BasisBibel (BB)
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Ehe, Ehelosigkeit und Ehescheidung

1. Korinther 7,1-40

Das Verhalten von Ehepartnern zueinander

71Nun aber zu dem, was ihr geschrieben habt:»Es ist gut für einen Mann,keinen Geschlechtsverkehr mit einer Frau zu haben.«2Aber dann besteht die Gefahr,in eine verbotene sexuelle Beziehung zu geraten.Deshalb soll jeder Mann seine Ehefrau habenund jede Frau ihren Ehemann.3Der Mann soll seine Frau nicht vernachlässigen,und die Frau soll ihren Mann nicht zurückweisen.4Nicht die Frau bestimmt über ihren Körper,sondern der Mann.Ebenso bestimmt nicht der Mann über seinen Körper,sondern die Frau.5Entzieht euch einander nicht.Außer ihr vereinbart das für eine bestimmte Zeit,um euch ganz dem Gebet7,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zu widmen.Danach sollt ihr wieder zusammenkommen.Sonst besteht die Gefahr, dass der Satan7,5 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. euchdurch eure Begierden auf die Probe stellt!6Das meine ich als Zugeständnis, nicht als Befehl.7Mir wäre es ja lieber,wenn alle Menschen so leben könnten wie ich7,7 ich: Paulus war unverheiratet..Doch jeder hat von Gott seine eigene Gabe bekommen.Der eine diese, der andere jene.

Anweisungen für Ledige und Witwen und zum Verhalten bei Scheidungen

8Den Ledigen und den Witwen7,8 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. sage ich:Es ist gut, wenn sie wie ich unverheiratet bleiben.9Wenn sie aber nicht enthaltsam leben können,sollen sie heiraten!Denn es ist besser zu heiraten,als sich in brennendem Verlangen zu verzehren.

10Für die Verheirateten habe ich eine klare Anweisung.Sie stammt nicht von mir, sondern vom Herrn7,10 vom Herrn: Mit »Herr« ist Jesus gemeint. Seine Anweisung findet sich beispielsweise in Markus 10,11-12.:Eine Frau darf sich nicht von ihrem Mann scheiden lassen.11Wenn sie sich aber schon hat scheiden lassen,soll sie unverheiratet bleiben.Oder sie soll sich wieder mit ihrem Mann aussöhnen.Ebenso wenig darf ein Mann seine Frau fortschicken.

12Den anderen sage ich etwas,das nicht vom Herrn stammt:Da hat ein Bruder7,12 Bruder: Mann, der zur Gemeinde gehört. eine Ehefrau,die nicht zum Glauben gekommen ist.Wenn sie bei ihm bleiben will,soll er sie nicht fortschicken!13Oder eine Frau hat einen Ehemann,der nicht zum Glauben gekommen ist.Wenn er bei ihr bleiben will,soll sie ihn nicht fortschicken!14Denn der ungläubige Mann wird durch die Frau heilig7,14 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen..Und die ungläubige Frau wird durch den Bruder heilig.Sonst wären ja auch eure Kinder unrein7,14 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Sie sind nun aber heilig.15Wenn der Ungläubige sich jedoch scheiden lassen will,soll er das tun.In solchen Fällen ist der Bruder7,15 Bruder, Schwester: Menschen, die zur Gemeinde gehören. oder die Schwester7,15 Schwester: Menschen, die zur Gemeinde gehören.nicht an die Ehe gebunden.Gott hat euch aber zu einem Leben in Frieden berufen.16Denn woher willst du wissen, Frau,ob du deinen Mann rettest?Oder woher willst du wissen, Mann,ob du deine Frau rettest?

Es gibt keinen Grund, die eigenen Lebensumstände zu ändern

17Im Übrigen soll jeder sein Lebenentsprechend den Gaben führen,die der Herr7,17 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. ihm zugeteilt hat.Und jeder soll so bleiben, wie ihn Gott berufen hat.So ordne ich es in allen Gemeinden an.18Wer bei seiner Berufung beschnitten war,soll die Beschneidung7,18 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. nicht rückgängig machen wollen!Wer bei seiner Berufung nicht beschnitten war,soll sich nicht beschneiden lassen!19Es kommt nicht darauf an,ob jemand beschnitten ist oder nicht.Es kommt nur darauf an, Gottes Gebote7,19 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. zu halten.

