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1. Könige 10,1-13 | Epiphanias | 06.01.2024

Einführung in die Königebücher

Die Königebücher stellen die Geschichte des Volkes Israel von der Epoche Salomos bis zum politischen Ende des Königreiches Juda dar. Die Bücher sind aber inhaltlich wie konzeptionell kein eigenständiges Werk. Wer die Eingangskapitel 1Kön 1–2 liest, stellt fest: Hier beginnt keine neue Geschichte. Sie bilden vielmehr den Schlussabschnitt der Thronfolgeerzählung, die in 2Samuel einsetzt und bis zu 1Kön 2,46 reicht. In der Septuaginta werden daher die beiden Samuel- und die beiden Königebücher zusammen als „1–4 Königtümer“ gezählt. Konzeptionell stehen die Königebücher in Verbindung mit dem Buch Deuteronomium. Ihre Geschichtsdeutung, die v.a. in den Beurteilungen der Könige von Israel und Juda oder längeren Reflexionstexten zum Ausdruck kommt, erklärt sich vor dem Hintergrund deuteronomischen Denkens (Deuteronomistisches Geschichtswerk). Die Königebücher stehen also nicht für sich, zentral für ihr Verständnis ist vielmehr, dass sie in einem größeren literarischen Zusammenhang gelesen werden müssen.

1. Wie sind die Königebücher strukturiert?

Gliedern lassen sich die Königebücher in drei große Abschnitte. Auf den Abschluss der Thronfolgeerzählung in 1Kön 1­–2 folgen die Salomo-Erzählungen in 1Kön 3–11. In 1Kön 12–2Kön 17 geht es um die Reichsteilung und die parallele Geschichte der Königreiche Israel und Juda bis zum Ende des Nordreiches. 2Kön 18–25 folgen der Geschichte Judas bis zur Eroberung Jerusalems durch das Neubabylonische Reich und der Exilierung von Teilen der judäischen Bevölkerung. Historisch ist damit eine Periode vom 10. Jh. bis in die erste Hälfte des 6. Jh.s. v. Chr. angesprochen.

Besonders auffällig sind die Königebücher ab der Reichsteilung durch den sog. Königsrahmen (ab 1Kön 14) strukturiert, der die Darstellung der Regierungsperiode eines jeden Königs mit einem Set von wiederkehrenden Formulierungen und Informationen ein- bzw. ausleitet. Dazu gehören u.a. chronologische Daten, eine Beurteilung des jeweiligen Königs, Informationen zu seiner Residenz und (im Schlussteil) seiner Begräbnisstätte. Der Königsrahmen verleiht der Darstellung eine stringente chronologische Ordnung, über die z.B. die Herrscherfolgen von Nord- und Südreich zueinander in Beziehung gesetzt werden. Er trägt mittels der Beurteilungen zugleich eine geschichtstheologische Deuteebene in die Darstellung ein. Die Könige werden anhand von Kriterien aus Dtn 12 hinsichtlich ihrer Kultpolitik bewertet, so dass – auch über Deute- und Reflexionstexte wie 2Kön 17,7–23 – die gemeinsame Geschichte Israels und Judas so präsentiert wird, dass sie geradezu notwendig auf das göttliche Gericht und die Katastrophe des Exils hinausläuft.

Zum Teil in die Königsrahmenstruktur integriert, zum Teil aber auch außerhalb dieser finden sich eine ganze Reihe von Prophetenerzählungen, wie etwa die Elia-Erzählungen in 1Kön 17–19.21; 2Kön 1, die Elischa-Vita innerhalb von 1Kön 19–2Kön 13 oder auch die Erzählung von Micha ben Jimla 1Kön 22 u.a. Die Königebücher sind also ebenfalls Prophetenbücher. Sie bieten allerdings nicht wie die Bücher der Schriftprophetie primär argumentative Texte, sondern narrative Prophetenüberlieferung.

2. Wie sind die Königebücher entstanden?

Die aktuellen Debatten um die Entstehung der Königebücher sind vielfältig und verzweigt. Als ein Leitparadigma der Diskussion dient nach wie vor, sei es in Weiterführung, sei es in Abgrenzung, die von Martin Noth 1943 vorgetragene These eines Deuteronomistischen Geschichtswerkes, das die Bücher Dtn, Jos, Ri, Sam, Kön umfasste. Dieses sei – so Noth – von einem aus der deuteronomistischen Schule stammenden Autor in der Exilszeit verfasst worden, der dabei vielfach auf älteres Material zurückgegriffen, dieses zusammengestellt und mittels eigener Verbindungs- und Reflexionsstücke zu einem großen Geschichtswerk verbunden habe.

