ausgespuckt.Ihr habt mich vielmehr aufgenommenwie einen Engel4,14 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Gottes,ja wie Christus Jesus4,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. selbst.15Was ist aus dem Glück geworden,das ihr damals empfunden habt?Ich kann es bezeugen:Wenn es möglich gewesen wäre,hättet ihr sogar euer Augenlicht für mich geopfert.16Bin ich jetzt etwa euer Feind geworden,weil ich euch die Wahrheit sage?

17Diese Leute4,17 diese Leute: Menschen, die die Gute Nachricht von Christus in einer Art und Weise verkünden, die für Paulus falsch ist. bemühen sich um euch,aber nicht in rechter Weise.Im Gegenteil: Sie wollen euch doch nuraus unserem gemeinsamen Glauben ausschließen,damit ihr euch um sie bemüht.18Es ist in Ordnung, wenn man sich um euch bemüht.Aber das soll in guter Absicht geschehen,und zwar immer – nicht nur, wenn ich bei euch bin.19Meine Kinder!Ich leide wegen euch noch einmal Geburtswehen,bis Christus4,19 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. in eurem Leben Gestalt angenommen hat.20Ich wünschte, ich könnte jetzt bei euch seinund eindringlicher mit euch reden.Denn ich bin ratlos,was ich wegen euch noch tun soll.

Die beiden Söhne Abrahams

21Ihr wollt euch also dem Gesetz4,21 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterwerfen.Sagt mir: Hört ihr denn nicht,was eben dieses Gesetz sagt?22In der Heiligen Schrift steht4,22 in der Heiligen Schrift steht: Weil Abraham mit seiner Ehefrau Sara keine Kinder bekommt, gibt Sara ihm ihre Magd Hagar zur Frau. Erst nachdem Hagar einen Sohn geboren hat, wird auch Sara schwanger; vgl. 1. Mose/Genesis 16 und 1. Mose/Genesis 21,1-21. doch:Abraham4,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. hatte zwei Söhne,den einen von der unfreien Magd4,22 unfreie Magd: Meint Hagar, die Magd Saras.,den anderen von der freien Frau4,22 freie Frau: Meint Abrahams Ehefrau Sara..23Der Sohn der Magd wurdeauf natürliche Weise gezeugt.Aber der Sohn der freien Frau verdankt sein Leben,dem Versprechen Gottes.24Das ist bildlich gemeint:Die beiden Frauen stehen für zwei Bünde4,24 zwei Bünde: Paulus stellt hier den Sinai-Bund mit den Bundestafeln dem neuen Bund gegenüber, der den Menschen ins Herz geschrieben wird; vgl. Jeremia 31,31-34. Die Magd Hagar steht für den Sinai-Bund, dessen Gebote den Menschen zeigen, wo sie gegen sie verstoßen und sich schuldig machen. Die freie Frau Sara steht für den neuen Bund, der Menschen im Innersten so verwandelt, dass sie in der Lage sind, die Gebote zu halten..Der eine Bund wurde am Berg Sinai4,24 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. geschlossenund bringt Unfreie hervor.Dafür steht Hagar4,24 Hagar: Ägyptische Magd Saras und Mutter von Ismael. Nachdem Sara zunächst keine Kinder bekommt, gibt sie Abraham ihre Magd zur Frau..25Sie verweist auf den Berg Sinai in Arabien.Das entspricht aber dem heutigen Jerusalem4,25 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,denn Jerusalem lebt mit seinen Kindern in Unfreiheit.26Das Jerusalem im Himmel4,26 himmlisches Jerusalem: Bild für die neue Welt, in der alle Bereiche des Lebens durch die Gegenwart Gottes grundlegend verwandelt sind. dagegen ist frei.Das ist unsere Mutter.27Denn in der Heiligen Schrift steht4,27 denn in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 54,1.:»Freu dich, du Unfruchtbare,obwohl du keine Kinder bekommst.Juble laut, obwohl du keine Wehen hast.Denn die verlassene Frau hat jetzt mehr Kinderals die Frau, die einen Mann hat.«

28Brüder und Schwestern4,28 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.!Ihr gehört wie Isaak4,28 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. zu den Kindern,die ihr Leben dem Versprechen Gottes verdanken.29Es ist aber genau wie damals:Der Sohn, der auf natürliche Weise gezeugt wurde,verfolgt den anderen –den, der sein Leben vom Geist Gottes4,29 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hatte.30Doch was steht dazu in der Heiligen Schrift4,30 was steht in der Heiligen Schrift: Zitat aus 1. Mose/Genesis 21,10. Sara fordert Abraham auf, ihre Magd Hagar mit ihrem Sohn Ismael wegzuschicken.?»Jag die Magd und ihren Sohn fort.Denn der Sohn der unfreien Magd darf nichtzusammen mit dem Sohn der freien Frau erben.«31Brüder und Schwestern, das alles zeigt doch:Wir sind nicht Kinder der Magd.Im Gegenteil:Wir sind Kinder der freien Frau!
5

Das Leben in der Freiheit

Galater 5,1–6,10

Paulus warnt die Gemeinde vor dem Rückfall ins Gesetz

51Christus5,1 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. hat uns befreit,damit wir endgültig frei sind.Bleibt also standhaft und unterwerft euch nicht wiederdem Joch5,1 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Last des Gesetzes. der Sklaverei!

