Deutsche Bibelgesellschaft

Textsorten und Begriffe

(erstellt: Oktober 2024)

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1. Die Frage der Terminologie

In der neutestamentlichen Wissenschaft finden verschiedene Begriffe Verwendung: ‚Gattung‘, ‚Textsorte‘, ‚Form‘ und ‚Genre‘, die nicht immer klar voneinander unterschieden werden.
Im Lexikon der Bibelhermeneutik legt Volker Eisenlauer folgende Definition für den Begriff ‚Textsorte‘ vor: „Der Begriff T(extsorte) referiert auf Gruppen von Texten, die auf der Basis grundlegender und wiederholbarer Merkmale klassifiziert und von anderen Textgruppen abgegrenzt werden. Im Unterschied zum Gattungsbegriff beschränken sich T(extsorte)n nicht auf die Klassifikation ästhetisch geprägter Texte, sondern schließt alle Arten von Texten mit ein“ (Eisenlauer, Textsorte, 594).
Dass die Bestimmung der Begriffe ‚Textsorte‘ und ‚Gattung‘ in der neutestamentlichen Wissenschaft häufig nahe beieinander liegen, zeigt die Definition des Gattungsbegriffs bei Anders Klostergaard Petersen: „G(attung) lässt sich als eine Gruppe von Schriften definieren, die gemeinsam von einer kohärenten, sich wiederholenden und in steter Veränderung begriffenen Konfiguration literarischer Merkmale zeugen, was sowohl formale wie inhaltliche und funktionelle Aspekte einschließt. Eine G(attung) fungiert in diesem Sinne als Matrize für das Lesen eines Werkes. Zwar wird G(attung) oft synonym mit Form verwendet, aber aus heuristischen Gründen sollte hier differenziert werden. Es empfiehlt sich, ‚Form‘ für den konkreten Einzeltext und ‚G(attung)‘ für den durch Abstraktion erhobenen Texttypus zu verwenden“ (Petersen, Gattunge(en), 190).
Die Unterscheidung zwischen ‚Gattung‘ und ‚Form‘ ist in der neutestamentlichen Wissenschaft deutlich: „G(attung) bez(eichnet) ntl. Erzähl- und Argumentationsmuster, F(orm) deren individuelle Ausprägung im Kontext eines ntl. Buches und in dessen Traditionen“ (Dormeyer, Formen/Gattungen, 190).
Die Unterscheidung zwischen Gattung und Textsorte hingegen ist nicht ebenso trennscharf, denn „[d]er klassische, literaturwissenschaftliche Begriff Gattung wurde in der linguistischen Wende der 70er Jahre von dem texttheoretischen Begriff Textsorte ersetzt. […]. Die Anforderungen an beide Begriffe sind ähnlich“ (Dormeyer, Erzählende Gattungen). In der neutestamentlichen Wissenschaft werden ‚Gattung‘ und ‚Textsorte‘ häufig sogar synonym gebraucht, da beide Begriffe mit linguistischen und literaturwissenschaftlichen Differenzierungskriterien für die Bestimmung und Zuordnung von Texten zu Gattungen bzw. Textsorten arbeiten.

2. Die Entwicklung der Diskussion um Textsorten/Gattungen/Genres

2.1. Die Anfänge in der klassischen Formgeschichte

Die klassische Formgeschichte geht auf die Vorarbeiten von Johann Gottfried Herder, Hermann Gunkel und Karl Ludwig Schmidt zurück und wurde zunächst von Martin Dibelius und Rudolf Bultmann auf die ‚kleinen Formen‘ der neutestamentlichen Literatur übertragen. Der formgeschichtliche Zugang ist durch fünf grundlegende Annahmen gekennzeichnet (vgl. Theißen, Grundannahmen, 409–411): (a) Die Evangelisten werden als Sammler und Tradenten unterschiedlicher kleiner Traditionseinheiten wahrgenommen, die in den Evangelien chronologisch geordnet und sprachlich miteinander verknüpft verschriftlicht wurden. Um auf die frühesten Formen der Tradition zurückzukommen, muss daher eine Trennung von Tradition und Redaktion vorgenommen werden. (b) Die dadurch rekonstruierten kleinen Einheiten wurden dann anhand von Familienähnlichkeiten und im Vergleich mit Paralleltexten aus der antiken Kontextliteratur nach literarischen Gattungen klassifiziert. (c) Aufgrund der Annahme, dass die Tradition bereits vor ihrer Verschriftlichung in bestimmten Formen vorgelegen hatte, wurde der Versuch unternommen, die in den Evangelien in verschriftlichter Form vorliegenden Kleinformen auf ihre mündlichen Vorformen zurückzuführen. Dabei war die Vorstellung leitend, dass die ‚reine‘ Form am Anfang stand und durch die Tradierung und die Rezeption der Evangelisten verändert wurde. (d) Die klassische Formgeschichte ging davon aus, dass die ursprünglichen mündlichen Traditionen in konkreten wiederkehrenden Gebrauchssituationen verankert waren und durch diesen ‚Sitz im Leben‘ geformt – nach Bultmann z.T. gar hervorgebracht – wurden. (e) Die Formgeschichte wertete die frühchristlichen Evangelien als ‚Kleinliteratur‘ gegenüber der Hochliteratur des antiken Kontextes ab, nahm die Evangelien als singuläre, von den Gattungen der antiken Hochliteratur abzugrenzende Texte wahr, erkannte aber zugleich Parallelen zu antiken Gattungen, die als Beispiele der ‚reinen Form‘ herangezogen wurden.
