Deutsche Bibelgesellschaft

Licht für alle Völker

Lukas 2,29-32

Simeon hält das Kind im Arm – und findet Worte, die das Leben ordnen. „Nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren“: Nicht Flucht aus der Welt, sondern innere Ruhe, weil Gottes Treue greifbar wird. Weihnachten bleibt nicht beim Staunen stehen. Das Licht, das „vor allen Völkern“ sichtbar wird, öffnet den Blick: Was Gott begonnen hat, gilt nicht nur mir, sondern der Welt.

Bibeltext(e)

Lukas 2

29Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren,

wie du gesagt hast;

30denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,

31das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern,

32ein Licht zur Erleuchtung der Heiden

und zum Preis deines Volkes Israel.

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Jesaja 49

6er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.

Jesaja 49,6LU17Bibelstelle anzeigen

Psalm 98

2Der Herr lässt sein Heil verkündigen;

vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

3Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,

aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Psalm 98,2-3LU17Bibelstelle anzeigen

Die Tempelszene ist ein ruhiger Moment inmitten einer unruhigen Welt. Lukas beschreibt Simeon als „gerecht und gottesfürchtig“ – einen, der wartet, ohne zu verbittern. Als er das Kind sieht, wird Warten zu Frieden. Frieden (Schalom) meint hier kein bloßes Stillhalten, sondern Ganzsein: geordnet vor Gott, versöhnt mit der eigenen Geschichte. Darum kann Simeon loslassen: nicht aus Resignation, sondern aus Vertrauen. Die Sehnsucht seines Lebens ist erfüllt. Er darf mit seinen leiblichen Augen den Heiland und Retter sehen, nicht bloß in prophetischen Visionen. Er kann in Frieden, mit zufriedenem Herzen und beschenkt mit dem Heil, das Jesus bringt, aus dem Leben scheiden.

Jesus ist der von Gott gesandte Messias. Er bringt den Menschen Heil. Er ist Retter, Heiland. In ihm hat Gott vor den Augen der Völker das Heil bereitet. Das Kind, das Simeon auf dem Arm hält, ist ein Licht zur Erleuchtung der Heiden. In Judäa geht Jesus, das Licht, auf es leuchtet aber weit darüber hinaus in die Welt. Durch das Licht werden die Völker angezogen und kommen zum erleuchteten Volk Gottes. Simeon verkündet, was schon im Magnificat und im Gloria der Engel angeklungen ist: Gott schenkt in Jesus der ganzen Welt das Heil.

Impuls

Simeon hält das Kind in seinen Armen und erkennt: Gottes Verheißung ist erfüllt. Er sieht das Licht, das allen Menschen Hoffnung bringt. Weihnachten ist mehr als ein Fest – es ist die Begegnung mit dem Retter, die Frieden schenkt.

  • Was bedeutet es für mich, „in Frieden fahren“ zu können, wie Simeon es sagt?
  • Wo erkenne ich heute Gottes Licht in meinem Leben oder in der Welt?
  • Wie kann ich anderen von der Hoffnung erzählen, die Simeon in Jesus sieht?

Gebet

Herr, wie Simeon preisen wir Dich:
Du hast Dein Heil sichtbar gemacht,
Licht für alle Völker, Hoffnung für die Welt.
Schenke uns Frieden in unseren Herzen
und offene Augen für Dein Licht.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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