1. Petrus 5,5b-11 | 15. Sonntag nach Trinitatis | 28.09.2025
Einführung in den 1. Petrusbrief
Der erste Petrusbrief
1. Verfasser
Eine Mehrheit der Exegetinnen und Exegeten sieht den ersten Petrusbrief als pseudepigrafisch an, d.h. man geht davon aus, dass der Brief nicht von Petrus
Der Brief selbst lässt keinen spezifisch petrinischen und galiläisch geprägten Hintergrund erkennen. So stellt sich die Frage, ob es der Verfasser bewusst auf Durchschaubarkeit der Pseudepigrafie seines Schreibens angelegt hat. In diesem Fall würde der Autor mittels der Gegenüberstellung des ersten Wortes des Briefes (Petrus) und seines letzten Wortes (Christus) den Blick seiner Leserschaft in die für ihn entscheidende Richtung lenken: weg von der vermeintlichen Autorität eines fiktiven und zu Beginn genannten Autors hin zu Christus, dem allein wichtigen Inhalt, durch den und in dem abschließend alle genannten christlichen Gruppen verbunden sind.
2. Abfassungszeit
Eine vorausgesetzte, bereits entwickelte und etablierte Gemeindesituation sowie eine Notiz des Papias (ca. 60-163 n. Chr.) beim Kirchenvater Euseb
3. Wichtige Themen
Die thematische Mitte des ersten Petrusbriefes bilden zum einen die Beschreibung des Lebens der Gläubigen als einer Existenz in der Fremde und zum anderen die Deutung des ungerechtfertigten Leids, das den Gemeindegliedern begegnet. Die Angehörigen der christlichen Gemeinde leben als Erwählte, die am himmlischen Erbe teilhaben, in einem von ihnen als feindlich erfahrenen Umfeld.
Ihr Leiden lässt die Adressatinnen und Adressaten des Briefes in die Nachfolge Christi treten und ist damit Ausweis ihrer Rettung. Für die bevorstehende Heilszeit wird ihnen Genugtuung verheißen.
Wie sich die Existenz der ersten Christusgläubigen in der Fremde vollziehen soll, wird u.a. in einer „Haustafel“
4. Besonderheiten
Taufe: Von der im letzten Jahrhundert vertretenen These, es handele sich beim ersten Petrusbrief (z.T.) um eine Taufpredigt, wurde wieder Abstand genommen. Der erste Petrusbrief möchte nicht die Taufe erklären oder deren Notwendigkeit begründen, sondern seine Intention ist es, unter Verweis auf die bereits fest in der Gemeinde verankerte Taufe auf die alle Zeiten übergreifende Rettung durch Christus zu verweisen. Er ruft die als Kinder Gottes wiedergeborenen Gläubigen auf zu einer missionarischen Existenz und zu einem Gott wohlgefälligen Lebenswandel.
Petrus und Paulus: Auch wenn eine spezifisch paulinische Diktion nicht durchgängig erkennbar ist, berührt sich der erste Petrusbrief u.a. mit Blick auf den stellvertretenden Heilserwerb durch den sündlosen Christus mit den als echt geltenden Paulusbriefen. Ungeachtet diverser Beziehungen lässt sich eine literarische Abhängigkeit zwischen dem ersten Petrusbrief und dem Corpus Paulinum
Literatur:
- Müller, Chr. G., Der erste Petrusbrief (EKK XXI; Ostfildern, Göttingen 2022).
- Ostmeyer, K.-H., Die Briefe des Petrus und des Judas (Botschaft des NT; Göttingen 2021).
- Vahrenhorst, M., Der erste Brief des Petrus (ThKNT 19; Stuttgart 2016).
- Wagner, G. / Vouga, F., Der erste Brief des Petrus (HNT; Tübingen 2020).
A) Exegese kompakt: 1. Petrus 5,5b-11
Widerstand ist wichtig!
Übersetzung
55b Alle aber untereinander hüllt euch in Demut. Denn „Gott widersteht den Überheblichen. Den Demütigen dagegen gibt er Gnade“ (Spr 3,34).
