Pfingsten mit Kindern


Das Fest des Heiligen Geistes
Pfingsten ist ein besonderes Fest im Kirchenjahr – es erinnert an die Aussendung des Heiligen Geistes und gilt als Geburtstag der Kirche. Gerade für Familien ist Pfingsten eine schöne Gelegenheit, gemeinsam über Glauben, Mut und Hoffnung zu sprechen. Der Heilige Geist, den Gott zu uns gesandt hat, stärkt uns, schenkt Vertrauen und ermutigt uns, füreinander da zu sein. Auf dieser Seite findest du Ideen, Basteltipps und kindgerechte Erklärungen, wie du Pfingsten mit Kindern feiern und dabei den tieferen Sinn dieses Festes auf spielerische Weise entdecken kannst.
Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?
Pfingsten ist ein wichtiges Fest für Christinnen und Christen. Der Name „Pfingsten“ bedeutet „der fünfzigste Tag“, weil es 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Auch zur Zeit von Jesus feierten die Menschen an diesem Tag ein großes jüdisches Fest. Dafür kamen viele Leute nach Jerusalem.
Das Pfingstwunder
Die Jüngerinnen und Jünger von Jesus waren auch in Jerusalem. Plötzlich hörten sie ein lautes Rauschen, wie von einem starken Wind. Dann sahen sie kleine Feuerflammen, die sich auf ihnen niederließen. Das war der Heilige Geist, der zu ihnen kam und ihnen Mut und Kraft schenkte.
Viele Menschen versammelten sich um das Haus, weil sie das Rauschen gehört hatten und das Feuer sahen. Diese Menschen kamen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien und noch vielen weiteren Gegenden und sie alle hörten die Jünger und Jüngerinnen in ihrer eigenen Muttersprache! Alle staunten darüber!
Die ersten Gemeinden entstehen
Die Jüngerinnen und Jünger haben vielen Menschen von ihrem Glauben erzählt. Es ließen sich immer mehr Leute taufen. So entstanden die ersten christlichen Gemeinden. Von Jerusalem aus verbreitete sich die Botschaft von Jesus nach und nach in der ganzen Welt aus. Deshalb sagen wir heute: Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche.
Texte und Bilder zum Vorlesen und Nacherzählen
Ab 3 Jahren
Aus: Komm, freu dich mit mir
Der Heilige Geist kommt

Jerusalem ist voller Menschen. Fromme Juden aus aller Welt sind gekommen. Sie feiern das Pfingstfest. Die Jünger sind alle zusammen in einem Haus. Sie beten miteinander.
Maria, die Mutter von Jesus, ist auch dort und die Brüder von Jesus und noch viele Männer und Frauen, die zu Jesus gehören.
Auf einmal hören sie ein mächtiges Rauschen. Es ist, als ob ein Sturm vom Himmel braust. Dann sehen sie Licht, das wie Feuer leuchtet. Es zerteilt sich in viele Flammen. Sie setzen sich auf jeden von ihnen und erwärmen ihre Herzen.
So kommt der Heilige Geist zu ihnen.
Sie loben und preisen Gott. Viele Menschen haben das Rauschen gehört. Sie laufen zusammen und wollen wissen, was geschehen ist.
Sie staunen: Jeder hört die Jünger in seiner eigenen Sprache reden.
Petrus kommt aus dem Haus. Er spricht zu den Menschen: »Wundert euch nicht! Das hat Gott getan.«
Petrus erzählt ihnen: »Ihr wisst, Jesus ist am Kreuz gestorben und wurde ins Grab gelegt. Aber er lebt! Wir haben es selbst gesehen. Gott hat Jesus vom Tod auferweckt. Jetzt ist er bei Gott. Er hat uns den Heiligen Geist geschickt.«
Dann sagt Petrus: »Glaubt an Jesus und kommt zu uns! Lasst euch taufen.«
Viele Menschen kommen herbei. Sie lassen sich taufen. Sie bleiben zusammen und danken Gott.
Sie sind wie eine große Familie.