Gegenstand der gegenwärtigen Diskussionen sind zum einen die möglichen Quellen, die in die Darstellung der Königebücher aufgenommen bzw. für diese herangezogen wurden. Der Königsrahmen selbst verweist auf „Chroniken der Könige von Israel“ resp. „Juda“ als Grundlage der Darstellung, daneben ist auch von einer „Chronik Salomos“ die Rede (1Kön 11,41). In der Tat legen die chronologischen Daten und die Darstellungsinhalte nahe, dass Königschroniken wie sie in der altorientalischen chronographischen Literatur vielfältig belegt sind, auch im Hintergrund der Königebücher stehen. Offener ist die Frage, ob und ggf. welche der Prophetenerzählungen von Anfang an Teil der Komposition waren oder nachträglich eingefügt wurden.

Ebenfalls diskutiert wird die Literargeschichte der Bücher bzw. des größeren Geschichtswerks. Ist dieses von Anfang an auf den Erzählbogen von der Landnahme bis zum Ende der Königszeit hin konzipiert gewesen oder hat es diesen erst nach und nach über blockweise Ergänzungen gewonnen? Sind manche thematischen Linien, wie etwa die mit dem Dtn verbundene Geschichtsdeutung oder die Bezüge zur Prophetie erst Ergebnis redaktioneller Bearbeitungen?

3. Wichtige Themen

Die Königebücher sind sowohl Geschichtsdarstellung wie auch Geschichtsdeutung. Die Geschichte der Königszeit erscheint hier primär als eine Sündengeschichte, sie erklärt mithin das politische Ende der Königreiche Israel und Juda sowie das Exil als göttliches Gerichtshandeln infolge der mangelnden JHWH-Treue von Königen und Volk, die sich z.B. in der Verehrung anderer Gottheiten und/oder am Festhalten problematischen Kultpraktiken oder -orten zeigt.

Es greift jedoch zu kurz, die Königebücher allein auf eine derartige historische Theodizee zu reduzieren. Sie sind keine reine Geschichtskonstruktion, sondern spiegeln auch ein Interesse an der Darstellung von realen historischen Entwicklungen. So zeichnen sie keine geradlinige Abstiegsgeschichte, sondern eher ein Auf und Ab von negativen und positiven Episoden (vgl. z.B. Ahab und Jehu, Hiskija, Manasse und Joschija). Neben der Sündengeschichte klingen zudem auch leise hoffnungsvollere Töne an, z.B. im Schlussabschnitt, der mit der Begnadigung Jojachins endet (2Kön 25,27–30), oder der Verheißung einer „Leuchte“ für die Davididen (1Kön 11,36; 15,4; 2Kön 8,19).

Die Frage nach dem Verhältnis von Prophetie und Geschichte bzw. dem Verständnis und der Funktion von (Unheils-)Prophetie ist auch ein zentraler Aspekt der Prophetenerzählungen. Die Propheten werden in den deuteronomistischen Reflexionstexten meist als Lehrer der Tora und Mahner zum Toragehorsam verstanden. Insbesondere der Elia-Zyklus (1Kön 17–19, vgl. aber auch 1Kön 22) reflektiert die Frage, ob und inwiefern die Prophetie selbst am Kommen des Gerichts beteiligt ist. Ganz anders gelagert sind die exegetischen Debatten um den historischen Quellenwert der Königebücher. Hier steht das Verhältnis zu in außerbiblischen Quellen genannten Daten und Darstellungen im Fokus, aber auch die Frage nach dem Selbstverständnis und der Gattung der Königebücher sowie ihrer historischen Pragmatik.

4. Besonderheiten

Eine Besonderheit der Königebücher ist die Fülle an chronologischen Daten, die sie enthalten. Diese sind in sich nicht widerspruchsfrei und variieren innerhalb der Textüberlieferung. Sie belegen aber zum einen ein chronographisches Interesse auf Seiten der Verfasser und spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für die historische Rekonstruktion von Herrscherchronologien des 1. Jahrtausends v. Chr. in Ägypten und Mesopotamien.

