Advent und Weihnachten


Gemeinsam Advent und Weihnachten feiern
Weihnachten bringt Licht, Wärme und Hoffnung in unsere Welt. Familien kommen zusammen und geben die Liebe Gottes zu uns Menschen an ihre Nächsten weiter: So strahlt das Licht aus Bethlehem auch bis in unsere Wohnzimmer.
Hier finden Sie frische Impulse, was Advent und Weihnachten bedeuten und wie sie etwa in Russland oder Ghana gefeiert werden. Erleben Sie die biblische Weihnachtsgeschichte neu durch eine Inszenierung von Rufus Beck und lernen Sie biblische Symbole kennen, die uns in der Vorbereitung auf Weihnachten begegnen können.
Die Bedeutung von Advent und Weihnachten
Advent
Die Adventszeit hat für die meisten Menschen einen ganz besonderen Reiz. Es ist die Zeit der Besinnung, des Miteinanders und der Wertschätzung, denn Advent, das bedeutet Vorfreude!
Mit Kerzenlicht und Tannenzweigen, Nüssen und festlichem Gebäck stimmen wir uns auf das kommende Weihnachtsfest ein. Gleichzeitig beginnt mit dem 1. Advent aber auch ein neues Kirchenjahr.
Ursprünglich war der Advent eine Buß- und Fastenzeit, ähnlich der 40 Tage vor Ostern. Und so wie Johannes der Täufer die Menschen zur Umkehr aufgefordert hat, um sie auf das Kommen des Messias vorzubereiten, so sollen sich auch die Christen für Weihnachten bereitmachen. Heute geschieht dies statt mit Fasten, eher durch ein bewusstes Innehalten und Stillwerden.
Der Begriff Advent stammt ursprünglich vom lateinischen Wort »adventus« und bedeutet »Ankunft«. Die christliche Gemeinde bereitet sich in dieser Zeit auf das Kommen ihres Herrn Jesus Christus vor, in dem Gott Mensch geworden ist.
Weihnachten
An Weihnachten feiert die christliche Gemeinde die Geburt von Jesus Christus!
Den genauen Geburtstag Jesu kennen wir nicht, die Evangelien geben darüber keine Auskunft. Seit dem 3. Jahrhundert wurde das Erscheinen des Herrn auf Erden am Epiphaniastag gefeiert, dem 6. Januar. In den Ostkirchen feiert man Weihnachten bis heute an diesem Tag. Im Westen hat sich ein Jahrhundert später der 25. Dezember als Termin durchgesetzt. Die Kirche legte das Fest damit auf den Tag, an dem im Mittelmeerraum die Geburt des Sonnengottes Mithras begangen wurde, und machte so deutlich: Christus ist das wahre »Licht der Welt«.
Das Weihnachtsfest wurde im Westen so populär, dass es bald alle anderen Feste überstrahlte. Unzählige Lieder und vielfältige volkstümliche Bräuche ranken sich um Weihnachten. Im Jahr 1223 gestaltete Franz von Assisi in der Kirche von Greccio die erste Weihnachtskrippe mit einem lebendigen Ochsen und einem Esel.
Weihnachten ist also gar nicht das älteste, noch wichtigste Fest der Christenheit. Dieser Rang bleibt Ostern vorbehalten: Nicht die Geburt, sondern die Auferstehung Jesu Christi war für die ersten Christen das bedeutsamste Ereignis im Jahreslauf.
Advent und Weihnachten mit Kindern gestalten
Kindgerechte Beschreibungen zu Advent und Weihnachten, die Weihnachtsgeschichte aus der Einsteigerbibel zum Vorlesen für Kinder ab 8 Jahren, Bilder und Texte aus Kinderbibel “Die Weihnachtsgeschichte” für Kinder ab 6 Jahren und biblische Symbole speziell für Kinder erklärt, finden Sie auf unserer Seite “Advent und Weihnachten mit Kindern”.
Weihnachten in aller Welt

Alina aus Russland
Weihnachtsessen mit zwölf Gerichten
Wir sind orthodoxe Christen und feiern Weihnachten deshalb erst am 6. Januar. Sobald der erste Stern am Himmel leuchtet, beginnt das Festessen. Es muss mindestens zwölf Gerichte geben, für jeden Apostel eines. Am liebsten mag ich „Kutja“, das ist ein Getreidebrei mit Rosinen und Nüssen. Danach gehen wir in die Kirche. Der Gottesdienst dauert mehrere Stunden, aber das ist nicht schlimm, denn es wird viel gesungen und es gibt Lichterumzüge. Wenn ich die Lichter sehe, dann spüre ich: Jetzt ist Weihnachten!

