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(erstellt: Juli 2023)

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1. Zum quellsprachlichen Befund – das Fehlen von „Theologie“ in der griechischen Bibel – Anfänge bei den Vätern

Sämtliche später in den 27-Schriften-Kanon des Neuen Testaments eingegangenen Texte erzählen auf der Grundlage und unter Voraussetzung alttestamentlicher / biblischer Vorstellungen vom Handeln Gottes an der Welt resp. den Menschen und reflektieren dieses Handeln. Damit kann man für die „Sache“ / den Gegenstand der Theologie im biblischen Schrifttum Ansätze in vielfältiger Form benennen. Gleichzeitig gilt jedoch: Der griechische Begriff „Theologie“ („Rede“ / „Lehre“ / „Wissenschaft“ von Gott) fehlt sowohl in den Schriften des griechischen Alten Testaments als auch im später in den neutestamentlichen Kanon eingegangenen Schrifttum. Er entstammt der antik-griechischen Philosophie. Bei Platon bezeichnet „Theo-Logie“ in noch uneigentlichem Sinn jede Form der Rede / Erzählung von Gott in der Erziehung der Wächter. Die Dichtung soll der Jugend in der Polis das Bild guter und wahrhaftiger Götter vermitteln und negative Charaktereigenschaften von ihnen fernhalten (Politeia 376e–383c). Aristoteles reflektiert die „Theologie“ dann im Horizont der verschiedenen Arten von Wissenschaft. In seiner „Metaphysik“ (vgl. 1026a; 1064b u.a.) erklärt Aristoteles die betrachtenden Wissenschaften zur „höchsten Gattung“ aller Wissenschaften. Er unterscheidet hierbei die Mathematik, die Physik und die Theologie entsprechend ihrem jeweiligen Gegenstandsbereich. Das besondere Untersuchungsgebiet der Theologie ist nach Aristoteles das „Ewige“, „Unbewegliche“, „Abtrennbare“ / „Selbständige“. Die Theologie erforscht das „Ehrwürdigste unter allem Seienden“, „die würdigste Gattung des Seienden“.

Teils durch das hellenistische Judentum, teils in Vorgängen direkter Rezeption antiker Bildung fand der Theologiebegriff in die Lehre der altchristlichen Väter Eingang und wurde hier sehr unterschiedlich gefüllt. Vielfach im Rückgriff auf neutestamentliche Schriften, besonders auch auf den Apostel Paulus, zugleich aber in Adaption und Reflexion antik-philosophischer Konzepte bildet sich die Vorstellung aus, dass klar definierte Begriffe und begriffliche Unterscheidungen wie „Fleisch“ und „Geist“, „äußerer Mensch“ / „innerer Mensch“, „Geist“ und „Buchstabe“ u.a. Wesensmerkmale rechter „Theologie“ beschreiben. Die von Hause aus mehrheitlich narrative Grundstrukturierung der biblischen Texte wird somit in veränderter Zeit und unter veränderten philosophischen Prämissen neu durchdekliniert.

Grundsätzlich gilt für die weiteren Entwicklungen: Das, was erfragt wird und als Lehre / Rede von Gott ermittelt werden kann, verhält sich reziprok zum jeweiligen Theologie-Begriff bzw. zu der zugrunde liegenden theologischen Ästhetik (Wahrnehmungslehre; wie kann man überhaupt zu Aussagen über / von Gott kommen?).

2. Die Folgen der Aufklärung – „Theologie“ des Neuen Testaments im Bann der „Geschichte“

Der Theologie-Begriff in der neutestamentlichen Wissenschaft basiert bei allen Transformationen und aller Kritik, die er durchlaufen hat, auf Prämissen der Aufklärungsphilosophie. Man kann zwar Luther oder auch Calvin ebenso wie weitere Reformatoren durchaus als „biblische Theologen“ ansprechen. Doch können sie keineswegs einfach als dem reinen Wortsinn / Literalsinn verpflichtet oder gar als die Väter moderner historischer Methoden betrachtet werden; je nach Gattung ihrer Schriften, bewegen sie sich weiterhin in den Bahnen mittelalterlicher Schriftauslegung.

Die in komplexen Systemen entwickelte Gotteslehre der folgenden altprotestantischen Orthodoxie war ebenfalls der Überzeugung, dass sie in Entfaltung reformatorischer Theologie Axiome der biblischen Schriften selbst zur Sprache brachte. Hierbei folgte man der Methode der dicta probantia; d.h. biblische Texte wurden ggf. zum Steinbruch für Einzelaussagen, die die theologischen Thesen stützen sollten. Im Pietismus entdeckte man demgegenüber das erzählte lebendige Handeln Gottes in den biblischen Schriften neu.

Doch ist von „biblischer“ resp. „neutestamentlicher Theologie“ im wissenschaftlichen Sinn erst seit den fundamentalen Umbrüchen im Wissenschaftsgefüge zu sprechen, die mit der Aufklärung im Lauf des 18. Jahrhunderts einhergingen. Diese bezog sich auf empirisch Gegebenes, auf die Frage nach dem, „was tatsächlich war“, und hob die Bedeutung der Prüfung aller Befunde durch eine von dogmatischen resp. Glaubens-Annahmen unabhängige ratio (kritische Vernunft) hervor.

