BasisBibel (BB)
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Gott vertreibt fremde Völker aus Israels Land

361Du Mensch36,1 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., rede als Prophet36,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu den Bergen Israels36,1 Berge Israels: Bezeichnung für das Wohngebiet des Volkes Israel, zu dem das Bergland westlich des Jordan gehörte..Sag zu ihnen: Ihr Berge Israels,hört das Wort des Herrn36,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!2So spricht Gott, der Herr36,2 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Der Feind verspottet euchund sagt: »Ha, diese uralten Höhen gehören jetzt uns!«3Darum rede als Prophet zu ihnen36,3 ihnen: Gemeint sind die Berge Israels. und sag:»So spricht Gott, der Herr: Ja, man hat euch verwüstet,von allen Seiten greift man nach euch.Die Völker, die im Gericht übrig geblieben sind,haben euch in Besitz genommen.Ihr seid ins Gerede gekommenund zum Gespött der Leute geworden.4Aber jetzt, ihr Berge Israels,hört das Wort Gottes, des HerrnSo spricht Gott, der Herrzu den Bergen und Hügeln, den Schluchten und Tälern.Er spricht zu den verwüsteten Trümmerhaufenund zu den verlassenen Städten.Die Völker, die ringsum übrig geblieben sind,raubten sie aus und verspotteten sie.5Deshalb spricht Gott, der Herr:Mit glühendem Eifer habe ich gesprochenüber die übrig gebliebenen Völker und über ganz Edom36,5 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden..Voller Freude hatten sie mein Land in Besitz genommen,mit Schadenfreude das Weideland erbeutet.

6Darum rede als Prophet36,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. über das Land Israels.Sag zu den Bergen und Hügeln,den Schluchten und Tälern:So spricht Gott, der Herr36,6 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., voller Eifer und im Zorn!Ja, ihr musstet den Hohn der Völker ertragen.7Aber jetzt spricht Gott, der Herr:Ich schwöre, dass die Völker um euch herumihre Schmach36,7 Schmach: Das, was die Völker Israel angetan haben, trifft sie jetzt selbst. selbst ertragen müssen!

8Aber ihr, Berge Israels36,8 Berge Israels: Bezeichnung für das Wohngebiet des Volkes Israel, zu dem das Bergland westlich des Jordan gehörte., werdet für mein Volk Israel36,8 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.wieder Zweige austreiben und Früchte tragen.Denn mein Volk wird bald zurückkehren.9Ja, ich komme zu euch und wende mich euch zu.Dann werdet ihr als Acker bestellt und es wird wieder gesät.10Ich lasse die Menschen auf euch zahlreich werden.Sie kommen aus allen Stämmen Israels36,10 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen..Die Städte werden wieder bewohnt seinund die Trümmer werden wieder aufgebaut.11Mensch und Vieh lasse ich zahlreich werden auf euch.Sie werden sich vermehren und fruchtbar sein.Ich lasse euch bewohnt sein wie früherund werde euch mehr Gutes tun als je zuvor.Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.12Auf euch werden wieder Menschen umherziehen:mein Volk Israel!Es wird euch wieder in Besitz nehmenund ihr werdet sein Erbbesitz36,12 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. sein.Dann werdet ihr seine Kinder nicht mehr rauben.

13So spricht Gott, der Herr36,13 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Über das Land Israels sagt man,dass es seine Bewohner verschlingt.Es raubt die Kinder seines eigenen Volkes.14Aber du wirst deine Bewohner nicht mehr verschlingenund deinem Volk nicht mehr die Kinder rauben.– Ausspruch von Gott, dem Herrn36,14 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.15Ich lasse den Hohn der Nationen über dich verstummen.Den Spott der Völker musst du nicht länger ertragen.Nie wieder wirst du dein Volk zu Fall bringen.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.

Die Erneuerung Israels durch Gottes Geist

16Das Wort des Herrn kam36,16 das Wort des Herrn kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:17Du Mensch36,17 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., als die Israeliten36,17 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. in ihrem Land wohnten,haben sie es unrein36,17 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemacht.Sie haben sich schlecht verhaltenund Böses getan.Durch ihr Verhalten wurden sie unrein für mich,so wie eine Frau, die ihre Monatsblutung36,17 Monatsblutung: Wenn Frauen ihre Monatsblutung haben, gelten sie als unrein und dürfen nicht in die Nähe Gottes kommen; vgl. 3. Mose/Levitikus 15,19. hat.18Da goss ich meinen Zorn über sie aus.Das tat ich, weil sie Blut im Land vergossenund es mit ihren Götzen36,18 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. unrein gemacht hatten.19Deshalb habe ich sie unter fremde Völker zerstreutund in ferne Länder vertrieben.Weil sie sich schlecht verhieltenund Böses getan haben,habe ich die Israeliten verurteilt.20Als sie aber zu den Völkern kamen,entweihten sie überall meinen heiligen Namen36,20 heiliger Name: Steht für Gott selbst. Die Israeliten beschädigen durch ihr Verhalten das Ansehen Gottes..Man sagte über sie:Sie sind das Volk Gottes, des Herrn36,20 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,und doch mussten sie sein Land verlassen.21Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen.Denn die Israeliten entweihten ihn bei allen Völkern,wohin sie auch kamen.