Der formgeschichtliche Zugang fand vorwiegend Anwendung in der Analyse der synoptischen Evangelien und wurde in der deutschen neutestamentlichen Wissenschaft seit den 1920er Jahren (in Verbindung mit der kerygmatischen Theologie) vertreten, wofür v.a. die großen Arbeiten von Dibelius und Bultmann verantwortlich zeichnen:
Martin Dibelius (1883–1947) geht in seiner Formgeschichte des Evangeliums (1919) von der für die klassische Formgeschichte zentralen Annahme aus, die Evangelisten seien nicht eigenständige Autoren, sondern Sammler von Traditionsmaterial, die aus formal geschlossenen literarischen Einheiten redaktionell die Evangelien zusammenstellten. Methodisch legt Dibelius ein konstruktives Vorgehen vor, indem er zunächst ein Bild der urchristlichen Gemeinde, ihrer Funktionen und Bedürfnissen erhebt und darauf basierend nach den zugehörigen Gattungen fragt, um daraus die Geschichte der synoptischen Tradition nachzuzeichnen. Dibelius erschließt als den grundlegenden Sitz im Leben die urchristliche Missionspredigt, aus der alle anderen Formen abzuleiten seien; dabei unterscheidet er zwischen Erzählstoff (Paradigma, Novelle, Legende, Mythos und Leidensgeschichte) und Paränese im Sinne katechetischer Unterweisung (Weisheitswort, Bildwort, Gleichniserzählung, prophetischer Ruf, kurzes Gebot und ausgeführtes Gebot).
Rudolf Bultmann (1884–1976) hingegen geht in seiner Geschichte der synoptischen Tradition (1921) analytisch vor, wenn er die neutestamentlichen Texte zunächst bestimmten Gattungen zuordnet und von dieser Klassifizierung ausgehend auf die Formen des Gemeinschaftslebens schließt, in welchen der Sitz im Leben der jeweiligen Gattung zu finden sei. Bultmann rekonstruiert mehrere mögliche Sitze im Leben: neben Missions- und Gemeindepredigt berücksichtigt er die innergemeindliche Unterweisung und Auseinandersetzung mit Gegnern. Seine Formgeschichte unterscheidet zwischen Redestoff (Apophthegmata: Streit- und Schulgespräche, Biographische Apophthegmata; und Herrenworte: Logien, prophetische und apokalyptische Worte, Gesetzesworte und Gemeinderegeln, Ich-Worte und Gleichnisse) und Erzählstoff (Wundergeschichten, Geschichtserzählung und Legende).