Pfingsten zum Hören
Aus: Komm, freu dich mit mir. Audio-CD
Der Heilige Geist kommt
Ab 6 Jahren
Aus: Die Kinder-Festtags-Bibel. Texte: Susanne Jasch, Kristian Schnürle; Illustrationen: Mathias Weber, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Pfingsten
Die Freunde und Freundinnen von Jesus saßen beieinander. Sie waren in dem Haus versammelt, in dem sie mit Jesus das Abendmahl gefeiert hatten. Die Türen und Fenster des Hauses waren fest verschlossen. Sie fürchteten sich. Denn sie dachten: „Wer weiß, ob nicht die Leute, die Jesus gefangen genommen und getötet haben, nun auch uns suchen werden? Und dann droht uns Gefängnis und vielleicht sogar der Tod.
Die Freunde von Jesus hatten Angst. Aber sie waren auch voller Trauer. Sie hatten erlebt, dass Jesus auferstanden war, das Grab war leer und Jesus lebte.
Die ganze Pfingstgeschichte aus der Kinder-Festtags-Bibel weiterlesen:
Bastelidee für Kinder zu Pfingsten
Aus: Komm, freu dich
Es ist schön, wenn ich den Wind unter meinen Flügeln spüren kann. Er trägt mich manchmal an Orte, wo ich noch nie war. Der Wind hat viel Kraft, auch wenn man ihn nicht sehen kann. Wenn er dir kräftig ins Gesicht bläst, spürst du ihn auch!
Die Freunde von Jesus hören ein mächtiges Rauschen, wie bei einem Sturm. Gottes Geist kommt und bringt sie in Bewegung, so wie der Wind ein Windrad in Bewegung setzt. Wenn du das selbst einmal sehen willst, kannst du dir ein ganz besonderes Windrad basteln!
Du brauchst:
- drei Toilettenpapierrollen
- Wachsmalkreiden
- einige Wäscheklammern
- einen Trinkhalm
- Klebstoff und eine Schere
- einen Wassersprüher
- eine kleine Scheibe aus Karton (etwa 2 cm Durchmesser)
- einen Schaschlikspieß
So wird’s gemacht:
Schneide eine der Papprollen der Länge nach durch. Bemale sie auf beiden Seiten mit Wachsmalkreide. Dann besprühst du den bemalten Karton mit Wasser. Er darf feucht, aber nicht nass sein.
Jetzt biegst du das Kartonstück so über die beiden anderen Papprollen, dass eine Welle entsteht, die wie ein »S« aussieht. Dann klemmst du den Karton mit den Wäscheklammern an den beiden übrigen Papprollen fest und lässt ihn trocknen. Wenn die Welle trocken ist, schneidest du den Trinkhalm auf etwa 10 cm Länge ab.
Bestreiche ihn in einer Linie von oben bis unten mit Klebstoff und klebe ihn genau in die Mitte der Welle. Dann schiebst du den Schaschlikspieß durch den Trinkhalm. Jetzt musst du nur noch die Kartonscheibe unter die Welle auf den Spieß schieben. Steck die fertige Windwelle ins Gras, dann treibt sie jeder Windhauch an und dreht sie um!
Am Pfingstfest erzählen die Jünger von Jesus. Die Menschen, die zuhören, kommen aus ganz verschiedenen Ländern. Viele von ihnen wollen zu Jesus gehören: Sie lassen sich taufen. Man nennt sie »Christen«. Überall auf der Welt gibt es Christinnen und Christen. Auch du gehörst dazu.
Lieber Gott,
ich freue mich, wenn ich Geschichten erzählt bekomme. Manchmal höre ich eine, die muss ich gleich weitererzählen. Es ist schön, dass viele Menschen die Geschichten von Jesus weitererzählt haben. Deshalb gibt es heute überall Menschen, die zu Jesus gehören. Ich freue mich, dass auch ich dazugehöre.
Biblische Symbole an Pfingsten
An Pfingsten feiern Christinnen und Christen den Heiligen Geist. Oft wird der Heilige Geist als Taube dargestellt, auch wenn beim Pfingstwunder keine Taube vorkommt. Dort zeigt sich der Heilige Geist in kleinen Feuerflammen über den Köpfen der Jüngerinnen und Jünger von Jesus. Auch der Fisch war für die ersten christlichen Gemeinden ein wichtiges Erkennungszeichen.
Taube