Wie der fundamental sich verändernde Wissenschaftsbegriff auf die Theologie des Neuen Testaments durchschlug, zeigt im Jahr 1787 die Antrittsrede Johann Philipp Gablers (1753-1826) in Altdorf bei Nürnberg mit dem Titel „Oratio de iusto discrimine theologiae biblicae et dogmaticae, regundisque recte utriusque finibus“ („Von der richtigen Unterscheidung der biblischen und dogmatischen Theologie und der rechten Bestimmung ihrer beiden Ziele“). Gabler stellt hier erstmals prononciert die biblische Theologie der dogmatischen Theologie gegenüber, und zwar so, dass er der ersten historischen Charakter, der zweiten dagegen eine didaktische Funktion zuweist. Biblische Theologie als historische Disziplin bezieht sich auf das, was die Verfasser der einzelnen biblischen Schriften präterial (in der Vergangenheit) gedacht haben; dogmatische Theologie richtet sich dagegen auf ein „Philosophieren“ im jeweiligen Kontext. „Theologie des Neuen Testaments“ hat es also nicht mit ewigen Wahrheiten, sondern mit zeit- und situationsgebundenen Überzeugungen zu tun. David Friedrich Strauss (1808–1874) brachte dieses Konzept später auf die Formel, „die wahre Kritik des Dogmas“ sei „seine Geschichte“ („Die christliche Glaubenslehre, in ihrer geschichtlichen Entwickelung und im Kampf mit der modernen Wissenschaft dargestellt“, Bd. 1, 1840, 71).

Einen entscheidenden Schritt weiter ging Georg Lorenz Bauer (1755-1806), der die in der altprotestantischen Orthodoxie begründete Lehre von der Theopneustie der Schrift (d.h. die Vorstellung, nicht Menschen, sondern der heilige Geist selbst stehe hinter jedem Wort und Zeichen der biblischen Schriften) als wissenschaftliches Postulat ablehnte („Biblische Theologie des Neuen Testaments“; 1800-1802). Die Disziplinen Altes und Neues Testament traten nun auseinander. Streng genommen gibt es erst von nun an eine eigenständige wissenschaftliche Theologie des Neuen Testaments. Unter der Fragestellung nach den soziohistorischen Konditionen der Entstehung der einzelnen Schriften kam eine Art Kettenreaktion in Gang, die auch das Neue Testament im Inneren erreichte. Ferdinand Christian Baur (1792–1860) legte seinen Arbeiten zur neutestamentlichen Theologie (vgl. „Geschichte des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten“; 1853; „Vorlesungen über die neutestamentliche Theologie“; postum publiziert 1864) ein Geschichtsbild zugrunde, welches sich der Philosophie des Geistes bei G. W. F. Hegel (1770-1831) verdankte. Unter der Annahme eines Dreischritts, in welchem der Welt-Geist zu sich selbst finde (These – Antithese – Synthese), differenziert Baur die theologischen Entwicklungen der ersten frühchristlichen Generationen, schematisiert und spitzt sie besonders in der Konfrontation der paulinischen Theologie mit den „Judaisten“ zu.

Als Fazit kann man festhalten: Theologie des Neuen Testaments gerät nach ihrer Befreiung aus den Banden der (auch protestantischen) Dogmatik im 18. und 19. Jahrhundert zunehmend in den Bann der zeitgenössischen Geschichtsphilosophie. Unter der Hand musste damit jedoch die Frage, wie Theologie im Sinne von etwas „Übergeschichtlichem“ (vgl. die Rede von „Übergeschichte“ bei Martin Kähler) überhaupt zu erheben wäre, wenn sich das Neue Testament als eine Sammlung disparater und zeitgebundener Schriften darstellt, immer brennender werden. Die Entwicklungen im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert sind nicht einfach auf einen Nenner zu bringen. Von erheblicher Bedeutung war die Jesus-Forschung der sog. Liberalen Theologie. Diese konnte der Annahme Vorschub leisten, alles im Neuen Testament könne und müsse letztlich auf die imponierende „Persönlichkeit“ Jesu sowie seine einfach konturierte Gotteslehre und Ethik zurückbezogen werden. In der Sache nahm Bernhard Weiß (1827-1918) diesen Zugang in seiner „Lehrbegriffmethode“ auf: „Biblische Theologie“ wurde anhand von grundlegenden Begriffen strukturiert, die auf die Lehre Jesu zurückbezogen wurden („Lehrbuch der biblischen Theologie des Neuen Testaments“; 1868, 6. Aufl. 1895). In anderer Hinsicht wurde das historisierende Paradigma durch die sog. Religionsgeschichtliche Schule intensiviert und erweitert.

3. Die sog. Religionsgeschichtliche Schule

Theologie des Neuen Testaments wurde durch die Vertreter der sog. Religionsgeschichtlichen Schule quasi noch einmal anders vom Kopf auf die Füße gestellt, indem dogmatische und geschichtsphilosophische Wahrnehmungsschemata zurückgestellt wurden und das tatsächlich gelebte Leben und die geübte religiöse Praxis im Rahmen und Kontext der antiken Religionen in den Fokus der Forschung rückten. Berühmte, für das Verständnis und die weitere Entwicklung der Disziplin eminent wichtige Arbeiten waren Wilhelm Boussets (1865-1920) „Kyrios Christos“ (Der Untertitel lautete: „Geschichte des Christusglaubens von den Anfängen des Christentums bis Irenaeus“; 1913) sowie Heinrich Weinels (1874-1936) „Biblische Theologie des Neuen Testaments“ (1911). Im Hintergrund wirkte William Wredes (1859-1906) Programmschrift „Über Aufgabe und Methode der sogenannten Neutestamentlichen Theologie“ (1897). Unter Zurückstellung der Annahme einer Sonderstellung des christlichen Glaubens wird dieser in die spätantike Religionsgeschichte eingeordnet. Ausgangspunkt ist nicht mehr der erst später, im Übergang vom 4. zum 5. Jahrhundert entstandene Kanon des Neuen Testaments; Ausgangspunkt ist vielmehr das frühchristliche Schrifttum der ersten Jahrhunderte in seiner gesamten Breite.