Literatur:

  • Steven L. McKenzie, 1Könige 16 – 2Könige 16 (IEKAT), Stuttgart 2021.
  • Georg Hentschel, Die Königsbücher, in: Erich Zenger, Christian Frevel (Hg.), Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart 92012, 300–311.
  • Ernst Axel Knauf, 1 Könige 1–14 (HThKAT), Freiburg 2016; Ders., 1 Könige 15–22 (HThKAT), Freiburg 2021.

Die Salomo-Erzählungen

Die Erzählung vom Besuch der Königin von Saba gehört in den Kontext der Salomo-Erzählungen in 1Kön 3–11. Die beiden Kapitel 1Kön 1–2 bilden den Abschluss der sog. Thronfolgeerzählung, die um das Thema kreist, wer nach David auf seinem Thron sitzen wird. Nachdem die älteren Söhne Davids allesamt disqualifiziert und/oder tot sind, läuft die Antwort auf Salomo zu, dessen Königtum in 1Kön 2 etabliert ist.

Die Salomo-Erzählungen in 1Kön 3–11 erzählen in ganz anderem Ton von der Regierungszeit Salomos. Hier kommen unterschiedliche Dinge zusammen. Schwankhafte Lehrerzählungen wie jene vom salomonischen Urteil (1Kön 3,16–28) stehen neben detaillierten mit Fachterminologie gespickten Bauberichten (1Kön 5–7) und theologischen Reflexionsreden (1Kön 8). In den großen Linien zeigt sich eine positiv-idealisierende Zeichnung Salomos in 1Kön 3–8, die in 1Kön 9–11 dann zunehmend eingeschwärzt wird. Allerdings ergibt dies bei genauerem Hinsehen kein einfaches Weiß-Schwarz-Muster, das sich dann literarkritisch auf zwei Erzählblöcke aufteilen ließe. Vielmehr gibt es thematische Linien (der Topos der JHWH-Treue, die ambivalente Rolle von Frauen, die Zeichnung von Salomo als Bauherr etc.), die den gesamten Komplex durchziehen. Deutlich erkennbar sind Textpartien, die deuteronomistische Konzepte und Sprache aufnehmen (so etwa im Tempelweihgebet 1Kön 8, in den Träumen in Gibeon 1Kön 3,14; 9,1–9 oder der Kritik an Salomos nicht-israelitischen Frauen 1Kön 11* u.a.). Die Weisheitsthematik hat Bezüge zum Salomo-Bild als Weisheitslehrer (vgl. Proverbien oder auch Sapientia Salomonis). Insgesamt ist innerhalb von 1Kön 3–11 mit einer komplexen Literargeschichte zu rechnen, die erst in fortgeschrittener nachexilischer Zeit zu einem Abschluss kam.

Historisch auswertbar sind die Salomo-Erzählungen kaum – weder in ihrer Idealisierung der salomonischen Frühzeit des israelitischen Königtums noch in ihrer Kritik an Salomo. Damit ist die Existenz eines davidisch-salomonischen Königtums nicht ausgeschlossen, es war aber in jedem Fall deutlich bescheidener als diese Texte und insbesondere 1Kön 10,1–13 es zeichnen.

Literatur

  • Andreas Kunz-Lübcke, Salomo. Von der Weisheit eines Frauenliebhabers (Biblische Gestalten 8), Leipzig 2004.
  • Walter Dietrich, Die Vorderen Propheten, in: Ders. / H.-P. Mathys / T. Römer / R. Smend, Die Entstehung des Alten Testaments, Neuausgabe, Stuttgart 2014, 167-282.

A) Exegese kompakt: 1. Könige 10,1-13

Zu schön, um wahr zu sein?