20Nach seiner Berufung soll jeder so bleiben,wie er berufen wurde.21Warst du bei deiner Berufung ein Sklave7,21 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden.,dann mach dir deswegen keine Sorgen.Aber wenn du frei werden kannst,dann nutze diese Gelegenheit umso lieber.22Warst du ein Sklave, als du in die Gemeinschaftmit dem Herrn7,22 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. berufen wurdest?Dann bist du jetzt ein Freigelassener des Herrn.Warst du frei, als du in die Gemeinschaftmit dem Herrn berufen wurdest?Dann bist du jetzt ein Sklave von Christus7,22 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..23Gott hat euch zu einem hohen Preis freigekauft7,23 freigekauft: Wer einen Menschen auf einem Sklavenmarkt kaufte, wurde sein Herr. Paulus benutzt dieses Bild, um deutlich zu machen, was es bedeutet, Gott zum Herrn zu haben..Werdet jetzt nicht zu Sklaven von Menschen!24Brüder und Schwestern7,24 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.!Bleibt, was ihr bei eurer Berufung wart –jeder und jede von euch.Und lebt entsprechend vor Gott!

Es ist besser, frei zu sein für Gott

25Nun zu der Frage nach den ledigen Frauen:Ich habe dazu keine Anweisung vom Herrn7,25 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt..Doch ich gebe euch einen Rat.Und weil der Herr mich in seiner Gnade7,25 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. berufen hat,könnt ihr mir vertrauen.26In den gegenwärtig schwierigen Verhältnissenhalte ich Folgendes für richtig:Es ist für einen Menschen gut, ledig zu bleiben.27Wenn du mit einer Frau verlobt bist,dann versuche nicht, die Verlobung7,27 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben. zu lösen.Hast du die Verlobung mit einer Frau gelöst,suche keine andere Frau!28Wenn du aber doch heiratest,machst du dich nicht schuldig7,28 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..Und wenn das Mädchen heiratet,macht sie sich ebenfalls nicht schuldig.Aber solche Menschen werden in ihrem Lebenin große Bedrängnis kommen.Das möchte ich euch ersparen.

29Aber eins muss ich euch sagen, Brüder und Schwestern7,29 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Die Zeit ist knapp, und daher gilt nun:Ein verheirateter Mann soll so leben,als hätte er keine Frau.30Wer weint,soll sich nicht von der Trauer überwältigen lassen.Wer sich freut,soll sich nicht in der Freude verlieren.Wer etwas kauft, soll es nicht festhalten wollen.31Und wer die Dinge dieser Welt7,31 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte. benutzt,soll gut auf sie verzichten können.Denn die Welt in ihrer jetzigen Gestalt vergeht.

32Ich möchte aber,dass ihr euch keine unnötigen Sorgen macht.Wer ledig ist, sorgt sich um die Sache des Herrn7,32 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.:Ihm geht es darum, wie er dem Herrn gefallen kann.33Aber wer verheiratet ist,sorgt sich um weltliche Dinge:Ihm geht es darum, wie er seiner Frau gefallen kann.34Und deshalb ist er gespalten7,34 gespalten: Es geht darum, sowohl der Ehefrau, als auch Christus einen angemessenen Platz im eigenen Leben zu geben..

Ebenso ist es bei der Frau.Wenn sie nicht mehr oder noch nicht verheiratet ist,sorgt sie sich um die Sache des Herrn7,34 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.:Ihr geht es darum,heilig7,34 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. zu sein mit Körper und Geist.Dagegen sorgt sich die verheiratete Frauum weltliche DingeIhr geht es darum, wie sie ihrem Mann gefallen kann.35Dies sage ich euch zu eurem eigenen Besten.Damit will euch keine Fesseln anlegen.Sondern ihr sollt ein Leben in Anstand führen.Und ihr sollt stets für den Herrn da sein,ohne euch ablenken zu lassen.