22Darum sag zu den Israeliten36,22 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:»So spricht Gott, der Herr36,22 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Nicht wegen euch greife ich ein, Haus Israel36,22 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk.,sondern wegen meines heiligen Namens36,22 heiliger Name: Steht für Gott selbst. Die Israeliten beschädigen durch ihr Verhalten das Ansehen Gottes..Ihr habt ihn bei allen Völkern entweiht,zu denen ihr gekommen seid.23Aber ich werde meinen großen Namenwieder heilig machen.Jetzt ist er bei den Völkern noch entweiht,weil ihr ihn in den Dreck gezogen habt.Dann werden die Völker erkennen,dass ich der Herr bin.Sie werden selbst sehen,wie ich an euch meine heilige Macht zeige.«– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn36,23 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

24Ich hole euch aus den fremden Völkern zurückund sammle euch ein aus allen Ländern.Dann bringe ich euch zurück in euer Land.25Dort besprenge ich euch mit reinem Wasser,damit ihr rein36,25 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. werdet.Ich wasche die Schuld von euch ab,die ihr durch eure Götzen36,25 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. auf euch geladen habt.26Dann gebe ich euch ein neues Herz36,26 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens.und einen neuen Geist36,26 neuer Geist: Lebenskraft, die den Menschen von Gott gegeben wird..Das tote Herz aus Stein nehme ich aus eurem Leib.An seiner Stelle gebe ich euchein lebendiges Herz aus Fleisch.27Meinen Geist gebe ich euch.Damit sorge ich dafür,dass ihr meine Anordnungen beachtetund meine Gebote36,27 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. bewahrt und befolgt.28Dann werdet ihr in dem Land wohnen36,28 in dem Land wohnen: Meint das Land, das Gott Abraham, dem Stammvater der Israeliten, versprochen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 13,14-18.,das ich euren Vorfahren gegeben habe.Ihr werdet mein Volk sein,und ich werde euer Gott sein.

29Ich werde euch von allem befreien,was euch unrein36,29 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemacht hat.Das Land werde ich mit Getreide füllen,damit ihr keine Hungersnot mehr erleiden müsst.30Die Bäume werden wieder Früchte tragenund die Felder reichen Ertrag bringen.Nie mehr werden euch die anderen Völker verspotten,weil ihr Hunger leiden müsst.31Ihr aber werdet an euer böses Verhalten zurückdenkenund an eure Taten, die nicht gut waren.Wegen eurer Schuld36,31 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. und eurer Schandtatenwerdet ihr euch vor euch selbst ekeln.32Das sollt ihr wissen: Nicht wegen euch greife ich ein!– Ausspruch von Gott, dem Herrn36,32 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ihr Israeliten36,32 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. sollt euch schämenund wegen eures Verhaltens beschämt sein.

33So spricht Gott, der Herr36,33 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Es kommt der Tag,an dem ich euch von all eurer Schuld36,33 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. reinigen werde.Dann gebe ich den Städten ihre Bewohner zurückund die Trümmer werden wieder aufgebaut.34Das Land war vollständig verwüstet.Das konnte jeder sehen, der vorbeikam.Aber jetzt wird es wieder als Acker genutzt.35Dann wird man sagen:»Dieses Land war verwüstet,aber jetzt ist es wie der Garten Eden36,35 Garten Eden: Name für das Paradies. Eden bezeichnet die fruchtbare und wasserreiche Landschaft, in der die ersten Menschen lebten..Die Städte lagen in Trümmern,waren verwüstet und zerstört.Doch jetzt sind sie wieder befestigt und bewohnt.«36Die Völker, die in eurer Umgebung übrig geblieben sind,werden erkennen, dass ich der Herr bin.Ich baue auf, was zerstört war,und bepflanze, was verwüstet war.Ich, der Herr, habe es angekündigt und werde es tun!

37So spricht Gott, der Herr36,37 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Noch eine weitere Bitte werde ich den Israeliten36,37 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. erfüllen.Ich lasse die Menschen so zahlreich werdenwie eine Schafherde –38so zahlreich wie die Schafe,die zum Opfer bestimmt sind,wie die Schafherden an den Festen36,38 Feste: Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden. in Jerusalem36,38 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..Die verwüsteten Städtewerden wieder voller Menschen sein.Dadurch werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.