Die klassische Formgeschichte prägte die – zumindest deutschsprachige – Forschung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, wenngleich einzelne Annahmen bereits seit den 1970er Jahren scharf kritisiert und über die folgenden Jahre kritisch diskutiert wurden. So wurde z.B. kritisiert, dass die klassische Formgeschichte v.a. an den mündlichen Vorstufen der kleinsten Überlieferungseinheiten und an der Rekonstruktion der ‚reinen Form‘ interessiert war, die bis zur wörtlichen Rekonstruktion mündlicher Traditionen durchexerziert wurde. Dies gründet in der Vorannahme der formgeschichtlichen Schule in Bezug auf das Verhältnis zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition, das als Verfallsgeschichte wahrgenommen wurde. Zudem wurden die neutestamentlichen Schriften nicht im eigentlichen Sinn als ‚Literatur‘ (im Sinne von Werken von literarischem Wert) wahrgenommen. Das Interesse der Vertreter der klassischen Formgeschichte lag in der Sicherung der literarischen Traditionen und Identitäten (vgl. Becker, Der früheste Evangelist, 17). Diese Grundannahmen der klassischen Formgeschichte wurden in der neueren Formgeschichte aufgegeben bzw. modifiziert. Dennoch ist der bleibende Verdienst der klassischen Formgeschichte hervorzuheben, der darin liegt, neben dem sozialgeschichtlichen Interesse ausgehend von der Frage nach dem Sitz im Leben, Einblicke in das Werden der neutestamentlichen Texte zu gewähren und zu berücksichtigen, dass das mündliche Überlieferungsstadium die entscheidende Traditionsbasis ist, aus der die neutestamentlichen Schriften hervorgegangen sind. Zudem wurden in der klassischen Formgeschichte die Grundlagen gelegt für einen literaturvergleichenden Zugang anhand der Klassifizierung von Familienähnlichkeiten sowie für einen kommunikationsorientierten Zugang. Beide Zugänge prägten und prägen die neuere formgeschichtliche Debatte forthin.

2.2. Die Weiterentwicklung zur „neuere Formgeschichte“ bzw. „Form- bzw. Gattungskritik“

Unter dem Einfluss der in den USA in den 1960er Jahren aufkommenden ästhetischen Formkritik und im Zusammenhang mit dem „Linguistic Turn“ in den 1970er Jahren lässt sich eine Erneuerung des formgeschichtlichen Ansatzes erkennen. Wegweisend war hier Erhardt Güttgemanns Offene Fragen zur Formgeschichte des Evangeliums (1970). In dieser Monographie stellt er die formgeschichtliche Unterscheidung zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition sowie die Annahme einer Kontinuität der Tradition durch Redaktion in Frage und betont den rein hypothetischen Charakter aller Rückschlüsse auf die mündliche Tradition. Sein linguistisch geprägter Zugang fordert die Wahrnehmung der Eigenständigkeit der neutestamentlichen Autoren und die Konstatierung einer Diskontinuität zwischen mündlicher Tradition und individuellem intentionalem literarischem Werk. In der neutestamentlichen Literatur erkennt Güttgemanns auf traditionellem Material aufbauende ‚autosemantischen‘ Formen mit je eigener Funktion und kontextueller Verortung. Diese grundlegende Kritik an den form- und redaktionsgeschichtlichen Zugängen stieß in der deutschsprachigen Exegese und darüber hinaus auf große Resonanz und Güttgemanns weiterführende Impulse wurden in der Fortentwicklung der Formgeschichte vielfach aufgenommen, wenngleich ohne dies immer kenntlich zu machen.
Die „neuere Formgeschichte“ (vgl. Berger, Einführung, 13-18; ders., Formen, 30f.) betrachtete daher die neutestamentlichen Autoren als eigenständige Schriftsteller und plädierte für eine Entflechtung der in der klassischen Formgeschichte praktizierten engen Verbindung von Überlieferungsgeschichte, Literarkritik, Redaktionsgeschichte und Gattungskritik. Ausgangspunkt für die „neuere Formgeschichte“ ist nicht die mündliche Vorgeschichte eines Textes, sondern die Beschreibung der Form, d.h. der sprachlichen Ausdrucksgestalt des vorliegenden Textes. Zudem wurde betont, dass Form und Inhalt in Konvergenz stehen, d.h. dass auch die sprachliche Form selbst ein bedeutungsstiftendes Zeichen darstellt. Gattungen wurden nun anhand synchroner Textvergleiche erhoben, die nicht auf die Literatur des Neuen Testaments beschränkt blieben, sondern die neutestamentlichen Texte bewusst im Kontext der antiken Literaturgeschichte verorteten – hier sind insbesondere die Arbeiten von Klaus Berger und Detlev Dormeyer (Das Neue Testament im Rahmen der antiken Literaturgeschichte, 1993; vgl. auch ders., Erzählende Gattungen) zu nennen, sowie auch die umfassende Diskussion über die Gattung der Evangelien im Vergleich mit der antiken Literatur:
