BasisBibel (BB)
231Paulus23,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. richtete seinen Blickfest auf die Mitglieder des jüdischen Rats23,1 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.und sagte: »Ihr Brüder!Bis zum heutigen Tag habe ich immer so gelebt,dass ich vor Gott ein reines Gewissen habe.«2Da befahl der Hohepriester23,2 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Hananiasden Ratsältesten23,2 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten., die neben Paulus standen,ihm auf den Mund zu schlagen.3Daraufhin sagte Paulus zu ihm:»Gott wird dich schlagen, du Scheinheiliger23,3 du Scheinheiliger: Wörtlich »Du weiß getünchte Wand!« Die weiße Farbe ist Fassade und lässt Risse in der Wand nur scheinbar verschwinden.!Du willst nach dem Gesetz23,3 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. über mich Gericht halten?Dabei missachtest du doch selbst das Gesetz,wenn du mich schlagen lässt!«4Die umstehenden Ratsältesten fuhren ihn an:»Wie kannst du es wagen,den Hohepriester Gottes zu beleidigen!«5Paulus entschuldigte sich: »Brüder,ich wusste nicht, dass er der Hohepriester ist.In der Heiligen Schrift steht23,5 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 2. Mose/Exodus 22,27. ja:›Du sollst ein Oberhaupt in deinem Volk nicht verfluchen!‹«

6Paulus23,6 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. wusste,dass der jüdische Rat23,6 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. teils aus Sadduzäern23,6 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an.und teils aus Pharisäern23,6 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. bestand.Deshalb rief er in die Versammlung hinein: »Ihr Brüder!Ich bin Pharisäer und komme aus einer Pharisäerfamilie.Ich stehe hier vor Gerichtwegen meiner Hoffnung auf die Auferstehung23,6 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten!«7Kaum hatte Paulus das gesagt,brach zwischen den Pharisäernund den Sadduzäern ein Streit los.Die ganze Versammlung spaltete sich in zwei Lager.8Die Sadduzäer behaupten nämlich,dass es keine Auferstehung23,8 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. gibt –ebenso wenig wie Engel23,8 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. oder Geister.Die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem.9So kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung.Schließlich standen einige Schriftgelehrte23,9 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. auf,die zur Gruppe der Pharisäer gehörten,um ihren Standpunkt zu verteidigen.Sie erklärten:»Wir können diesem Mann nichts vorwerfen.Vielleicht hat ja tatsächlich ein Geistoder ein Engel mit ihm gesprochen.«

10Der Streit wurde immer heftiger.Am Ende befürchtete der Kommandant23,10 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt.,dass Paulus23,10 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zwischen den Parteien zerrissen würde.Er ließ eine Abteilung Soldaten kommen.Die sollten Paulus aus der Menge herausholenund ihn wieder in die Festung23,10 Festung: Gemeint ist wahrscheinlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen in Jerusalem stationiert. bringen.11In der folgenden Nacht erschien der Herr23,11 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. dem Paulusund sagte: »Nur Mut!Wie du in Jerusalem23,11 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. mein Zeuge warst,so sollst du auch in Rom23,11 Rom: Hauptstadt des Römischen Reiches, im heutigen Italien gelegen. mein Zeuge sein!«

Paulus entkommt einer Verschwörung

12Am nächsten Morgen trafen sich etliche Juden23,12 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,um sich gegen Paulus23,12 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zusammenzuschließen.Sie legten einen feierlichen Eid ab:»Wir wollen weder essen noch trinken,bis wir Paulus getötet haben.«13Mehr als 40 Männerbeteiligten sich an dieser Verschwörung.14Sie gingen zu den führenden Priestern23,14 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den Ratsältesten23,14 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. und sagten:»Wir haben einen feierlichen Eid geschworen,nichts zu essen, bis wir Paulus getötet haben.15Geht jetzt mit dem jüdischen Rat23,15 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. zum Kommandanten23,15 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt..Bittet ihn,euch Paulus noch einmal vorführen zu lassen –als ob ihr seinen Fall genauer untersuchen wolltet.Wir halten uns dann bereit, ihn umzubringen,bevor er hier ankommt.«

