Deutsche Bibelgesellschaft

1. Mose 8,18-22; 9,12-17 | 20. Sonntag nach Trinitatis | 02.11.2025

Einführung in das 1. Buch Mose

1. Einführung und Gliederung

Das 1. Buch Mose, die Genesis („Entstehung“), in jüdischer Tradition nach dem ersten Wort בְּרֵאשִׁית bəre’šît „Am Anfang“ genannt, berichtet in seinem ersten Teil, der sogenannten Urgeschichte Gen 1-11, von der Erschaffung der Welt, dem ersten Leben auf Erden, den ersten Problemen dieses Lebens und den darauf bezogenen Reaktionen durch Gott sowie der Ausbreitung der Menschheit über die gesamte (zur Zeit der Entstehung des Buches im Blick befindliche) Erde. Der zweite Teil, die Erzelternerzählung Gen 12–50, berichtet von der Entstehung des späteren biblischen Israel in Form einer großen Familiengeschichte mit der Hauptlinie Abraham und SaraIsaak und RebekkaJakob und Lea, Rahel, Bilha und Silpa, von denen mehrere Nebenlinien, nämlich „Israels“ Nachbarn: die Ismaeliter, Ammoniter, Moabiter und Edomiter, unterschieden werden. Die auf den zweitjüngsten Jakob-Sohn Joseph fokussierte Josephserzählung Gen 37; 39–50 berichtet schließlich, wie Jakob und seine Familie nach Ägypten gekommen sind. In Ägypten wird sodann aus den zwölf Jakob-Söhnen das Volk Israel, die Familiengeschichte somit zur Volksgeschichte: Ex 1.

Markantestes Gliederungssystem des überlieferten Textes und zugleich Spezifikum der Genesis gegenüber den anderen Büchern des Pentateuch ist die (priesterschriftliche) Aufteilung in Geschlechterfolgen (תּוֹלֵדוֹת tôledôt), wonach die einzelnen Teile jeweils die Nachkommensgeschichte der in der Genealogie genannten Person(en) oder Größe(n) berichten: 2,4a; 5,1; 6,9; 10,1; 11,10; 11,27; 25,12; 25,19; 36,1/9; 37,2. Die Geschichte des biblischen Israel wird so als Nachkommensgeschichte Jakobs (37,2) verstanden.

2. Entstehung

Obige Rede vom „biblischen Israel“ (im Unterschied zum „historischen Israel“) deutet an, dass die Genesis, ja die fünf Bücher Mose, der Pentateuch, insgesamt, erzählte, gedeutete Geschichte mitteilt, nicht aber Geschichtsschreibung im historiographischen Sinne darstellt: In den Erzelternerzählungen deuten das historische Israel und Juda ihre Gegenwart des 1.Jt.v.Chr. im Modus von Familiengeschichte: Die Nachbarn Israels und Judas werden zu Nebenlinien in der Familiengeschichte des biblischen Israel. In der Urgeschichte werden altorientalische Traditionen transformiert, deren Kenntnis in Israel und Juda frühestens ab der neuassyrischen Zeit vorauszusetzen sind. Die Genesis ist daher keine Sammlung von Sagen aus vorstaatlicher Zeit, die durch die auch in den anderen Büchern des Pentateuch vorliegenden Quellen des Jahwisten, des Elohisten und der Priesterschrift verschriftlicht wurden, wie in den älteren (literarkritisch und überlieferungsgeschichtlich orientierten) Kommentaren zum Buch vorausgesetzt wird (bes. Hermann Gunkel; Gerhard von Rad; Claus Westermann). Die jüngere Forschung am Buch Genesis im Speziellen und am Pentateuch im Allgemeinen zeigt dagegen immer deutlicher, dass

  1. zahlreiche Texte von Anfang an für ihren literarischen Kontext des werdenden Buches in Auseinandersetzung mit bereits bestehenden Texten geschrieben wurden, dass
  2. der Untergang Israels (also des „Nordreichs“) 722 v.Chr. und erst recht der Untergang Judas (also des „Südreichs“) 587 v.Chr. Katalysatoren für Verschriftlichung und Komposition der Texte darstellten, und dass
  3. das bis in die 1970er Jahre zwar nicht unbestrittene, aber maßgebliche Quellenmodell (mit den vier Quellenschriften Jahwist, Elohist, Deuteronomium und Priesterschrift, die in sukzessiven Redaktionsprozessen miteinander verbunden wurden) den Textbestand der Genesis und des Pentateuch insgesamt nicht hinreichend erklären kann.