2Ich, Paulus5,2 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., sage euch:Wenn ihr euch beschneiden5,2 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. lasst,wird Christus5,2 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. euch nichts nützen.3Ich sage es noch einmal mit allem Nachdruck jedem,der sich beschneiden lässt:Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz5,3 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. einzuhalten.4Ihr habt dann mit Christus nichts mehr zu tun.Jeder, der durch das Gesetzvor Gott als gerecht gelten5,4 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. will,hat damit die Gnade5,4 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. verspielt.5Wir aber dürfen durch den Geist Gottes5,5 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hoffen,aufgrund des Glaubens5,5 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. vor Gott als gerecht zu gelten.6Denn wenn wir zu Christus Jesus5,6 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gehören,spielt es keine Rolle,ob jemand beschnitten ist oder nicht.Es zählt nur der Glaube, der sich in Liebe auswirkt.

7Ihr kamt so gut voran!Wer hat euch denn daran gehindert,der Wahrheit5,7 Wahrheit: Meint den Weg zur Versöhnung mit Gott, die den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt ist. weiter zu folgen?8Was man euch da einreden will,kommt nicht von dem, der euch beruft.9Schon ein wenig Sauerteig5,9 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker. macht den ganzen Teig sauer.10Ich verlasse mich ganz auf den Herrn5,10 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt..Deshalb vertraue ich darauf,dass ihr zu keiner anderen Überzeugung kommen werdet.Doch wer immer euch aufhetzt5,10 wer immer euch aufhetzt: Menschen, die die Gute Nachricht von Christus in einer Art und Weise verkünden, die für Paulus falsch ist.,wird seine Strafe bekommen – ganz gleich, wer es ist.

11Brüder und Schwestern5,11 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,wenn ich noch immer die Beschneidung5,11 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. fordern würde,warum werde ich dann weiter verfolgt?Dann wäre doch der Anstoß beseitigt, den das Kreuz5,11 Kreuz: Sinnbild für Gottes Zuwendung zu den Menschen. Am Kreuz opferte Jesus Christus sein Leben, um die Sünden der Menschen wegzunehmen, die sie von Gott trennen. erregt!12Die Leute, die bei euch Unruhe stiften5,12 Unruhe stiften: Menschen, die die Gute Nachricht von Christus in einer Art und Weise verkünden, die für Paulus falsch ist.,sollten sich doch gleich kastrieren lassen!

Der Geist befreit zur Liebe und nicht zur Selbstsucht

13Brüder und Schwestern5,13 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde., ihr seid zur Freiheit berufen!Aber benutzt eure Freiheit nicht als einen Vorwand,um eurer menschlichen Natur5,13 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. zu folgen.Dient euch vielmehr gegenseitig in Liebe.14Denn das ganze Gesetz5,14 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. ist erfüllt,wenn ein einziges Gebot befolgt wird.Nämlich folgendes5,14 folgendes: Das Gebot der Nächstenliebe steht in 3. Mose/Levitikus 19,18. Jesus zitiert es beispielsweise in Lukas 10,27.:»Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«15Aber wenn ihr einander wie wilde Tiere beißtund auffresst, dann passt auf!Sonst wird am Ende sogar einer vom andern verschlungen.

16Damit will ich sagen:Lasst euer Leben vom Geist Gottes5,16 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. bestimmt seinund richtet es danach aus.Dann werdet ihr nichteuren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.17Denn eure menschliche Natur5,17 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde.kämpft gegen den Geist Gottesund der Geist Gottes gegen eure menschliche Natur.Diese beiden ringen ständig miteinander,sodass ihr nie tun könnt, was ihr eigentlich wollt.18Aber wenn ihr euch vom Geist Gottes leiten lasst,untersteht ihr nicht dem Gesetz5,18 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose..

19Es ist ja offensichtlich,was eure menschliche Natur hervorbringt:Unzucht, Unsittlichkeit und Zügellosigkeit,20Götzendienst5,20 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war., Zauberei5,20 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen.,Feindschaft, Streit, Eifersucht, Wut,Eigennutz, Uneinigkeit, Lagerbildung,21Neid, Fress- und Trinkgelage und Ähnliches.Ich warne euch,wie ich es schon früher getan habe:Wer sich so verhält,wird keinen Anteil am Reich Gottes erben5,21 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm..

22Der Geist5,22 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. dagegen bringt als Ertrag:Liebe, Freude und Frieden,Geduld, Güte und Großzügigkeit, Treue,23Freundlichkeit und Selbstbeherrschung.Gegen all das hat das Gesetz5,23 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nichts einzuwenden.24Wer nun zu Christus Jesus5,24 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gehört,hat seine menschliche Natur5,24 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. ans Kreuz genagelt –mit allen Leidenschaften und Begierden.25Wenn wir durch den Geist Gottes das Leben haben,wollen wir auch aus diesem Geist herausunser Leben führen.26Wir sollen nicht überheblich auftreten,einander nicht herausfordernund nicht neidisch aufeinander sein.