Tano aus Ghana
Großer Festumzug
Weihnachten beginnt bei uns am 1. Dezember, direkt nach der Kakao-Ernte. Das ist gut, denn so können sich alle ausruhen. Alle Familien dekorieren ihre Häuser und Wohnviertel mit Lampen, Kerzen und glitzerndem Schmuck. Auf dem Marktplatz wird ein Mango- oder Cashewbaum aufgestellt und mit Girlanden und Lichtern behängt. Am 25. Dezember feiern wir dann richtig, mit einem großen Essen mit der ganzen Familie. Anschließend gehen wir mit allen Nachbarn in die Kirche und ziehen dann in einem farbenfrohen Festumzug durch die ganze Stadt.
Bildnachweise: ©Russische Bibelgesellschaft | Junge am Stand ©istock | ©Kim Carter, Amerikanische Bibelgesellschaft | ©Bibelgesellschaft in Bolivien
Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft
Die Weihnachtsgeschichte lesen und hören
Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel
Die bekanntesten Texte zu Jesu Geburt befinden sich am Anfang der beiden Evangelien Lukas und Matthäus. Im Lukasevangelium wird erzählt, wie Maria und Josef sich auf den Weg machen und keinen anderen Ort finden als eine Krippe, in die sie das kleine Jesuskindlein legen können. Von Engeln dorthin geführt, besuchen schon kurz darauf Hirten das neugeborene Kind im Stall. Auch das Matthäusevangelium erzählt von Besuchern im Stall: Sterndeuter kommen aus dem Osten und schenken dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Weihnachten mit Rufus Beck
Die Texte der Weihnachtsgeschichte sind eindrücklich und in der Übersetzung der Lutherbibel ein Meisterwerk sprachlicher Ausdruckskraft. Der Schauspieler Rufus Beck hat die Lutherbibel eingelesen und die biblischen Texte zu einem Hörerlebnis werden lassen. Tauchen Sie ein in die stimmgewaltige Bibellesung der weihnachtlichen Texte in der Übersetzung der Lutherbibel 2017.
Hierbei rezitiert, flüstert, ruft Rufus Beck die Worte der Bibel dem Zuhörer entgegen und interpretiert damit den original Luther-Sound. Ein einmaliges Hörereignis!
Die Bibeltexte gelesen von Rufus Beck finden Sie in: Die große Luther-Hörbibel 2017, © 2019 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (MP3).
Biblische Symbole rund um Weihnachten
Christliche Symbole und Motive begegnen uns auf Schritt und Tritt mitten in unserem Alltag, aber ganz besonders in der Advents- und Weihnachtszeit. Entdecken Sie die biblische Grundlage für vier bekannte Symbole im Advent: den Adventskranz, den Christstollen, Lametta und die Weihnachtsnuss.
Adventskranz

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
(Jesaja 9,1, Lutherbibel 2017)
Erst eins, dann zwei … fast jedes Kind weiß, wie dieser Vers weitergeht und wer schließlich vor der Tür steht. Es sei denn, man verpennt das Ereignis. Vor mehr als 175 Jahren wäre der Vers unzutreffend gewesen. Als der Theologe und Sozialpädagoge Johannes Heinrich Wichern im Jahr 1839 in seiner Einrichtung für arme Kinder und Jugendliche den ersten Adventskranz aufstellte, hatte dieser 23 Kerzen. Für jeden Wochentag bis Weihnachten eine kleine, für jeden Adventssonntag eine große Kerze. An der Bedeutung des Adventskranzes hat sich aber seitdem nichts geändert: Er macht die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest überschaubar und zeigt durch das zunehmende Licht der Kerzen, dass Gottes Licht des Friedens und der Hoffnung durch das Christuskind in die Welt kommt.
Christstollen

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
(Lukas 2,7, Lutherbibel 2017)
2,8 Millionen Rosinen passten in den Christstollen, der zum Dresdner Jubiläumsstollenfest 2013 gebacken wurde. Was von Stollenliebhabern kontrovers diskutiert wird, nämlich ob ein Stollen Rosinen enthalten sollte oder nicht, ist für das Traditionsgebäck Voraussetzung: kein Stollen ohne Rosinen! Mit seiner typischen Form gehört der Stollen zu den sogenannten Gebildebroten. So werden Gebäcke bezeichnet, die symbolisch bestimmte Formen oder Figuren darstellen. Mit Puderzucker umhüllt, erinnert der Christstollen an das in Windeln gewickelte Christuskind. Dass knapp 1500 Jahre später dieses Kind in der Krippe formgebend für das beliebteste Weihnachtsgebäck der Deutschen werden würde, hätten die ersten Besucher im Stall von Bethlehem wohl nicht für möglich gehalten.
Lametta

Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
(Lukas 2,9, Lutherbibel 2017)
Man muss der Figur ‚Opa Hoppenstedt’ aus Loriots Kult-Sketch zustimmen: Früher war mehr Lametta! Goldene und silberne Lametta-Fäden waren ein Muss am Weihnachtsbaum und sorgten wie kaum ein anderer Baumschmuck für Weihnachtsstimmung. Die goldene, gekräuselte Variante des Lamettas wird als „Engelshaar“ bezeichnet und erinnert an den Engel, der den Hirten auf den Feldern nahe Bethlehem die gute Nachricht von der Geburt Jesu überbrachte. Ob die Leuchtwirkung des Engels von seiner strahlenden Haarpracht ausging, ist fraglich. Die abnehmende Beliebtheit von Lametta am Weihnachtsbaum der Deutschen hat wohl einerseits mit der fehlenden Nachhaltigkeit und andererseits mit der Mode zu tun. Und die kann sich bekanntlich ändern - wieder mehr Lametta würde Opa Hoppenstedt sicherlich freuen.
Nuss

Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
(Lukas 2,16, Lutherbibel 2017)
Egal ob Hasel-, Para- oder Erdnüsse auf den Weihnachtstellern liegen oder ob vergoldete Walnüsse am Weihnachtsbaum hängen: Die einfache symbolische Übertragung setzt die Nuss mit der Krippe im Stall von Bethlehem gleich. Die harte Schale der Nuss entspricht dem harten Holz der Krippe; der süße Nusskern dem „kostbaren“ Christuskind in seiner ersten Wiege.
Die Bedeutungszuweisung zur Walnuss geht sogar noch darüber hinaus und verknüpft das weihnachtliche Symbol Nuss mit dem Ostergeschehen: Die bittere, grüne Hülle um die Walnuss symbolisiert das Leiden Christi; die harte Schale steht für das Holz des Kreuzes und der süße Kern verdeutlicht den Leib Christi, der im Abendmahl bedeutsam wird.
Eine symbolische Bedeutung, die es erst einmal zu knacken gilt.