1וּמַֽלְכַּת־שְׁבָ֗א שֹׁמַ֛עַת אֶת־שֵׁ֥מַע שְׁלֹמֹ֖ה לְשֵׁ֣ם יְהוָ֑ה וַתָּבֹ֥א לְנַסֹּת֖וֹ בְּחִידֽוֹת׃ 2וַתָּבֹ֣א יְרוּשָׁלְַ֗מָה בְּחַיִל֮ כָּבֵ֣ד מְאֹד֒ גְּ֠מַלִּים נֹשְׂאִ֨ים בְּשָׂמִ֧ים וְזָהָ֛ב רַב־מְאֹ֖ד וְאֶ֣בֶן יְקָרָ֑ה וַתָּבֹא֙ אֶל־שְׁלֹמֹ֔ה וַתְּדַבֵּ֣ר אֵלָ֔יו אֵ֛ת כָּל־אֲשֶׁ֥ר הָיָ֖ה עִם־לְבָבָֽהּ׃ 3וַיַּגֶּד־לָ֥הּ שְׁלֹמֹ֖ה אֶת־כָּל־דְּבָרֶ֑יהָ לֹֽא־הָיָ֤ה דָּבָר֙ נֶעְלָ֣ם מִן־הַמֶּ֔לֶךְ אֲשֶׁ֧ר לֹ֦א הִגִּ֖יד לָֽהּ׃ 4וַתֵּ֨רֶא֙ מַֽלְכַּת־שְׁבָ֔א אֵ֖ת כָּל־חָכְמַ֣ת שְׁלֹמֹ֑ה וְהַבַּ֖יִת אֲשֶׁ֥ר בָּנָֽה׃ 5וּמַאֲכַ֣ל שֻׁלְחָנ֡וֹ וּמוֹשַׁ֣ב עֲבָדָיו֩ וּמַעֲמַ֨ד מְשָׁרְתָ֜ו וּמַלְבֻּֽשֵׁיהֶם֙ וּמַשְׁקָ֔יו וְעֹ֣לָת֔וֹ אֲשֶׁ֥ר יַעֲלֶ֖ה בֵּ֣ית יְהוָ֑ה וְלֹא־הָ֥יָה בָ֛הּ ע֖וֹד רֽוּחַ׃ 6וַתֹּ֨אמֶר֙ אֶל־הַמֶּ֔לֶךְ אֱמֶת֙ הָיָ֣ה הַדָּבָ֔ר אֲשֶׁ֥ר שָׁמַ֖עְתִּי בְּאַרְצִ֑י עַל־דְּבָרֶ֖יךָ וְעַל־חָכְמָתֶֽךָ׃ 7וְלֹֽא־הֶאֱמַ֣נְתִּי לַדְּבָרִ֗ים עַ֤ד אֲשֶׁר־בָּ֨אתִי֙ וַתִּרְאֶ֣ינָה עֵינַ֔י וְהִנֵּ֥ה לֹֽא־הֻגַּד־לִ֖י הַחֵ֑צִי הוֹסַ֤פְתָּ חָכְמָה֙ וָט֔וֹב אֶל־הַשְּׁמוּעָ֖ה אֲשֶׁ֥ר שָׁמָֽעְתִּי׃ 8אַשְׁרֵ֣י אֲנָשֶׁ֔יךָ אַשְׁרֵ֖י עֲבָדֶ֣יךָ אֵ֑לֶּה הָֽעֹמְדִ֤ים לְפָנֶ֨יךָ֙ תָּמִ֔יד הַשֹּׁמְעִ֖ים אֶת־חָכְמָתֶֽךָ׃ 9יְהִ֨י יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֨יךָ֙ בָּר֔וּךְ אֲשֶׁר֙ חָפֵ֣ץ בְּךָ֔ לְתִתְּךָ֖ עַל־כִּסֵּ֣א יִשְׂרָאֵ֑ל בְּאַהֲבַ֨ת יְהוָ֤ה אֶת־יִשְׂרָאֵל֙ לְעֹלָ֔ם וַיְשִֽׂימְךָ֣ לְמֶ֔לֶךְ לַעֲשֹׂ֥ות מִשְׁפָּ֖ט וּצְדָקָֽה׃ 10וַתִּתֵּ֨ן לַמֶּ֜לֶךְ מֵאָ֥ה וְעֶשְׂרִ֣ים ׀ כִּכַּ֣ר זָהָ֗ב וּבְשָׂמִ֛ים הַרְבֵּ֥ה מְאֹ֖ד וְאֶ֣בֶן יְקָרָ֑ה לֹא־בָא֩ כַבֹּ֨שֶׂם הַה֥וּא עוֹד֙ לָרֹ֔ב אֲשֶׁר־נָתְנָ֥ה מַֽלְכַּת־שְׁבָ֖א לַמֶּ֥לֶךְ שְׁלֹמֹֽה׃ 11וְגַם֙ אֳנִ֣י חִירָ֔ם אֲשֶׁר־נָשָׂ֥א זָהָ֖ב מֵאוֹפִ֑יר הֵבִ֨יא מֵאֹפִ֜יר עֲצֵ֧י אַלְמֻגִּ֛ים הַרְבֵּ֥ה מְאֹ֖ד וְאֶ֥בֶן יְקָרָֽה׃ 12וַיַּ֣עַשׂ הַ֠מֶּלֶךְ אֶת־עֲצֵ֨י הָאַלְמֻגִּ֜ים מִסְעָ֤ד לְבֵית־יְהוָה֙ וּלְבֵ֣ית הַמֶּ֔לֶךְ וְכִנֹּר֥וֹת וּנְבָלִ֖ים לַשָּׁרִ֑ים לֹ֣א בָֽא־כֵ֞ן עֲצֵ֤י אַלְמֻגִּים֙ וְלֹ֣א נִרְאָ֔ה עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃ 13וְהַמֶּ֨לֶךְ שְׁלֹמֹ֜ה נָתַ֣ן לְמַֽלְכַּת־שְׁבָ֗א אֶת־כָּל־חֶפְצָהּ֙ אֲשֶׁ֣ר שָׁאָ֔לָה מִלְּבַד֙ אֲשֶׁ֣ר נָֽתַן־לָ֔הּ כְּיַ֖ד הַמֶּ֣לֶךְ שְׁלֹמֹ֑ה וַתֵּ֛פֶן וַתֵּ֥לֶךְ לְאַרְצָ֖הּ הִ֥יא וַעֲבָדֶֽיהָ׃ ס