4. Deutschsprachige Theologie des Neuen Testaments nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges

Die neutestamentliche Theologie blieb im 20. Jahrhundert von den fundamentalen zeit- und weltgeschichtlichen Ereignissen nicht unberührt, wie sie in der deutschsprachigen protestantischen Theologie der Krise und des Wortes Gottes verarbeitet wurden. Die Liberale Theologie des 19. Jahrhunderts und ihre Resonanzen innerhalb der neutestamentlichen Theologie erschienen vielen nicht mehr als tragfähig, insbesondere ihre faktisch so wahrgenommene Reduktion auf die Aufgabe (religions-)historischer Explikation im Gefolge Gablers und Wredes. Verschiedene Neuaufbrüche waren zu verzeichnen, innerhalb derer u.a. auch eine Neuentdeckung der Schriften Luthers eine Rolle spielte. Stark vereinfacht kann man sagen: Die Neubestimmung der Aufgaben von Theologie unter dem Eindruck der Krise hatte zur Folge, dass anglophone, frankophone, skandinavische und insgesamt die internationale neutestamentliche Forschung sich von den Entwicklungen in Deutschland zu lösen begannen. Sehr stark vereinfachend, könnte man sagen: Die internationale Forschung verfolgte auf innovativen Wegen weiter das Programm Wredes; die Forschung in Deutschland blieb dagegen vielfach bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gegenüber Ansätzen der Religionshistorie des Frühchristentums skeptisch und zurückhaltend. Ihr Blick war durch ein im Zusammenhang der Krise neu gewonnenes, purifiziertes Verständnis von Theologie in Bann genommen. Die Auswirkungen dieser faktischen Gabelung der Wege sind z.T. heute noch spürbar, wenn international unter Begriffen wie (biblischer) „Theologie“, „Geschichte“ / „Theologiegeschichte“, „Religion“ / „Religionsgeschichte“ teils Verschiedenes verstanden wird.

Von eminentem Einfluss über den deutschsprachigen Raum hinaus waren die Beiträge Rudolf Bultmanns (1884–1976), kondensiert in seiner in letzter Lieferung 1953 vollständig erschienenen „Theologie des Neuen Testaments“. Bultmann nahm das zu seiner Zeit erarbeitete historische und religionshistorische Wissen in sein Werk auf. Im Rückblick betrachtet, erwies sich dabei insbesondere die gnostisch-antignostische Lektüre der paulinischen und johanneischen Theologie durch Bultmann als ein anachronistisches Konstrukt. Eben diese beiden neutestamentlichen Theologien, die des Paulus und des Johannes, bildeten jedoch gerade den Kernbereich des Werkes Bultmanns, insofern sich in ihnen „Theologie“ im Sinne einer Metareflexion der lebendigen Verkündigung des Gekreuzigten und Auferstandenen (das sog. „Kerygma“) artikuliere. Jesu Verkündigung, von Bultmann monographisch bereits 1923 behandelt, wurde dagegen unter die Voraussetzungen einer neutestamentlichen Theologie subsumiert. Im Prinzip auf der Linie von Bauer, Strauß u.a. hat auch Bultmanns „Theologie des NT“ ein theologiegeschichtliches reframing. Auch bei Bultmann gibt es einen Dreischritt der Entwicklungen. Die dritte Phase vollzieht sich dabei in Bultmanns Sicht faktisch degenerativ. Die eschatologische Spannung, die je eigen Kennzeichen der paulinischen und johanneischen Theologie ist, gehe in ihr mehrheitlich verloren.

Bultmann zielte nicht nur historische Deskription, sondern zugleich – grundsätzlich dem Impetus der Anfänge der dialektischen Theologie resp. der Wort-Gottes-Theologie verpflichtet – eine Überwindung der Diastase von distanzierter religionshistorischer Betrachtung und der Akzeptanz des Gültigkeitsanspruchs der neutestamentlichen Texte auf das Leben der Auslegenden / der Rezipienten (sog. Subjekt-Objekt-Diastase) an. Im Hintergrund stand in der Sache die von Karl Barth (1886-1968) erhobene Forderung, dass die Auslegung neutestamentlicher Texte nicht in der explicatio steckenbleiben dürfe, sondern vielmehr zur applicatio voranzuschreiten habe (vgl. das berühmt gewordene Dictum in der 2. Fassung von Barths „Der Römerbrief“, 14: „Kritischer müssten mir die Historisch-Kritischen sein!“). Eine zentrale Weichenstellung, deren Ursprünge auf Wilhelm Herrmann (1846-1922), den Lehrer R. Bultmanns, zurückgeführt werden können, bietet der Zugang zur Theologie über den Bezugspunkt des Menschen. Bultmann wollte dabei, anders als ihm in teils vehementer Kritik unterstellt wurde, die Theologie keineswegs in Anthropologie auflösen; sein Ausgangspunkt war vielmehr ein dezidiert theologischer; insofern man über Gott nicht reden könne, könne sein Handeln nur anhand seiner Auswirkungen auf das menschliche Leben erfasst werden. Entsprechend setzte Bultmann im zentralen Paulusteil von einer Definition des Menschen als „Leib“, „Geist“, „Herz“, „Seele“, „Fleisch“, „Gewissen“ u.a. her an. Terminologische explicatio vermochte hier auch in ein fruchtbares Gespräch mit der zeitgenössischen Philosophie der Existenz zu treten (Martin Heidegger). Neutestamentliche Theologie war für Bultmann vor allem dort bei ihrer Sache, wo der Text resp. das den Menschen anredende Wort diesem die Überprüfung seines sog. „Selbstverständnisses“ abverlangt und eine Neuausrichtung desselben unausweichlich fordert.