Als ein wichtiger Vertreter der „neueren Formgeschichte“ soll hier beispielhaft Klaus Berger (1940–2020) in den Blick genommen werden, der in seiner Formgeschichte des Neuen Testaments synchron vorgeht: Er fokussiert im Anschluss an Güttgemanns auf die literarische Form des vorliegenden Textes, dessen Vorgeschichte in der mündlichen Tradition sich nicht rekonstruieren lasse, ebenso wenig wie sich die Echtheit der Tradition (authentisches Jesuswort) erheben lasse. Berger versteht Formgeschichte als Verbindung von Gattungskritik (Betrachtung vergleichbarer Texte unter primär rhetorischem Gesichtspunkt; Bestimmung) und Gattungsgeschichte (Betrachtung von rein literarischen Gattungen hinsichtlich Entwicklung und Veränderung der Gattung; Verwendung, vgl. Berger, Gattungen, 30f.). Die Klassifikation der Gattung ergibt sich aus sprachlich-syntaktischen und rhetorischen Beobachtungen unter besonderer Berücksichtigung der Wirkabsicht; an die Stelle eines institutionalisierten Sitzes im Leben treten beliebig viele „Kommunikationssituationen“, wodurch auch eine Zuordnung eines Textes zu mehreren Gattungen möglich ist. Berger unterscheidet anhand antiker rhetorischer Kategorien drei Gruppen von Texten: symbuleutische (mahnend, auffordernd, argumentativ), epideiktische (beschreibend, erzählend) und dikanische Texte (zur Entscheidung auffordernd) und verortet die neutestamentliche Literatur damit gezielt im Kontext der antiken Rhetorik und Literaturgeschichte. Dadurch negiert er das Paradigma der „Kleinliteratur“ und eröffnet den Weg zu vergleichenden Zugängen, die die frühchristlichen Autoren und ihre Texte im Kontext des antiken Literaturschaffens begreifen. Formgeschichte wird hier als Literaturgeschichte der Gattungen verstanden, als synchroner Zugang ohne Literarkritik und Quellenscheidung.
Das primäre Interesse der „neueren Formgeschichte“ galt folglich den vorliegenden (End)Texten selbst. Die diachrone Fragerichtung der klassischen Formgeschichte wurde durch einen synchronen Zugang zu den Texten ersetzt, daher änderte sich auch die Bezeichnung von „Formgeschichte“ zu „Form-“ bzw. „Gattungskritik“. Betont wurde die Situierung der neutestamentlichen Texte und Gattungen im Kontext der antiken Literatur(geschichte), was einer Aufwertung der frühchristlichen Texte gleichkam und zugleich die Einbettung der neutestamentlichen Literatur in bzw. ihre Abhängigkeit von ihrem literarischen Kontext reflektierte. Aus der klassischen Formgeschichte erhalten blieb das Bestreben, die Makro- und Mikrogattungen anhand von Familienähnlichkeiten bestimmten Gattungen bzw. Textgruppen zuzuordnen. Eruiert wurde hier die Nähe oder auch die distinktive Abweichung der neutestamentlichen Formen von konstruierten Idealformen, um dadurch Rückschlüsse auf die Pragmatik der einzelnen Texte zu ermöglichen.
In den Kontext der „neueren Formgeschichte“ ist zudem auch der Zugang einzuordnen, der die strikte Gattungsklassifikation anhand von Familienähnlichkeiten zu lockern sucht und stattdessen unter Verwendung der Prototypentheorie vorgeht. Dieser der linguistischen Forschung entnommene Zugang geht davon aus, dass bestimmte Texte als Prototypen fungieren, während andere demgegenüber als randständig wahrgenommen werden. Gattungsdefinitionen, die auf der Prototypentheorie basieren, geben für die Klassifikation Variablen vor, d.h. es werden obligatorische Eigenschaften neben optionale Eigenschaften gestellt. Literarische Prototypen können wichtige strukturelle Ähnlichkeiten, Konzepte und Themen miteinander gemeinsam haben, während sich spezifische literarische Elemente von Text zu Text unterscheiden können. Hier wird also an einer Gattungsklassifikation festgehalten, jedoch eine abgestufte Kategorisierung vorgeschlagen (vgl. Adams, Greek Genres, 14).
