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BHS: Einführung in den Text des Alten Testaments

Einführung: Der Text des Alten Testaments

Wissenschaftliche Textausgaben wie die Biblia Hebraica Stuttgartensia zeichnen sich durch einen textkritischen Apparat aus, der eine Fülle an Informationen in sehr komprimierter Form darbietet. Er enthält viele Abkürzungen und Siglen, die erst entschlüsselt werden müssen, um die gegebene Gesamtinformation nutzen zu können. Es gehört zur Tradition der Deutschen Bibelgesellschaft, dass sie nicht nur Textausgaben zur Bibel bereitstellt, sondern auch Hilfsmittel dazu veröffentlicht.

Das Lehrbuch zur Biblia Hebraica wurde von dem Alttestamentler Ernst Würthwein (1909–1996) begründet und ist in den Jahren 1952–1988 in fünf bearbeiteten und aktualisierten Auflagen erschienen. Seit 2009 gibt es bei der Deutschen Bibelgesellschaft eine grundlegende Neubearbeitung. Das Werk ist in vier Hauptteile gegliedert.

Teil A befasst sich mit dem hebräischen Text der Biblia Hebraica. Zunächst wird der Masoretentext ausführlich besprochen, der sich im 2. Jh. n. Chr. als Standardtext der Hebräischen Bibel durchgesetzt hat und von jüdischen Gelehrten des Mittelalters (Masoreten = Überlieferer) mit Vokalzeichen und Betonungszeichen überliefert worden ist. Zuverlässig bezeugt wird er durch den Codex Aleppo (900–925 n. Chr.) und den Codex Leningradenis (1008 n. Chr.). Sodann werden die etwa 1000 Jahre älteren Handschriften von Qumran behandelt, die im 20. Jahrhundert in Höhlen im Uferbereich des Toten Meeres entdeckt worden sind. Schließlich wird der samaritanische Pentateuch vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Textfassung der Fünf Bücher Mose (Tora), die von der Gemeinschaft der Samaritaner verwendet und von ihr überliefert worden ist.

Teil B behandelt die alten Übersetzungen, allen voran die Septuaginta, die als griechische Übersetzung des Alten Testaments die wichtigste Textzeugin darstellt. Es folgen die aramäischen Übersetzungen (Targume), die syrische Übersetzung (Peschitta), die lateinische Übersetzung (Vulgata) und die übrigen Übersetzungen.

Teil C führt in die Methode der alttestamentlichen Textkritik ein. Dabei wird auch der textkritische Apparat der BHS im Detail erklärt und die möglichen Gründe für Textverderbnisse, Textänderungen und Varianten erläutert.

Teil D bietet einen ausführlichen Bildteil. Er enthält 48 Bildtafeln zu den überlieferten Handschriften, jeweils mit einem Beschreibungstext. Schon allein dieser Teil lädt zu einer Beschäftigung mit der Textgeschichte ein und lässt sie konkret und anschaulich werden.

Im Anhang befindet sich ein Glossar zur Textkritik sowie zwei Listen, in denen die lateinischen Abkürzungen im Apparat der BHS bzw. die englischen Abkürzungen im Apparat der BHQ aufgelöst werden.

Der Text des Alten Testaments

Das kompakte Lehrbuch zur Biblia Hebraica Stuttgartensia für Studierende und Lehrende. Es bietet eine ausführliche Beschreibung der Textgeschichte und der wichtigsten Textzeugen sowie eine Einführung in die Methode der Textkritik.

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