BasisBibel (BB)
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Die fünfte Vision

91Ich sah den Herrn auf dem Altar stehen.Er sagte: »Schlag oben gegen die Säule9,1 Säule: Gemeint ist das Säulenkapitell, der obere Abschluss einer Säule.,sodass unten die Schwellen des Tempels9,1 Tempel: Meint das Heiligtum von Bet-El. Dort richtete Amos seine Botschaft aus, vgl. Amos 7,10-13. beben!Durch das Beben9,1 Beben: Von einem schweren Erdbeben erzählt auch Amos 1,1-2. sollen sie alle umkommen.Und bleibt einer übrig, töte ich ihn mit dem Schwert.Keiner von ihnen wird entkommen,und niemand sich in Sicherheit bringen.2Wenn sie in die Unterwelt9,2 Unterwelt: Tiefster Punkt der mythischen Welt. vordringen,wird meine Hand sie dort aufgreifen.Wenn sie in den Himmel9,2 Himmel: Höchster Punkt der mythischen Welt. hinaufsteigen,bringe ich sie von dort zurück.3Sollten sie auf den Gipfel des Karmel9,3 Karmel: Höchster Punkt der geografischen Welt. klettern,werde ich sie aufspüren und von dort zurückholen.Sollten sie sich auf dem Meeresboden9,3 Meeresboden: Tiefster Punkt der geografischen Welt. verstecken,befehle ich der Seeschlange, sie dort zu beißen.4Und sollten sie von ihren Feinden gefangenund in eine ferne Gegend verschleppt werden:so befehle ich dem Schwert, sie dort zu töten.Ja, ich lasse sie nicht aus den Augen,aber nicht zum Guten, sondern zum Bösen.«

Loblied auf den Schöpfer

5So ist Gott, der Herr9,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. Zebaot:Er berührt die Erde, sodass sie wankt.Da trauern alle, die auf ihr wohnen.Die ganze Erde hebt sich wie der Nil9,5 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte.und senkt sich wie der Strom Ägyptens.6Er baut das Obergeschoss9,6 Obergeschoss: Nach altorientalischer Vorstellung errichtet Gott seinen Palast über dem Himmelsdach, vgl. Psalm 104,3. seines Palastes im Himmelund macht seine Stützbalken über der Erde fest.Er ruft das Wasser herauf aus dem Meerund lässt es auf den Erdboden regnen:Herr – das ist sein Name!

Ausblick auf eine heilvolle Zukunft

Amos 9,7-15

Gibt es noch Hoffnung?

7So lautet der Ausspruch des Herrn9,7 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Glaubt ihr denn, ihr Israeliten,dass ihr mir näher steht als die Leute aus Kusch9,7 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht.?Gewiss, ich habe euch aus dem Land Ägypten geführt!Aber ebenso habe ich die Philister aus Kaftor9,7 Kaftor: Herkunftsland der Philister, vermutlich Kreta.und die Aramäer aus Kir9,7 Kir: Ein von Aramäern bewohntes Gebiet in Mesopotamien. geführt.

8So lautet der Ausspruch des Herrn9,8 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR.:Gott, der Herr, richtet seine Augen auf das Königtum,das durch und durch verdorben ist:Ich lasse es restlos vom Erdboden verschwinden.Doch die Nachkommen Jakobs9,8 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. will ich nicht vernichten.9Passt auf, ich selbst gebe den Befehl.Ich lasse Israel unter den Völkern durchschütteln,wie man Getreide in einem Sieb9,9 Sieb: Die groben Steine bleiben im Sieb zurück, während die Körner durch das Sieb zu Boden fallen. durchschüttelt.Kein Stein fällt auf den Boden.10Alle, die durch und durch verdorben sind,sollen durch das Schwert umkommen.Das sind alle aus meinem Volk, die sagen:»Kein Unglück wird uns erreichen!Uns wird es bestimmt nicht treffen!«

Die Wende zum Guten

11Dann baue ich die zerfallene Hütte Davids9,11 Hütte Davids: Bildwort für den zu dieser Zeit erbärmlichen Zustand des Königtums, das David einst begründet hat. wieder auf.Ich werde die Risse in ihren Wänden ausbessernund die eingestürzten Teile ihres Dachs erneuern.Ich werde sie wiederherstellen,so schön, wie sie früher war.12Und was vom Nachbarland Edom9,12 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. noch übrig ist,werden die Nachkommen Davids in Besitz nehmen.Dazu werden sie alle Gebiete der Völker besitzen,die sich David in meinem Namen erworben hat.– So lautet der Ausspruch des Herrn9,12 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet., der das tut.

13Seht, es kommt eine neue Zeit!– Ausspruch des Herrn9,13 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR.Kaum hat der Pflüger seine Arbeit getan,kommt schon der Schnitter9,13 Schnitter: Erntearbeiter, der mit der Sichel die Halme des Getreides abschneidet. zum Ernten.Kaum hat man die Trauben in der Kelter9,13 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. getreten,beginnt schon der Landwirt mit der nächsten Aussaat.Traubenmost9,13 Traubenmost: Vorstufe von Wein. Der Prozess, der den im Traubensaft enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt, hat begonnen. fließt von den Bergen,und alle Hügel stehen in vollem Saft.14Dann wende ich das Schicksal meines Volkes Israel9,14 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:Sie werden zerstörte Städte aufbauen und bewohnen.Sie werden Weinberge pflanzen und Wein davon trinken,Obstgärten anlegen und Früchte davon essen.15Ich werde sie fest einpflanzen in ihren Boden.So kann sie keiner mehr aus ihrem Boden ausreißen,den ich ihnen gegeben habe!Das hat der Herr, dein Gott, gesagt.