Ein weiteres Beispiel aus dem Kontext der „neuen Formgeschichte“ ist die Diskussion um die Verhältnisbestimmung zwischen neutestamentlichen Formen und Gattungen und der antiken (griechisch-römischen wie jüdischen) Literatur. Im Zentrum dieser Diskussion stand lange die Gattung ‚Evangelium‘ und die Frage, welcher antiken Gattung die Evangelien nahestehen – der antiken Biographie (vgl. Burridge, Watson, Frickenschmidt, Wördemann), der Historiographie (vgl. Becker, Rothschild), dem Drama (vgl. Brant, Parsenios), dem Epos (vgl. MacDonald), dem antiken Roman (vgl. Tolbert) oder alttestamentlich-jüdischen Textgattungen (vgl. Baum, Köstenberger) – oder ob die Evangelien in Abgrenzung von Gattungen der antiken Literatur als Gattung sui generis bestimmt werden müssten (vgl. Morgan, Keener).
Auch diese neueren Beiträge zur formgeschichtlichen Diskussion weisen in methodischer Hinsicht problematische Aspekte auf: Zum einen wird betont, dass einige Quellen auf eine bereits in der Antike einsetzende Diskussion über Gattungen verweisen (z.B. Aristoteles oder Horaz, vgl. Farrell), sodass ein Gattungsbewusstsein der antiken Autoren vorausgesetzt werden könne und sich somit auch die neutestamentlichen Gattungen anhand (zu Kriterien erhobener) formbildender Elemente diesen Gattungen der antiken Literatur zuordnen ließen. Jedoch wird in Bezug auf die antiken Quellen zum Gattungsbewusstsein üblicherweise nicht zwischen Theorie und Praxis unterschieden, also zwischen der Beschreibung von vorliegenden Formen und präskriptiven Vorgaben zur Erschaffung dieser Formen. Zugleich wird zunehmend deutlich, dass sich weder aus dem antiken Umfeld noch aus der neutestamentlichen Literatur eindeutige Kriterien erheben lassen und somit das formgeschichtliche Bestreben, für die Antike eindeutige – oder prototypische – Gattungen, Gattungsgrenzen und Gattungsvariationen zu bestimmen, doch eher einer willkürlichen Konstruktion gleichkommt (vgl. Dinkler, What is a Genre, 79).
In den letzten Jahren kam es daher wiederum zu einer grundlegenden Neuausrichtung der Diskussion, als man die ‚missliche Lage‘, dass eindeutige Zuordnungen zu klar definierten und voneinander abgrenzbaren Gattungen nicht möglich waren und dass Gattungen vielmehr als ambigue und fluide hinzunehmen waren, konstruktiv weiterzuführen suchte.

2.3. Neuere Tendenzen und Fragestellungen in der Genre- bzw. Gattungsdiskussion

In dieser Hinsicht sind in der Diskussion in den letzten Jahren auch neuere Ansätze zur Analyse von Textsorten wie z.B. Wundererzählungen oder Parabeln ins Blickfeld gerückt, wie sie z.B. von Ruben Zimmermann im Kompendium der Gleichnisse Jesu (2007) und im Kompendium der frühchristlichen Wundererzählungen (Bd. 1, 2013) vorgestellt werden. Dieser Ansatz geht von der Beobachtung aus, dass in den antiken Quellen zwar ein Gattungsbewusstsein erkennbar ist, sich vielfach jedoch keine einheitliche Terminologie oder gar allgemein vorgegebene Gattungsgrenzen erheben lassen (vgl. Gerhart, Generic Competence). Dies führte zu der Erkenntnis des konstruktiven Vorgehens der bisherigen Gattungsforschung. Dennoch arbeitet dieser Ansatz weiterhin mit der Gattung „Wundererzählung“, denn zwar „ist und bleibt [sie] ein Konstrukt der Meta-Kommunikation. Sie ist gleichwohl ein hilfreiches Konstrukt, wenn sie im Sinne der kritischen Begriffsexplikation zum einen den Textphänomenen bzw. der historischen Textkommunikation gerecht wird, zum anderen die Analyse des bisherigen Begriffsgebrauchs mit einbezieht“ (Zimmermann, Frühchristliche Wundererzählungen, 24). Die für die Mikrogattung vorgeschlagene Definition arbeitet mit Variablen, die eine Zuordnung von einzelnen Texten zum Texttypus der Wundererzählungen in einem offenen Gattungsverständnis erlaubt, zugleich aber einer individuellen Gestaltung, Ausrichtung und Pragmatik eines jeden individuellen Textes Rechnung trägt (Zimmermann, Gattung „Wundererzählung“; ders., Parabeln – sonst nichts).
