Philipper 2
Der Weg, den Christus ging, als Maßstab für das Leben der Christen
Bewährung der Gemeinde auf dem Weg zur Vollendung
Timotheus und Epaphroditus
Sachwissen
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Opfer, Opfergaben
Das Opfer ist eine bei allen Völkern des Altertums verbreitete, besonders wichtige und feierliche Form des Gottesdienstes, mit dem Sinn, der Gottheit Verehrung darzubringen, ihre Gunst zu gewinnen oder ihre Strafe abzuwenden. Es gibt blutige und unblutige Opfer. Zu den unblutigen zählen Früchte, Getreide, Brot, Wein, Öl, Weihrauch, für die blutigen sind geeignet Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen, Tauben.
4.06. Der Philipperbrief (Phil)
Der Phil wird von vielen Exegeten für eine Zusammenstellung von mehreren (meist zwei) ursprünglich selbständigen Paulusbriefen gehalten. Probleme für die Annahme der literarischen Einheitlichkeit des Briefes bereitet insbesondere der Abschnitt 3,2-4,1. Paulus setzt in 3,1 zur Schlussparänese an. Es folgt dann aber eine scharfe Auseinandersetzung mit Gegnern, deren Einflussnahme auf die Gemeinde Paulus fürchtet. Die übrigen Briefabschnitte lassen von einer solchen Situation nichts erkennen. In 1,15-18 redet Paulus zwar auch von Leuten, die Christus „aus Neid und Streitsucht“ predigen, verzichtet aber auf jedwede Polemik (vgl. 1,18). Das könnte dafür sprechen, in 3,2-4,1 das Fragment eines späteren Paulusbriefes zu sehen, der in den Phil eingefügt worden ist. Allerdings hat Paulus in 1,15-18 die Situation am Abfassungsort im Blick, während er in 3,2-4,1 die Philipper warnt.
Geist Gottes, Heiliger Geist
Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Philipper 2,5-11 | Palmsonntag | 24.03.2024
Lange Zeit stand der Phil in der Paulusforschung eher am Rande des Corpus Paulinum, obwohl der Brief mit Phil 2,5/6-11 einen zentralen christologischen Text enthält. In Folge der einschlägigen Kommentierung durch Ernst Lohmeyer (1928), der im Phil ein einzigartiges Zeugnis paulinischer (Martyriums-)Theologie erkannte, hat der Brief in den letzten 100 Jahren eine besondere Aufmerksamkeit erfahren, die sich auch auf die möglichen Umstände der Abfassung des Briefes richtet: Paulus schreibt unter den Bedingungen einer Gefängnishaft. Umstritten bleibt die Frage, ob Paulus den Brief kurz vor seinem Martyrium in Rom, also Anfang der 60er Jahre, oder zuvor aus einer Haft in Ephesus, also Mitte der 50er Jahre, verfasst hat. Die Frage nach Zeitpunkt und Ort der Abfassung, dem Lebensalter des Apostels und den Bedingungen, unter denen Paulus den Phil als Gefangener schrieb, sind für die Textauslegung und die Einordnung in das Lebenswerk des Apostels (Missionsgeschichte, Gemeindeleitung, Briefe und Theologie) nicht unerheblich. Die folgende Auslegung geht von einer Entstehung des Briefes in römischer Haft – d.h. vermutlich in den letzten Lebensmonaten des Paulus – aus (anders z.B. A. Standhartinger, 31ff., oder L. Bormann) in zeitlicher Nähe zum Phlm.
Timotheus
Der vertrauteste aller Mitarbeiter des Apostels Paulus (Phil 2,19-22) stammte aus einer – nach jüdischer Anschauung unerlaubten – jüdisch-heidnischen Mischehe (Apg 16,1). Wegen der jüdischen Mutter galt der Sohn dennoch als Jude und musste → beschnitten werden. Paulus tut es (Apg 16,3) entsprechend den Grundsätzen von 1 Kor 9,20 und Gal 6,15. Im Fall von Timotheus liegen die Dinge anders als im Fall des gebürtigen Nichtjuden Titus, dessen Beschneidung für Paulus – gerade im Blick auf entsprechende Forderungen bestimmter judenchristlicher Kreise – nicht infrage kam (Gal 2,3).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
rühmen, Ruhm
Es ist natürlich, dass ein Mensch sich seiner Vorzüge und Leistungen »rühmt«. Vor Gottes Urteil wird solcher Ruhm relativiert oder zunichte, sofern nicht anerkannt wird, dass alles, was Menschen von sich rühmen, Geschenk der Gnade ist (1 Kor 4,7; Röm 3,27-28). Deshalb ist das rechte Rühmen ein solches, das die Taten Gottes rühmt (1 Kor 1,31 nach Jer 9,22-23; Gal 6,14). Weil Paulus von einer Tat Gottes weiß – und von einer in ihr begründeten Hoffnung –, die alles, was Menschen leisten und erreichen können, verblassen lässt, »rühmt« er sich paradoxerweise seiner Leiden und Schwächen, weil die Kraft Gottes über sie, ja gerade in ihnen triumphiert (Röm 5,3-5; 2 Kor 12,9-10). Er kann aber auch voller Stolz auf sein Missionswerk blicken und in den Gemeinden, die er Christus als ein heiliges Volk zuführt, seinen »Ruhm« vor dem Richterstuhl Gottes sehen (Phil 2,16; 1 Thess 2,19) – einen Ruhm, den er letztlich nicht sich selbst zuschreibt, sondern der Gnade Gottes, die durch ihn gewirkt hat (Röm 15,17-19; 2 Kor 10,13-18).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gute Nachricht
Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen.
