BasisBibel (BB)

In Makedonien und Griechenland: Paulus ermutigt die Gemeinden

201Als der Tumult sich gelegt hatte,rief Paulus20,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. die Jünger20,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. zusammen und machte ihnen Mut.Dann verabschiedete er sich,um nach Makedonien20,1 Makedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel mit der Hauptstadt Thessalonich. zu reisen.2Unterwegs besuchte er überall die Gemeindenund ermutigte sie in langen Reden.Schließlich kam er nach Griechenland20,2 Griechenland: Meint hier das Gebiet der römische Provinz Achaia im südlichen Teil des heutigen Griechenland.3und blieb drei Monate dort.Dann wollte er mit dem Schiff nach Syrien20,3 Syrien: Geografische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste. Die römische Provinz Syrien umfasste auch Israel und Juda. weiterfahren.Aber die Juden20,3 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. planten einen Anschlag auf ihn.Deshalb entschloss er sich zum Rückweg über Makedonien.4Seine Begleiter20,4 Begleiter: Sie waren Vertreter ihrer Gemeinden und begleiteten Paulus nach Jerusalem, um die Spendengelder zu überbringen. waren:Sopater aus Beröa20,4 Beröa: Stadt in Makedonien westlich von Thessalonich., der Sohn von Pyrrhus,Aristarch und Sekundus aus Thessalonich20,4 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Makedonien im Nordosten des heutigen Griechenland.,Gaius aus Derbe20,4 Derbe: Stadt in der römischen Provinz Galatien im Süden Kleinasiens in der heutigen Türkei. und Timotheus,außerdem Tychikus und Trophimus aus der Provinz Asia20,4 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus..5Diese beiden fuhren vorausund warteten in Troas20,5 Troas: Hafenstadt an der Mittelmeerküste, in der heutigen Türkei gelegen. auf uns.6Wir20,6 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. anderen stachennach den Tagen der ungesäuerten Brote20,6 Tage der ungesäuerten Brote: Andere Bezeichnung für das Passafest. Während des Passafests wird in Erinnerung an den Aufbruch aus Ägypten ausschließlich ungesäuertes Brot gegessen. In der Eile des Aufbruchs war damals keine Zeit, Brot aus Sauerteig zu backen.von Philippi20,6 Philippi: Stadt im Nordosten des heutigen Griechenland. aus in See.Nach fünf Tagen stießen wir in Troas wieder zu ihnenund verbrachten sieben Tage dort.

In Troas: Tod und Auferweckung von Eutychus

7Am ersten Tag der Woche20,7 erster Tag der Woche: Gemeint ist der Sonntag. Die jüdische Woche endet mit dem Sabbat, unserem Samstag. versammelten wir20,7 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. uns,um das Brot zu brechen20,7 Brotbrechen: Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls..Paulus20,7 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. sprach zu den Versammelten.Weil er am folgenden Tag abreisen wollte,zog sich seine Rede bis Mitternacht hin.8In unserem Versammlungsraum im oberen Stockwerkbrannten viele Öllampen20,8 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle..9In der Fensteröffnungsaß ein junger Mann namens Eutychus.Als Paulus so lange sprach,wurde er vom Schlaf übermannt.Er stürzte im Schlaf aus dem dritten Stock hinunter.Als man ihn aufhob, war er tot.10Paulus ging hinab.Er warf sich über ihn, nahm ihn in die Armeund sagte: »Beruhigt euch – er lebt noch!«11Paulus ging wieder hinauf.Er brach das Brot in Stücke und aß mit ihnen.Dann redete er noch lange zu den Versammelten.Schließlich wurde es Morgen,und Paulus machte sich auf den Weg.12Den Jungen aber brachten sie gesund nach Hause.Für die Versammelten war das eine große Ermutigung.

Die Reise von Troas nach Milet

13Wir20,13 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. bestiegen ein Schiff und fuhren voraus nach Assos20,13 Assos: Hafenstadt in Mysien im Westen der heutigen Türkei..Dort sollten wir Paulus20,13 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. an Bord nehmen.Das hatte er so angeordnet,weil er selbst den Landweg nehmen wollte.14Als er in Assos wieder zu uns stieß,nahmen wir ihn an Bord.Dann fuhren wir nach Mitylene20,14 Mitylene: Hafen der Insel Lesbos im Ägäischen Meer, vor der Küste der heutigen Türkei gelegen..15Von dort segelten wir am nächsten Tag weiterund kamen bis vor die Küste von Chios20,15 Chios: Insel im Ägäischen Meer, vor der Westküste Kleinasiens, in der heutigen Türkei..Am Tag darauf legten wir in Samos20,15 Samos: Insel im Ägäischen Meer, südwestlich vor Ephesus gelegen. anund noch einen Tag später erreichten wir Milet20,15 Milet: Hafenstadt in der römischen Provinz Asia, an der Westküste der heutigen Türkei gelegen..16Denn Paulus hatte beschlossen,an Ephesus20,16 Ephesus: Bedeutende Hafenstadt und Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Sie liegt im Westen der heutigen Türkei. vorbeizufahren.Er wollte in der Provinz Asia20,16 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus. keine Zeit verlieren.Also beeilte er sich,um möglichst am Pfingsttag20,16 Pfingsttag: Wörtlich »am fünfzigsten Tag«. Meint den fünfzigsten Tag nach dem Passafest, an dem im jüdischen Festkalender das Wochenfest beginnt. Apostelgeschichte 2 erzählt, wie der Heilige Geist an diesem Tag zu denen kommt, die zu Jesus gehören. in Jerusalem20,16 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. zu sein.

