Deutsche Bibelgesellschaft

(erstellt: Februar 2026)

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1. Definition

Ein Ofen dient mittels eines geschlossenen Raumes der kontrollierten Erzeugung von Wärme durch Verbrennung von Brennstoffen und dem direkten Einwirken dieser Wärme auf bestimmte Objekte darin. Im Gegensatz zu offenen Feuerstellen können in einem Ofen höhere Temperaturen und eine bessere Beständigkeit und Kontrollierbarkeit der Wärme erreicht werden. Zudem eröffnet er die Möglichkeit der Trennung von Feuerungs- und Brennraum zum Schutz der Objekte im Brennraum vor direktem Feuerkontakt.

2. Biblische Belege

Ein Ofen wird nach den Texten der Bibel im Wesentlichen genutzt zur Nahrungszubereitung (Backofen, hebr. תַנּוּר tannûr vgl. Gen 15,17; Ex 7,28; Lev 2,4; Lev 7,9; Lev 11,35; Lev 26,26; Neh 3,11; Neh 12,38; Ps 21,10; Jes 31,9; Klgl 5,10; Hos 7,4.6.7; Mal 3,19), zum Brennen von Keramik (Keramikbrennofen, hebr. כִּבְשָׁן kivšān vgl. Gen 19,28; Ex 9,8.10; Ex 19,18), zum Schmelzen im Rahmen der Glasherstellung oder der Metallverarbeitung (Schmelzofen, hebr. כּוּר kûr vgl. Dtn 4,20; 1Kön 8,51; Spr 17,3; Spr 27,21; Jes 48,10; Jer 11,4; Ez 22,18.20.22) sowie zum Brennen von Kalkstein zur Herstellung von Branntkalk u.a. als Baumaterial (Kalkofen). Dieser Definition folgend werden Herde (→ Speise / Speisezubereitung) und Kohlebecken zum Heizen (→ Gefäße, 2.5.9.) hier nicht weiter behandelt.

Metaphorisch steht der Ofen in der Bibel für die göttliche Präsenz (Ex 19,18; in dem Sinne auch Offb 1,15) und insbesondere für göttliches Richten: So heißt es z.B., dass Rauch von den brennenden Städten → Sodom und Gomorra aufstieg wie der Rauch aus einem Brennofen (Gen 19,28; in diesem Sinne auch Jes 31,9; Mal 3,2; Ps 21,10; Mt 13,42; Offb 9,2), und Völker werden zu Kalk verbrannt (Jes 33,12). Dagegen wird → Moab das Gericht angekündigt, weil es die Gebeine des Königs von → Edom zu Kalk verbrannt habe (Am 2,1).

Das Ausstreuen von Asche aus einem Ofen durch Moses verursachte den Ausbruch von Pocken in Ägypten als 6. Plage (Ex 9,10). Zudem wird Bosheit von Menschen in Hos 7,3–7 mit dem Glühen eines Ofens verglichen.

Sehr oft werden der Ofen und die damit einhergehenden metallurgischen Tätigkeiten des Schmelzens und Verhüttens als Instrument der Läuterung angeführt: JHWH lasse in seinem Zorn die Menschen wie Silber im Ofen schmelzen (Ez 22,20–22) oder prüfe die Herzen der Menschen wie der Ofen das Gold (Spr 17,3; in dem Sinne auch Dtn 4,20; Jer 9,6; Jes 48,10; Sach 13,9; Ps 12,7; Spr 27,21; 1Kor 3,9–15; 1Petr 1,7), so auch 1QM 5,11; CD 20,3 und 1QH 5,16. In Jer 6,27–30 wird ein Metallurg zum Richter über Abtrünnige, die er als „verworfenes Silber“ bezeichnet.

3. Brennmaterial und Temperaturen

Die Wahl des Brennmaterials ist in erster Linie ressourcenbedingt und hängt mit Verfügbarkeit, Kosten, Effizienz und Redundanz sowie dem Bedarf an Brenndauer oder dem Erreichen von hohen Temperaturen wie etwa in der Metallverarbeitung zusammen, ist aber auch von kulturellen Konzepten und Werten geprägt, z.B. als Tabu oder Prestige (s. allgemein Forbes 1996).

Der Bibel zufolge wurden in Palästina als Brennstoff (Holz-)Kohlen (→ Kohle), aber auch → Holz, Dung (Ez 4,15), Reisig (Jes 64,1), Stroh (Mal 3,19), getrocknetes Gras (Mt 6,30) und abgeschnittene Weinreben (Joh 15,6) verwendet, wobei die letzteren eine eher kurze Brenndauer und ihren Einsatz eher beim Anzünden sowie beim Kochen und Backen gehabt haben dürften (→ Feuer). In 1Kön 17,10f., Ez 24,9f. und Jes 44,14f. wird Holz auch zum Backen und Heizen erwähnt. Holz war in Palästina zwar vermutlich knapp, stellte aber auch den ethnographischen Studien und archäometrischen Analysen zufolge das hauptsächliche Brennmaterial dar, ergänzt durch Dung (Dalman 1935; Ochsenschlager 1974; Eiland 1989/99; Gur Arieh et al. 2014). In Babylonien wurden bisweilen Dattelkerne als Brennstoff verwendet (Strabon Geogr. 16,1,14).