6 Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn es an der Zeit ist.
7 Eure ganze Sorge werft auf ihn, denn es liegt ihm an euch.
8 Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, wie ein brüllender Löwe streift er umher und sucht, wen er verschlingen kann.
9 Dem widersteht, gefestigt im Glauben. Wisst, dass eure Geschwister in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen.
10 Der Gott aller Gnade hat euch durch Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit gerufen. Er wird euch selbst, die ihr kurze Zeit leiden müsst, aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen.
11 Ihm sei die Macht in Ewigkeit. Amen.
1. Fragen und Hilfen zur Übersetzung
Ein Charakteristikum der Perikope sind Termini, die mit der Vorsilbe ἀντι- (dagegen, wider-) gebildet werden: In 5,5 ist es Gott, der den Hochmütigen widersteht (ὁ θεὸς ἀντιτάσσεται, von ἀντιτάσσω). In Vers 8 wird der Teufel als ὁ ἀντίδικος (Widersacher; wörtlich: „Widersprecher“) identifiziert und Vers 9a ruft die im Glauben Gefestigten zum Widerstand gegen den Teufel auf: „Dem widersteht“ (ᾧ ἀντίστητε, von ἀνθίστημι, widerstehen).
2. Welche sprachlichen, stilistischen Elemente kommen zum Einsatz?
Die Perikope wird eingerahmt von einem Aufruf zum Miteinander und einer mit „Amen“ betonten Bekräftigung der von Gott gewirkten Stärkung der Gemeinde durch Christus. Zwischen den die Gemeinschaft betonenden Rahmenelementen stehen als Gegensatzpaare Demütige und Hochmütige sowie Gott und Teufel. Gott, Teufel und Gemeinde sind ins Verhältnis gesetzt durch Termini des Widerstands: Gott widersteht (den Hochmütigen), der Teufel ist der notorische Widersacher und für die Gläubigen ergibt sich die Notwendigkeit, ihm gemeinschaftlich und im Glauben gestärkt zu widerstehen.
3. Wie und womit wird argumentiert?
Auch wenn „Widerstand“ und „Widersacher“ zentrale Motive der Perikope sind, liegt der Akzent doch auf dem den Abschnitt eröffnenden „alle (unter-/mit-) einander“ (5,5) als einem Schlüsselbegriff des ersten Petrusbriefes (vgl. 1,22; 4,9; 5,14). Nach innen, im Verhältnis zu den anderen Gläubigen, drückt sich das Heil in der Liebe untereinander aus. Nach außen dagegen, im Verhältnis zur ungläubigen Welt und zum Widersacher, wird das Heil erfahrbar im Leiden (5,9b.10a).
Im Anschluss an seine Aufforderung zu einer demütigen Grundhaltung, mit der die Gläubigen einander begegnen sollen (5,5), betont der Schreiber die Notwendigkeit ihrer Unterordnung unter die Macht Gottes (5,6).