In der Bibel hat die Taube eine besondere Bedeutung: Sie steht für den Heiligen Geist.
Die Taube erinnert an eine besondere Geschichte aus der Bibel: Als Jesus im Fluss Jordan getauft wird, kommt der Heilige Geist vom Himmel herunter. Die Menschen sehen ihn „wie eine Taube“ auf Jesus landen. Seitdem benutzen Christen und Christinnen die Taube als Zeichen für den Heiligen Geist.
Das ist doch ein schönes Zeichen! Tauben gibt es nämlich überall auf der Welt. So wie Gott auch überall auf der Welt wirkt.
An Pfingsten passiert dann etwas Spannendes: Der Heilige Geist kommt zu den Jüngerinnen und Jüngern von Jesus – dieses Mal wie kleine Flammen. Plötzlich verstehen sie fremde Sprachen und können selbst in vielen Sprachen sprechen. So erzählen sie überall von Jesus.
Jesus kommt zu Johannes.
Johannes tauft Jesus.
Der Heilige Geist kommt zu Jesus.
Heiliger Geist bedeutet: Zusammen sein,
Freude und Leben mit Gott.
Den Heiligen Geist kann man sich
unterschiedlich vorstellen.
Bei der Taufe von Jesus sieht
der Heilige Geist aus wie eine Taube.
Gott sagt zu Jesus:
Du bist mein lieber Sohn.
(nach Markus 1.4-11, Einfach Bibel, S.275.)
Feuer

Wenn eine Kerze einen dunklen Raum erleuchtet, vertreibt das Licht die Dunkelheit. Das sieht sehr faszinierend und schön aus. Aber wenn das Licht der Kerze flackert, wirft das Licht Schatten auf die Wände. Das kann auch gruselig wirken. Es erinnert daran, dass niemand das Feuer wirklich beherrscht. Dieses Gefühl aus begeisternder Faszination und Angst, heißt Ehrfurcht. Wenn sich Gott Menschen in der Bibel zeigt, geschieht das oft durch Feuer. Denn Gott ist mindestens so beeindruckend wie Feuer.
Beim Pfingstwunder zeigt sich Gott den Jüngerinnen und Jüngern auch in Feuer. Das macht ihnen erst große Angst. Doch dann verstehen sie, dass das Feuer Gottes Geist ist. Das gibt ihnen Mut, anderen Menschen weiter von Jesus zu erzählen. Sie geben nicht auf, auch wenn Jesus nicht mehr wie vor seinem Tod am Kreuz unter ihnen ist. Die Jünger und Jüngerinnen wissen: Durch Gottes Geist sind sie weiter mit Jesus Christus verbunden.
Die Begegnung mit Gott verändert die Jüngerinnen und Jünger für immer. Durch die Jünger glauben immer mehr Menschen an Gott und Jesus Christus. Es entstehen neue Gemeinden, am Ende sogar auf der ganzen Welt.
Auf einmal braust ein Sturm vom Himmel.
Das ganze Haus ist voll Feuer.
Das Feuer wärmt und leuchtet, aber es brennt nicht.
Die Jünger loben und preisen Gott.
Die Menschen laufen herbei.
Sie staunen:
Jeder hört die Jünger in seiner eigenen Sprache reden.
(nach Apostelgeschichte 2.1-13, Einfach Bibel, S.354.)
Fisch

Hast du eine Geheimsprache mit deiner besten Freundin oder deinem besten Freund? Ein Handzeichen vielleicht, von dem nur ihr beide die Bedeutung kennt?
Die ersten christlichen Gemeinden hatten ein solches Zeichen!
Es war ein Fisch. Den haben sie an ihre Häuser gemalt. Christinnen und Christen wurden wegen ihres Glaubens verfolgt. Es konnte für die Menschen damals also sehr gefährlich sein, an Jesus Christus zu glauben. Wenn sie dann einen Fisch an einer Haustüre gesehen haben, dann wussten sie: Hier sind wir sicher. Da wohnen auch Christen und Christinnen.
Bis heute ist ein gezeichneter Fisch ein christliches Erkennungsmerkmal. Aber warum ausgerechnet ein Fisch? Die Menschen zu Zeiten Jesu haben Griechisch gesprochen. Auf Griechisch heißt Fisch: Ichtys. Diese griechischen Buchstaben standen für eine Abkürzung: Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser.
An diesem Tag begann für die Gemeinde in Jerusalem eine schwere Verfolgung.
(Apostelgeschichte 8.1, BasisBibel 2021)