In Jes 54,16 und Ez 24,11 wird explizit ein Zusammenhang von Kohlen und Metallverarbeitung gegeben, wobei es sich um Holzkohle handeln dürfte. Mit diesem Brennstoff konnten noch höhere und stetigere Temperaturen erreicht werden, was insbesondere für die Eisenherstellung vonnöten war. Braun- und Steinkohle war zwar bereits dem griechischen Philosophen und Naturforscher Theophrast (371-287 v.Chr.) bekannt (De Lapidibus 12,13,16), und die Nutzung von Braunkohle konnte für das 2. Jt. v.Chr. in Tiryns (Peloponnes) und Chania (Kreta) anhand von entsprechenden Verbrennungsmarkern im Zahnstein von Individuen nachgewiesen werden (Buckley et al. 2021), doch ist die Verwendung von Braun- und Steinkohle in der Verhüttung aufgrund der vielen unerwünschten und die Metallreduktion störenden Begleitelemente eher unwahrscheinlich.

4. Kalkofen

Kalk wurde verwendet als Putz von Haus- und Bodenwänden (vgl. Dan 5,5), zum Auskleiden von Zisternen und Wasserleitungen, als Überzug von Steinen und Stelen zur Beschriftung (vgl. Dtn 27,2–4; Jos 8,32), zur Herstellung und dem Dekor von Skulpturen, Perlen und Gefäßen, Reparatur von Keramikgefäßen, als Sterilisator und mit Anwendungen in der Kosmetik.

Hierfür wurde Kalkstein (Kaziumcarbonat) durch Erhitzen über mehrere Stunden oder Tage auf ca. 800–900° C in Kalziumoxid umgewandelt, das, mit Wasser vermischt, eine geeignete formbare Masse ergab (Kingery et al. 1988). Die Herstellung von → Kalk reicht bis in protoneolithische Zeit zurück, ein umfassender Einsatz ist ab der neolithischen Zeit festzustellen und reicht durch alle Epochen hindurch. Beschrieben ist sie u.a. von Vitruv (De architectura 2,5).

Wenig ist über die antiken Kalköfen bekannt, da sie meist nicht datiert und / oder nicht ausgegraben sind. Die Identifizierung eines Kalkofens erfolgt meist anhand der darin gefundenen Branntkalkreste. Die frühe Kalkherstellung dürfte wie in dem Beispiel des Nesher-Ramla-Steinbruchs (el-Khirbe, Israel; Koordinaten: 31° 54‘ 28‘‘ N, 34° 55‘ 42‘‘ E) aus der Zeit um 8400 v.Chr. zunächst in einfachen Gruben vorgenommen worden sein (Toffolo et al. 2017), und auch später dürften neben gebauten Öfen einfache Gruben genutzt worden sein.

Die besten archäologischen Zeugnisse von Kalköfen in der Levante stammen aus hellenistischer Zeit und den nachfolgenden Perioden sowie aus der späten Osmanischen Zeit. Sie bestanden aus einer im Durchmesser etwa 3–5 m großen, in den Boden eingetieften Feuerkammer, die von einer Feldsteinmauer bis zu einer Höhe von 2,5 m oder mehr überwölbt war, und in welcher der Kalkstein verbrannt wurde. Eine Öffnung in Bodennähe diente der Bestückung mit Brennmaterial, weitere Öffnungen der Windzirkulation (Eliyahu-Behar et al. 2017). Die Öfen befanden sich zumeist außerhalb der Siedlungen in Ressourcennähe.

Detailliert beschrieben ist der Ofenbau von Cato dem Älteren (De agri cultura 38) – für den übrigens derjenige zuständig ist, der auch den Kalk brennt, ihn herausholt und das Brennmaterial besorgt (De agri cultura 14): eine einfache, in den Boden vertiefte und windgeschützte Grube sei ausreichend für die Kalk-Herstellung. Es könne jedoch auch ein Ofen gebaut werden, indem die Oberkante mit Ziegeln errichtet oder die Oberseite von außen mit in Mörtel eingebetteten Feldsteinen verkleidet wird. Die Größe umfasse zehn Fuß Breite unten und drei Fuß Breite oben, 20 Fuß Höhe, mit einer Schräge an den Seiten. Ein Rost bedecke den gesamten Boden des Ofens. Werde nur eine Öffnung gebaut, so müsse es darinnen eine Grube geben, um die Asche aufzunehmen. Bei zwei Öffnungen könne die Asche aus der Öffnung genommen werden, die nicht befeuert wird. Weitere Öffnungen ermöglichten Luftzirkulation.

5. Keramikbrennofen

Das Brennen von Keramikobjekten wie z.B. Gefäßen ist der letzte Schritt der Operationskette ihrer Herstellung, und durch ihn erhalten sie ihre endgültigen physikochemischen Eigenschaften. Der weiche Ton, in dem sie gefertigt sind, wird nämlich durch die Wärmeeinwirkung unwiderruflich in ein hartes, dauerhaftes, wasser- und feuerfestes Material umgewandelt. Dabei finden chemische Reaktionen statt. Die Beschaffenheit der Objekte hängt zwar durchaus von den Eigenschaften des Tons und der Arbeit des Töpfers ab, aber eben auch von der Temperatur, Erhitzungsrate, Expositionszeit und Brennatmosphäre. Je nach Art des Tons, des Brennmaterials und Ofens sowie des gewünschten Ergebnisses werden Keramikobjekte zwischen 500 und 950° C gebrannt.