Wenngleich hier also bereits der Versuch einer flexiblen Definition zur Abgrenzung von Textsorten vorliegt, der eine Arbeits- und Kommunikationsbasis für die Beschreibung von Textsortenbewusstsein, Mischformen oder Textsortenreferenzen legt und sich gegen die konventionelle klassifikatorische Gattungspoetik abzugrenzen sucht, so erhält sich in der fachwissenschaftlichen Diskussion doch bis heute zugleich das Streben nach Gattungsklassifikationen. Dass dies jedoch problematisch und nicht unbedingt zielführend ist, hat z.B. auch Michal Beth Dinkler klar formuliert: „[T]o the extent that any approach remains focused on classification or categorization, it fails to do justice to the way that genre works“ (Dinkler, What is a Genre, 80). In den letzten Jahren hat diese Diskussion zunehmend an Raum gewonnen. Wenngleich von einem Textsortenbewusstsein ausgegangen wird, so doch in dem Bewusstsein, dass nicht von klar voneinander abgrenzbaren Textsorten gesprochen werden kann, sondern vielmehr von Texten, die sich unterschiedlicher literarischer Formen und Strategien bedienen, die auch in (nicht klar voneinander abgrenzbaren) Gruppen von Texten mit ähnlichen Merkmalen zu finden sind. Jeder Text ist jedoch an seinen jeweiligen Kontext gebunden, vom Kontext abhängig und die konkrete Form ist entsprechend der jeweiligen Gegebenheiten und der Pragmatik gestaltet.
Unter dieser Perspektive wurde vermehrt aufgezeigt, dass die neutestamentlichen Texte häufig Mischformen darstellen, die von unterschiedlichen antiken Textsorten beeinflusst wurden bzw. Elemente unterschiedlicher Textsorten zugleich aufweisen (vgl. Smith/Kostopoulos, Biography, 390). In der Diskussion über die Evangelien wurde z.B. konstatiert, dass sie sich aus Elementen der antiken Biographie, der Historiographie, des Dramas, des Epos usw. zusammensetzen. Hier wird also in gewisser Hinsicht auf die ‚neuere Formgeschichte‘ zurückgegriffen, denn bereits Klaus Berger hatte aufgezeigt, dass neutestamentliche Texte unterschiedliche Gattungszuordnungen erlauben (dass z.B. die Paulusbriefe sowohl zur symbuleutischen Gattung gehören, zugleich aber auch epideiktische und forensische Aspekte enthalten). Im Fokus steht jetzt jedoch nicht mehr die Problematik der unklaren Zuordnung oder die Debatte darüber, welcher antiken Gattung die neutestamentlichen Texte am nächsten stehen, sondern der allen literarischen Textsorten inhärente kreative und vielschichtige Charakter und dessen Beschreibung in Bezug auf die schriftstellerische Leistung des Autors.
Harold W. Attridge hat überzeugend aufgezeigt, dass Textsorten in der Antike, insbesondere in hellenistisch-römischer Zeit, nicht als unhintergehbare kategorische Paradigmen für die Verfassung literarischer Texte wahrgenommen wurden (vgl. Attridge, The Gospel of John, 28). Vielmehr galt der kreative, souveräne Umgang mit den Autoren bekannten Textvorlagen als Kriterium der schriftstellerischen Leistung. Die Praxis des „genre bending“ sei in der antiken Literatur nicht die Ausnahme, sondern vielmehr die Norm und zudem das Kriterium, an dem Literatur gemessen wurde (vgl. Attridge, Genre Matters, 28; vgl. auch Larsen, Genre Mosaic). Ähnlich plädiert auch Farrell für die antike Literatur (vgl. Farrell, Classical Genres, 386).