Entsprechend wird seit den 1970er Jahren immer stärker eine Kombination von Quellen-, Fragmenten- / Erzählkranz- und Ergänzungs- / Fortschreibungsmodellen zur Erklärung der Theologiegeschichte der Genesis (und des Pentateuch insgesamt) vertreten:

Dabei gilt als relativ konsensfähig, dass der Jakob-Esau-Laban-Erzählkranz aus Israel (Gen *25; *27; *29–33) und der Abraham-Lot-Erzählkranz aus Juda (Gen *13; *18-19; *21,1–7) zu den ältesten Texten der Genesis gehören und dem 8. respektive dem 8. oder 7. Jh. v. Chr. zugewiesen werden können. Dass auch die nicht-priesterschriftliche Urgeschichte (Gen *2-4; *6-8) einen ehedem eigenständigen Erzählkranz aus dem späten 7. oder frühen 6. Jh. v. Chr. darstellt, erscheint plausibel, ist aber umstritten. Vergleichbares gilt für die nicht-priesterschriftliche Josephserzählung.

Erstmalig kombiniert wurden die Urgeschichte, die Erzelternerzählung sowie die Exoduserzählung von der Priesterschrift im 5. Jh. v. Chr., deren Erzählzusammenhang von der Schöpfung bis zur Sinaioffenbarung reicht (wobei das genaue Ende umstritten ist). Dabei ist strittig, ob die Priesterschrift als eigene Quellenschrift zunächst literarisch neben den vor-priesterschriftlichen Texten überliefert und erst von späteren Tradenten mit ihnen kombiniert wurde, oder ob die Priesterschrift von Anfang an eine Ergänzung zu den älteren Texten darstellte und niemals isoliert von ihnen bestand. Der Textbestand der Urgeschichte und der Exoduserzählung sowie das theologische Profil der priesterschriftlichen Mose-Berufung mit der Dreiteilung der Geschichte entsprechend der Gottes(namen)kenntnis in Ex 6,2–8 sprechen für erstere These.

Während im klassischen Quellenmodell die große Masse der Texte vor-priesterschriftlich eingeordnet wurde, wird in der aktuellen Forschung die nach-priesterschriftliche Entstehung vieler Texte erkannt und mit dem Ergänzungsmodell erklärt. Dies gilt in besonderer Weise, aber bei Weitem nicht ausschließlich, für die ehedem dem Elohisten zugewiesenen Texte in Gen 15; 20; 21; 22.

3. Wichtige Themen

Die Genesis stellt in ihren ersten Kapiteln den Gott Israels als den Erschaffer der ganzen Welt dar. Oder anders, in der Reihenfolge der kanonischen Leserichtung, formuliert: Der Erschaffer der ganzen Welt erweist sich in der Genesis als der Gott der Erzeltern „Israels“. Auf die Herausstellung der gesamten Menschheit als Ebenbild Gottes im Unterschied zur restlichen belebten Welt (1,26-27; 5,1-3; 9,6), auf den Schöpfungssegen für die gesamte Menschheit (1,28; 9,1.7) – und teilweise auch für die Tierwelt (1,22) – folgt ab Gen 11 eine Konzentration auf die Linie des Noachsohnes Sem, sodann Terach, Abraham, Isaak und Jakob-Israel. Die restliche (damals bekannte) Welt und insbesondere Israels und Judas Nachbarn werden „Israel“ genealogisch zugeordnet und auf diese Weise von „Israel“ abgegrenzt.

Der priesterschriftliche Schöpfungssegen („Seid fruchtbar und mehret euch…“; 1,28; 9,1.7) findet in der Erzelternerzählung seine (literarhistorisch freilich ältere) Fortsetzung in der Nachkommensverheißung an die Patriarchen, die die einzelnen Erzählungen miteinander verbinden. Dabei wird die Realisierung der Nachkommensverheißung in den Erzählungen immer wieder verzögert und gefährdet – durch die anfängliche Kinderlosigkeit der Erzeltern, durch ihr Verhalten gegenüber fremden Herrschern (12,10–20; 20,1–18; 26,1–11), durch ihre Umgehung der Verheißungslinie (Gen 16), und durch Gottes Erprobung Abrahams (22,1–19). Konflikte zwischen Brüdern kommen nicht nur in der zweiten Generation des Menschengeschlechtes vor (Gen 4), sondern durchgehend in der Genesis (wobei die Priesterschrift die ihr bekannten Brüderkonflikte bemerkenswerterweise nicht erzählt). Zu den Verheißungen an die Erzväter (nur in 16,11–12 erhält auch eine Frau, bemerkenswerterweise die später verstoßene ägyptische Sklavin Hagar, eine vergleichbare Verheißung) gehört auch die Segens- und Landzusage. Letztere weist über das Buch Genesis, ja den Pentateuch insgesamt, hinaus.

Die Priesterschrift weist zudem in Gen 9 und Gen 17 die Vorstellung eines Bundes Gottes mit der gesamten Menschheit sowie der Tierwelt bzw. mit Abraham und seinen Nachkommen auf, die nicht primär an der Beachtung von Geboten liegt wie in älteren bundestheologischen Vorstellungen.