5. Weitere Entwicklungen – Kritik – Die Zäsur der Entdeckung der frühjüdischen Theologie in der neutestamentlichen Wissenschaft

Bultmanns Werk war durch Klarheit, Stringenz und Geschlossenheit der Konzeption gekennzeichnet; es stand in seiner Zeit weithin konkurrenzlos, es bediente sämtliche Felder, nämlich sowohl dasjenige der historisch-religionshistorischen Rekonstruktion als auch das der theologisch-wissenschaftlichen Interdisziplinarität (Bultmann schloss z.T. bewusst an Luther an, wie er in der damaligen Lutherforschung verstanden wurde) bzw. der transtheologischen Gesprächsfähigkeit und Applikation. Es hat mehrere Jahrzehnte lang die wissenschaftliche Diskussion bestimmt, und sei es auch im teils kräftigen Widerspruch. Denn zeitgleich gab es im deutschsprachigen Raum auch Zugänge zur Disziplin „Theologie des Neuen Testaments“, die bewusst andere Wege beschritten. Von großer Bedeutung, indem sie sich vom main stream an den deutschen Fakultäten nicht beirren ließen, waren insbesondere die heilsgeschichtlich konturierten Entwürfe von Leonhard Goppelt (1911-1973) und Oscar Cullmann (1902-1999). Beide Forscher urteilten auf je unterschiedlichen Wegen in der Frage nach dem historischen Jesus anders als Bultmann. Sie waren u.a. ihrer Zeit darin voraus, dass sie gesamtbiblische Ansatzpunkte bereits stärker beachteten; zugleich waren die heilsgeschichtlichen Konzepte für Strömungen ökumenischer Theologie anschlussfähig, wie sie sich nach dem zweiten Weltkrieg etablieren konnten. Joachim Jeremias (1900-1979) ging in anderer Weise gezielt vom Wirken und der Verkündigung des historischen Jesus aus. Nicht zuletzt auch auf die Forschungen von Jeremias (seine „Neutestamentliche Theologie“ blieb fragmentarisch auf den ersten Band beschränkt) ist es zurückzuführen, dass eine verfehlte Extrapolation Jesu, seiner Verkündigung und seiner Taten, aus einer Theologie des Neuen Testaments heute keinen gangbaren Weg der Forschung mehr beschreibt (vgl. den berühmten ersten Satz von R. Bultmanns „Theologie“: „Die Verkündigung Jesu gehört zu den Voraussetzungen der Theologie des NT und ist nicht ein Teil dieser selbst“; Bultmann, Theologie, 1). Die spätere christliche Theologie- und Dogmengeschichte hat im Sinne des neutestamentlichen Zeugnisses durchaus sachgerecht entschieden, nicht lediglich ein „dass“ des Gekommenseins Jesu als bedeutsam festzuhalten resp. das Datum seines Todes; vielmehr wurde im Einklang mit dem neutestamentlichen Zeugnis, insbesondere den Jesuserzählungen der Evangelien, festgehalten: Der irdische Jesus ist mit seiner unverwechselbaren heilsamen Botschaft und Praxis nicht nur der Auslöser, sondern auch der bleibende kriteriologische Bezugspunkt derjenigen Bewegung, der wir die später in den Kanon eingegangenen Schriften des Neuen Testaments verdanken. Diesen kriteriologischen Bezugspunkt kann und darf eine Theologie des Neuen Testaments als solchen nicht aus dem Blick verlieren.

Neben den verschiedenen, durchaus sehr eigenständigen Beiträgen von Schülern und Schüler-Schülern R. Bultmanns wären auch katholische Arbeiten zur Theologie des Neuen Testaments vorzustellen, die erst seit den 1950er Jahren einsetzten und möglich wurden (vgl. Max Meinertz [1950]; Joseph Bonsirven [1951]; Karl Hermann Schelkle [1968-74]). Von eigentlich wissenschaftlichen Werken, die sich auch kritischer Methoden bedienen durften, ist auf Seiten der römisch-katholischen Theologie erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil zu sprechen.

Muss die Disziplin Theologie des Neuen Testaments als „made in Germany“ gelten (so Robert Morgan), so sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts doch auch monographische Beiträge aus der anglophonen Welt zu verzeichnen (vgl. z.B. George E. Ladd [1974]; Donald Guthrie [1981]; Leon Morris [1986] u.a.). In ihnen zeigt sich, dass die geistesgeschichtlichen Entwicklungen in Europa im Gefolge der Aufklärungsphilosophie keineswegs eo ipso weltweit vorauszusetzen sind, in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten vielmehr andere geistes- und frömmigkeitsgeschichtliche Bezugspunkte mit wirksam sein können.

Die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bestimmenden Zugänge erwiesen sich mehrheitlich vor allem in Hinsicht auf ihre Wahrnehmung des antiken Judentums als Wurzelboden und Sprachlehre neutestamentlicher Theologie sukzessive als revisionsbedürftig. Von der immer breiteren und interreligiös-interkonfessionell unbefangeneren Erforschung des Frühjudentums wurden nahezu alle Felder einer Theologie des Neuen Testaments seit den 1970er Jahren erfasst. Im Kern betroffen von notwendigen Revisionen waren und sind z.B. das Verständnis der jesuanischen Ansage der Königsherrschaft Gottes in ihrem antikjüdischen Kontext sowie das der verschiedenen Interpretationen des Todes Jesu. Im Kern tangiert war das Tora-Verständnis in den neutestamentlichen Schriften; immer deutlicher wurde, dass dieses nicht im Sinne christlich-dogmatischer (insbesondere auch lutherischer) Lehren über das „Gesetz“ als theologische Größe erschlossen werden kann und darf. Damit waren in der Sache auch ältere Interpretationen der paulinischen Rechtfertigungslehre, wie sie teils im bewussten Anschluss an Luther vorgetragen wurden, wissenschaftlich brüchig. Neutestamentliche Theologie ist demnach nicht gegen das frühe Judentum als „Leistungsreligion“ bzw. als „werkgerechte“ Form von Religiosität in Stellung zu bringen; die paulinische Rechtfertigungslehre und auch sein Verständnis der Tora bieten keine Gegenthese zum Judentum. Insgesamt wurde das hermeneutische Wahrnehmungsschema, das man bisweilen als „Prophetenanschlusshypothese“ bezeichnet hat, fragil und hinfällig. Nach diesem in älteren Beiträgen zur Theologie des Neuen Testaments mindestens implizit wirksamen Schema habe Israel in der Frühzeit (v.a. die vorexilische Gerichtsprophetie; Amos, Hosea u.a.) ein reiches und vertieftes Gottesverständnis besessen. Dieses sei jedoch durch eine verfehlte Fixierung auf das „Gesetz“ und schließlich in der Kasuistik des sog. „Spätjudentums“ mehr und mehr verlorengegangen. Jesus und Paulus hätten dann ein quasi gealtertes Judentum von sich selbst befreit. Dieses hermeneutische Geschichtsmodell, das fatale Folgen nicht nur für die Wahrnehmung des zeitgenössischen Judentums, z.B. die Bewegung der Pharisäer, hatte, sondern auch weit über die neutestamentliche Wissenschaft in verhängnisvoller Weise wirksam gewesen ist, wurde durch die Forschung überwunden. Was noch in den größeren Entwürfen einer Theologie des Neuen Testaments im 20. Jahrhundert vielfach allenfalls ansatzweise sichtbar werden konnte, beschreibt heute einen weit reichenden common sense: Das älteste Christentum ist – gerade auch in seinen Möglichkeiten, von Gott zu sprechen – zunächst eine Richtung innerhalb des antiken Judentums neben anderen, bevor es sich – deutlich später und kontinuierlicher, als man früher meinte – als Devianzbewegung aus diesem zu lösen begann – ohne den verbindenden Wurzelboden je ganz zu verlieren.