Ehre, ehren
Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.
Mächte
Nach jüdischer Auffassung sind den verschiedenen Bereichen der Schöpfung → Engel als göttliche Beauftrage und Sachwalter zugeordnet. Solche Engel können sich gegen Gott stellen, ihren Auftrag verraten und nur noch darauf aus sein, in dem ihnen anvertrauten Bereich eine Gegen-Herrschaft gegen Gott aufzurichten. Ihr Bestreben ist es dann, die Menschen von Gott fernzuhalten und unter der eigenen angemaßten Herrschaft, im eigenen usurpierten Machtbereich festzuhalten. Nach verbreiteter Anschauung haben diese gottfeindlichen Engelmächte in den unteren Himmelsschichten (→ Himmel) und dem Luftraum zwischen Himmel und Erde ihren Ort; von dorther üben sie ihre Herrschaft aus (Eph 6,12). Doch ist ihre Herrschaft im tiefsten schon überwunden, seit der auferstandene Christus bei seiner → Erhöhung alle diese Räume sieghaft durchschritten und hoch über ihnen den Platz an der rechten Seite Gottes eingenommen hat (Eph 1,20-22; 4,8-10; Phil 2,9-11; Kol 2,15; 1 Petr 3,22).
Herr
(Jesus Christus) Unter den Würdetiteln, die zum Ausdruck bringen, was Jesus für das Heil der Menschen bedeutet (→ Christus, → Menschensohn), nimmt der Titel »Herr« eine herausragende Stellung ein. Er kann ganz allgemein als Anrede an Höhergestellte gebraucht werden; in der »heidnischen« Umwelt des Neuen Testaments wurden die verschiedensten Götter mit diesem Titel bedacht (vgl. 1 Kor 8,5). Ihnen gegenüber ist Jesus in einzigartiger Weise »der Herr« (1 Kor 8,6). Für die inhaltliche Füllung dieses Titels ist jedoch entscheidend, dass das Wort »Herr« in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments an die Stelle des Gottesnamens Jahwe getreten ist (→ Herr). Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aussagen des Alten Testaments über Gott direkt auf Jesus zu beziehen (z.B. Joël 3,5 in Apg 2,21 und in Röm 10,9-13 oder Jes 45,23-24 in Phil 2,10-11) und so – ohne Jesus mit Gott gleichzusetzen – seine entscheidende Heilsbedeutung zum Ausdruck zu bringen.
erhöhen, Erhöhung
Die Auferstehung und die Erhöhung von Jesus in die himmlische Herrlichkeit werden an vielen Stellen des Neuen Testaments als ein einheitlicher Vorgang gesehen (z.B. Röm 8,34; Eph 1,20f.; 1 Petr 1,21); nur Lukas berichtet von einer gesonderten »Himmelfahrt« am Ende des Ostertages (Lk 24,50-53) bzw. vierzig Tage nach Ostern (Apg 1,9). »Erhöhung« bedeutet die Einsetzung in die messianische Würde (→ Christus) als himmlische Machtstellung; der nach bildhafter Vorstellung auf den Platz an der rechten Seite Gottes »Erhöhte« ist der → Herr über alle irdischen und himmlischen Mächte (Phil 2,9-11) und der Weltrichter, an dem sich das ewige Schicksal der Menschen entscheidet (Mt 28,18; Phil 2,9; → Menschensohn); für die Glaubenden ist er der himmlische Fürsprecher, der ihnen Gottes Liebe verbürgt (Röm 8,34.38f.).
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Timotheus
Begleiter des Paulus auf der zweiten und dritten Missionsreise.
Bruder, Schwester
Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.
Kreuzigung
Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet.
Ehrfurcht
Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt.
Knecht Gottes
Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.
Christus
Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.
Trankopfer
Als Trankopfer wurde roter Wein am Altar ausgegossen, stets in Verbindung mit anderen → Opfern.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gute Nachricht
(Evangelium, griechisch euangelion) Das Wort hat innerhalb der Bibel seine Vorgeschichte in der Heilsverkündigung im zweiten Teil des Jesaja-Buches (Jes 52,7-10; 40,9-11). Im Neuen Testament wird es zuerst und vor allem auf die Botschaft von der Auferweckung und Erhöhung des gekreuzigten Jesus angewandt (1 Kor 15,1-5; Röm 1,1-4) bzw. auf die Botschaft von dem dadurch erschlossenen Heil (Röm 1,16-17; 1 Thess 1,10; Apg 5,42; 17,18; 20,24). In Jesus Christus, vornehmlich in seinem Tod und in seiner Auferweckung, hat Gott seine endzeitliche → Königsherrschaft aufgerichtet (vgl. Jes 52,7) und lässt dies in der »Guten Nachricht« verkünden.