Die unendlich vielseitigen und äußerst breit rezipierten Texte der Genesis zeichnen sich schließlich durch ihre realistische, ungeschönte Darstellung menschlichen Lebens auf Erden im Verhältnis zur menschlichen und nicht-menschlichen Mitwelt und im Verhältnis zu Gott aus, das von allen Seiten immer wieder in Frage gestellt und bedroht wird.

Literatur:

  • Albertz, Rainer, Die Josephsgeschichte im Pentateuch. Ein Beitrag zur Überwindung einer anhaltenden Forschungskontroverse (FAT 153), Tübingen 2021.
  • Bührer, W., 2019, Neuere Ansätze in der Pentateuchkritik, VuF 64, 19–32.
  • Gertz, J. Chr., 22021, Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (ATD 1), Göttingen.
  • Gertz, J. Chr. 62019, Tora und Vordere Propheten, in: Ders. u.a. (Hgg.), Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments, Göttingen, 193–312.
  • Köckert, M., 2017, Abraham. Ahnvater – Vorbild – Kultstifter (BG 31), Leipzig.
  • Römer, Th., 2014, Das Buch Genesis, in: W. Dietrich u.a. (Hgg.), Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe (ThW 1), Stuttgart, 94–110.
  • Schüle, A., 22020, Die Urgeschichte. Genesis 1-11 (ZBK.AT 1.1), Zürich.
  • Tal, Abraham, Genesis, Biblia Hebraica Quinta 1, Stuttgart 2015.
  • Wöhrle, Jakob, Fremdlinge im eigenen Land. Zur Entstehung und Intention der priesterlichen Passagen der Vätergeschichte (FRLANT 246), Göttingen 2012.

A) Exegese kompakt: 1. Mose 8,18-22; 9,12-17

18וַיֵּ֖צֵא־נֹ֑חַ וּבָנָ֛יו וְאִשְׁתּ֥וֹ וּנְשֵֽׁי־בָנָ֖יו אִתּֽוֹ׃ 19כָּל־הַֽחַיָּ֗ה כָּל־הָרֶ֨מֶשׂ֙ וְכָל־הָע֔וֹף כֹּ֖ל רוֹמֵ֣שׂ עַל־הָאָ֑רֶץ לְמִשְׁפְּחֹ֣תֵיהֶ֔ם יָצְא֖וּ מִן־הַתֵּבָֽה׃ 20וַיִּ֥בֶן נֹ֛חַ מִזְבֵּ֖חַ לַֽיהוָ֑ה וַיִּקַּ֞ח מִכֹּ֣ל ׀ הַבְּהֵמָ֣ה הַטְּהוֹרָ֗ה וּמִכֹּל֙ הָע֣וֹף הַטָּהֹ֔ר וַיַּ֥עַל עֹלֹ֖ת בַּמִּזְבֵּֽחַ׃ 21וַיָּ֣רַח יְהוָה֮ אֶת־רֵ֣יחַ הַנִּיחֹחַ֒ וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶל־לִבּ֗וֹ לֹֽא־אֹ֠סִף לְקַלֵּ֨ל ע֤וֹד אֶת־הָֽאֲדָמָה֙ בַּעֲב֣וּר הָֽאָדָ֔ם כִּ֠י יֵ֣צֶר לֵ֧ב הָאָדָ֛ם רַ֖ע מִנְּעֻרָ֑יו וְלֹֽא־אֹסִ֥ף ע֛וֹד לְהַכּ֥וֹת אֶת־כָּל־חַ֖י כַּֽאֲשֶׁ֥ר עָשִֽׂיתִי׃ 22עֹ֖ד כָּל־יְמֵ֣י הָאָ֑רֶץ זֶ֡רַע וְ֠קָצִיר וְקֹ֨ר וָחֹ֜ם וְקַ֧יִץ וָחֹ֛רֶף וְי֥וֹם וָלַ֖יְלָה לֹ֥א יִשְׁבֹּֽתוּ׃