Rat für Verlobte und Witwen

36Vielleicht meint jemand, dass er sichseiner Braut gegenüber unehrenhaft verhält.Denn die Hochzeit ist längst überfällig,und er will entsprechend handeln.Dann soll er tun, was er will.Er macht sich dadurch nicht schuldig7,36 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..Sie sollen heiraten!37Ein anderer dagegen bleibt fest bei dem,wofür er sich entschieden hat.Er fühlt sich nicht gedrängtund ist frei in seinen Entscheidungen.Er hat bei sich beschlossen:»Ich will meine Braut nicht berühren.«Er handelt richtig!38Also: Wer seine Braut heiratet, handelt gut.Wer nicht heiratet, handelt noch besser.

39Solange ihr Mann lebt, ist eine Frau gebunden.Wenn der Mann stirbt, ist sie frei.Sie kann dann heiraten, wen sie will.Doch soll sie dem Herrn7,39 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. verbunden bleiben.40Meiner Meinung nach wird sie aber glücklicher sein,wenn sie ledig bleibt.Ich denke doch, dass auch ich den Geist Gottes7,40 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. habe.
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Grenzen christlicher Freiheit

1. Korinther 8,1–11,1

Verzicht aus Liebe

81Nun zu einer anderen Frage:Es geht um das Fleisch8,1 Fleisch: Stücke der Opfertiere, die bei den Gottesdiensten im Tempel nicht benötigt wurden. Sie konnten auf dem Markt verkauft werden. von Tieren,die als Opfer für Götzen8,1 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. dargebracht wurden.Dabei sind wir uns wohl einig,dass wir alle die richtige Einsicht haben.Aber die Einsicht allein macht überheblich.Nur die Liebe baut die Gemeinde auf.2Da meint jemand, etwas richtig erkannt zu haben.Aber er hat noch nicht erkannt,worauf es bei diesem Erkennen ankommt.3Doch wer Gott liebt, der weiß:Ich bin von ihm erkannt und angenommen.

4Zurück zu unserer Frage:Darf man das Fleisch von Tieren essen,die als Opfer für Götzen8,4 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. dargebracht wurden?Wir wissen ja: Es gibt in der Welt keine Götzen.Und wir wissen: Es gibt keinen Gott außer dem Einen.5Vielleicht gibt es ja sogenannte Götterim Himmel wie auf der Erde.Tatsächlich sind es sogar viele solcher Götter und Herren.6Aber für uns gilt:Nur einer ist Gott – der Vater.Alles hat in ihm seinen Ursprung,und er ist das Ziel unseres Lebens.Und nur einer ist der Herr: Jesus Christus8,6 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..Alles ist durch ihn entstanden,und durch ihn haben wir das Leben.

7Aber diese Einsicht teilen noch nicht alle.Sie essen das Fleisch von Tieren,die als Opfer für die Götzen8,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. dargebracht wurden.Und denken dabei nach alter Gewohnheit,dass sie damit auch den Götzen dienen.Und weil sie in dieser Sache nicht sicher sind,belastet das ihr Gewissen.8Was wir essen, hat aber keine Auswirkungauf unser Verhältnis zu Gott.Es bringt uns keinen Nachteil,wenn wir etwas Bestimmtes nicht essen.Und umgekehrt haben wir auch keinen Vorteil,wenn wir es essen.9Gebt aber acht!Die Freiheit, die ihr in Anspruch nehmt,darf die Schwachen nicht zu Fall bringen!10Stell dir vor:Du liegst gerade in einem Götzentempel8,10 Tempel: Gebäude, in dem Gottesdienste gefeiert und Opfer für eine bestimmte Gottheit dargebracht wurden. zu Tisch8,10 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen.,wie es ja deiner Einsicht entspricht.Und dabei sieht dich jemand.Wird er dadurch nicht geradezu ermutigt,gegen sein Gewissen zu handeln?Vielleicht nimmt er dann an einem solchen Mahl teil,das er für Götzendienst hält?11Dann geht der Unsicheredurch deine Einsicht zugrunde –der Bruder8,11 Bruder: Menschen, die zur Gemeinde gehören., für den Christus8,11 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gestorben ist.12So tut ihr euren Brüdern und Schwestern8,12 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde. Unrechtund belastet ihr Gewissen noch mehr.Und damit tut ihr Christus Unrecht.13Mein Essen kann also meinen Bruder8,13 Bruder: Menschen, die zur Gemeinde gehören. zu etwas verleiten,was ihn zu Fall bringt.Wenn das so ist,will ich nie wieder Fleisch essen!Denn ich will meinen Bruder nicht zu etwas verleiten,was ihn zu Fall bringt.
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Paulus als Vorbild für Verzicht auf Ansprüche

