BasisBibel (BB)
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Samuels Abschiedsrede

1. Samuel 12,1-25

Samuel tritt zurück

121Noch einmal sprach Samuel zum ganzen Volk Israel:»Ihr wisst12,1 ihr wisst: Samuel bezieht sich auf seine Rede in 1. Samuel 8., ich bin auf alles eingegangen,was ihr von mir verlangt habt.Ich habe einen König über euch König sein lassen.2Und dieser König geht jetzt vor euch her.Ich aber bin alt geworden und habe schon graues Haar.Meine Söhne sind erwachsen und leben unter euch.Auch bin ich immer ein Vorbild für euch gewesen,von meiner Jugend an bis zum heutigen Tag.3Jetzt stehe ich hier!Habt ihr irgendetwas gegen mich vorzubringen?So tut es jetzt vor dem Herrn12,3 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. und seinem Gesalbten12,3 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter.:Habe ich jemandem ein Rind weggenommen?Habe ich jemandem einen Esel weggenommen?Habe ich jemanden ausgebeutet?Habe ich jemanden erpresst?Habe ich mich mit Geld bestechen lassenund meine Augen vor einem Unrecht verschlossen?Dann will ich dafür geradestehen.«4Sie antworteten:»Du hast uns nicht ausgebeutet!Du hast uns nicht erpresst!Du hast dich nicht bestechen lassen!«5Da sagte er zu ihnen:»Der Herr soll Zeuge sein,und sein Gesalbter soll heute Zeuge sein:Ihr habt nichts, was ihr gegen mich vorbringen könnt.«Sie sagten: »Ja, so ist es. Er ist Zeuge!«

6Weiter sprach Samuel zum Volk:»Ja, der Herr ist Zeuge!Er hat Mose12,6 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und Aaron12,6 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. eingesetztund eure Vorfahren aus dem Land Ägypten geführt12,6 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..7Jetzt steht für euer Tun gerade!Vor dem Herrn fordere ich Rechenschaft von euch.Ich will euch die guten Taten in Erinnerung rufen,die der Herr an euch und euren Vorfahren getan hat:8Jakob12,8 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. war mit seinen Söhnen nach Ägypten gekommen.Doch die Ägypter behandelten sie schlecht.Da schrien eure Vorfahren zum Herrn.Der Herr schickte Mose und Aaron zu Hilfe.Er führte eure Vorfahren aus Ägypten herausund ließ sie hier im Land wohnen.9Doch sie vergaßen den Herrn, ihren Gott.Deshalb lieferte er sie an ihre Feinde aus:an Sisera12,9 Sisera: Die Geschichte vom Kampf Siseras gegen die Israeliten erzählt Richter 4–5., den Heerführer der Stadt Hazor12,9 Hazor: Stadt im Norden Israels, an der Kreuzung zweier bedeutender Handelsstraßen gelegen.,an die Philister12,9 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. und an den König der Moabiter12,9 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..Die führten Krieg gegen eure Vorfahren.10Da schrien sie zum Herrn und sagten:›Wir haben uns gegen den Herrn gestellt!Ja, wir haben ihn verlassenund den Baal-Göttern12,10 Baal-Götter: Sammelbezeichnung für Gottheiten, die im östlichen Mittelmeerraum verehrt wurden. und Astarten12,10 Astarte: Im palästinisch-syrischen Raum verehrte Kriegsgöttin. Die Mehrzahl »Astarten« steht hier für fremde Göttinnen im Allgemeinen. gedient.Doch jetzt rette uns aus der Gewalt unserer Feinde!Dir allein wollen wir dienen.‹11Der Herr schickte euch Jerubbaal12,11 Jerubbaal: Anderer Name für Gideon, vgl. Richter 6,32. Er gehört zusammen mit Bedan und Jiftach zu den Richtern Israels. und Bedan12,11 Bedan: Nur hier erwähnter Richter Israels. Ein Teil der griechischen Überlieferung ersetzt den Namen durch »Barak«, ein anderer durch »Simson«.,Jiftach12,11 Jiftach: Gehört wie Gideon zu den Richtern Israels. Seine Geschichte wird in Richter 11,1–12,7 erzählt. und Samuel.So befreite er euch aus der Gewalt eurer Feinde ringsum,und ihr konntet in Sicherheit im Land wohnen.

12Als aber Nahasch, der König der Ammoniter,gegen euch in den Krieg zog, habt ihr zu mir gesagt:›Lass einen König über uns König sein!‹Ihr habt das verlangt,obwohl der Herr euer Gott und König12,12 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. ist.13Doch jetzt seht her: Da ist der König!Den wolltet ihr haben, den habt ihr verlangt.Es war der Herr, der euch einen König gab.14Deshalb verehrt den Herrn und dient ihm.Gehorcht dem Herrnund widersetzt euch nicht.Wenn ihr das tut, folgt ihr dem Herrn, eurem Gott, –ihr und der König, der über euch herrscht.15Wenn ihr aber das Gegenteil tut,dem Herrn nicht gehorcht und euch widersetzt,dann bekommt ihr die Macht des Herrn zu spüren –ihr und euer König.16Ich sage nochmals: Stellt euch auf!Passt auf, was jetzt gleich geschehen wird!Der Herr tut etwas Großes vor euren Augen.17Es ist doch gerade die Zeit der Weizenernte12,17 Zeit der Weizenernte: Die Weizenernte fand im Mai und Juni statt. In den Sommermonaten sind Regenfälle äußerst selten.!Ich will den Herrn um etwas Außergewöhnliches bitten:Er soll es mitten im Sommer donnern und regnen lassen.Wenn das geschieht, werdet ihr erkennen und einsehen:Ihr habt großes Unrecht getan in den Augen des Herrn,als ihr einen König verlangt habt.«18Samuel betete also zum Herrn.Und der ließ es donnern und regnen an diesem Tag.Da packte das ganze Volk eine große Furchtvor dem Herrn und vor Samuel.

Samuel ermutigt das Volk

19Das ganze Volk flehte Samuel an:»Ach bete doch zum Herrn12,19 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR., deinem Gott.Tu es für deine Knechte12,19 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., damit wir nicht sterben!Denn zu allem, was wir falsch gemacht haben,haben wir auch noch dieses Unrecht hinzugefügt:dass wir einen König verlangt haben.«20Da antwortete Samuel dem Volk:»Fürchtet euch nicht!Ihr habt zwar alle diese schlimmen Dinge getan.Aber es wird euch nichts geschehen,wenn ihr beim Herrn bleibtund ihm mit ganzem Herzen dient.21Wendet euch nur nicht ab von ihm!Folgt nicht den Göttern12,21 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott., die nichts sind!Die können euch nicht helfen und nicht retten.Sie sind ja doch nichts!22Der Herr wird sein Volk nicht aufgeben.Dafür steht er mit seinem großen Namen ein.Ja, der Herr steht zu seinem Entschluss,euch zu seinem Volk zu machen.23Und auch ich werde nicht aufhören,für euch zum Herrn zu beten.Das schwöre ich!Denn würde ich damit aufhören,wäre das eine Sünde vor dem Herrn.Und ich werde euch zeigen,was im Leben gut und richtig ist.24Haltet euch nur daran,dem Herrn mit Ehrfurcht12,24 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. zu begegnen.Dient ihm aufrichtig und mit ganzem Herzen!Seht, was der Herr Großes für euch getan hat!25Wenn ihr aber das Gegenteil tut und böse handelt,wird er euch zusammen mit eurem König wegfegen.«