Keramikobjekte können im sog. Feld- oder Grubenbrand gebrannt werden, wobei sie mit dem Brennstoff in Berührung kommen bzw. direkt in das Feuer oder nach erloschenem Feuer in die heiße Asche gelegt werden. Die Entwicklung von Töpferöfen als feststehende dauerhafte und wiederverwendbare Feueranlagen mit einem halb oder ganz geschlossenen Brennraum stellte aber einen entscheidenden Schritt sowohl für die Spezialisierung als auch für die Massenproduktion von Keramikobjekten dar. Dies gründet sich auf den Vorteil einer besseren Steuerung der Wärmeverteilung, durch die ein besonders homogenes Brennergebnis erreicht werden kann, weiterhin auf das Erzielen besonders hoher Brenntemperaturen von bis zu 1300° C durch den geschlossenen Raum und darüber hinaus auf die Möglichkeit zur Regulierung der Brennatmosphäre als oxidierend oder reduzierend. Ein Ofen bedeutet zudem eine Verringerung von Wärmeverlust und Brennstoffverbrauch gegenüber dem Feld- oder Grubenbrand. Doch auch hier können hohe Temperaturunterschiede im Brennraum zu Fehlbränden durch Über- oder Unterfeuerung führen und verlangen einen geschickten, erfahrenen Umgang in der Bedienung des Ofens (vgl. Sir 27,5; Sir 38,30). Der Bau und die Wartung eines Töpferofens bedeuten auch einen höheren Aufwand und ein umfassenderes technisches Können als ein Feld- oder Grubenbrand (Hansen Streily 2000a, 36; experimenteller Bau eines Brennofens: https://www.tallziraa.de/Gadara-Region-Project/Archaeometrie/0_415.html?spath=415&lan=0, letzter Zugriff: 23.08.2023).

Keramikbrennöfen treten meist gehäuft und in mehreren Erbauungs- und Nutzungsphasen auf, so etwa im sog. Industrial Quarter in Sarepta (Koordinaten: 33° 27' 46" N, 35° 17' 24" E) mit 22 nachgewiesenen Öfen auf gut 400 m² Fläche über einen Zeitraum von der Mitte des 15. Jh. v.Chr. bis in achämenidische Zeit (5./4. Jh. v.Chr.) (Anderson 1987; Anderson 1989). Einer Hochrechnung zufolge könnten es einst sogar insgesamt etwa 3000 m² mit über 100 Werkstätten gewesen sein (Bettles 2003, 63; zu Produktionszonen im Libanon der hellenistischen, römischen und byzantinischen Zeit s. Wicenciak 2016). Keramiköfen gehören somit i.d.R. zu einem über längere Zeit bestehenden Werkstattkomplex, in dem auch die vorherigen Arbeitsschritte der Keramikherstellung wie der Tonvorbereitung, der Gefäßformung, der Bemalung und Dekoranbringung sowie der Trocknung vorgenommen wurden, nicht jedoch zu einzelnen Wohneinheiten (Kletter / Gorzalczany 2001).

Der früheste bislang bekannte Brennofen wurde in Jarim Tepe im Nordirak (Koordinaten: 36° 19′ 14″ N, 42° 22′ 3″ E) gefunden, er wird in die zweite Hälfte des 7. Jt. v.Chr. datiert, misst 1,20 m im Durchmesser und besteht bereits aus zwei Kammern, da der Feuerungsraum durch eine Lochtenne vom Brennraum getrennt ist. In der Folgezeit nimmt die Anzahl von Keramikbrennöfen aufgrund der erhöhten Keramikproduktion durch massive Keramiknutzung rapide zu, und die meisten Siedlungseinheiten dürften über einen oder mehrere Keramikbrennöfen verfügt haben. Der archäologische Befund steht damit sicherlich deutlich hinter den einstigen erbauten und genutzten Öfen zurück. Die Öfen sind zumeist einfach aufgegeben worden und dann eingebrochen – äußerst selten sind Öfen, die bei oder kurz nach dem Brennvorgang eingestürzt und in diesem Zustand erhalten sind (Hansen Streily 2000a).

Zu unterscheiden sind Ein- und Zweikammeröfen: bei ersteren befinden sich Feuerung und Brenngut in einer gemeinsamen Kammer oder unter einer Ofenkuppel, während bei einem Zweikammerofen Feuerung und Brennraum mit dem Brenngut durch eine horizontale Loch- oder Schlitztenne oder eine senkrechte Ständerwand oder ein Feuergitter getrennt sind. Ein Zweikammerofen kann stehend oder liegend, also mit vertikalem oder horizontalem Zug, angelegt sein.

Abb. 1: Schema eines Aufwind-Keramikbrennofens.