91Seht mich an: Bin ich denn nicht frei?Bin ich denn kein Apostel9,1 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.?Habe ich etwa nicht Jesus9,1 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., unseren Herrn9,1 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., gesehen?Seid ihr nicht das Ergebnismeiner Arbeit für den Herrn?2Wenn ich auch für andere kein Apostel bin,so bin ich es doch für euch.Denn eure Verbundenheit mit dem Herrn ist das Siegel9,2 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird.,durch das ich als Apostel bestätigt werde.

3Das ist meine Antwort an die Leute,die sich als Richter über mich aufspielen wollen:4Haben wir als Apostel9,4 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. etwa keinen Anspruchauf Essen und Trinken?5Haben wir nicht auch das Recht,eine Schwester9,5 Schwester: Frau, die zur Gemeinde gehört. als Ehefrau dabei zu haben?Das tun jedenfalls die anderen Apostel,die Brüder des Herrn9,5 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. und auch Kephas9,5 Kephas: Aramäische Form des Namens Petrus. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon..6Und haben nur Barnabas9,6 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. und ich kein Recht darauf,nicht für unseren Unterhalt arbeiten zu müssen?7Wer zieht denn als Soldat in den Kriegund zahlt sich auch noch selbst den Sold?Wer pflanzt einen Weinbergund genießt seine Früchte nicht?Wer hütet Schafe und ernährt sich nicht von ihrer Milch?

8Rede ich damit etwa nur aus menschlicher Sicht?Sagt nicht das Gesetz9,8 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. genau dasselbe?9Im Gesetz des Mose steht9,9 im Gesetz des Mose steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 25,4. Der Begriff »Gesetz« bezeichnet im Neuen Testament die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nämlich:»Du sollst einem Ochsenbeim Dreschen9,9 dreschen: Das Lösen der Getreidekörner aus der Ähre mithilfe eines von Rindern gezogenen Dreschschlittens. nicht das Maul zubinden.«Geht es Gott dabei etwa um die Ochsen?10Oder sagte er das nicht vielmehr wegen uns?Denn wegen uns wurde dies ja aufgeschrieben:Wer pflügt, soll das mit Hoffnung tun.Und wer drischt,soll seinen Anteil am Ertrag erwarten können.11Wir haben bei euch geistlichen Samen9,11 geistlicher Samen: Meint die Gute Nachricht von Jesus Christus. gesät.Ist es dann zu viel verlangt,wenn wir von euch weltliche Gaben9,11 weltliche Gaben: Meint den täglichen Lebensunterhalt wie Essen und Trinken. ernten wollen?

12Andere nehmen dieses Rechteuch gegenüber in Anspruch.Haben wir nicht einen viel größeren Anspruch darauf?Dennoch haben wir von diesem Rechtnie Gebrauch gemacht.Wir haben alles ertragen,um der Guten Nachricht9,12 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. von Christus9,12 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.kein Hindernis in den Weg zu legen.

