Deutsche Bibelgesellschaft

Zeichen, Wunder

Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar.

Altes Testament

Im Alten Testament gibt es zahlreiche Berichte über Gottes wunderbares Eingreifen zugunsten seines Volkes oder eines einzelnen Menschen. Die Berichte wollen zeigen, wie Gott handelt und sich den Menschen – oftmals unerwartet – zuwendet (2. Mose/Exodus 3,20). Als Zeichen und symbolische Handlung eines Propheten dienen sie dazu, die Bedeutung und die Wirkkraft seiner Verkündigung zu unterstreichen (1. Samuel 10,1-9).

Neues Testament

Viele der Wundertaten, die im Neuen Testament von Jesus berichtet werden, erinnern an entsprechende Erzählungen aus dem Alten Testament. Darin wird deutlich, dass auch sie nicht Selbstzweck sind, sondern Zeichen dafür, dass durch sein Kommen das Reich Gottes anbricht. Die Wunder Jesu sind der für jeden erkennbare Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen und seiner helfenden Fürsorge: Kranke werden geheilt und Menschen von Dämonen befreit, sogar der Tod verliert in der Gegenwart Jesu seine Macht (Johannes 11,1-41). Diese Wunder können Glauben wecken (Johannes 2,11) oder ihn stärken. Sie sollen aber kein Beweis dafür sein, dass Jesus der Sohn Gottes und der erwartete Retter ist: Jesus lehnt es regelrecht ab, sich und seine Botschaft den Gegnern gegenüber durch Wunder zu legitimieren (Markus 8,11-13).
Im Johannesevangelium werden sieben besonders eindrucksvolle Wundergeschichten von Jesus erzählt (Johannes 2,1-10; Johannes 4,46-54; Johannes 5,1-9; Johannes 6,1-15; Johannes 6,16-21; Johannes 9,1-7; Johannes 11,17-33). Sie machen die göttliche Macht und Würde von Jesus für den Glauben sichtbar. Die Funktion dieser Wunder wird dadurch unterstrichen, dass sie ausdrücklich Zeichen genannt werden.


(Quelle: ​BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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