Brennöfen wurden in der Levante meist vertikal als Aufwindofen, selten horizontal mit Abzug gebaut, sie können ebenerdig oder in den Boden vertieft sein, mit einer oder mehreren Kammern. Sie sind meist rund oder oval aus Lehmziegeln und mit einer Verkleidung aus Lehm und Stroh errichtet. Im Feuerungsraum wurde das Feuer unterhalten, dessen Wärme durch eine Lochtenne in den Brennraum mit den Keramikobjekten strömte und weiter durch einen Abzug nach außen entwich. Durch diesen Luftzug konnte die Wärme direkt und auch indirekt durch die Wärme der Ofenwände auf die Keramikobjekte einwirken. Die Lochtenne ruhte meist auf einer zentralen Stütze oder einem Mauerzug. Durch die Regulierung des oberen Abzugs und weiterer Lüftungslöcher konnte die Brennatmosphäre beeinflusst werden (vgl. Abb. 1 und Abb. 2).

Abb. 2: Frühbronzezeitlicher, zweistöckiger Aufwind-Keramikbrennofen aus Lehmziegeln und Ton in Tel Lod.

Bis heute ist die Grundstruktur der Brennöfen im Wesentlichen unverändert. Die konkrete Form und Gestaltung kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen und scheint lokal gebunden zu sein. Es gibt sehr unterschiedliche Vorschläge zur Typologisierung von Brennöfen, die auf der Vorstellung einer linearen evolutionären Entwicklung des Töpferhandwerks basieren (Delcroix / Huot 1972). Indes scheinen die Brennöfen vielmehr Herstellungstechniken und Technologien zu repräsentieren, die eine kulturelle, regionale, lokale oder sogar familiäre Tradition widerspiegeln, die über viele Generationen hinweg unverändert geblieben ist. Darüber hinaus dürften die variierenden Formen und Größen auch durch die Arten von Keramikobjekten bedingt sein, die in den jeweiligen Anlagen gebrannt wurden (Killebrew 1996). Dies widerspricht natürlich nicht Beobachtungen zu einzelnen zeitlichen und regionalen Verbreitungen und Entwicklungen, etwa dass eine ovale Form mit radialen Stützen typisch für die Küstenregion Palästinas in der Mittleren Bronzezeit IIB-C war, während in der Eisenzeit nieren- oder schlüssellochförmige Öfen gebaut wurden, oder viereckige Öfen aus verschiedenen Epochen bekannt sind, jedoch selten in Palästina (Kletter / Gorzalczany 2001).

Spezielle Ziegelöfen scheint es bereits im Uruk (Koordinaten: 31° 19′ 20″ N, 45° 38′ 10″ E) des 4. Jt. v.Chr. gegeben zu haben, weitere Hinweise darauf gibt es aus Hafaği (Koordinaten: 33° 45′ 0″ N, 44° 45′ 0″ E) und → Nuzi (Koordinaten: 35° 18′ 8.98″ N, 44° 14′ 51.44″ E). Sie dürften in etwa den noch heute in ländlichen Gegenden des Irak benutzten Ziegelbrennöfen entsprochen haben. Möglicherweise waren es auch ganz einfache Öfen, die lediglich aus an der Basis befeuerten und von außen mit gebrannten Ziegeln oder Lehm und Dung umhüllten Ziegelstapeln bestanden (Sievertsen 2017, 206f.).

6. Backofen

Die Zubereitung von Nahrung gehört zu den Organisationsfaktoren des Sozial- und Familienlebens der Menschen und lässt sich mit offenen Feuerstellen in einigen Höhlen der Levante seit dem Mittelpleistozän bezeugen (Kuhn / Stiner 2019). Ein Herdfeuer zum Kochen und Heizen gab es sodann in jedem Haushalt, und Kochanlagen gehören zu den häufigsten Merkmalen auch der bronze- und eisenzeitlichen archäologischen Stätten in der südlichen Levante (z.B. Peyronel / Spreafico 2008; Aurenche 1981, 241-256).

Abb. 3: Schema eines antiken oberirdischen Tannurs.

Kuppelöfen sind zwar bereits für die Zeit um 7000 v.Chr. in der Türkei und im Irak bezeugt, z.B. in Jarmo (Koordinaten: 35° 32′ 21″ N, 44° 55′ 50″ E; Lyons / D'Andrea 2003; Braidwood 1983, 158), doch ihre genaue Nutzung ist nicht bekannt. Zum Backen von Brot wurde spätestens seit Ende des 4. Jt. v.Chr. in Mesopotamien ein spezieller Ofen verwendet, der Tannur (vgl. Abb. 3 und Abb.4; → Brot [AT]). In der Folgezeit fand er in einem großen geographischen, bis nach Indien und Pakistan und das westliche Mittelmeer reichenden Raum Verbreitung (van de Mieroop 1997, 156), und wird auch heute noch in Westasien und Nordafrika verwendet. Studien hierzu sind zahlreich und reichen von der archäologischen Dokumentation über ethnographische Studien und archäometrische Analysen bis hin zu experimentellen Studien (z.B. Mulder-Heymans 2002; Shafer-Elliott 2019). Das Lexem tannûr begegnet in der Bibel 15-mal (vgl. Gen 15,17; Ex 7,28; Lev 2,4; Lev 7,9; Lev 11,35; Lev 26,26; Neh 3,11; Neh 12,38; Ps 21,10; Jes 31,9; Klgl 5,10; Hos 7,4.6.7; Mal 3,19; zudem auf der aramäischen Bilingue aus Tell Fecherije, vgl. Delsman 1985, 637), breit gestreut und ohne Häufung; vermutlich bezeichnete es nämlich nicht nur einen Backofen, sondern diente als Oberbegriff für verschiedene Ofenvarianten.