6. Zuständigkeitsbereiche, Aufgabenfelder und bleibende Probleme der Theologie des Neuen Testaments

Aufgrund der komplexen theologiegeschichtlichen Hintergründe des 20. Jahrhunderts und der sich seitdem immer weiter verzweigenden internationalen neutestamentlichen Wissenschaft ist es unmöglich, jüngere und jüngste Entwürfe und Beiträge zu einer Theologie des Neuen Testaments in eine einfache übergreifende Matrix vergleichend einzuschreiben. Im Folgenden können Zuständigkeitsbereiche, Aufgabenfelder sowie auch nach wie vor ungelöste Probleme („tough nuts“) lediglich auswahlweise angesprochen werden.

6.1 Die Aufgabe

Geht man von forschungsgeschichtlich gewichtigen Beiträgen zur Theologie des Neuen Testaments aus (siehe oben), so hätte diese den jeweils aktuellen Forschungsstand sämtlicher Teildisziplinen der neutestamentlichen Wissenschaft in sich aufzunehmen. Auf der Basis der Gesamtheit des erarbeiteten Wissens zu den einzelnen neutestamentlichen Schriften und ihrer kommunikativen Verortung in ihrer Zeit und Welt wäre das konzentrierte Befragen auf die Gottesaussagen hin und wäre die systematisierende Durchdringung einer solchen Befragung quasi die „Krone“ (vegetationsmetaphorisch: als zuletzt gewachsener und sichtbar-schmückender Teil eines Baumes) fachlich-neutestamentlicher Beschäftigung.

Entsprechende Erwartungen an die Disziplin sind allerdings heute nicht mehr zu erfüllen – und waren faktisch auch im 19. und 20. Jahrhundert unerfüllbar. Jede, sei es auch noch so ausführliche Gesamtdarstellung, muss notwendiger Weise auswählen; keine Darstellung entgeht einem point of view, d.h. einem jeweiligen Standpunkt und wissenschaftlichen Schwerpunkt einer Verfasserin oder eines Verfassers.

Eine neutestamentliche Theologie wird sich dort, wo sie ihre eigene Forschungsgeschichte realisiert und wo der Theologie-Begriff nicht als solcher verloren gehen soll, nicht in einer reinen Faktenakkumulation erschöpfen, sondern vielmehr Schritte intellektueller Aneignung und systematischer Durchdringung beinhalten. Diese sollten ihrerseits wissenschaftlich, im Wechselgespräch mit anderen Fächern der Theologie, ggf. aber auch im interdisziplinären Gespräch über die Theologie hinaus vertieft und abgestützt sein. Die der neutestamentlichen Wissenschaft dabei nach wie vor am nächsten liegenden Fächer finden sich in den Philologien der beteiligten antiken Sprachen, insgesamt in den klassischen Altertumswissenschaften sowie auch in der Literaturwissenschaft.

Erste Aufgabe der Theologie des Neuen Testaments bleibt es, die in den späteren Kanon eingegangenen Schriften des Neuen Testaments in ihren vielfältigen Äußerungen über das Handeln Gottes quasi „zum Leuchten“ zu bringen. Da das Neue Testament ein griechisches Buch darstellt, sind Schätze im Bereich der theologischen Aussagen vielfach nur auf der Grundlage des griechischen Urtextes zu gewinnen. Wie auch immer Strukturierungen und Gewichtungen im Einzelnen anzusetzen sind: Materialiter werden die Schriften des Apostels Paulus und seiner Schüler, die synoptischen Evangelien und das Johannesevangelium in Gesamtdarstellungen eine zentrale Bedeutung erhalten. Die Anordnung und Durchdringung ihrer Theologien ist dependent vom jeweiligen Ansatz; bei einem historisch-theologiegeschichtlichen Zugang wird möglicherweise ein Abschnitt zur Theologie Jesu vorgeschaltet (siehe oben zu J. Jeremias u.a.). Die Frage, wie dies methodisch durchzuführen ist, bleibt sehr umstritten.

