Exodus 23
Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit
Anweisungen für Sabbatruhe und Feiertage
Heilszusage und Warnung
Sachwissen
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2.2. Das 2. Buch Mose/Exodus (Ex)
Der Name des Buches Exodus, „Auszug“, gibt nur eines der Themen an, die in diesem Buch von Bedeutung sind. Auf die durch Gottes Einwirken erfolgreiche Flucht aus Ägypten (1-15) folgt die Wanderung zum Sinai (16-18). Danach beginnt ein Abschnitt, der bis in das Buch Numeri (Kap. 10) reicht, die sogenannte Sinaiperikope. In diesen Texten wechseln sich erzählende Partien und eingefügte Gesetzeskorpora ab. Dabei ist theologisch bedeutsam, dass Gottes erstes Wort, seine erste Tat an Israel als Volk, nicht die Forderung des Gesetzes, sondern die Rettung ist. Auch hier, wie schon in der Urgeschichte Gen 2-4, ist die Möglichkeit des Abfalls von Gott in der Erzählstruktur vorgesehen. Dafür steht die Erzählung vom Goldenen Kalb (Kap. 32), die aber durch den Bericht über die Vergebung Gottes (Kap. 34) ergänzt wird.
Sabbat
In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.
Opfer
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.
Sünde, Schuld
Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.
Bergpredigt
Die Bergpredigt ist uns in zweifacher Gestalt überliefert: bei Matthäus (Mt 5–7) und bei Lukas (Lk 6,20-49). Nach Mt 5,1 fand sie auf dem → Berg statt, nach Lk 6,17 am Fuß des Berges (daher auch »Feldrede« genannt).
Brote, Fest der Ungesäuerten
Festwoche im Anschluss an das → Passafest, während der Brot nur ungesäuert gegessen werden darf (Mazzenfest von hebräisch Mazzot; → Brot, ungesäuertes). Das Korn der neuen Ernte soll nicht mit dem alten → Sauerteig in Berührung kommen, der deshalb vorher beseitigt werden muss (darauf spielt Paulus in 1 Kor 5,6-8 an).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Amoriter
»Amoriterland« (Amurru) ist die frühbabylonische Bezeichnung für Palästina und Syrien. In der Bibel Bezeichnung für die vorisraelitische Bevölkerung Gesamtpalästinas, aber auch für einen Einzelstamm in Mittelpalästina (neben anderen kleinen Volksgruppen wie u.a. den Girgaschitern, Hiwitern, Perisitern und den in Jerusalem ansässigen Jebusitern; vgl. Dtn 7,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Het, Hetiter
Von ihrem Stammland im Inneren Kleinasiens aus gründete das indogermanische Volk der Hetiter im 2. Jahrtausend v.Chr. ein bedeutendes Reich, das sich zeitweilig bis nach Damaskus und →Babylon erstreckte. Als es um 1200 v.Chr. zerbrach, bildeten sich aus seinen Resten in Nordsyrien neue Königreiche. Deren Bewohner und mit ihnen auch die Bewohner Palästinas wurden in der assyrischen Geschichtsschreibung »Hetiter« genannt. Daher erklärt sich wohl das Vorkommen der Bezeichnung für einen Teil der vorisraelitischen Bevölkerung des Landes → Kanaan. In diesem Sinn erscheint in der Völkertafel in Gen 10,15 Het, der Stammvater der Hetiter, als Sohn → Kanaans.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Kanaaniter
Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.
Sauerteig
Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker.
Abib
(»Ährenmonat«) Althebräischer Monat, später → Nisan; etwa Mitte März bis Mitte April.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Eufrat
Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Sinai
Der Berg, an dem Gott sich seinem Volk Israel geoffenbart und seinen → Bund mit ihm geschlossen hat (Ex 19–24; anderer Name Horeb). Seine genaue Lage ist aus der Bibel nicht zu entnehmen.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Fremder
Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt.
Sklave, Sklavin
Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen. In Israel wurde unterschieden zwischen volksfremden Sklaven und solchen aus dem eigenen Volk. Ein Israelit konnte zum Sklaven eines anderen werden, wenn er stark verschuldet war oder sich ihm in einer Notlage freiwillig verkaufte; auch Eltern verkauften ihre Kinder in solchen Fällen. Ein israelitischer Sklave durfte jedoch nicht für entwürdigende Dienste gebraucht werden; er musste wie ein → Lohnarbeiter behandelt und im → Sabbatjahr freigelassen werden. Für als Sklaven verkaufte Mädchen erlässt das Gesetz besondere Schutzbestimmungen (Ex 21,7-11).
Weinberg
Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.