Abb. 4: Experimenteller Nachbau eines Tannurs und des Backens darin.

In der einfachsten, transportablen Variante eines Tannur handelt es sich um eine in den Boden eingetiefte Mulde, über der ein beschädigter Krug mit einer Öffnung am oberen Rand gestellt wurde. In der Regel ist er aber in die Erde eingegraben, kann über einen eigens aus Sand gebildeten oder aus Steinen gepflasterten Boden verfügen und hat einen aus Ton gebauten, nach oben etwas verengten Zylinder oder eine Kuppel aus Lehm, oft mit einer zusätzlichen Beschichtung zur Wärmeisolierung aus Lehm und Zweigen und mit einer mittig liegenden, großen, runden Öffnung. Vereinzelt sind Lüftungslöcher im unteren Bereich eingebracht. Die Größe eines Tannur variiert mit Höhen von etwa 60–100 cm, Durchmessern von 40–100 cm und Wandungsdicken von 2–3 cm. Selten jedoch sind antike Tannure bis zur Oberkante erhalten.

Im Inneren des Tannur wird zunächst ein Feuer entzündet, und der Rauch steigt durch die Öffnung empor (Gen 15,17; Offb 9,2). Nachdem das Feuer heruntergebrannt ist, können die Brotfladen durch die Öffnung eingebracht und an die erhitzte Wandung geklebt werden, wo sie aufgrund ihrer Feuchtigkeit anhaften und backen (Lev 2,4). Wenn sie fertig sind, können sie einfach abgenommen werden. Es konnten aber auch Kochtöpfe, etwa zum Zubereiten von Hülsenfrüchten, auf den Ofen gestellt oder über ihn gehängt werden. Zu achten war dabei auf die Reinheit der Öfen – in Ex 7,28 wird die zweite Plage beklagt, bei der Frösche in Ägypten so zahlreich waren, dass sie in die Backöfen und Backschüsseln sprangen und sie so verunreinigten, Lev 11,35 zufolge musste ein Ofen nach Verunreinigung mit Aas sogar abgerissen werden.

Der Tannur stand meist nicht in einzelnen Haushalten oder im Freien, sondern in einer von mehreren Familien gemeinsam genutzten Hütte (Abb. 5), wobei das Backen im Wesentlichen die Arbeit von Frauen war und ist (Dalman 1935, 88-126; McQuitty 1984; McQuitty 1993; van der Steen 1991; Parker / Üzel 2007; Parker 2011).

Abb. 5: Tell Beydar, Detail des Nord-Gebäudes, 3. Jt. v.Chr., mit dem ‘Tannur-Raum’ 61859 und angrenzenden Räumen (Plan).

Ab dem 7. Jh. n.Chr. sind auch Öfen mit einer niedrigeren Lehmkuppel gebaut worden, die i.d.R. von außen, statt von innen befeuert werden, und „Tabun“ genannt werden. In Publikationen werden Tannur und Tabun oft verwechselt, synonym verwendet oder gar nicht unterschieden (Ebeling / Rogel 2015; zu mittelalterlichen Tabuns: Yehuda 2020).

7. Schmelzofen

7.1. Erzverarbeitung

Etliche kupferne Objekte, z.B. in Çayönü Tepesi in Südanatolien (Koordinaten: 38° 13′ 5″ N, 39° 43′ 32″ E), bezeugen, dass die erste kontrollierte Verwendung von Feuer in der Metallurgie bis mindestens in das 8. Jt. v.Chr. zurückreicht. Eine frühe Verarbeitung lässt sich spätestens ab dem 6. Jt. v.Chr. etwa in Çatalhöyük in Zentralanatolien (Koordinaten: 37° 40′ 3″ N, 32° 49′ 42″ E) und Tal-i Iblis in Iran (Koordinaten: 29° 51' 03" N, 56° 40' 56" E) nachweisen, spätestens ab der 2. Hälfte des 5. Jt. v.Chr. in der südlichen Levante in der Gegend von → Beerscheba (Koordinaten: 31° 15′ 4″ N, 34° 47′ 16″ E). Aufgrund der Funde von Tiegeln, Erz und teilverglastem Material und zugleich dem Fehlen von Ofen- und Blasrohrdüsen sowie Schlacke wurde gemutmaßt, dass dabei wohl natives / reines / ‚gediegenes‘ Erz zusammen mit Holzkohle in einem Tiegel gemischt und so über mehrere Stunden auf einem Herd der Wärme ausgesetzt worden war und dadurch zu Metall reduziert wurde. Das fertige Kupfer floss auf den Grund des Tiegels und konnte nach dem Abkühlen herausgenommen werden (Craddock 2000).