13Wisst ihr denn nicht:Wer den Tempeldienst9,13 Tempeldienst: Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Gottesdienst am Tempel von Priestern oder Leviten verrichtet wurden. verrichtet,bekommt auch seinen Lebensunterhaltaus den Tempelabgaben9,13 Tempelabgabe: Wurde von jedem erwachsenen männlichen Juden an den Tempel entrichtet..Und wer am Altar9,13 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. seinen Dienst tut,bekommt einen Anteil von den Opfergaben9,13 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott..14Genauso hat es auch der Herr angeordnet9,14 der Herr angeordnet: Mit »Herr« ist Jesus gemeint. Die Anordnung erinnert an Lukas 10,7.:Wer die Gute Nachricht9,14 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündet,soll von ihrer Verkündigung leben können.

15Aber ich habe nichts von alledem in Anspruch genommen.Ich schreibe das nicht,damit man mir dies nun gewährt.Lieber würde ich sterben!Meinen Ruhm9,15 Ruhm: Damit meint Paulus seinen Verzicht auf Unterhalt durch die Gemeinde. soll mir niemand nehmen!16Er besteht ja nicht darin,dass ich die Gute Nachricht9,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkünde.Ich muss das ja tun.Denn wie schrecklich wäre es für mich,die Gute Nachricht nicht zu verkünden!17Nur wenn ich es aus freien Stücken tun würde,müsste ich Lohn dafür bekommen.Wenn ich es aber nicht aus freien Stücken tue,wurde es mir wie einem Sklaven9,17 Sklaven: In der Antike wurden Sklaven als Verwalter eingesetzt. Sie hatten wichtige Vollmachten und vertraten ihren Herrn, bekamen aber keinen Lohn. übertragen.18Worin besteht nun mein Lohn?Er besteht einfach darin,dass ich die Gute Nachricht ohne Bezahlung verkünde.Damit mache ich keinen Gebrauch von dem Recht,das mir durch die Verkündigung zusteht.

Der Verzicht des Paulus dient der Verkündigung

19Denn obwohl ich von allen unabhängig bin,habe ich mich selbst für alle zum Diener9,19 Diener: Mensch, der für einen Herrn arbeitet. Paulus bezeichnet sich immer wieder als Diener von Christus. gemacht.So will ich immer mehr Menschen für Christus gewinnen.20Für die Juden9,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. lebe ich wie ein Jude.So will ich die Juden gewinnen.Für die, die das Gesetz9,20 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgen,lebe ich wie jemand, der das Gesetz befolgt –auch wenn ich selbst dem Gesetz nicht unterworfen bin.So will ich die gewinnen, die das Gesetz befolgen.21Für die, die das Gesetz nicht kennen,lebe ich wie jemand, der das Gesetz nicht kennt –auch wenn ich selbst nicht ohne Gottes Gesetz lebe.Vielmehr lebe ich nach dem Gesetz von Christus9,21 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..So will ich die gewinnen, die das Gesetz nicht kennen.22Für die Schwachen bin ich selbst schwach geworden,damit ich die Schwachen gewinne.Für alle bin ich alles geworden,um auf jeden Fall einige zu retten.23Aber all das tue ich für die Gute Nachricht9,23 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..Denn ich will selbst Anteil an dem bekommen,worum es in ihr geht.

Verzicht üben, um den Sieg zu erringen

24Ihr wisst doch:Im Stadion laufen zwar alle Läufer um die Wette,aber nur einer gewinnt den Siegespreis9,24 Siegespreis: Der Siegeskranz, den der Sieger eines sportlichen Wettkampfes als Preis erhält..Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!25Alle Wettkämpfer üben in jeder Hinsicht Verzicht.Sie tun es,um einen vergänglichen Siegeskranz9,25 Siegeskranz: Ein meist aus grünen Zweigen geflochtener Kranz. Er wurde dem Sieger nach einer Schlacht oder einem sportlichen Wettkampf wie eine Krone aufgesetzt. zu gewinnen.Aber wir tun es für einen unvergänglichen Siegeskranz.26So führt mein Wettlauf nicht ins Ungewisseund meine Fausthiebe gehen nicht in die Luft.27Vielmehr treffen meine Schläge meinen eigenen Körperund unterwerfen ihn mir.Denn ich will nicht anderen etwas verkündenund selbst als Versager dastehen.