Genesis 8,18-22BHSBibelstelle anzeigen

12וַיֹּ֣אמֶר אֱלֹהִ֗ים זֹ֤את אֽוֹת־הַבְּרִית֙ אֲשֶׁר־אֲנִ֣י נֹתֵ֗ן בֵּינִי֙ וּבֵ֣ינֵיכֶ֔ם וּבֵ֛ין כָּל־נֶ֥פֶשׁ חַיָּ֖ה אֲשֶׁ֣ר אִתְּכֶ֑ם לְדֹרֹ֖ת עוֹלָֽם׃ 13אֶת־קַשְׁתִּ֕י נָתַ֖תִּי בֶּֽעָנָ֑ן וְהָֽיְתָה֙ לְא֣וֹת בְּרִ֔ית בֵּינִ֖י וּבֵ֥ין הָאָֽרֶץ׃ 14וְהָיָ֕ה בְּעַֽנְנִ֥י עָנָ֖ן עַל־הָאָ֑רֶץ וְנִרְאֲתָ֥ה הַקֶּ֖שֶׁת בֶּעָנָֽן׃ 15וְזָכַרְתִּ֣י אֶת־בְּרִיתִ֗י אֲשֶׁ֤ר בֵּינִי֙ וּבֵ֣ינֵיכֶ֔ם וּבֵ֛ין כָּל־נֶ֥פֶשׁ חַיָּ֖ה בְּכָל־בָּשָׂ֑ר וְלֹֽא־יִֽהְיֶ֨ה ע֤וֹד הַמַּ֨יִם֙ לְמַבּ֔וּל לְשַׁחֵ֖ת כָּל־בָּשָֽׂר׃ 16וְהָיְתָ֥ה הַקֶּ֖שֶׁת בֶּֽעָנָ֑ן וּרְאִיתִ֗יהָ לִזְכֹּר֙ בְּרִ֣ית עוֹלָ֔ם בֵּ֣ין אֱלֹהִ֔ים וּבֵין֙ כָּל־נֶ֣פֶשׁ חַיָּ֔ה בְּכָל־בָּשָׂ֖ר אֲשֶׁ֥ר עַל־הָאָֽרֶץ׃ 17וַיֹּ֥אמֶר אֱלֹהִ֖ים אֶל־נֹ֑חַ זֹ֤את אֽוֹת־הַבְּרִית֙ אֲשֶׁ֣ר הֲקִמֹ֔תִי בֵּינִ֕י וּבֵ֥ין כָּל־בָּשָׂ֖ר אֲשֶׁ֥ר עַל־הָאָֽרֶץ׃ פ

Genesis 9,12-17BHSBibelstelle anzeigen

Übersetzung

8,18 Und Noah ging hinaus [aus der Arche], und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm.

19 Alle Tiere, alle Kriechtiere und alle Vögel, alles, was sich auf der Erde regt, entsprechend ihren Arten, gingen hinaus aus der Arche.

20 Und Noah baute YHWH einen Altar. Und er nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und brachte Brandopfer auf dem Altar dar.

21 Und YHWH roch den beschwichtigenden Duft und YHWH sprach in seinem Herzen: Nie wieder werde ich den Erdboden um des Menschen willen verfluchen, denn die Herzenspläne der Menschen sind schlecht von seiner Jugend an. Und nie wieder werde ich alles Leben schlagen, wie ich es getan habe.

22 Noch alle Tage der Erde sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht aufhören.

9,12 Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich setze zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch sind, auf ewige Generationen hin.

13 Meinen Bogen setze ich hiermit in die Wolken. Er soll Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde sein.

14 Und wenn ich Wolken aufkommen lasse über der Erde, und der Bogen in den Wolken zu sehen sein wird,

15 dann erinnere ich mich meines Bundes zwischen mir und euch und allen Lebewesen, mit allem Fleisch. Und das Wasser wird nie mehr zur Sintflut werden, um alles Fleisch zu verderben.

16 Und wenn der Bogen in den Wolken ist, dann will ich ihn ansehen, um mich zu erinnern des ewigen Bundes zwischen Gott und allen Lebewesen, mit allem Fleisch, das auf der Erde ist.

17 Und Gott sprach zu Noah: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das auf der Erde ist.

1. Fragen und Hilfen zur Übersetzung

8,18: Der Auszug aus der Arche mit Noahs Familie und allen Tieren entspricht dem Befehl Gottes in 8,16–17, wo die Arche auch explizit genannt wird.

8,19: מִשְׁפָּחָה  mišpāḥāh bezeichnet in der Regel die „Großfamilie“ oder „Sippe“. Nur hier wird der Begriff auf Tiere angewandt. Für die unterschiedlichen „Arten“ der Tiere steht in der (priesterschriftlichen) Urgeschichte ansonsten מִין mîn.

8,21: In der Bedeutung „verfluchen; geringschätzen“ wird קלל qll pi. nur hier in der Urgeschichte verwendet. In 3,14.17; 4,11; 5,29; 9,25 steht dagegen ארר rr. Der Unterschied macht deutlich, dass das Vernichtungshandeln der Sintflut etwas anderes darstellt als die in der Eden-Erzählung von Gen *2–4 etablierten und beständigen Daseinsminderungen. Mit dem Herzen (לֵב lēb) ist das rational denkende und zugleich emotionale Personzentrum des Menschen bzw. Gottes gemeint.

9,12.17: Adressat der Gottesrede in 9,8–16 sind Noah und seine Söhne, in der Zusammenfassung 9,17 nur noch Noah.