Die entscheidende Neuerung in der Gattungs- bzw Textsortendiskussion liegt hier also darin, dass das ‚genre-bending‘ nicht als notwendiges Übel wahrgenommen wird, das einer Gattungsklassifikation entgegensteht, sondern als kreatives Element des Literaturschaffens. Diese neue Ausrichtung der formgeschichtlichen Diskussion setzt einen deutlichen Kontrapunkt zur klassischen Formgeschichte, indem die Form der neutestamentlichen Texte nicht mehr als Resultat einer Verfallsgeschichte von der ursprünglichen ‚reinen‘ Form zu den ‚sekundären‘ neutestamentlichen Formen wahrgenommen wird, sondern die unterschiedlichen Textsortenindikatoren in einem Text und die je individuelle Form eines Textes die schriftstellerische Leistung des Autors ausweisen und dezidiert den Vergleich mit Texten des griechisch-römischen Kontextes anstreben. Gegenüber den im 20. und bis ins 21. Jahrhundert dominierenden Vorannahmen hinsichtlich des antiken Gattungsbewusstseins und der antiken Gattungskriterien wird konstatiert, dass Textsortengrenzen oft innerhalb von und zwischen verschiedenen Kulturen variieren und dass Textsorten daher als dynamische, fluide, sich entwickelnde Kategorien wahrgenommen werden müssen.
Zudem werden – im impliziten Rückgriff auf und zugleich in expliziter Weiterentwicklung der klassischen Formgeschichte – neue Zugänge zu der Frage gesucht, für welche Zwecke Textsorten erschaffen oder spezifisch geformt wurden, jedoch ist weniger die sozialgeschichtliche Fragestellung im Blick, als vielmehr die Textpragmatik. Ein Beispiel dafür ist die Wahrnehmung von Textsorten als kommunikative Medien: Dieser Ansatz wurde in unterschiedlicher Weise auf die neutestamentlichen Texte appliziert. Ruben Zimmermann z.B. betrachtet eine Gattung als ein dynamisches Medium der Kommunikation und rückt so die Funktionalität bestimmter Textformen im Kommunikationsprozess in den Fokus. Ausgehend von einem dynamisch-kommunikativen Gattungsverständnis werden die neutestamentlichen Gattungen als Medien des kollektiven Gedächtnisses des frühen Christentums betrachtet. Als Wiedergebrauchsformen erfüllen sie dabei eine traditionsstiftende Funktion, als Kommunikationsformen erfüllen sie für die verwendende Gruppe eine gemeinschaftsstiftende Funktion; zudem werden Gattungen zu sinnstiftenden Lebensformen, die nicht nur als inhaltsleeres Überlieferungsmedium fungieren, sondern die kommunizierten Inhalte gerade auch hervorbringen und prägen (vgl. Zimmermann, Medien der Jesuserinnerung). In diesem Ansatz wird auf die diachrone Perspektive der klassischen Formgeschichte rekurriert, ohne jedoch nach der Ursprungsform zu fragen; vielmehr richtet sich der Blick auf die Vermittlung von Inhalten anhand spezifischer literarischer Formen sowie auf die kontextuellen Bedingungen, die stetige Adaptionen und Transformationen einer Gattung bzw. eines Texttyps im Kommunikations- und Überlieferungsprozess bedingen.
Ein weiterer Ansatz richtet den Fokus unter rezeptionsästhetischer Perspektive auf den literarischen Anspruch des Textes: Ausgehend von den Erkenntnissen der neuesten Forschung wird in diesem Zugang eruiert, welche literarischen Strategien sich in einem Text manifestieren, die den Lesenden z.B. den historiographischen Anspruch eines Evangelientextes nahelegen (z.B. Augenzeugenschaft, extratextuelle Referenzialität etc.), die also dazu dienen, die dargestellten Ereignisse als reale Ereignisse der historischen Wirklichkeit darzustellen und im Rahmen der Erzählung zu authentifizieren (vgl. Luther, Authentifizierung). Das Interesse liegt hier nicht mehr auf einer Klassifikation im Rahmen einer vorausgesetzten antiken Gattungspoetik, geht auch nicht notwendigerweise davon aus, dass die Lesenden die Gattungskonventionen (er)kennen oder einem Text eine spezifische, vorgegebene Gattungspragmatik zuordnen können; vielmehr liegt der Fokus auf der individuellen sprachlich-literarischen Form der Texte und dem daraus zu erhebenden Anspruch sowie der dem jeweiligen Text eingeschriebenen Kommunikationspragmatik. Hier wird also das zentrale Anliegen der neueren Formgeschichte, die synchrone Betrachtung der Texte, aufgegriffen und in Verbindung mit neueren linguistischen und literaturwissenschaftlichen Zugängen verbunden auf die antiken Texte angewandt.

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