Sonne der Gerechtigkeit
Maleachi 3,13-24


Die Sonne der Gerechtigkeit wird aufgehen für alle, die Ehrfurcht vor Gott haben, und ihnen Heil bringen. Ja, Gott selbst wird kommen! Das Ende des Maleachi-Buches blickt über die eigene Zeit hinaus: Gott sendet Elia als Boten. Die frühen Christen sahen die Weissagung in Johannes dem Täufer erfüllt. Er kündigt Jesus, den Messias an.
Bibeltext(e)
Maleachi 3
Der Lohn der Gottesfurcht
Das Gesetz des Mose und die Wiederkehr des Elia
Psalm 85
Lukas 1
Lohnt es sich, Gottes Gebote zu halten? Das fragen sich die Gottesfürchtigen. In ihrem Alltag machen sie eine andere Erfahrung: Die Gottlosen und Frevler haben Erfolg. Und obwohl sie Gott auf die Probe stellen, kommen sie damit davon. Gott greift scheinbar nicht ein. Ist also eine mit Gott rechnende Lebensweise nicht sinnlos?
Doch Gott ist nicht abwesend. Er nimmt aufmerksam Anteil und stellt sicher, dass diejenigen, die mit Gott rechnen, nicht vergessen werden: Vor Gott wird ein „Gedenkbuch“ geschrieben, in dem gute und böse Taten verzeichnet werden. Für die Gottesfürchtigen wird es zum Buch des Lebens. Am Tag der Herrn werden sie als besonderes Eigentum Gottes offenbar werden. Dadurch werden sie gerettet.
Denn während Gottlose und Frevler vernichtet werden wie Stroh im Feuer, wird für die Gottesfürchtigen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen. Damit wird auf das altorientalische Bild von der geflügelten Sonnenscheibe angespielt. Sie ist Garant der kosmischen Ordnung. Gott vergilt den Gerechten ihr gerechtes Handeln. Gottes Gebote zu halten, lohnt sich, auch wenn sich das erst in der Zukunft erweist.
Der Schluss des Maleachi-Buches wendet sich ganz der Zukunft zu. Die Gottesfürchtigen, über denen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen wird, sollen die durch Mose vermittelten Gebote und Weisungen Gottes verinnerlichen. Die Tora ist die Richtschnur.
Bevor der Tag des Herrn, der Gerichtstag kommt, wird schließlich der Prophet Elia von Gott als Bote gesandt. Er soll die zerrissenen Familien wieder zusammenbringen. Der Bezug ist unklar. Vielleicht geht es um einen Generationenkonflikt in hellenistischer Zeit, der zu religiösen Spaltungen in den Familien führte. Klar ist, dass die grundlegende Störung der Familien eine Bedrohung der Gesellschaft darstellt, die ein tödliches Eingreifen Gottes zur Folge hätte. Dem baut Gott durch die Sendung des Boten vor. Der Heilswille Gottes hat das letzte Wort. Die frühen Christen sahen die Wiederkunft des Elia in Johannes dem Täufer erfüllt, der als Bote das Kommen Jesu verkündete.
Impuls
Maleachi spricht von Gottes Gericht und seiner Verheißung: Für die Gerechten geht die Sonne der Gerechtigkeit auf, für die Gottlosen kommt das Feuer. Weihnachten erinnert uns daran, dass Gottes Licht in die Dunkelheit kommt – nicht um zu zerstören, sondern um zu retten. Wie bereiten wir uns auf dieses Licht vor?
- Wo spüre ich heute Sehnsucht nach Gottes Licht in meiner Dunkelheit?
- Was bedeutet für mich „die Sonne der Gerechtigkeit“ – Hoffnung, Trost oder Herausforderung?
- Wie kann ich an Heiligabend bewusst leben als jemand, der auf Gottes Verheißung vertraut?
Gebet
Herr, Du bist gerecht und treu.
Dein Licht vertreibt die Dunkelheit,
Deine Verheißung schenkt Hoffnung.
Lass die Sonne Deiner Gerechtigkeit
in unseren Herzen aufgehen,
damit wir in Deinem Frieden leben.
Amen.