2. Kontexte

Die Urgeschichte Gen 1–11 insgesamt und damit auch die Fluterzählung in Gen 6–9 geht auf zwei ehedem eigenständig überlieferte Erzählstränge zurück: Einerseits die nicht- und aller Wahrscheinlichkeit nach zugleich vor-priesterschriftliche Urgeschichte in Gen *2–4; *6–8, bei der allerdings strittig ist, ob die Eden-Erzählung und die Fluterzählung schon ursprünglich zusammengehörten oder nicht; andererseits die priesterschriftliche Urgeschichte in Gen *1–2; *5; *6–11.

Der Predigttext vermischt aus beiden Erzählsträngen Teile des jeweiligen Erzählabschlusses, in dem Gott (so die allgemeine Bezeichnung in der Priesterschrift: אֱלֹהִים ’ælohîm) bzw. YHWH (so unter Verwendung des Eigennamens des Gottes Israels in der nicht-priesterschriftlichen Fluterzählung) nach der verheerenden Flut eine Beistandszusage für die Menschheit und die Tierwelt gibt und ein ähnliches Strafgericht für die Zukunft ausschließt.

Die nicht-priesterschriftliche Fluterzählung wird durch den Prolog in 6,5–8 mit der Selbstreflexion YHWHs über die Schlechtigkeit menschlicher Herzenspläne und dem Plan, die Menschheit mitsamt den Tieren zu vernichten, eröffnet; einzig Noah findet Gnade vor YHWH (ohne dass dies begründet wird). Die eigentliche nicht-priesterschriftliche Fluterzählung (in etwa rekonstruierbar in 7,1–5.16b.10.12.17a.23; 8,6.8–12) umfasst einen Zeitraum von 61 Tagen, während derer „Noah und sein ganzes Haus“ (vgl. 7,1) mit je sieben Tierpaaren von reinen und je einem Tierpaar von unreinen Tieren YHWHs Strafhandeln überleben. 8,20–22 stellen den Epilog dar: Noahs Opfer in 8,20 entspricht seiner Verschonung in 6,8; in den wieder als Selbstreflexion YHWHs gestalteten Abschlussversen 8,21–22 nimmt YHWH sich selbst zurück und will auf ein der Flut vergleichbares Strafhandeln an der ganzen Welt in Zukunft verzichten, so berechtigt es angesichts der bleibenden Schlechtigkeit der Menschen auch wäre.

Die priesterschriftliche Fluterzählung wird durch den Prolog in Gen 6,9-22 eröffnet. Die Fluterzählung wird hier als Nachkommensgeschichte Noahs dargestellt. Angesichts der Gewalttätigkeit allen Fleisches auf Erden, also sowohl von Menschen wie von Tieren, teilt Gott dem gerechten und untadeligen Noah seinen Beschluss über das „Ende allen Fleisches“ mit, von dem nur „Noah, seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne“ (vgl. 6,18 u.ö.) mitsamt jeweils nur einem Tierpaar auf der Arche verschont werden sollen. Schon hier wird auf den Bundesschluss verwiesen (6,18). Nach der eigentlichen priesterschriftlichen Fluterzählung (in etwa rekonstruierbar in 7,6–7.11.13–16a.17b.18–22.24; 8,1–5.7[?].13–19), die ein ganzes Lebensjahr Noahs umfasst, findet sich in 9,1-7 und 9,8-17 ein zweiteiliger Epilog: In Gen 9,1-7 revidiert Gott die in Gen 1 mitgeteilte Schöpfungsordnung; die zur Flut führende Gewalt allen Fleisches wird neu definiert, um eine Flut in Zukunft ausschließen zu können: In Gen 1,26-30 wird den Gott ebenbildlichen Menschen die Herrschaft über Tierwelt und Erde zugesprochen; die Menschen – und auch die Tiere – werden aber auf vegetabile Kost festgelegt. Da Menschen und Tiere aber offensichtlich andere Lebewesen getötet und wohl auch verzehrt haben (vgl. 9,5), wird den Menschen nach der Flut der Fleischverzehr explizit gestattet. Auf diese Weise ist das Töten und Verzehren von Tieren (durch Menschen) nicht mehr als Gewalt zu verstehen. Gen 9,8-17 berichtet sodann von der Bundeszusage Gottes, die eine einseitige Selbstverpflichtung Gottes gegenüber Menschen und Tieren darstellt, nie wieder eine Flut zur Vernichtung von Menschen und Tieren zu schicken. Der Regenbogen dient als Zeichen dieses Bundes, um in erster Linie Gott selbst an seine Selbstverpflichtung zu erinnern (vgl. 8,1). Über die Ätiologie des Regenbogens hinaus symbolisiert der Bogen den kriegerischen Bogen Gottes, der nun aber nicht mehr in Gottes Hand ist, um zu vernichten, sondern bleibend weggelegt ist.

3. Literarische Gestaltung

Der Predigttext umfasst den priesterschriftlichen Auszugsbericht (8,18–19), den nicht-priesterschriftlichen Epilog mit Noahs Opfer und der Selbstzurücknahme YHWHs (8,20–22) sowie Teile des zweiten Teiles des priesterschriftlichen Epilogs, in denen die Selbstzurücknahme Gottes mit der Kategorie des Bundes gedeutet wird (9,12–17).