Da jedoch solch reine Erze eher selten vorkommen, stellt die Scheidung des tauben Gesteins und anderer Mineralien durch Schlackenbildung mittels chemischer Reaktion („Verhüttung“) den wesentlichen Schritt in der metallurgischen Tätigkeit dar. Dafür wurden die verunreinigten Metalle in hohen Temperaturen in einer Kupelle (einem Tiegel) geschmolzen, wobei sich unedle Metalle, insbesondere Blei, zu Bleioxid oxidierten und in die poröse Kupelle diffundierten, während das Edelmetall zurückblieb. Hierzu mussten Temperaturen von ca. 1100–1200° C erreicht und über 5–10 Stunden gehalten werden. Möglich war dies in einfachen Grubenöfen mit Belüftungsvorrichtungen wie Tondüsen mit Blasrohren (ab ca. 3800 v.Chr.), insbesondere aber in den seit dem 3. Jt. v.Chr. im östlichen Mittelmeerraum errichteten Schachtöfen aufgrund ihrer Kaminwirkung. Mit einem Schachtofen konnten nicht nur Luft manuell zugeführt, sondern auch die je nach Region und Lage vorherrschenden Winde genutzt werden. Die am umfassendsten untersuchten Fundstellen sind die des Wadi Faynan an der Ostseite des Wadi Arabah, im südlichen Jordanien (Koordinaten: 30° 36‘ 46‘‘ N, 35° 26‘ 49‘‘ E).

Abb. 6: Nachbau eines eisenzeitlichen Verhüttungsofens (Rennofen) zur Eisengewinnung aus dem Siegerland im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Wenn der Ofen Temperaturen über 800°C erreicht hat, ist die Flamme über der Gicht nahezu oder vollständig farblos.

Verschiedene Erze sind unter unterschiedlichen Bedingungen in lokal entwickelten Ofentypen verhüttet worden. Der Grundaufbau besteht jedoch aus einer Feuerstelle am unteren Ende des Ofeninnenraums, deren erzeugte Wärme aufgrund des von der Form erzeugten Kamineffekts nach oben abgeleitet wurde. Der Schacht konnte dabei mehr oder weniger zylindrisch ausgeprägt sein, zunächst etwa 30–50 cm, später 50–200 cm hoch, der Innenriss eckig oder rund sein, und der Durchmesser von zunächst 25–50 cm, später 25–100 cm variieren. Er konnte aus Steinen aufgemauert bzw. aus losen Steinplatten aufgeschichtet, in einen Hang eingelassen oder aus Lehm errichtet sein. Die Wandung war häufig innen mit Lehm ausgestrichen, und Düsen waren in sie eingelassen. Der Brennstoff stand dabei in direktem Kontakt mit dem Brenngut, dem Erz (Abb. 6). Meist wurden die Schachtöfen nach der Verhüttung aufgebrochen, um das sich am Boden sammelnde Metall herauszuholen. Aber auch das aggressive Verhalten der entstehenden Schlacken verlangte eine stetige Erneuerung der Ofenbauteile. Ofenstandorte sind daher heute oft nur mittelbar anhand etwa von Blasedüsen oder Schlacken nachzuweisen. Ähnliche Öfen konnten auch zum reinen Schmelzen von Metall zur Weiterverarbeitung genutzt werden. Und so besteht bei archäologisch nachweisbaren Öfen ohne diese diagnostischen Beifunde oft eine Unsicherheit in der Unterscheidung von Verhüttungs-, Schmelz- und Back- ggf. sogar von Keramikofen (Tylecote 1976; Hauptmann et al. 1999).

Abb. 7: Megiddo, Luftaufnahme von Gebäude 12/Q/99 im Bereich Q, wo Hinweise auf Eisenverarbeitung gefunden wurden. Die Ausdehnung der „schwarzen Schicht” ist rot markiert. Die Fundorte der quadratischen Düsenfragmente (Abb. 8, Nr. 8) und des Tiegels (Abb. 8, Nr. 5) sind ebenfalls markiert.

Die Verhüttung von Erzen wurde meist in der Gegend der Lagerstätten in spezialisierten Werkstattkomplexen vorgenommen, bisweilen aber offenbar saisonal und von (halb-)nomadischen Gruppen. Dies könnte gespiegelt sein in Gen 4,22, in dem → Tubal-Kain, Sohn von Zilla, als Vater der Erz- und Eisenschmiede benannt wird.

Abb. 8: Megiddo, Funde der Metallbearbeitung in den Bereichen K und Q: Tiegel (Nr. 1-4), Gefäß (Nr. 5), Düsen (Nr. 6-8).

Das so erhaltene Rohmetall wurde in Barrenform transportiert und mittels offener Feuerstellen an anderen Orten, etwa Schmiedewerkstätten urbaner Siedlungen, weiterverarbeitet. Diese lagen oft an öffentlichen Plätzen oder Gebäuden, Toranlagen oder Heiligtümern, z.B. in Megiddo (Koordinaten: 32° 35′ 0″ N, 35° 11′ 0″ E; Yahalom-Mack u.a. 2017, vgl. Abb. 7-9), → Hazor (Koordinaten: 33° 1′ 6″ N, 35° 34′ 9″ E; Yahalom-Mack 2014) und Gat (Koordinaten: 31° 41‘ 58‘‘ N, 34° 50‘ 50‘‘ E; Eliyahu-Behar /Workman 2018). Sie waren offenbar oft über Generationen hinweg standorttreu und konnten parallel verschiedene Metalle verarbeiten. Vermutlich standen sie unter der Aufsicht der örtlichen Elite. Es besteht also eine Kette an Verarbeitungsschritten mit entsprechenden sozialen und ökonomischen Auswirkungen.