4. Was wird erzählt? Wie wird erzählt?
Wer sich zu Gott bekennt, erkennt ihn als den Allmächtigen an, demütigt sich vor ihm und unterstellt alles seiner Verantwortung. Um dieses Anerkennen der Überlegenheit Gottes und der eigenen Schwäche geht es bei der Aufforderung zur Demut (5,6a). Dem, der sich Gott unterordnet, wird verheißen, dass er bei der zukünftigen Offenbarung erhöht wird (5,6b). Wann dieser Augenblick der Erhöhung kommt, weiß und entscheidet Gott allein (5,6c; vgl. Mk 13,32
Aus dem Verhältnis der drei in der Perikope zentralen Größen – Gott/Christus, der Teufel und die Gläubigen – ergeben sich Anweisungen für Letztere: Sie mögen sich nicht scheuen, Gott alles anzuvertrauen, was sie beschwert (5,7a). Der Autor zeichnet das Bild eines fürsorglichen, zugewandten Gottes, der an allem, was den einzelnen Menschen betrifft, Anteil nimmt. Ihm ist nichts zu banal oder zu schwer (5,7b; vgl. Mt 11,25
Auf den Zuspruch göttlicher Zuwendung folgt eine Mahnung zur Nüchternheit (5,8a), die nicht nur die Enthaltung von (unmäßigem) Alkoholgenuss umfasst (vgl. 4,3), sondern Christinnen und Christen allgemein aufruft, alle Zeit einen klaren Kopf zu behalten (vgl. 1,13; 4,7). Denn jederzeit droht ihnen eine Gefahr, die größer ist als etwaige Anfeindungen der Umwelt: Der Gegner der Gläubigen schlechthin ist der Teufel (5,8b). Ihn vergleicht der Verfasser mit der gefährlichsten Bestie, die er sich vorstellen kann, einem Löwen (5,8c). In einer antiken Umwelt ohne Verkehr und Maschinen hatte Lautstärke eine andere Relevanz als heute. Ein brüllender Löwe steht für den Inbegriff des Schreckens (vgl. Offb 10,3). Bei dem Teufel handelt es sich um eine insbesondere den Gläubigen auflauernde Gefahr. Das Verschlingen bezeichnet die Ganzheit der Bedrohung: Wer dem Teufel anheimfällt, verschwindet rest- und spurlos (5,8d).
5. Was ist das Argument?
Die Gläubigen sind dem Bösen nicht ausgeliefert. Wer im Glauben standhaft ist, auch wenn das mit Leid verbunden ist, hat nichts zu befürchten (5,9a) und steht in der Nachfolge Christi, der ebenfalls gelitten hat (2,21).
Letztlich sind alle Leiden verursacht durch den Teufel. Doch auf die im Glauben Gestärkten (5,9a) hat der Teufel keinen Zugriff, die Gemeindeglieder sind der satanischen Welt fremd. Das Leid ist der Ausdruck solcher Fremdheit. Nicht zu leiden stünde für ein Verfallensein an den Teufel. Leiden in der Welt markiert damit die Zugehörigkeit zum Reich Gottes, zu Christus und seiner Gemeinde. Das Leiden der Gläubigen wird als Gnade beschrieben (2,19f.) und als Zeichen der (Leidens-)Nachfolge Christi (2,21; 4,1.13.21). Das bedeutet: Mit dem, was den Empfängerinnen und Empfängern des Briefes widerfährt, stehen sie nicht allein. Alle christlichen Gemeinden überall befinden sich in derselben Situation. (5,9b)
In 5,10a wird Gott als der beschrieben, der die Gemeindeglieder zu sich ruft und ihnen durch Jesus Christus Anteil gibt an seinem ewigen Ruhm. Als Angenommene sind sie gerettet und erfahren Stärkungen aller Art im gegenwärtigen Leiden. Die Gläubigen erwarten die Wiederkunft des Auferstandenen als unmittelbar bevorstehend. Es gilt nur noch eine kurze Zeit (vgl. 1,6) durchzuhalten und sich zu bewähren (5,10b). Gegenüber der Herrlichkeit der künftigen Welt fallen alle Leiden dieser Zeit nicht ins Gewicht (vgl. Röm 8,18).
Seine Zuversicht schöpft der Autor des ersten Petrusbriefes aus der Gewissheit, dass Christus über alle Epochen und alle Bereiche herrscht (5,11). Sämtliche Mächte sind ihm unterworfen, also auch diejenigen, die Leiden verursachen. Dass daran kein Zweifel besteht, bestätigt der Autor mit dem zweiten der beiden „Amen“ des Briefes (5,11; vgl. 4,11).
