Daniel 12
Michaels Eingreifen und die Auferstehung der Toten
Über den Zeitpunkt des Endes
Sachwissen
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6.5. Das Buch Daniel (Dan)
Die Gestalt des Judäers Daniel („Gott richtet“), der im Jahre 597 mit drei Freunden durch Nebukadnezzars Truppen nach Babylonien deportiert wurde, ist das durchgängige Element der im Danielbuch erhaltenen Stoffe. Wie Hiob und Noach wird Daniel in Ez 14,14.20 als Gerechter der Vorzeit erwähnt, nach Ez 28,3 eignete ihm zudem besondere Weisheit. Vor allem dieser letzte Aspekt ist im Danielbuch präsent: Daniel ist der, der Träume zu entschlüsseln vermag und dem die Geschichte der Endzeit enthüllt wird. Dabei wird Daniel teilweise der Gestalt des weisen Josef am Hofe des ägyptischen Pharaos nachgebildet.
gerecht, Gerechtigkeit
Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.
Engel im Alten Testament
Der deutsche Begriff „Engel“ kommt vom griechischen ἄγγελος, angelos, her, das hebräisches מַלְאָךְ, mal’ak übersetzt. Das zugehörige Verbum מַלְאָךְ, la’ak (ugaritisch belegt) bedeutet „schicken, senden“, und so benennt מַלְאָךְ zunächst einen Boten schlechthin, beispielsweise als Gesandten eines Königs (2Kön 1,2). Etwa die Hälfte aller Vorkommen des Begriffes in der Bibel ist nicht auf einen göttlichen Boten bezogen, sondern auf politische oder militärische Gesandte.
Michael
Einer der → Engelfürsten oder »Erzengel«; Schutzengel des Gottesvolkes (Dan 10,20-21). Als Anführer der Engelheere kämpft er gegen den → Satan (Offb 12,7).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Läuterung, läutern
Verfahren zur Reinigung von Edelmetallen, vor allem von Gold, durch das Verbrennen oder Ausschmelzen von unerwünschten Fremdstoffen.
Tempel (Jerusalem)
Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.
Vision
Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Gericht, verurteilen
Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.
Frevler
Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.
Scheusal, entsetzliches
Der Ausdruck geht in Mt 24,15 und Mk 13,14 auf das Daniel-Buch zurück (Dan 9,27; 11,31; 12,11). Wörtlich lautet er »Gräuel der Verwüstung«, wobei »Gräuel« alles bezeichnet, was unrein ist und unrein macht (→ rein). Er bezieht sich bei Daniel auf die Entweihung des Jerusalemer → Tempels durch Antiochus IV. Epiphanes. Dieser ließ 168 v.Chr. auf dem großen → Brandopferaltar vor dem Tempelhaus einen kleinen Altar aufstellen, auf dem Opfer für den Griechengott → Zeus dargebracht wurden. Dadurch wurde das ganze Heiligtum »verwüstet«, d.h. kultisch unrein, sodass der jüdische Opfergottesdienst unmöglich gemacht und Priester und Gemeinde vertrieben wurden; das Tempelgebiet verödete (1 Makk 1,54.59). Diese religionspolitische Maßnahme war Teil der Bemühungen, die Einheit des → Seleukidenreiches zu festigen (1 Makk 1,41-53).
auferstehen, Auferstehung
Nach dem Alten Testament besitzt Gott Macht auch über Tod und → Totenreich (Dtn 32,39; 1 Sam 2,6). Doch herrscht im Allgemeinen die Auffassung, dass der Aufenthalt im Totenreich für immer von Gott und vom Leben trennt (siehe Ps 6,6 und Vergleichstellen dazu). Auch Ijob rechnet nicht mit einer Auferstehung; das macht seinen Appell an Gottes Gerechtigkeit ja gerade so dringlich (Ijob 19,25-27). Nur selten kommt die Hoffnung auf, dass Gott den einzelnen Frommen auch jenseits des Todes Leben – sogar noch ein erfüllteres Leben – zu schenken vermag (Ps 16,8-11; 49,16; 73,23-26; vgl. Weish 2,21–5,16).