Die Vermischung beider Textstränge (im Predigttext, aber auch im überlieferten Text der Genesis) hat unter anderem die Spannung zur Folge, dass der nicht-priesterschriftliche Noah für das Opfer Tiere tötet, was in der priesterschriftlichen Konzeption unmöglich ist: Der priesterschriftliche Noah wird anders als seine Zeitgenossen (vgl. 6,9) Tiere weder getötet und erst recht nicht verzehrt, an der von Gott beklagten Gewalt allen Fleisches also keinen Anteil gehabt haben; die Mitnahme von nur je einem Tierpaar auf der Arche verbietet auf jeden Fall das Töten von Tieren (mit anderen Worten: Die priesterschriftliche Arche hatte einen vegetarischen Speiseplan für Menschen und Tiere). Und: Der priesterschriftliche Opferkult beginnt erst am Sinai und ist auf Israel begrenzt. Im Predigttext (und im überlieferten Text der Genesis) zeigt das Opfer aber die Dankbarkeit des nicht-priesterschriftlichen Noah über seine Verschonung an im Unterschied zum priesterschriftlichen Noah, der Gottes Rettungshandeln im Wesentlichen passiv und wortlos an sich erduldet.

4. Schwerpunkte der Interpretation und theologische Perspektivierung

Die Fluterzählung handelt gleichermaßen von Gottes Strafhandeln wie von seinem Rettungshandeln: Noah und sein Haus bzw. seine Familie mitsamt einer Auswahl an Tieren werden von Gottes Vernichtungshandeln ausgeschlossen, werden gerettet, um Menschheit und Tierwelt fortsetzen zu können. Die restliche Menschheit und Tierwelt gehen dagegen in der Flut zugrunde. Die nicht-priesterschriftliche Fluterzählung begründet dies mit der grundsätzlichen Schlechtigkeit der Menschen, deretwegen YHWH die Erschaffung der Menschen nun bereut (6,5–7). Nach der priesterschriftlichen Fluterzählung „verdirbt“ Gott „alles Fleisch“, das seinen Lebenswandel auf Erden durch „Gewalt“ „verdorben“ hat (6,11–13). Der Tod der Tiere erscheint in der Priesterschrift damit nicht mehr als Kollateralschaden der Bestrafung der sündhaften Menschheit, sondern wird als folgerichtiges Ergehen auch ihres gewalttätigen Tuns dargestellt. Dass die Fluterzählung(en) der Genesis die weit älteren Fluterzählungen Mesopotamiens (besonders den Atraḫasīs-Mythos und Tafel XI des Gilgameš-Epos) aufnehmen, ist hinlänglich bekannt; während aber in den mesopotamischen Fluterzählungen unterschiedliche Gottheiten für das Vernichtungs- und für das Rettungshandeln angeführt werden (besonders Enlil für ersteres und Ea für zweiteres), werden in den biblischen Fluterzählungen Vernichtungs- und Rettungshandeln demselben Gott zugewiesen.

Dies hat zur Folge, dass Gott sich in beiden Fassungen der Fluterzählung der Genesis in gewisser Weise zurücknimmt: Er ändert sich selbst oder seine Setzungen. Den Menschen (und den Tieren) wird offensichtlich wenig Potential zu einer Änderung zum Positiven zugesprochen. Die Schlechtigkeit der Menschen, der Hang zur Gewalt allen Fleisches wird sich nicht ändern. YHWH akzeptiert das nun, bereut die Erschaffung der Menschen nicht mehr, sondern sagt ihnen Bestand zu (8,21–22); YHWH lässt also Gnade vor Recht ergehen und bewahrt so die bleibend schlechte Menschheit. (Der priesterschriftliche) Gott gesteht den Menschen nun die Tötung von Tieren zum Fleischverzehr zu, da sie offensichtlich zu schwach sind, es zu lassen (9,1–7). Gott (der priesterschriftliche wie der nicht-priesterschriftliche) steht der Welt also nicht ungerührt gegenüber, sondern lässt sich von ihr bewegen.

In der nicht-priesterschriftlichen Fluterzählung steht die Selbsteinschränkung YHWHs im Zusammenhang mit dem Opfer Noahs. Mit dem Opfer sucht Noah nach der schrecklichen Flut wieder den Kontakt zu YHWH. Das Opfer hat dabei gleichermaßen beschwichtigende Funktion gegenüber YHWH wie die Funktion des Dankes für die Verschonung.

Mit der Kategorie des Bundes ist an eine Verpflichtung gedacht. Beim priesterschriftlichen Noah-Bund geht es um eine bedingungslose Selbstverpflichtung Gottes gegenüber Menschen und Tieren. Hier kann mit Recht von einem Gnadenbund die Rede sein.

