Himmelfahrt


Christi Himmelfahrt – Aufgefahren in den Himmel…
Christi Himmelfahrt erinnert daran, dass Jesus Christus nach seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist. Er „sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“ – so bekennt es das Glaubensbekenntnis. Für Christinnen und Christen ist die Himmelfahrt Jesu der Moment, in dem er zu Gott zurückkehrt und damit die Verbindung zwischen Himmel und Erde sichtbar macht. Der Feiertag Christi Himmelfahrt, der stets 40 Tage nach Ostern gefeiert wird, steht für Hoffnung, Glauben und die Zusage, dass Christus eines Tages wiederkommen wird, um das Reich Gottes zu vollenden. Wer die Bedeutung von Christi Himmelfahrt verstehen will, entdeckt darin nicht nur ein biblisches Ereignis, sondern auch eine Einladung, über den eigenen Glauben und die Nähe Gottes im Alltag nachzudenken.
Was feiern wir eigentlich an Christi Himmelfahrt?
Jesu Himmelfahrt wird in der Bibel mit einer beeindruckenden Szene geschildert: 40 Tage lang war Jesus nach der Auferstehung noch bei den Jüngerinnen und Jüngern. In dieser Zeit lehrte Jesus sie weiter im Glauben und sie feierten sogar noch gemeinsam Abendmahl. Bevor Jesus dann aber die Jünger und Jüngerinnen verlässt, kündigt er ihnen an, dass sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen werden. Dann „wird er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nimmt ihn auf, weg vor ihren Augen“ (Apostelgeschichte 1,9). Die Jünger und Jüngerinnen haben kaum Zeit zu verstehen, was gerade passiert ist, da kommen schon zwei weiß gekleidete Männer zu ihnen. Diese verkünden ihnen: Jesus wurde in den Himmel aufgenommen und von dort wird er wiederkommen! (Apostelgeschichte 1,11).
Die Himmelfahrt erklärt, warum Jesus fortan nicht mehr direkt bei den Jüngerinnen und Jüngern ist. Der Himmel gilt damals wie heute als Ort der Göttlichkeit. Auch die Offenbarung geschieht vom Himmel her: Etwa bei der Taufe Jesu, als die Stimme Gottes aus dem Himmel ertönt. Mit der Himmelfahrt ist Jesu Weg und sein Menschsein vollendet. Seine irdische Natur geht wieder in die göttliche Präsenz ein.
Christi Himmelfahrt wird immer 40 Tage nach Ostern gefeiert und erinnert an Jesu Abschied von den Jüngerinnen und Jüngern und sein Ankommen im Reich Gottes. Dennoch ist Christi Himmelfahrt ein fröhliches Fest, weil es ganz um die Verherrlichung Jesu Christi geht.
Verbindung zum Vatertag
In Deutschland fallen Christi Himmelfahrt und die Begehung des Vatertags stets auf denselben Tag. Das ist jedoch eher Zufall, da der Vatertag in verschiedenen Ländern an unterschiedlichen Tagen gefeiert wird. In Deutschland hat es Tradition, dass an diesem Tag gesellige, fröhliche Wanderungen in der Natur stattfinden. Dieses Brauchtum gab es auch schon im Mittelalter, wobei die genaue Herkunft ungeklärt ist. Ein möglicher religiöser Hintergrund der Wanderungen könnte eine mittelalterliche Tradition von Bittprozessionen um Segen und Schutz vor Naturkatastrophen sein.
Rufus Beck liest Texte zu Himmelfahrt
Besonders im Lukasevangelium und der Apostelgeschichte haben die Erzählungen der Himmelfahrt eine besondere Stellung. Die beiden biblischen Schriften gehören zusammen. Die Erzählung der Himmelfahrt fungiert dabei als Überleitung zwischen den beiden Schriften. Das Evangelium endet mit der Himmelfahrt; die Apostelgeschichte beginnt mit ihr. Man könnte also sagen: Christi Himmelfahrt markiert den Übergang zwischen der Zeit Jesu auf Erden und der Zeit der Kirche.
Wir wollen die biblische Botschaft von Christi Himmelfahrt zum Klingen bringen. In der Übersetzung der Lutherbibel sind die Texte eindrücklich und ein Meisterwerk sprachlicher Ausdruckskraft. Der Schauspieler Rufus Beck hat die Lutherbibel eingelesen und die biblischen Texte zu einem Hörerlebnis werden lassen.
Bibeltext gelesen von Rufus Beck aus: Die große Luther-Hörbibel 2017
Biblische Symbole an Christi Himmelfahrt
Entdecken Sie, welche tiefere Bedeutung die Wolke und die beiden weiß gekleideten Männer in der Erzählung von der Himmelfahrt Christi haben könnten. Außerdem erfahren Sie hier, welches bekannte Symbol ebenfalls für Christi Himmelfahrt stehen kann.
Wolke und Christusmonogramm


Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. (Apostelgeschichte 1,9, Lutherbibel 2017)
Wolke
„Hoch über den Dächern und Straßen, da stell ich mir ein Schlösschen vor. Ein Ort, an dem alles Schwere zu fliegen lernt und Friede herrscht. Ein Wolkenschloss.“ Dieser aus der Poesie bekannte Gedanke ist gar nicht so weit weg von den antiken Vorstellungen des Himmels. Der Himmel galt als erster Ort der Schöpfung und so auch als Ort, an dem Gott den göttlichen Thron aufgestellt hat. Ein Himmelreich war also nicht nur eine poetische Vorstellung, sondern gehörte fest zum Weltbild der Menschen. Nicht nur die Engel in der Weihnachtsgeschichte fahren nach der Verkündigung ihrer Botschaft wieder gen Himmel, sondern auch Jesus Christus an Himmelfahrt. Dabei wird Jesus „von einer Wolke aufgenommen“. Die Wolke verhüllt Jesus und macht ihn unverfügbar. Gleichzeitig offenbart sie aber auch seine Göttlichkeit.
Christusmonogramm
Die Zeichen X und P in der abgebildeten Form bergen ein Geheimnis: Sie stammen aus dem Griechischen und stehen für die Buchstaben Chi (X) und Rho (P). Sie bilden die ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes für Christus. Dieses Christusmonogramm wird auch Konstantinisches Kreuz genannt. In manchen Abbildungen wird das Symbol im Zusammenhang mit einer Wolke verwendet und steht dann für einen der Festtage im Kirchenjahr: Himmelfahrt. In der bedeutungsgebenden biblischen Begebenheit wird geschildert, wie Jesus nach dem Auferstehungsgeschehen letzte Worte an seine engsten Vertrauten richtet und schließlich vor ihren Augen auf einer Wolke in den Himmel emporgehoben wird. Ein Himmelfahrtskommando im gebräuchlichen Wortsinn ist dies aber nur bedingt.
Engel

Engel
Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. (Psalm 91,11-12, Lutherbibel 2017)
Haben Engel eine bestimmte Farbe? Wenn es um den bekannten Pannendienst geht, dann sind sie eindeutig gelb. Ein Anruf genügt und sie eilen zu Hilfe. Sie haben wahrlich ihren Spitznamen "gelbe Engel" verdient. Und auch Menschen ohne den Schutzbrief eines Automobilclubs sind häufig überzeugt davon, einen Schutzengel zu haben. Doch was sind Engel? Das Wort "Engel" kommt vom griechischen „angelos“, das, ebenso wie das entsprechende hebräische Wort „malak“, „Bote/Gesandter" bedeutet. In der Bibel sind sie Boten Gottes und vermitteln zwischen Gott und Mensch. Engel handeln im Auftrag Gottes und schützen Menschen in Gefahren. Sie personifizieren unseren Schutz. Und es ist die Botschaft der Bibel, dass Menschen sich in Gefahr unter Gottes Schutz wissen dürfen - und das sogar ganz ohne Anruf.