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5.2. Der 1. Petrusbrief (1Petr)

Der 1Petr erhebt im Präskript den Anspruch, vom Apostel Petrus verfasst worden zu sein. Dieser Anspruch ist in der Alten Kirche auch weithin anerkannt worden. Eine ganze Reihe von Indizien sprechen aber dafür, dass es sich um ein pseudepigraphes Schreiben handelt. Der Brief ist im Stil der literarischen Koine abgefasst worden. Griechisch muss deshalb die Muttersprache des Verfassers gewesen sein. Außerdem zeigt der Brief zahlreiche Verbindungen zu den Paulusbriefen. Diesen Indizien hat man entgegengehalten, dass in 5,12 Silvanus/Silas als der Schreiber des Briefes genannt wird, womit sicherlich der Paulusmitarbeiter (1Thess 1,1; 2Kor 1,19 u. ö.) gemeint ist.

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Gebet

Reden des Menschen mit Gott.

Welt, diese

Die neutestamentliche Redeweise von »dieser Welt« bezeichnet die Menschenwelt als eine, die sich von Gott abgewandt hat und seinen → Sohn, in dem er der Welt seine Liebe zugewandt hat (Joh 3,16), abweist. Dadurch wird der Bereich, in dem die Menschen leben, zu einer Welt, die unter Gottes Gericht steht (Joh 3,19) und vom Bösen beherrscht ist (Gal 1,4; Eph 6,12; → Herrscher dieser Welt).

1. Petrus 4,7-11 | 18. Sonntag nach Trinitatis | 29.09.2024

Der erste Petrusbrief wird den katholischen Briefen zugerechnet. Er wendet sich also nicht an Einzelgemeinden oder konkrete Personen, sondern hat umfassend alle im Blick, die an Christus glauben. Konkret richtet sich der Brief an verschiedene christliche Gemeinden in Kleinasien. Die fünf Kapitel des Mahn- und Ermutigungsschreibens sind in einem gehobenen Griechisch verfasst und von Textelementen gerahmt, die ihn als Brief erscheinen lassen.

Sünde, Schuld

Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

Gute Nachricht

Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen.

Amen

Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«

Gefängnis

(Geister im Gefängnis) Nach jüdischer Überlieferung werden die → Engel, die sich nach Gen 6,2 durch den Verkehr mit Menschenfrauen vergangen hatten, zur Strafe an einem finsteren Ort auf oder unter der Erde gefangen gehalten. Diese Anschauung wird offensichtlich in 1 Petr 3,19-20. (infolge des engen Zusammenhangs von Gen 6,1-4 mit 6,5-8) auf die Menschen übertragen, die – durch das Tun dieser Engel verführt und verdorben – in der → Sintflut untergingen. Nach 1 Petr 3,19-20 hat Jesus nach seiner Auferstehung sogar dieser exemplarisch bösen Generation – nach 1 Petr 4,6 dann auch allen Toten – seinen Sieg über Sünde und Tod verkündet und ihnen damit die Chance gegeben, im letzten Gericht doch noch die Rettung zu erlangen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Gnade

Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. 

Christen

Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus, die zunächst nur von Außenstehenden gebraucht wurde.

Herrlichkeit

Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.

Gericht, verurteilen

Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.

Frevler

Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.

Gerechte

Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.

ewiges Leben

Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod.

Amen

Das hebräische Wort amen hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«, wenn es von der Gemeinde zur Bestätigung von Segen oder Fluch ausgerufen wird (Dtn 27,15-26) oder die Gemeinde sich mit diesem Wort hinter das Gebet eines Einzelnen stellt (1 Kor 14,16). Der besonders nachdrückliche verdoppelte Ausruf Amen, (und) Amen! wird in dieser Übersetzung durch die Formel »Amen, so soll es sein!« wiedergegeben (z.B. Num 5,21-22; Ps 41,14; 72,19; 89,53).

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. 

Gute Nachricht

(Evangelium, griechisch euangelion) Das Wort hat innerhalb der Bibel seine Vorgeschichte in der Heilsverkündigung im zweiten Teil des Jesaja-Buches (Jes 52,7-10; 40,9-11). Im Neuen Testament wird es zuerst und vor allem auf die Botschaft von der Auferweckung und Erhöhung des gekreuzigten Jesus angewandt (1 Kor 15,1-5; Röm 1,1-4) bzw. auf die Botschaft von dem dadurch erschlossenen Heil (Röm 1,16-17; 1 Thess 1,10; Apg 5,42; 17,18; 20,24). In Jesus Christus, vornehmlich in seinem Tod und in seiner Auferweckung, hat Gott seine endzeitliche → Königsherrschaft aufgerichtet (vgl. Jes 52,7) und lässt dies in der »Guten Nachricht« verkünden.