Sofern eine Theologie des Neuen Testaments nicht additiv-flächig vorgeht und eine Schrift nach der anderen behandelt, hängt die Zuordnung der weiteren Texte immer auch von systematischen Entscheidungen ab. Ein Beispiel ist die Frage, an welchem Ort eine neutestamentliche Theologie auf den Jakobusbrief zu sprechen kommt, der in der protestantischen Tradition und Theologie stark unter dem Verdikt Luthers zu leiden hatte. Die Annahme Luthers, dass der Jakobusbrief sich quasi direkt und ungebrochen gegen die paulinische Rechtfertigungslehre richte (vgl. Jak 2,14–24), ist jedoch nicht aufrechtzuerhalten; der Brief ist zudem in seiner weisheitlichen Prägung theologisch viel reicher, als die – gerade in der protestantischen Forschung – eng geführte Interpretation, die sich vielfach auf das 2. Kapitel des Briefes beschränkte, erkennbar werden ließ.

Systematisch-theologische Unterscheidungen werden in der Theologie des Neuen Testaments immer eine Rolle spielen. Die Furcht vor der Dogmatik, wie sie von Gabler und Wrede herkommend im Fach mindestens implizit immer gegeben war, vermag an diesem Befund nichts zu ändern. Eine Theologie des Neuen Testaments hat vielmehr die Aufgabe, den eigenen theologischen Standort explizit zu machen. Ein quasi neutrales Verfahren gibt es nämlich nicht. Vertiefte Dimensionen kann die Theologie des Neuen Testaments in patristischen Untersuchungsschritten gewinnen. Die Väter waren die frühesten Leser und Interpreten der neutestamentlichen Texte, sie kannten die antike Literatur und waren philologisch zumeist versierter, als es neuzeitliche Rezipienten sind. Das Programm einer wirkungs- und auslegungsgeschichtlich qualifizierten Theologie des Neuen Testaments ist noch kaum eingelöst.

6.2 Umgang mit dem Problem von Einheit und Vielfalt

Die Theologie des Neuen Testaments hat sich den literarischen Gegebenheiten und Bedingtheiten ihrer Texte aufrichtig und gewissermaßen sine ira et studio (d.h. unparteiisch, nur der Wahrheitssuche verpflichtet) zu stellen. Sie wird immer achtsam dafür sein, nichts eigenen theologischen Provenienzen und Vorlieben leichtfertig anzunähern; und wenn entsprechende Schritte eines Gesprächs mit eigenen theologischen oder kirchlichen Positionen vorgesehen sind, so sind diese als solche redlich transparent zu machen. Besondere Sensibilität erfordert dabei das Problem interpretativer „Vereinheitlichung“ von „Vielfalt“.

In jüngeren und jüngsten internationalen Entwicklungen der Erforschung neutestamentlicher Theologie wird bisweilen ein kräftiger Wunsch nach Homogenisierung von inhaltlich-thematischen Positionen, nach Kompaktheit und Eindeutigkeit erkennbar. Einzelzeugnisse des Neuen Testaments sollen so eng und geschlossen wie irgend möglich aufeinander zubewegt werden, „Lücken“ und „Leerstellen“, auf die die historische Forschung stößt, sollen nach Möglichkeit gefüllt und überwölbt werden. Der Kanon des Neuen Testaments, der keine Größe der neutestamentlichen Zeit ist, wird teils als faktisch-normativer Ausgangspunkt genommen. Ein entsprechendes Vorgehen und eine solche Intentionalität sind aus der Geschichte des Faches heraus verständlich. In manchem erinnern die Entwicklungen an die konservative Exegese im 19. Jahrhundert. Wie bereits seinerzeit, entstehen die Probleme dort, wo wissenschaftlich unbefangene Wahrnehmung und Interpretation durch vorgeordnete theologische Postulate begrenzt wird. Die Vielfalt sehr unterschiedlicher Ansätze und Konzepte der Rede von Gott in den neutestamentlichen Schriften ist als solche nicht zu negieren. Wie kann eine Theologie des Neuen Testaments sie zusammenführen?

Ein denkbares und starkes Modell könnte darin bestehen, dass man auf die Behauptung von inhaltlicher Einheit verzichtet und davon ausgeht, dass sich – theologisch gesprochen – das „Wort“ je neu und kontingent „ereignet“. Ein solcher Zugang hätte seine Stärke darin, dass er dem soziohistorischen Gewordensein der einzelnen frühchristlichen Texte unbefangen begegnen kann. Eine Schwäche liegt in der Gefahr einer Atomisierung des Glaubens der frühen Christen in disparate Gelegenheitsäußerungen.

Theologie- und auslegungsgeschichtlich stehen dem verschiedene Versuche gegenüber, einen bestimmten Bereich innerhalb des Neuen Testaments zu identifizieren, der als besonders werthaltig resp. kriteriologisch gelten kann im – dann festgestellten bzw. behaupteten – Unterschied zu Texten oder Themen nachgeordneter resp. peripherer Bedeutung. Ein sog. „Kanon im Kanon“ (eine Richtschnur zur Orientierung innerhalb des 27-Schriften-Corpus) zielt dabei nicht eo ipso auf einen bestimmten fixen Textbestand, z.B. die Paulusbriefe. Vielmehr meint er eine Richtschnur, eine Scheidung der Geister, die ggf. auch innerhalb ein- und derselben Schrift ansetzen kann. Die Schwierigkeit sämtlicher „Kanon im Kanon“-Zugänge besteht allerdings darin, dass sie sich stets reziprok zu den Positionen derer verhalten, die sie propagieren, und dass ein solches Verfahren nur schwer wissenschaftlich zu fundieren ist.