In Milet: Paulus spricht zum Abschied zu den Gemeindeältesten von Ephesus

17Von Milet20,17 Milet: Hafenstadt in der römischen Provinz Asia, an der Westküste der heutigen Türkei gelegen. aus schickte Paulus20,17 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte.eine Nachricht nach Ephesus20,17 Ephesus: Bedeutende Hafenstadt und Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Sie liegt im Westen der heutigen Türkei. .Darin bat er die Gemeindeältesten20,17 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde., zu ihm zu kommen.18Als sie eingetroffen waren, sagte er zu ihnen:»Ihr wisst ja,wie ich mich die ganze Zeit bei euch verhalten habe –vom ersten Tag an,nachdem ich in der Provinz Asia20,18 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus. angekommen war.19Ich habe dem Herrn20,19 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. gedient,ohne an mich selbst zu denken.Tränen und schwere Prüfungen gehörten dazu,weil Juden20,19 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. mich verfolgt haben.20Ich habe nichts verschwiegen,was für euch wichtig ist.Im Gegenteil:Ich habe euch alles verkündet und euch alles gelehrt –sowohl öffentlich als auch in euren Häusern.21Ich habe Juden und Griechen20,21 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. beschworen,zu Gott umzukehrenund an Jesus20,21 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., unseren Herrn, zu glauben.

22Jetzt muss ich nach Jerusalem20,22 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. gehen.Der Heilige Geist20,22 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. zwingt mich dazu.Ich weiß nicht,was dort mit mir geschehen wird.23Ich weiß nur das:In jeder Stadt kündigt der Heilige Geist mir an,dass Gefangenschaft und Leiden auf mich warten.24Doch was liegt schon an meinem Leben!Es kommt nur darauf an, dass ich mein Ziel erreiche.Ich habe den Auftrag zu erfüllen,den Jesus20,24 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., der Herr20,24 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., mir gegeben hat:Zeuge zu sein für die Gute Nachricht20,24 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.,dass Gott uns seine Gnade20,24 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. schenkt!

25Eines weiß ich: Ihr werdet mich nicht mehr wiedersehen –keiner von euch,denen ich einst das Reich Gottes20,25 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. verkündet habe.26Deshalb erkläre ich heute feierlich vor euch:Mich trifft keine Schuld,wenn einer von euch verloren geht.27Denn ich habe nichts verschwiegen.Im Gegenteil:Ich habe euch alles verkündet, was Gott vorhat.28Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde.Der Heilige Geist20,28 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hat sie eurer Aufsicht anvertraut.Ihr sollt als Hirten für die Gemeinde Gottes sorgen,die er durch sein eigenes Blut20,28 durch sein eigenes Blut: Bild für den Tod von Jesus am Kreuz. erworben hat.29Ich weiß: Wenn ich fort bin,werden reißende Wölfe bei euch eindringenund über die Herde herfallen.30Sogar aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten,die falsche Lehren verkünden.So wollen sie die Jünger20,30 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. irreführenund auf ihre Seite ziehen.31Bleibt also wachsam!Denkt stets daran:Drei Jahre lang habe ich mich bemüht,jedem Einzelnen von euch den rechten Weg zu zeigen –bei Tag und bei Nacht und oft unter Tränen.32Jetzt vertraue ich euch Gottund der Botschaft von seiner Gnade20,32 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. an.Sie hat die Kraft, euch im Glauben20,32 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. zu festigen.Durch sie werdet ihr das Erbe20,32 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. erhalten,das Gott für alle Heiligen20,32 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. bestimmt hat.33Ich habe nie jemandenum Silber, Gold oder Kleidung gebeten.34Ihr wisst selbst:Den Lebensunterhalt für mich und meine Begleiterhabe ich mit meinen eigenen Händen verdient.35Ich habe es euch in jeder Hinsicht vorgemacht:Wir müssen so hart arbeiten,damit wir uns auch um die Bedürftigen kümmern können.Dabei sollen wir uns immer an das erinnern,was Jesus20,35 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., der Herr20,35 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., dazu gesagt hat20,35 gesagt hat: Das Zitat erinnert an Lukas 6,30.:›Geben ist seliger als Nehmen.‹«

36Nach diesen Worten kniete Paulus20,36 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte.zusammen mit allen Anwesenden nieder und betete20,36 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..37Da brachen sie alle in lautes Weinen aus,fielen Paulus um den Hals und küssten ihn.38Am meisten tat ihnen weh, dass er gesagt hatte:»Ihr werdet mich nicht mehr wiedersehen.«Schließlich begleiteten sie ihn zum Schiff.