B) Praktisch-theologische Resonanzen

1. Persönliche Resonanzen

Über das Ende der Flut zu predigen, ohne die Sintflutgeschichte selbst in den Blick zu nehmen, scheint mir unmöglich. Und auch die Exegese kommt nicht ohne die Verweise auf das Davor aus. Ob es einer Predigt gelingt, das Rettungshandeln trotzdem so zu thematisieren, dass nicht allzu prominent die Frage aufkommt, warum es vorher das Strafhandeln geben musste?

Das Auseinanderklamüsern der beiden Erzählstränge der Sintflutgeschichte mag ans Grundstudium erinnern, doch hilft es, sich so noch einmal ganz genau die Zusammenhänge vor Augen zu führen und die für mich wichtige Unterscheidung (neu) zu entdecken: priesterschriftliche und nicht-priesterschriftliche Urgeschichte haben ein anderes Gottes- und Menschenbild, das sich im eigenen Kopf über die Jahre hinweg allzu sehr vermischt haben könnte. In der einen Vorstellung bereut Gott die Erschaffung des von Grund auf schlechten Menschen, nimmt die in den Fluten ertrunkene Tierwelt als Kollateralschaden hin, verschont willkürlich Noah und lässt sich zuletzt durch das Opfer „manipulieren“, um dann zu versprechen, einen solchen Fluch nicht mehr loszulassen, auch wenn das menschliche Herz durch und durch schlecht bleibt. In der anderen Vorstellung sieht Gott die Verderbtheit des Fleisches, weshalb auch die Tiere Opfer der Flut werden, verschont Noah, weil dieser fromm und gerecht ist, sortiert im Anschluss die Schöpfungsordnung etwas um und verpflichtet sich selbst ohne weitere Bedingungen dazu, in Zukunft weder Fleisch noch Erde zu verderben – dazu diene ihm der Regenbogen als Erinnerung. Damit ist in den beiden Versionen eine je eigene Frömmigkeit angelegt: denn wie wir Menschen uns selbst wahrnehmen und wie wir Gott sehen, hat viel Einfluss darauf, wie wir mit den Kontingenzen unseres Lebens umgehen.

Gleichzeitig bleibt auch nach dem Lesen der Exegese dieser Gott irritierend. Ein Gott, der scheinbar eine nicht ganz perfekte Schöpfung gemacht hat. Der bereut. Dessen Enttäuschung darüber immense Kräfte freisetzt. Der viel zu viele menschliche Züge hat. Die Flut ist eine gemeine Kollektivstrafe. Haben wirklich alle gesündigt und Noah ist der einzig Gute gewesen? Oder wird er tatsächlich aus reiner Willkür ausgewählt? Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finden soll!

2. Thematische Fokussierung

Wozu gibt es diesen Text? Die Sintflutgeschichte ist, auch wenn Fluten überall und zu allen Zeiten vorkommen, nicht faktisch zu verstehen; dafür gibt es viel zu viele Ungereimtheiten: Da werden mit Mühen Tierpaare gerettet, um dann doch geopfert zu werden, womit ihr Fortbestand ja gestoppt wäre; Gott tritt sehr ungöttlich auf, braucht den Regenbogen wie eine Erinnerungs-App, um sich bloß nie wieder so zu vergessen. Vielmehr handelt es sich um eine prinzipielle Geschichte, die theologisch durchdekliniert werden kann:

Woher kommt die Vorstellung eines strafenden Gottes? Zu bedenken wäre nicht nur der Aspekt, dass es in großen, sesshaften Gesellschaften von Vorteil war, eine übergeordnete Instanz zu haben, die alles sieht und bei Missachtung der Lebensregeln mit Strafe droht, sondern auch, dass die Menschen nach Antworten auf verheerende Unwetterkatastrophen suchten. Wieso macht Gott zuletzt eine Beistandszusage? Weil die bisherige menschliche Erfahrung ist, dass auf Frost Hitze und auf Winter der Sommer folgt. Hier zeigt sich Ewigkeit: ein Auf und Ab, ein Werden und Vergehen, das wir hinnehmen müssen.

Diese Beistandszusage ist aber nur möglich, weil sich der Gott, der die Vernichtung schickte, anders besinnt und eine solche Strafaktion nicht noch einmal in dieser verheerenden Konsequenz über seine Schöpfung kommen lassen möchte. Hier liegt die Besonderheit der biblischen Version der Sintflut zu den altorientalischen: weil es nicht mehrere Götter gibt, muss sich dieser eine Gott wandeln, muss von Vernichtung zu Rettung switchen. Wird er damit unberechenbar? Den Opfern von Naturkatastrophen und Schicksalsschlägen wäre ja mitnichten geholfen, wenn sie im Jenseits erführen, dass Gott inzwischen bereute… Deshalb ist der Bund, den Gott mit den Menschen schließt, so wichtig. Gott verspricht Treue. Er hat sich einmal gewandelt, um nun treu zu bleiben.

3. Theologische Aktualisierung

Die Erfahrung einer großen, zerstörerischen Flut kennen verschiedene Kulturen, insbesondere des alten Orients. Die simple Erklärung: weil es schon immer furchtbare Naturkatastrophen gab und man dafür eine Erklärung suchte. Die Ursache wurde aber in der Antike nicht in naturwissenschaftlichen Zusammenhängen gesucht, sondern in Naturgeistern, im Streit verschiedener Gottheiten untereinander oder im Ärger der Gottheiten über die Menschen, und somit auf sozialer Ebene beantwortet.

Es braucht keine besondere Anstrengung, um Parallelen in der heutigen Zeit zu finden. Die unfassbare Flutwelle im Ahrtal, Naturkatastrophen nah und fern – dass diese Welt zugrundegehen könnte, glaubt insbesondere die jüngere Generation. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut!“, skandierten die Jugendlichen von Fridays for Future. Und manche fühlen sich deshalb gar der „Letzten Generation“ zugehörig.

Eine Predigt muss dabei gar nicht in die wissenschaftliche, geschweige denn politische Diskussion über den Klimawandel einsteigen oder sich gar positionieren. Eine Predigt kann aber Parallelen ausmachen und feststellen, dass das Resümee Gottes ein anderes ist als das von vielen Menschen heutzutage.

Heute lassen sich Naturphänomene naturwissenschaftlich zwar erklären, doch auch die soziale und theologische Ebene wird immer noch in die Diskussion gebracht: Während der Coronapandemie wanderte die Frage, ob das Virus von Gott als Strafe geschickt worden sei, durch die Feuilletons; und bei allen aus dem Klimawandel resultierenden Unwetterschäden werden die Mitmenschen in die Verantwortung genommen, damit nun endlich Umweltverschmutzung, falsches Heizen, inkorrekte Mülltrennung aufhören, denn es liege schließlich an uns Menschen, die Katastrophen zu stoppen! Sonst drohe der Weltuntergang! Die Letzte Generation meint von sich, die Generation zu sein, „die den völligen Erdzusammenbruch vielleicht noch aufhalten kann“. Hier spielen Moral und gegenseitige soziale Kontrolle eine ebensolche Rolle wie bei dem Gedanken, dass das Zusammenleben größerer Gesellschaften nur klappt, wenn es einen strafenden Gott gibt und man untereinander darauf achtet, dass seine Gebote eingehalten werden. Deshalb ist auch Luisa Neubauer in ihrer 2021 gehaltenen Kanzelrede überzeugt: „Gott wird uns nicht retten. Das werden wir tun.“

Mit dem Finale der Sintflutgeschichte wendet sich nun aber das Blatt: Gott will die Erde nie wieder so verheeren. Kein Weltuntergang. Kein Erdzusammenbruch. Katastrophen wird es wohl weiterhin geben, aber immer auch ein Danach. Dieser Schluss ist zutiefst logisch: Gott kann nicht immer und immer wieder, sobald die Vergehen ein Übermaß erreicht haben, eine Flut schicken. Er würde wohl seine Welt ad absurdum führen. Stattdessen schließt er den Bund als Grundlage für ein hoffentlich gutes Zusammenleben. Gott erkennt, dass seine Schöpfung nun einmal so ist, wie sie ist, und in diesem Zustand einen Gnadenvorschuss benötigt.

4. Bezug zum Kirchenjahr

Am Ende des Kirchenjahres, wenn alles vorbeigeht und es in unseren Breitengraden grau und dunkel wird, handelt dieser Text vom beinahe passierten Weltende, das heute eine ganze Generation befürchtet. Dieses Beinahe ist entscheidend – und so geht kurz nach diesem Sonntag das eine Kirchenjahr zu Ende, damit das nächste beginnen kann.

Der 20. Sonntag nach Trinitatis „fragt nach dem Sinn von Ordnungen“, so der Liturgische Kalender und bringt in seinen Texten einige Regeln zum guten Leben: Die Sintflut selbst behandelt zwar zunächst, was passiert, wenn das gute Leben nicht gut gelebt wurde, aber endet mit Gottes Bund mit den Menschen, der Basis für alle weiteren Lebensregeln werden soll. Die bisherige Ordnung, die sich Gott erdacht hatte, ist gescheitert. Gott sortiert um: erst kommt die Zusage Gottes, nie wieder so zu strafen, dann kommen die Regeln für die Menschen.

Autoren

  • Prof. Dr. Walter Bührer (Einführung und Exegese)
  • Elisa Victoria Blum (Praktisch-theologische Resonanzen)

Permanenter Link zum Artikel: https://bibelwissenschaft.de/stichwort/500146

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