So bliebe als ein weiteres Modell, die Vielfalt durch die übergeordnete Vorstellung der „Geschichte“ zusammenzuhalten. Das Verbindende, das Invariante wäre dann gerade die (religions-)historische resp. die überlieferungsgeschichtliche / traditionsgeschichtliche Diachronie (d.h. Texte und Vorstellungen liegen zeitlich innerhalb einer Entwicklung auseinander). Wie oben skizziert, arbeiten alle großen Entwürfe einer Theologie des Neuen Testaments faktisch nicht unabhängig von Hypothesen bezüglich der Entstehung, Etablierung und Ausbreitung des Frühchristentums. In entsprechende hypothetische Gerüste lassen sich dann Annahmen bezüglich soziopolitischer Situierungen von Schriften integrieren. Sichtbar werden dann ggf. „Ausgangspunkte“, „Vorgaben“, „Entwicklungen“, „Entfaltungen“, „Transformationen“ oder auch „Brüche“ und „Sprünge“; entsprechende Modelle lassen auch Raum für die Einsicht, dass einzelne Texte sich präziser Verortung im chronologischen bzw. soziohistorischen Rahmen widersetzen. Die Schwierigkeit ähnlich gelagerter Zugänge besteht darin: Wie können sie verhindern, dass „Wahrheit“ zum kontingenten fluidum wird, wie können sie Bleibendes, Invariantes resp. Normativ-Gültiges als solches festhalten? Ein erster Schritt zur Antwort auf solche Fragen besteht in der Erkenntnis, dass das Neue Testament selbst diese Problematik realisiert; in den späteren Schriften des neutestamentlichen Kanons wird darum die verbindlich-normative „Lehre“ und werden auch communitas-Regeln und Strukturen, die auf das „Bewahren“ zielen, stärker betont. Eine Theologie des Neuen Testaments könnte darum sachgerecht auch von ihrem Ende her geschrieben werden, nicht – wie dies zumeist geschieht – von ihren „liminalen“ (d.h. den im Aufbruch und Umbruch befindlichen) Anfängen bei Paulus (oder ggf. bei der ältesten Jesusbewegung). In Forschungsbeiträgen des 20. Jahrhunderts wurde ein solcher Zugang zur Thematik, dessen Anfänge im Neuen Testament selbst begründet sind, in verfehlter Weise als „frühkatholisch“ verdächtigt (E. Käsemann).

6.3 Theologie des Neuen Testaments und „Religion“ des Frühchristentums

Konnten die Ansätze der sog. Religionsgeschichtlichen Schule die Erforschung der Theologie des Neuen Testaments durchaus befruchten, so müssen diese älteren Religionsforschungen heute als in vielem nicht mehr tragfähig gelten. Aus vielfältigen Gründen haben im Lauf des 20. Jahrhunderts die Wege der „Theologie“ und der „Religions“-Forschung“ immer weiter auseinandergeführt. Das Wrede’sche Programm einer Religionshistorie des Frühchristentums ist – geht man von der Fülle verschiedener wissenschaftlicher Ansätze der jüngeren und jüngsten Religionsforschung aus – unter veränderten Vorzeichen ein Terrain für weitere Forschung; es wurde – mindestens im deutschsprachigen Raum – nicht in der Breite und Intensität weiterverfolgt, wie das einer „Theologie des Neuen Testaments“ (vgl. die Arbeiten von H. Räisänen, G. Theißen u.a.). Die Frage, ob und wie beide Wissenschaftsfelder in der Arbeit an den neutestamentlichen Texten wieder stärker angenähert können, ist eine offene und höchst umstrittene Frage, umstritten und bestritten nicht zuletzt auch von Seiten der Religionswissenschaft.

Mit „Religion“ beschäftigt sich heute nicht nur die „Religionsgeschichte“, sondern auch die Religionssoziologie, die Religionsethnologie und -psychologie. Darüber hinaus gibt es Forschungen zur Religionsästhetik und Religionsökonomik u.a. Der forschungsgeschichtliche Rückblick zeigt das christliche Erbe der Religionswissenschaft, das als solches wissenschaftliche Probleme geschaffen hat. Westliche / europäische theologische Postulate haben das Verständnis dessen, was „Religion“ denn sei, vielfach vorentschieden und präformiert, das betraf und betrifft auch Konstruktionen innerhalb der Theologie des Neuen Testaments (personaler „Gottes“-Begriff; individueller „Glaube“; „Gefühl“; „Erlösung“ / „Rettung“; Annahmen über „Unendliches“ und andere Zeitkonzepte u.a.).

Konzepte, die nicht – wie z.B. die semantisch-symbolische Religionsforschung –von doktrinalen Aspekten her ansetzen, d.h. nicht belief-zentriert sind, sondern „Religion“ zunächst einmal als eine „Praxis“ zu fassen suchen, als einen Komplex / ein Set von Handlungen, können z.B. dem antiken Judentum, aus dem das Christentum als Devianzbewegung heraustrat, adäquater erscheinen als Rekonstruktionen von „Glaubensaxiomen“ o.ä. Die Frage ist, wie dem in der Theologie des Neuen Testaments Raum und Geltung zu geben ist, die ja von Hause aus auf (verbindliche) „Lehr“-Bildung zielt und damit ihre christliche Formatierung nicht verleugnen kann. Doch kann eine Theologie des Neuen Testaments die beträchtlichen Veränderungen der jüngsten wissenschaftlichen Religionsforschungen gegenüber dem 19. und 20. Jahrhundert nicht ignorieren, und es ergeben sich jenseits und quer stehend zu älteren Grenzdefinitionen neue Möglichkeiten für ein interdisziplinäres Gespräch von Theologie des Neuen Testaments und Religionsforschungen.

6.4 (Gesamt)biblische Theologie

Seit den 1970er Jahren ist ein gewichtiger Neueinsatz innerhalb wissenschaftlicher Bemühungen um die Theologie des Neuen Testaments zu verzeichnen, der die im Gefolge der Aufklärung allmählich vollzogene Trennung von alttestamentlicher und neutestamentlicher Theologie zu revidieren sucht. Einzelne Forschende sowohl aus dem Bereich der alttestamentlichen als auch aus dem der neutestamentlichen Wissenschaft erkennen in der Suche nach dem Verbindenden der beiden Teile der christlichen Bibel ein primäres Forschungsziel, nachdem die Forschung ca. zweihundert Jahre das Trennende / Individuelle, Unverwechselbare und Unwiederholbare der beiden Teile der christlichen Bibel betont hatte. Die „Theologie des Neuen Testaments“ avanciert innerhalb dieses Neuaufbruchs zur „biblischen Theologie“; teils wird auch von „biblischer Theologie des Neuen Testaments“ gesprochen, um die nach wie vor gültigen Fach- und Zuständigkeitsgrenzen nicht zu nivellieren. Die Begrifflichkeit variiert und ist nicht immer klar.