16Aber ein Neffe von Paulus23,16 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., der Sohn seiner Schwester,hörte von dem geplanten Anschlag.Er ging in die Festung23,16 Festung: Gemeint ist wahrscheinlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen in Jerusalem stationiert. und berichtete Paulus davon.17Paulus rief einen Hauptmann herbei und bat ihn:»Bring diesen jungen Mann zum Kommandanten23,17 Kommandanten: Wörtlich »Führer einer Tausendschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer..Er hat eine Nachricht für ihn.«18Der Hauptmann brachte den Neffen zum Kommandantenund sagte: »Der Gefangene Paulus hat mich rufen lassenund mich gebeten, diesen jungen Mann zu dir zu bringen.Er hat dir etwas zu berichten.«19Der Kommandant zog ihn zur Seiteund erkundigte sich: »Was hast du mir zu melden?«20Der Neffe sagte:»Die Juden23,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. haben verabredet, dich um etwas zu bitten.Du sollst Paulus morgen noch einmaldem jüdischen Rat23,20 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vorführen –angeblich, um seinen Fall noch genauer zu untersuchen.21Du darfst dich auf keinen Fall darauf einlassen!Denn mehr als 40 von ihnenhaben sich gegen Paulus zusammengeschlossen.Sie haben einen Eid abgelegt,weder zu essen noch zu trinken,bis sie Paulus umgebracht haben.Sie halten sich schon bereitund warten nur noch auf deine Zusage.«22Der Kommandant wies den jungen Mann an:»Verrate keinem Menschen,dass du mir von diesem Plan erzählt hast.«Dann ließ er ihn gehen.

Paulus wird zu Felix nach Cäsarea gebracht

23Der Kommandant23,23 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt. rief zwei Hauptmänner zu sichund gab ihnen den Befehl:»200 Soldaten sollen sichzum Abmarsch nach Cäsarea23,23 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. bereit machen,dazu noch 70 Reiter und 200 Leichtbewaffnete.Zur dritten Nachtstunde23,23 dritte Nachtstunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die dritte Stunde ist abends, etwa um 21.00 Uhr. ist Aufbruch.24Besorgt auch Reittiere für Paulusund bringt ihn sicher zu Felix23,24 Felix: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 52–60 n. Chr.,dem römischen Statthalter23,24 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.25Außerdem schrieb der Kommandant einen Briefmit folgendem Inhalt:26»Von Claudius Lysiasan den hochverehrten Bevollmächtigten Felix.Sei gegrüßt!27Diesen Mann hatten die Juden23,27 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. in ihre Gewalt gebrachtund wollten ihn umbringen.Ich schritt mit meinen Soldaten ein,um ihn in Sicherheit zu bringen –zumal ich erfahren habe, dass er römischer Bürger23,27 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter. ist.28Weil ich herausfinden wollte, was sie ihm vorwarfen,führte ich ihn dem jüdischen Rat23,28 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vor.29Es stellte sich heraus, dass sich ihre Vorwürfenur auf Streitfragen über ihr Gesetz23,29 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. beziehen.Es liegt keine Anklage gegen ihn vor,die ein Todesurteiloder eine Gefängnisstrafe rechtfertigt.30Doch dann wurde mir gemeldet,dass gegen den Mann ein Anschlag geplant ist.Deshalb habe ich ihn umgehend zu dir geschickt.Ich habe auch die Kläger angewiesen,ihre Anschuldigungen bei dir vorzutragen.«

31Die Soldaten übernahmen Paulus23,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. wie befohlenund brachten ihn noch in der Nacht bis nach Antipatris.32Am nächsten Tag kehrten die Fußtruppenin ihre Festung zurück,während die Reiter mit Paulus weiterzogen.33In Cäsarea23,33 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. übergaben siedem römischen Statthalter23,33 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. den Briefund führten ihm Paulus vor.34Felix23,34 Felix: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 52–60 n. Chr. las den Briefund fragte Paulus: »Aus welcher Provinz stammst du?«»Aus Kilikien23,34 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.«, bekam er zur Antwort.35Da erklärte Felix: »Ich werde dich vernehmen,sobald auch deine Ankläger hier sind.«Dann befahl er, Paulus im Palast des Herodes23,35 Palast des Herodes: Amtssitz des römischen Bevollmächtigten in Cäsarea. Er war von Herodes dem Großen erbaut worden.,dem sogenannten Prätorium, zu bewachen.