Abb. 9: Megiddo, Bronze- und Eisenverarbeitungsreste aus Bereich Q: Eisenschlacke (a, c); Magnet mit Hammerschuppen (b); Bronzetropfen (d).

7.2. Glasherstellung

Glas und glasähnliches Material wie → Fayence und Fritte werden ebenfalls mittels eines Schmelzofens produziert. Dafür wird der Hauptbestandteil Sand mit Pottasche und Soda oder Natron Wärme ausgesetzt. Für die Herstellung von Fayence sind 800° C zu erreichen, für Fritte 500–700° C. Für diese relativ niedrigen Temperaturen sind keine besonderen Ofenanlagen vonnöten und eine Identifizierung erfolgt meist anhand diagnostischer Beifunde. Die Herstellung von Rohglas erfordert indes höhere Temperaturen von mindestens 1000–1100° C und stellte somit besonders für den Beginn der Glasherstellung in der späten Bronzezeit eine besondere Herausforderung dar: zwar wurden sie bereits routinemäßig zum Schmelzen von Metall erreicht, doch standen dabei Brenngut und Brennstoff in direktem Kontakt. Bei der Glasherstellung aber musste indirekte Wärme angewandt werden, um eine Verunreinigung mit der Asche des Brennstoffs zu verhindern, und zudem musste die Temperaturverteilung gleichmäßig sein und über zehn Tage oder länger gehalten werden. Glas war übrigens möglicherweise zunächst ein Nebenprodukt bei der Verhüttung von Metallen, bevor es zu einer gezielten eigenständigen Herstellung kam. Einer anderen These zufolge wurde die Technologie samt fertigem Glas und erfahrenen Handwerkern aus weiter östlichen Gebieten importiert (Hauptmann et al. 2000).

Tiegel mit einer deutlich geringeren Wandstärke und weniger organischem Material, die daher weniger isolierend und besser leitend waren, sind daher vermutlich mit der Glasherstellung zu verbinden.

Spätbronzezeitliche Werkstätten zur Herstellung von Glas könnten in Ägypten in Qantir-Pi-Ramesse (Koordinaten: 30° 47′ 56″ N, 31° 50′ 9″ E), in Malkata (Koordinaten: 25° 42′ 55″ N, 32° 35′ 28″ E), Ghurab (Koordinaten: 29° 58' 16"N , 31° 8' 28" E) und Amarna (Koordinaten: 27° 39′ 42″ N, 30° 54′ 20″ E) gefunden worden sein, doch ist die Interpretation der dortigen Ofenstrukturen mit einer Zuweisung an die Herstellung von Glas, Fritte, Fayence, Glasur oder Ägyptisch Blau umstritten (Pusch / Rehren 2007).

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beschreibung der Glasherstellung auf Keilschrifttafeln in der Bibliothek des assyrischen Königs → Assurbanipal (668–626 v.Chr.) in → Ninive (Koordinaten: 36° 22′ 0″ N, 43° 9′ 0″ E): dabei wurde offenbar zwischen zwei Öfen unterschieden, einem mit vier Augen (kūri ša 4 īnīša) und einem mit Ablage (kūri ša takanni) – ersterer für Sinter- und Schmelzprozesse mit hohen Temperaturen, ohne Vorheizen, letzterer zum Schmelzen, und zwar in vorgeheiztem und nicht vorgeheiztem Zustand. Dieser hatte eine Öffnung, die geöffnet und geschlossen werden konnte. Leider können diese Angaben nicht mit archäologischen Funden verbunden werden (Schmidt 2019, 118–135; vgl. Abb. 10).

Abb. 10: Rekonstruktion eines römischen Glasofens mit Ablage und Tiegeln. So ähnlich dürfte der Ofen mit Ablage ausgesehen haben, der in der Anleitung zur Glasherstellung in Ninive genannt ist (vgl. Schmidt 2019, 129).

Das einmal erhaltene Rohglas der Primärproduktion wurde in Barrenform verhandelt und konnte in einer Sekundärproduktion an einem anderen Ort nochmals, in einem einfachen Ofen bei niederen Temperaturen eingeschmolzen und zu Objekten weiterverarbeitet werden, z.B. seit der Bronzezeit als kerngeformtes Glas und seit dem 1. Jh. v.Chr. mittels einer Glaspfeife in Form geblasen.

Abb. 11: Rekonstruktionsvorschlag eines kleinen römischen Glas-Schmelz- und Arbeitsofens. Entwurf und Realisierung Frank Wiesenberg (Römische Glashütte in der RömerWelt am caput limits).