Fremder
Mit »Fremder/Fremde« (zu unterscheiden von den → Fremdarbeitern) wird in dieser Übersetzung das hebräische ger wiedergegeben, das im Alten Testament Menschen bezeichnet, die als Volksfremde dauerhaft im Gebiet eines der Stämme Israels Aufnahme fanden. Sie hatten als »Schutzbürger« bestimmte Rechte, waren jedoch den israelitischen Vollbürgern nicht gleichgestellt, konnten z.B. nicht an der Rats- und Gerichtsversammlung im Tor teilnehmen.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Laubhüttenfest
Wichtigstes, abschließendes Erntefest, eines der drei israelitischen Hauptfeste. Es wurde mit einer Wallfahrt nach Jerusalem im Herbst (Anfang Oktober) gefeiert und dauerte etwa eine Woche (Ex 23,16; Num 29,12-38; Dtn 16,13-15). Neben dem Wohnen in »Laubhütten« (Lev 23,42-43; Neh 8,14.17) bestand der Brauch, dass von Priestern täglich Wasser aus dem Teich → Schiloach geschöpft und zum Morgenbrandopfer auf den → Altar gegossen wurde (vgl. Joh 7,37-38). Jede Nacht wurde der Tempel festlich beleuchtet, wobei im Frauenvorhof vier große Leuchter aufgestellt wurden, die die Umfassungsmauern des Tempels überragten und so ihr Licht über ganz Jerusalem breiteten (vgl. Joh 8,12 im Zusammenhang mit 7,37).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Laubhüttenfest
Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen.
Pfingstfest
Im alten Israel das mittlere der drei großen Jahres- und Wallfahrtsfeste, das dem Abschluss der Weizenernte folgte (»Erntefest«; Ex 23,16). Weil es sieben Wochen nach dem → Passafest gefeiert wurde, erhielt es nach dem griechischen Wort für fünfzig den Namen Pfingsten (pentekoste = 50. Tag). Wurde am Passafest der Auszug aus Ägypten gefeiert, so gedachte das Judentum seit dem 1. Jh. n.Chr. am Pfingstfest besonders der Gabe des → Gesetzes am → Sinai. Der Bericht von Ex 19,16-19 wurde im Lauf der Zeit in dem Sinne ausgeschmückt, dass Gott in einer Sprache wie aus Feuer dem Volk die Gebote mitgeteilt habe. Auch sollen die Gebote damals in allen siebzig Sprachen der Welt ergangen sein. Vor diesem Hintergrund verkünden die Ereignisse des ersten christlichen Pfingstfestes (Apg 2,1-13) die endzeitliche Vollendung dessen, was einst am Sinai geschah: Jetzt wird, wie von den Propheten angekündigt, Gottes Volk von Gottes → Geist ergriffen und in der Kraft dieses Geistes neu geschaffen (Joël 3,1-5; Ez 36,26-27).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Erstling, Erstlingsgabe
Erster Teil der Ernte (→ Früchte, erste) oder → Erstgeburt beim Vieh, die Gott als Gabe oder → Opfer dargebracht wurden (Ex 23,19; 13,11-12) zum Zeichen dafür, dass ihm die gesamte Ernte bzw. der ganze Nachwuchs der Tiere gehört. Im übertragenen Sinn werden die Erstbekehrten christlicher Gemeinden (Röm 16,5; 1 Kor 16,15 wörtlich) so bezeichnet, auch die Christen insgesamt als »Erstlinge« der Völker (Offb 14,4 wörtlich) und als »Erstlinge« von Gottes neuer Schöpfung (Jak 1,18 wörtlich; 2 Thess 2,13 [Anmerkung]). Wenn Christus »Erstling der Toten« genannt wird (1 Kor 15,20.23 wörtlich), wird damit die Gewissheit zum Ausdruck gebracht, dass alle Verstorbenen, die im → Glauben mit Christus verbunden waren, so wie er Gott gehören und zum neuen Leben auferweckt werden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Früchte, erste (erstgeerntete)
Als Dank an Gott, den Geber der Ernte, und als Zeichen dafür, dass ihm eigentlich die ganze Ernte gehört, wurden die zuerst geernteten Früchte (z.B. die erste Garbe eines Feldes) ans Heiligtum abgeliefert (→ Erstgeburt).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Bundesgesetz
Der → Bund zwischen Gott und seinem Volk fordert vom menschlichen Bundespartner die Einhaltung von Verpflichtungen, die im Bundesgesetz niedergelegt sind. Die Mose-Bücher enthalten eine Fülle von Gesetzesbestimmungen, die in diesem Zusammenhang zu sehen sind (→ Gesetz). In Ex 24,7 wird ein Buch erwähnt, in dem Mose das Bundesgesetz aufgeschrieben hat. Dieses sogenannte Bundesbuch ist in Ex 20,22–23,33 überliefert; es umfasst eine Sammlung von Rechtssätzen sowie Bestimmungen zum Schutz der Schwachen. Als geschlossenes Bundesgesetz stellt sich uns das 5. Mose-Buch (Deuteronomium) dar, das unter König Joschija zu einer Erneuerung des Bundes führte (2 Kön 22–23). Speziell sind als »Bundesgesetz« zu betrachten die → Zehn Gebote, die auf Tafeln geschrieben in die → Bundeslade gelegt wurden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Steinmal
Ein aufrecht hingestellter heiliger Stein: (a) als Denkstein für einen Vertragsschluss und Grenzstein (Gen 31,45); (b) als Grabstein (Gen 35,20); (c) als Gedenkstein an heiliger Stätte (Gen 28,18); (d) anstelle eines Götterbildes oder in Verbindung mit Götterbildern, darum in Israel streng verboten (Ex 34,13; Lev 26,1; Dtn 7,5; 12,3) und trotzdem immer wieder errichtet (1 Kön 14,23; 2 Kön 3,2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Götter
Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott.