Matthäus 2
Jesus – von den Völkern erwartet und als König begrüßt
Jesus – wie einst das Volk Israel Flüchtling in Ägypten
Jesus – wie Mose dem Kindermord entkommen
Jesus – der Nazoräer
Sachwissen
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2.2. Das Matthäusevangelium (Mt)
Die älteste uns erreichbare Verfassertradition, die auf Papias von Hierapolis (ca. 125) zurückgeht, nennt den Jünger Matthäus als den Autor des ersten Evangeliums. Er soll es in hebräischer Sprache abgefasst haben. Der Text des Evangeliums bietet allerdings keine Hinweise darauf, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Es ist auch kaum wahrscheinlich, dass ein Augenzeuge (Matthäus) auf ein anderes Evangelium (Mk) als Quelle zurückgegriffen hätte. Die Verfassertradition dürfte auf 9,9 zurückgehen, denn dort wird der Name des in Mk 2,14 Levi genannten Zöllners mit Matthäus angegeben. Diese Namensänderung wurde offenbar als biographischer Hinweis des Verfassers verstanden, entspricht aber einer auch sonst im Mt zu beobachtenden Tendenz, unbekannte Personen mit bekannten zu identifizieren (vgl. 27,56 mit Mk 15,40). Wir müssen also davon ausgehen, dass der Verfasser des Evangeliums ein uns namentlich nicht bekannter Christ war, der erst später mit dem Jünger Matthäus identifiziert worden ist.
Jesus
Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.
Sterndeuter
Das so übersetzte griechische Wort (magoi = unser »Magier«) bezeichnete zunächst die Mitglieder einer persischen Priesterkaste (vgl. Dan 1,20), die sich mit Sternkunde und Astrologie befassten, sodann allgemein babylonische und sonstige Astrologen.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Judäa
Griechische Form von → Juda (4). Auch unter griechischer Herrschaft (→ Seleukiden) Name der Provinz bzw. Unterprovinz, wurde Judäa unter den → Makkabäern zur Bezeichnung für das ganze jetzt unter jüdischem Einfluss stehende Gebiet (ab 104 v.Chr. Königreich), ebenso ab 37 v.Chr für das Königreich von → Herodes d.G.; beide Königreiche erreichten annähernd den Umfang von Davids Großreich. Nach dem Tod von Herodes 4 v.Chr. wurde sein Reich aufgeteilt. Zu den politischen Verhältnissen in römischer Zeit → Statthalter.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Herodes der Große
König über Judäa, Samarien, Galiläa und die angrenzenden Gebiete (37–4 v. Chr.).
Matthäus 2,1-12 | Epiphanias | 06.01.2025
Das MtEv gehört seit seiner Entstehung zu den wichtigsten Büchern des Neuen Testaments und hat die Geschichte der weltweiten Christenheit geprägt wie kein anderes Buch. Entsprechend anhaltend ist das Interesse daran auch in der wissenschaftlichen Forschung. Allerdings hat die Durchsetzung der Mk-Prioriät im 19. Jh. das MtEv als ältestes und apostolisches Evangelium in der historisch-kritischen Forschung zurückgestuft zu einer Parteischrift judenchristlicher Gemeinden, die gegenüber anderen frühchristlichen Milieus das Festhalten an einem wörtlichen Verständnis der Tora des Mose vertraten. Damit verbunden ist die Frage, ob sich die sog. „Gemeinde des Matthäus“ noch als Teil der jüdischen Glaubens- und Volksgemeinschaft verstand (bzw. von dieser noch als Teil derselben akzeptiert wurde) oder ob das Evangelium von einer eigenständigen Entwicklung der sich auf Jesus als Messias beziehenden Gemeinschaften ausgeht, wissend, dass dies mit einem Abweichen vom Weg der Mehrheit in Israel einhergeht. In diesem Fall wird das Evangelium als Versuch einer eigenen Orts- und Zeitbestimmung in Gottes Geschichte mit seinem Volk und den Völkern der Welt verstanden. Eine zentrale Rolle in der Entscheidung dieser Frage hat das jeweils vorausgesetzte Verhältnis des Evangelisten zur Tora. Gegen das in der gegenwärtigen Forschung vielfach vertretene Verständnis eines von Mt intendierten wörtlichen Praktizierens aller Toragebote spricht, dass die kirchliche Praxis sein Evangelium nie in dieser Weise verstanden oder praktiziert hat. Die Interpretation pro Tora würde also bedeuten, dass Mt in der Kirche von Anfang an gegen seine eigene Intention gelesen und gepredigt wurde. Die Folge ist eine weitere Aushöhlung des protestantischen sola scriptura.
führende Priester
Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.