Alle später in den neutestamentlichen Schriftenkanon eingegangenen Texte setzen die Bibel als qualifizierte „Schrift“ voraus. Jesus argumentiert nach dem Bild der Evangelien beständig aus der „Schrift“; das, was „geschrieben“ ist, entscheidet z.B. in den Streitgesprächen der Evangelien die Auseinandersetzung (vgl. Mk 2,1-3,6; Mk 11,27-12,37 u.a.). Nahezu alle neutestamentlichen Schriften beziehen sich ausdrücklich oder doch implizit auf die Septuaginta zurück. Theologisches Arbeiten am Neuen Testament kann folglich immer nur in dem Bewusstsein der Existenz von Tora, Propheten und „Schriften“ geschehen.

Möglichkeitsbedingungen und Modelle einer konkreten Durchführung einer Theologie der ganzen Bibel resp. „biblischen“ Theologie des Neuen Testaments sind freilich weiterhin höchst umstritten (vgl. M. Oeming). In ganz anderer Weise stellt sich hier auch nochmals das Problem von „Einheit“ und „Vielfalt“ (siehe oben). In verschiedener Weise wurden Postulate traditionsgeschichtlicher resp. heilsgeschichtlicher Kontinuitäten der gesamtbiblischen Geschichte zur Diskussion gestellt. Entsprechende traditionsgeschichtliche Konstruktionen, die sich um Begriffe wie „Tora“ / Weisung, „Bund“, „Verheißung“, „Versöhnung“ / „Sühne“ u.a. gruppieren, brauchen eine chronologische Grundierung und rechnen mit „Entwicklungen“. Dabei stoßen sie früher oder später auf das Problem, dass das Neue Testament an die biblischen Schriften Israels vielfach nicht direkt anschließt. Vielmehr erfolgen Anschluss und Rezeption durch das zeitgenössische Judentum hindurch. In wissenschaftlicher Hinsicht bleibt die Iuxtaposition (die Nebeneinanderstellung) der beiden Teile der christlichen Bibel darum ggf. unvollständig; Kenntnisse der Schriften und Theologie der frühjüdischen Menschen ab der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis in die römische Zeit hinein sind von fundamentaler Bedeutung für das Verstehen der Bibel durch die frühen Christinnen und Christen.

Nicht alle „alttestamentlichen“ / biblischen Schriften werden im Neuen Testament gleichmäßig wahrgenommen und berücksichtigt. Nicht alle neutestamentlichen Schriften begründen ihre Aussagepotentiale gleichmäßig bezogen auf Zeugnisse der Schriften Israels. Darum kann eine erschöpfende „Theologie des Neuen Testaments“ nicht allein von solchen tatsächlich verifizierbaren Bezügen resp. von den expliziten biblischen Zitaten ausgehend geschrieben werden.

Sowohl in der alttestamentlichen als auch in der neutestamentlichen Bibelhermeneutik wird seit Längerem nach einer „Mitte“ der jeweiligen „Testamente“ gefragt. Gemeint ist damit eine Art sachliches Gravitationszentrum resp. eine Art Grunderzählung. Die Frage stößt schon bezogen auf das Alte Testament und das Neue Testament für sich genommen auf beträchtliche Schwierigkeiten (siehe oben). Kann man eine Erzählung, wie sie die Geschichtsbücher des Alten und des Neuen Testaments als Sprachform je eigen prägt, überhaupt in einem Begriff oder Satz zusammenfassen? Ist etwas damit gewonnen, wenn man feststellt, dass im Zentrum des Neuen Testaments Jesus Christus stehe? Die Probleme potenzieren sich, wenn nach einer „Mitte“ resp. einer Art basic story der ganzen Bibel gefragt wird.

Der sog. „canonical approach“, wie ihn der Alttestamentler Brevard S. Childs unternommen hat und der höchst kontrovers diskutiert wurde, muss schon mit der Schwierigkeit umgehen, dass die frühchristlichen Autoren vielfach nicht diejenige „Schrift“ / den „Kanon“ vor Augen hatten, den neuzeitliche Bibelleser erwarten würden; jedenfalls ist Ausgangspunkt der meisten neutestamentlichen Autoren die Septuaginta (das griechische Alte Testament), nicht der Text der hebräischen Bibel; und die textkritische Forschung zeigt darüber hinaus, dass es „den einen“ kanonischen Urtext der biblischen Schriften nicht gegeben hat bzw. dieser sich trotz eines mehrheitlich stabilen Textbestandes nicht lückenlos erheben lässt. „Gesamtbiblische“ Zugänge haben ggf. auch mit der Kritik umzugehen, sie vereinnahmten die Dokumente Israels und schlössen jüdische Lektüren, die nicht vom Christuszeugnis des Neuen Testaments her kommen, aus. Trotz entsprechender Gefährdungen und Kritik ist das Forschungsfeld der Theologie des Neuen Testaments mit den biblisch-gesamtbiblischen Neuansätzen seit den 1970er Jahren so beträchtlich bereichert worden und sind ältere Engführungen und Fehlansätze einer Wissenschaft irreversibel korrigiert worden, die das Neue Testament vielfach zuerst aus der nichtjüdischen griechischen Welt erklären wollte, dagegen nicht zunächst aus den biblisch-jüdischen Wurzeln.

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