B) Praktisch-theologische Resonanzen
1. Persönliche Resonanzen
Die erste Anmutung bei der Lektüre des Textes täuscht nicht: Widerstand ist geboten, um sich nicht im Leid oder gar Selbstmitleid zu verlieren. Der exegetische Kommentar arbeitet deutlich heraus, dass dieser Text regelrecht dramatisch ist, sofern die Verse eine existenzielle Bedrängnis, den Teufel und die Verheißung des Endes des Leidens thematisieren. Die Vorsilbe ἀντι- ist variantenreich vertreten und erweckt den Eindruck, dass in diesem Text eine regelrecht diastatische Kosmologie entfaltet wird. Der Text operiert mit drastischen Zuschreibungen und einem illustren Personal: Es ist die Rede von Überheblichen und Demütigen, der Teufel wird als Widersacher angeführt, dem es zu widerstehen gilt, und zwischendurch wird das Bild des gnädigen und rettenden Gottes gezeichnet. Rettung bieten der gefestigte Glaube, Gott, auf den wir unsere Sorgen werfen können, und eine im Leid die ganze Welt umspannende Gemeinschaft von Geschwistern. Angesichts der drastisch geschilderten Beklemmung strahlt der mehrfach artikulierte Zuspruch, dass diese Erfahrung vorübergehen wird, großen Trost aus.
2. Thematische Fokussierung
Der Text bezeugt eine Weltwahrnehmung, in der Gott und Teufel einander gegenüberstehen, Menschen versucht werden und gefährdet sind und die Gläubigen gemeinsam eine globale Leidensgemeinschaft ausbilden. Diese geistliche Gegenwartsdeutung des Autors des 1Petr bedarf in doppelter Hinsicht der sorgsamen Annäherung: Was ist das für eine historische Situation der Unterdrückung des Glaubens und der existenziellen Bedrängung, auf die die Verse Bezug nehmen? Wie konnte der Autor mit solcher Klarheit und Abscheu über Widersacher, den Teufel und die Überheblichen schreiben? Das Lebensgefühl der glaubensbedingten Furcht und Gefahr ist für die Gegenwart indessen nicht übersetzbar. Auch der Gedanke, dass die Leiderfahrung Ausdruck der Erwählung ist, ist dem spätmodernen Menschen fremd.
Die Rhetorik des Textes hallt zugleich in der Gegenwart nach, sofern antagonistische Rhetoriken global eine ungeahnte Konjunktur erfahren und die vormalige Betonung geteilter Werte und Grundsätze einer grellen Betonung von Unterschieden und Konkurrenzen gewichen ist. Der schematische Widerstreit zwischen einem Wir und den Anderen ist zu einem politischen und öffentlichen Topos geworden, wobei die publizistischen Vermessungen der Tiefe einer solchen gesellschaftlichen Spaltung zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In dieser rhetorischen Parallelität erschöpft sich der Predigttext allerdings gerade nicht. Die Perikope zeichnet das Bild eines fürsorglichen Gottes und endet mit dem Ausblick, dass die Menschen auf Gott vertrauen sollen und diese qualvolle Zeit vergehen wird.
3. Theologische Aktualisierung
Theologisch kann dieser Text veritable Störgefühle auslösen. Das aus den Versen sprechende Gefühl der Bedrohung durch Widersacher sowie die markigen Zuschreibungen stehen in Spannung zur aufklärerischen christlichen Anthropologie, auf die das liberal-theologische Paradigma grundsätzlich bezogen ist. In Mitteleuropa wird 2025 niemand aufgrund seines christlichen Glaubens bedroht. Die Unterdrückung minoritärer Religionsgemeinschaften gehört weltweit allerdings noch immer nicht der Geschichte an, doch auf internationalen politischen Bühnen repräsentiert die Religionsfreiheit ein zentrales Gut, dessen Bedrohung sich durch internationales Monitoring nicht mehr unbemerkt vollzieht. Eine existenzielle Bedrohung aufgrund ihres Glaubens ist den Predigthörer:innen in den westlichen Bundesgebieten nicht geläufig. Den Christ:innen im Osten dürften Geschichten über die Konsequenzen mangelnder Religionsfreiheit in der DDR bekannt sein.
Den historischen Entstehungskontext des Predigttextes wahrzunehmen, dürfte dabei helfen, Momente der Fremdheit zu benennen und bleibende Anknüpfungspunkte zu identifizieren. Dazu gehört die zentrale Aufforderung, seine Sorgen mit Gott zu teilen, und die tiefe Sehnsucht, dass Erfahrungen von Schmerz und Leid vorübergehender Natur sind.