Schriftgelehrte
Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.
Sterndeuter
Gelehrte Männer, die nach dem Stand der Sterne die Gegenwart deuteten und zukünftige Ereignisse vorhersagten.
Matthäus 2,13-18(19-23) | 1. Sonntag nach dem Christfest | 29.12.2024
Das MtEv gehört seit seiner Entstehung zu den wichtigsten Büchern des Neuen Testaments und hat die Geschichte der weltweiten Christenheit geprägt wie kein anderes Buch. Entsprechend anhaltend ist das Interesse daran auch in der wissenschaftlichen Forschung. Allerdings hat die Durchsetzung der Mk-Prioriät im 19. Jh. das MtEv als ältestes und apostolisches Evangelium in der historisch-kritischen Forschung zurückgestuft zu einer Parteischrift judenchristlicher Gemeinden, die gegenüber anderen frühchristlichen Milieus das Festhalten an einem wörtlichen Verständnis der Tora des Mose vertraten. Damit verbunden ist die Frage, ob sich die sog. „Gemeinde des Matthäus“ noch als Teil der jüdischen Glaubens- und Volksgemeinschaft verstand (bzw. von dieser noch als Teil derselben akzeptiert wurde) oder ob das Evangelium von einer eigenständigen Entwicklung der sich auf Jesus als Messias beziehenden Gemeinschaften ausgeht, wissend, dass dies mit einem Abweichen vom Weg der Mehrheit in Israel einhergeht. In diesem Fall wird das Evangelium als Versuch einer eigenen Orts- und Zeitbestimmung in Gottes Geschichte mit seinem Volk und den Völkern der Welt verstanden. Eine zentrale Rolle in der Entscheidung dieser Frage hat das jeweils vorausgesetzte Verhältnis des Evangelisten zur Tora. Gegen das in der gegenwärtigen Forschung vielfach vertretene Verständnis eines von Mt intendierten wörtlichen Praktizierens aller Toragebote spricht, dass die kirchliche Praxis sein Evangelium nie in dieser Weise verstanden oder praktiziert hat. Die Interpretation pro Tora würde also bedeuten, dass Mt in der Kirche von Anfang an gegen seine eigene Intention gelesen und gepredigt wurde. Die Folge ist eine weitere Aushöhlung des protestantischen sola scriptura.
Herodes Archelaus
Herrschte über Judäa, Samarien und Idumäa (4 v. Chr.–6 n. Chr.) und wurde wegen seiner Grausamkeit vom römischen Kaiser abgesetzt.
Nazaret
Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf.
Priester, führende
Die führende Gruppe des jüdischen → Rates, die zugleich dessen Exekutivkomitee bildete, bestehend aus Mitgliedern der vornehmsten priesterlichen Familien (→ Sadduzäer), aus denen auch der → Oberste Priester gewählt wurde. Diese Gruppe stellte außerdem den Befehlshaber der → Tempelwache, der zugleich Stellvertreter des amtierenden Obersten Priesters war (Apg 4,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Sohn Gottes
(→ Söhne) Im Alten Testament konnte ganz Israel, im Frühjudentum auch der einzelne exemplarisch → Gerechte in Israel »Sohn Gottes« genannt werden (Ex 4,22-23; Hos 11,1; Weish 2,17-20). Das Neue Testament sieht in beidem einen prophetischen Hinweis auf Jesus Christus, in dem dieser Titel seine wahre Erfüllung finden sollte (vgl. Mt 2,15; 27,43).
Galiläa
Das Gebiet zwischen dem See → Gennesaret und der Küstenebene, ursprünglich Siedlungsgebiet der Stämme Ascher, Sebulon und Naftali. Es wurde 733 v.Chr. Provinz des → Assyrerreichs und stand von da an unter der Oberherrschaft der verschiedenen Nachfolgereiche. Seit 104 v.Chr. wieder unter jüdischer Herrschaft; Einwanderer aus → Judäa stärkten das jüdische Element, neben dem es jedoch geschlossene heidnische Bevölkerungsgruppen gab. Zur Zeit von Jesus ist Galiläa Basis militanter nationalistischer jüdischer Gruppen (Apg 5,37; → Zeloten).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gesetzeslehrer
(in anderen Übersetzungen »Schriftgelehrte«) Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des → Gesetzes war. Da die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie traten erst in der Zeit nach dem babylonischen → Exil auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esra 7,6.10.25; → Lehrer [1]); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäer-Büchern (1 Makk 7,12; 2 Makk 6,18).
