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Einführung: Das Buch Jesaja

Im Buch Jesaja lassen sich drei Buchteile unterscheiden: Der erste Buchteil (1–39) vereint ganz verschiedene Texte und bietet Worte des Propheten Jesaja, der im Zeitraum von 740–700 v. Chr. gewirkt hat. Der zweite Buchteil (40–55) setzt die Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. voraus und richtet sich an Judäer, die nach Babylonien weggeführt wurden und dort in der Verbannung leben. Die Verkündigung in diesem Buchteil geht auf einen Propheten zurück, den man auch als »zweiten Jesaja« (griechisch: Deuterojesaja) bezeichnet. Im dritten Buchteil (56–66) folgen prophetische Texte noch späterer Zeit. Die Übersicht zeigt, dass die Botschaft Jesajas über einen langen Zeitraum ergänzt, aktualisiert und fortgeschrieben worden ist. Die Texte wurden schließlich unter dem Namen des Jesaja zu einem einzigen Prophetenbuch vereint. 

Einführung: Die prophetischen Bücher

Die prophetischen Bücher bilden den dritten Teil des Alten Testaments. Dazu gehören die Bücher der vier »großen Propheten« Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel sowie die zwölf »kleinen Propheten« von Hosea bis Maleachi.

6.1. Das Jesajabuch

Grundlegend für die Erarbeitung des Jesaja-Buches ist die Erkenntnis, dass das Buch aus verschiedenen Sammlungen besteht, die an- und ineinander gefügt wurden. Diese Erkenntnis stützt sich darauf, dass einzelne Abschnitte in ihrer Sprache, ihrer Thematik und ihren historischen Verankerungen sehr unterschiedlich sind. In der älteren Forschung hat man drei große Buchteile unterschieden. Nur für den ersten Teil ist der Name des Autors, nämlich Jesaja „JHWH hat geholfen“, bekannt. Für die anderen Teile behilft sich die Forschung mit den Bezeichnungen Deutero- und Tritojesaja, zweiter/dritter Jesaja. In jüngerer Zeit geht man von deutlich komplexeren Wachstumsprozessen aus, etwa dass Deutero- und Tritojesaja nicht als eigenständige Schriften, sondern als Bearbeitungen des ersten Jesaja anzusehen sind. Da die klassische Dreiteilung die Orientierung erleichtert, wird ihr hier der Vorzug gegeben.

6.1.1. Der Prophet Jesaja (Jes)

Eine bibelkundliche Orientierung ist bei den prophetischen Büchern generell sehr schwierig, da uns die Gliederungsprinzipien, nach denen sie aufgebaut wurden, nicht mehr unmittelbar einleuchten. Man wird sich daher darauf zu beschränken haben, wichtige Einzeltexte zuordnen zu können und eine Grobgliederung im Kopf zu haben.

Zebaot

Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.

Heilige(r)

Im Alten Testament wird die Bezeichnung »der Heilige« am häufigsten für Gott selbst gebraucht (z.B. Jes 1,4; 30,11; Hos 11,9), sodann auch für Wesen, die Gott besonders nahestehen und sozusagen zu seiner Sphäre gehören: die Engel (wie die Übersetzung in diesem Fall direkt sagt) und die Glieder des Volkes, das er für sich ausgesondert hat (Dan 7,18).

Gebet

Reden des Menschen mit Gott.

Jesaja 1,10-18 | Buß- und Bettag | 18.11.2026

Das Jesajabuch ist mit seinen 66 Kapiteln das längste Prophetenbuch der Bibel. Die masoretische und griechische Fassung weisen im Wesentlichen Übereinstimmungen, nur in bestimmten Fällen Abweichungen voneinander auf. Die berühmte Jesajarolle aus Qumran (1Q Jesa) zeigt dabei eine Nähe zur Septuagintafassung. Umstellungen oder längere fehlende oder „überschüssige“ Textpassagen gibt es in der Septuaginta-Fassung nicht.

Juda (Südreich)

Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.

Sabbat

In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.

Vorhof

Das → Heilige Zelt und der Jerusalemer Tempel waren von »Vorhöfen« umgeben, die zusammen den heiligen Bezirk bildeten (→ Tempel). Im inneren Vorhof, den nur Priester betreten durften, standen der Brandopferaltar und verschiedene Wasserbecken (2 Chr 4,1-9). Zum äußeren Vorhof hatten alle Israeliten Zutritt; den äußersten Bereich durften in neutestamentlicher Zeit auch Nichtisraeliten betreten.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Opfer

Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.

Sünde, Schuld

Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

Zion (Zionsberg, -stadt)

Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung, die dann »Davidsstadt« genannt wurde (2 Sam 5,6-9). Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. In der Kreuzfahrerzeit wurde der Name irrtümlich auf den Westhügel der Stadt übertragen.

Zion

Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.

Brandopfer

Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.

Feste

Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden.

Sodom, Gomorra

Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten.

Weisung

Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen.

Vision

Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.

Widder

Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern.

Gericht, verurteilen

Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.

Sodom (und Gomorra)

Kanaanitische Städte, die nach Gen 19,12-29 wegen ihrer Sünden vernichtet wurden. Vielleicht am Südwestufer des Toten Meeres gelegen, sind sie wahrscheinlich schon in der mittleren Bronzezeit durch eine Naturkatastrophe untergegangen. Beide Städte gelten als Symbol der Verruchtheit; die Art ihrer Schuld wird unterschiedlich angegeben (siehe Vergleichsstellen zu Gen 18,20).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sabbat

Der Sabbat ist der Schlusstag der siebentägigen Woche, die erstmals bei den Israeliten nachweisbar ist. Zunächst ist für diesen Tag lediglich Arbeitsruhe vorgeschrieben (Ex 20,9-11par). Doch wurde der Tag, vielleicht mitbestimmt durch die an diesem Tag gehaltenen Gottesdienste, im Bewusstsein der Israeliten mehr und mehr zu einem ausschließlich Gott geweihten Tag und in der Zeit nach dem babylonischen → Exil neben der → Beschneidung zu einem Unterscheidungsmerkmal Israels von anderen Völkern und zu einem Zeichen des → Bundes zwischen Israel und seinem Gott (Neh 10,32; 13,15-22; Jes 56,1-8).

Weihrauch

Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft.

Opfermahl

Schlachtopfer

Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.

Neumondfest, Neumondstag

Der Tag, an dessen Vorabend der zunehmende Mond wieder sichtbar wurde, galt als Monatsbeginn (→ Kalender). Der Mond war in der altorientalischen Welt jedoch nicht nur für den Kalender bedeutsam, sondern zog auch vielfach göttliche Verehrung auf sich. In Israel war der Gestirnkult zwar untersagt, doch wurde der Neumondstag besonders feierlich begangen (vgl. Ps 81,4; 1 Sam 20,5.24-27). Dass solche Feste häufig entarteten, geht aus Hos 2,13 hervor.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)