Neben dieser seelsorgerlichen Dimension ist auch die Auseinandersetzung mit der Präsenz des Bösen ein Thema, das die Menschen der Gegenwart umtreibt. Personalisierungen des Bösen in Form des Teufels sind zweifellos aus der Mode gefallen. Die dokumentierten Gewaltexzesse in Butscha in der Ukraine oder im israelischen Grenzgebiet am 07. Oktober 2023 mögen zugleich in vielen Menschen das Nachdenken darüber angeregt haben, ob nicht doch eine Herz und Mitmenschlichkeit verschlingende Kraft, die sich in brutaler Gewalt ausdrückt, von Menschen Besitz ergreifen kann.
4. Bezug zum Kirchenjahr
Mit dem seelsorgerlichen Impetus von 1Petr 5,7, dem Wochenspruch an diesem 15. Sonntag nach Trinitatis, ist der Ton für den Sonntag gesetzt. Dass von Gott Schutz und Stärke ausgeht, wird auch im Psalmgebet (Ps 127,1f.
5. Anregungen
Die biblischen Texte an diesem Sonntag laden dazu ein, Gottes Schutz, Liebe und Fürsorge ohne Widerhaken zu predigen, denn so heißt es im Wochenspruch: „Eure ganze Sorge werft auf ihn, denn es liegt ihm an euch“ (1Petr 5,7). Wirklich tröstlich sind diese Verse aber vor allem angesichts der Bedrohung der Adressat:innen des 1Petr. Um die Anfechtung zu überstehen, sollen nicht nur die Sorgen weggeworfen und Gott überantwortet werden, sondern die Menschen sollen Stärke durch ihre wechselseitige Bezogenheit aufeinander erfahren. Das eigene Leid verschwindet nicht angesichts des Wissens, dass die Geschwister im Glauben auf der ganzen Erde leiden, doch es lässt sich etwas anders fassen und aus der Solidarität der Glaubenden lässt sich Ermutigung und Stärke gewinnen. Der Appell, nüchtern zu bleiben bzw. inmitten der Unsicherheit nicht den Kopf zu verlieren, ist von zeitloser Gültigkeit. Der klare Kopf hilft dabei, nicht dem brüllenden Löwen anheim zu fallen. Mit einer ehrlichen Auseinandersetzung mit den Irritationen und Gefühlen der Fremdheit, die der Predigttext hervorrufen kann, und einer Einordnung in die historische Situation soll sich die Predigt indessen nicht zufriedengeben. Mit dem nachdrücklichen „Amen“ am Ende der Verse betont der Verfasser, dass diese Zeit des Leidens zu Ende gehen wird. Das Leid, so die zentrale Verheißung des Textes, wird nicht das letzte Wort haben. Gott, der als Gott der Gnade bezeichnet wird, wird nach dieser kurzen (!) Zeit des Leidens die Menschen aufrichten und stärken. Die Stärke dieses Zuspruchs ist auf Entfaltung angewiesen. Damit der Wochenspruch nicht zum leeren Kalenderspruch wird, muss entfaltet werden, wie widerständig und zutiefst hoffnungsvoll diese Worte sind. Sich selbst und seinen Nächsten inmitten einer Krise und im Angesicht von Schmerzen diese Worte zuzusprechen, kann sehr tröstlich sein, wobei es gilt, diesen Glauben nicht nur zu behaupten, sondern auch zu übersetzen. Warum glauben wir, dass Gott das letzte Wort haben wird? Oder wurden wir in dieser Hoffnung bereits enttäuscht und mussten sie mühsam wiederfinden? Und wie fühlt sich das eigentlich an, die Sorgen vor Gott zu bringen? Wie macht man das eigentlich? Wie formuliert man ein solches Gebet? Welche Worte helfen dabei?
Autoren
- Prof. Dr. Karl-Heinrich Ostmeyer (Einführung und Exegese)
- Prof. Dr. Sonja Keller (Praktisch-theologische Resonanzen)
Permanenter Link zum Artikel: https://bibelwissenschaft.de/stichwort/500139
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