Hirte
Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott.
Ägypten (NT)
Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste.
Christus
Das Wort bedeutet »der Gesalbte« (von griechisch christos, hebräisch maschiach) und bezeichnet ursprünglich den durch → Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels (1 Sam 12,3; 16,6; 24,7 usw). Als der vorbildliche König in jeder Hinsicht galt → David. Ihm sind durch Prophetenmund große Zusagen gemacht worden: Seine Dynastie soll für immer Bestand haben; seine Nachkommen, die Könige von Juda, sollen den Status von »Söhnen Gottes« haben (2 Sam 7,11b-16). In der Herrschaft dieser »Gesalbten« realisiert sich Gottes heilbringende Herrschaft über Israel. Und weil der Gott Israels der Herr der ganzen Welt ist, dürfen sich die Könige aus dem Haus Davids zugleich berufen wissen, die Herrschaft Gottes weltweit durchzusetzen (vgl. die zum Teil mit der Thronbesteigung des Königs verbundenen Psalmen 2; 45; 72; 110; 132).
Magier
In Apg 13,6-11 steht im Griechischen dasselbe Wort wie für die → Sterndeuter in Mt 2,1. Hier handelt es sich um eine jener schillernden Gestalten, die damals die religiös haltlos gewordenen Massen mit ihrem »übernatürlichen« Wissen und Können beeindruckten und ihr Brot oft als »Hofastrologen« verdienten (vgl. auch Apg 8,9-24).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Galiläa
Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Myrrhe
Duftendes Harz eines immergrünen Baumes, das sehr begehrt war und zur Herstellung von Parfüm, Salböl, Gewürz sowie als Wohlgeruch bei der Bestattung verwendet wurde (Joh 19,39), außerdem als betäubender Zusatz zum Wein (Mk 15,23).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Jakob, Israel
Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen.
Nazoräer
Häufiger noch als »Nazarener« – d.h. »der aus Nazaret« – wird Jesus im Neuen Testament als »Nazoräer« bezeichnet (z.B. Mt 26,71; Joh 18,5.7; Apg 2,22). Beides könnte zumindest später als gleichbedeutend gebraucht worden sein; doch verbirgt sich hinter dem Ausdruck »Nazoräer« möglicherweise eine alte Bezeichnung für Jesus als Messias (→ Christus), deren Anklang an Nazaret einen erwünschten Doppelsinn ergab. Nach Mt 2,23 geht die Bezeichnung »Nazoräer« auf die alttestamentlichen Propheten zurück. Vielleicht ist sie von Jes 11,1 herzuleiten, wo von dem »Spross« (hebräisch nezär) die Rede ist, der aus dem Baumstumpf Isai hervorwächst. Vielleicht spielen auch die »Gottgeweihten« (hebräisch nesir; → Nasiräer) des Alten Testaments als prophetische Hinweise auf den Messias/Christus eine Rolle (vgl. Ri 13,5.7; 16,17).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Myrrhe
Kostbares duftendes Harz eines immergrünen Baums.
Weihrauch
Ein weißes Baumharz, dessen Verbrennung einen kräftigen, würzigen Duft verbreitet. Zum »Räuchern« im Jerusalemer Tempel wurde eine besondere Weihrauchmischung verwendet (Ex 30,34-38). Gold, Weihrauch und → Myrrhe (Mt 2,11) sind Gaben, die eines Königs würdig sind.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Weihrauch
Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft.
Christus
Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.
Rahelgrab
Rahel, die Mutter Josefs und Ahnfrau der Hauptstämme des Nordreichs (vgl. Dtn 33,13-17) sowie des Stammes Benjamin, war nach 1 Sam 10,2 in der Nähe von Rama im Gebiet von Benjamin bestattet worden. Eine andere Überlieferung (Gen 35,19; 48,7) sucht Rahels Grab bei Betlehem in Juda. Unter Voraussetzung dieser zweiten Lokalisierung findet Matthäus in der Klage von Jer 31,15 einen prophetischen Hinweis auf das Schicksal von Müttern in Betlehem nach der Geburt von Jesus (Mt 2,16-18).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Betlehem
Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem.
David
Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.