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Übersetzung

1 Und die Königin von Saba hörte die Kunde von Salomo durch den Namen JHWHs. Und sie kam, um ihn mit Rätseln zu prüfen.

2 Und sie kam nach Jerusalem mit einem sehr schweren Gefolge, mit Kamelen, die Spezerei und sehr viel Gold und Edelsteine trugen. Und sie kam zu Salomo und redete mit ihm über alles, was sie auf dem Herzen hatte.

3 Und Salomo teilte ihr alle ihre Dinge mit, nichts war dem König verborgen, was er nicht hätte mitteilen können.

4 Da sah die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos und das Haus, das er gebaut hatte,

5 und die Speisen seines Tisches und die Sitzordnung seiner Diener und den Stand seiner Bediensteten und ihre Bekleidung und seine Getränke und seine Brandopfer, die er im Haus JHWHs opferte, und ihr stockte der Atem.

6 Und sie sagte zum König:

„Es ist wahr, was ich in meinem Land über deine Verhältnisse und deine Weisheit gehört habe.

7 Ich habe es nicht geglaubt, bis ich kam und meine Augen es gesehen haben.

Siehe – man hat mir nicht die Hälfte erzählt. Du hast noch mehr Weisheit und Gutes als die Kunde, die ich hörte.

8 Glücklich sind deine Männer, glücklich sind deine Diener, die dich ständig bedienen und deine Weisheit hören.

9 Dein Gott sei gesegnet, der an dir Gefallen hat, so dass er dich auf den Thron Israels gesetzt hat. Aus der ewigen Liebe JHWHs zu Israel hat er dich zum König gemacht, um Recht und Gerechtigkeit zu tun.“

10 Und sie gab dem Könige 120 Talente Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteine. Es kam nie mehr so viel Spezerei, wie die Königin von Saba König Salomo gab.

11 Auch die Schiffe Hirams, die Gold aus Ophir geladen hatten, brachten aus Ophir sehr viel Sandelholz und Edelsteine.

12 Der König machte aus dem Edelholz eine Stütze für das Haus JHWHs und für das Haus des Königs und Leiern und Harfen für die Sänger. Es kam nie mehr derartiges Edelholz und es wurde nicht gesehen bis zum heutigen Tag.

13 König Salomo aber hatte der Königin von Saba alles gegeben, was ihr gefiel, was sie erbeten hatte, abgesehen von dem, was König Salomo ihr von sich aus gab. Und sie machte kehrt und zog in ihr Land, sie und ihr Gefolge.

1. Fragen und Hilfen zur Übersetzung

V. 1: Mit Saba ist wahrscheinlich ein Gebiet im Süden der arabischen Halbinsel gemeint

„Durch den Namen JHWHs“: Die Angabe fehlt in 1Chr 9,1 und wird daher häufig gestrichen. Sie ist zwar durch die meisten Textzeugen belegt, kann aber auch als Verlesung bzw. Verdopplung des Namens „Salomo“ entstanden sein und ist insofern textkritisch unsicher.