Im Römischen Reich wurde die Herstellung von Rohglas und besonders die Weiterverarbeitung an vielen Orten betrieben (Abb. 11). Phönizien war jedoch so berühmt für seine Glashütten, dass Plinius der Ältere (nat. hist. 36,65f.) den Phöniziern sogar die Erfindung des Glases zuschrieb und explizit die Werkstätten in → Sidon hervorhebt. Es muss in der Levante etliche Produktionsstätten und damit auch Öfen gegeben haben, von denen wir jedoch nur wenige kennen – zu nennen ist etwa Beirut (Koordinaten: 33° 53′ 13″ N, 35° 30′ 48″ E), aus der Zeit zwischen 50 v. und 50 n.Chr. (Kowatli et al. 2008). Erst für die spätrömische bis islamische Zeit sind einige archäologisch bezeugt, so z.B. 17 Öfen byzantinischer Zeitstellung in Bet Eliezer (Koordinaten: 32° 27′ 0″ N, 34° 55′ 0″ E) bei Hadera und Apollonia-Arsuf (Abb. 12). Die Öfen dort bestehen aus einer zweiteiligen Brennkammer mit je einer separaten Öffnung sowie aus einer 2 x 4 m großen Schmelzkammer. Die Öffnungen der Öfen sind alle nach Südwesten ausgerichtet, um die saisonalen Winde für die Zirkulation in den Brennkammern zu nutzen. Nach einmaliger Nutzung wurden die Öfen zerstört, um das Rohglas herauszuholen. Aus diesem und anderen Befunden wurde geschlossen, dass die Öfen an Stellen mit guter Ressourcenverfügbarkeit eingerichtet wurden, also sowohl nahe an der Küste als auch an Holzbeständen. Die Glasherstellung erfolgte unter Ausnutzung der Winde saisonal und war offenbar nicht standorttreu. Die Weiterverarbeitung geschah sodann in den größeren Städten (Gorin-Rosen 2000).

Abb. 12: Foto eines Glasofens in Apollonia-Arsuf, Areal N, aus byzantinischer Zeit, gefunden während der Grabungen 2002 (Survey: Yura Smertenko).

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Schema eines Aufwind-Keramikbrennofens. Aus: Bentz, M. u.a. 2010, 93 Abb. 22 (Umzeichnung B. Geißler).
  • Abb. 2: Frühbronzezeitlicher, zweistöckiger Aufwind-Keramikbrennofen aus Lehmziegeln und Ton in Tel Lod. © Amir Golani, Israel Antiquities Authority.
  • Abb. 3: Schema eines antiken oberirdischen Tannurs. Aus: Dalman 1935, Abb. 18.6.
  • Abb. 4: Experimenteller Nachbau eines Tannurs und des Backens darin. © Seung Ho Bang, Lahav Research Project (https://www.biblicalarchaeology.org/daily/ancient-cultures/daily-life-and-practice/biblical-bread-baking-like-the-ancient-israelites/#gf_1; letzter Zugriff: 20.02.2025).
  • Abb. 5: Tell Beydar, Detail des Nord-Gebäudes, 3. Jt. v.Chr., mit dem ‘Tannur-Raum’ 61859 und angrenzenden Räumen (Plan). Aus: Rova 2014, fig. 11.
  • Abb. 6: Nachbau eines eisenzeitlichen Verhüttungsofens (Rennofen) zur Eisengewinnung aus dem Siegerland im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Wenn der Ofen Temperaturen über 800°C erreicht hat, ist die Flamme über der Gicht nahezu oder vollständig farblos. © LWL-Archäologie für Westfalen (M. Zeiler) (https://www.lwl-archaeologie.de/de/blog/achtung-experiment-teil-11/; letzter Zugriff: 27.03.2025).
  • Abb. 7: Megiddo, Luftaufnahme von Gebäude 12/Q/99 im Bereich Q, wo Hinweise auf Eisenverarbeitung gefunden wurden. Die Ausdehnung der „schwarzen Schicht” ist rot markiert. Die Fundorte der quadratischen Düsenfragmente (Abb. 8, Nr. 8) und des Tiegels (Abb. 8, Nr. 5) sind ebenfalls markiert. Aus: Yahalom-Mack u.a. 2017, fig. 8a.
  • Abb. 8: Megiddo, Funde der Metallbearbeitung in den Bereichen K und Q: Tiegel (Nr. 1-4), Gefäß (Nr. 5), Düsen (Nr. 6-8). Aus: Yahalom-Mack u.a. 2017, fig. 5.
  • Abb. 9: Megiddo, Bronze- und Eisenverarbeitungsreste aus Bereich Q: Eisenschlacke (a, c); Magnet mit Hammerschuppen (b); Bronzetropfen (d). Aus: Yahalom-Mack u.a. 2017, fig. 7.
  • Abb. 10: Rekonstruktion eines römischen Glasofens mit Ablage und Tiegeln. So ähnlich dürfte der Ofen mit Ablage ausgesehen haben, der in der Anleitung zur Glasherstellung in Ninive genannt ist, nach K. Schmidt 2019, 129. © Mark Taylor / David Hill (2005) (http://theglassmakers.co.uk/archiveromanglassmakers/furnace4.htm; letzter Zugriff: 03.04.2025).
  • Abb. 11: Rekonstruktionsvorschlag eines kleinen römischen Glas-Schmelz- und Arbeitsofens. Entwurf und Realisierung Frank Wiesenberg (Römische Glashütte in der RömerWelt am caput limits). © Foto: Vilma Ruppiene.
  • Abb. 12: Foto eines Glasofens in Apollonia-Arsuf, Areal N, aus byzantinischer Zeit, gefunden während der Grabungen 2002. (Survey: Yura Smertenko). © Oren Tal, Apollonia-Arsuf Excavation Project.

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