Deutsche Bibelgesellschaft

Sonne der Gerechtigkeit

Maleachi 3,13-24

Die Sonne der Gerechtigkeit wird aufgehen für alle, die Ehrfurcht vor Gott haben, und ihnen Heil bringen. Ja, Gott selbst wird kommen! Das Ende des Maleachi-Buches blickt über die eigene Zeit hinaus: Gott sendet Elia als Boten. Die frühen Christen sahen die Weissagung in Johannes dem Täufer erfüllt. Er kündigt Jesus, den Messias an.

Bibeltext(e)

Maleachi 3

Der Lohn der Gottesfurcht

13Ihr redet hart gegen mich, spricht der Herr. Ihr aber sprecht: »Was reden wir gegen dich?« 14Ihr sagt: »Es ist umsonst, dass man Gott dient; und was nützt es, dass wir sein Gebot halten und in Trauer einhergehen vor dem Herrn Zebaoth? 15Und nun preisen wir die Verächter; denn die Gottlosen gedeihen, und die Gott versuchen, bleiben bewahrt.«

16So redeten die Gottesfürchtigen untereinander. Der Herr merkte auf und hörte es, und es ward vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den Herrn fürchten und an seinen Namen gedenken. 17Sie sollen, spricht der Herr Zebaoth, an dem Tage, den ich machen will, mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient. 18Dann sollt ihr wieder sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

19Denn siehe, es kommt der Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. 20Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber. 21Ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie sollen Staub unter euren Füßen werden an dem Tage, den ich machen will, spricht der Herr Zebaoth.

Das Gesetz des Mose und die Wiederkehr des Elia

22Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte! 23Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. 24Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

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Psalm 85

10Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten,

dass in unserm Lande Ehre wohne;

11dass Güte und Treue einander begegnen,

Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

12dass Treue auf der Erde wachse

und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

13dass uns auch der Herr Gutes tue

und unser Land seine Frucht gebe;

14dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe

und seinen Schritten folge.

Psalm 85,10-14LU17Bibelstelle anzeigen

Lukas 1

17Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.

Lukas 1,17LU17Bibelstelle anzeigen

Lohnt es sich, Gottes Gebote zu halten? Das fragen sich die Gottesfürchtigen. In ihrem Alltag machen sie eine andere Erfahrung: Die Gottlosen und Frevler haben Erfolg. Und obwohl sie Gott auf die Probe stellen, kommen sie damit davon. Gott greift scheinbar nicht ein. Ist also eine mit Gott rechnende Lebensweise nicht sinnlos?

Doch Gott ist nicht abwesend. Er nimmt aufmerksam Anteil und stellt sicher, dass diejenigen, die mit Gott rechnen, nicht vergessen werden: Vor Gott wird ein „Gedenkbuch“ geschrieben, in dem gute und böse Taten verzeichnet werden. Für die Gottesfürchtigen wird es zum Buch des Lebens. Am Tag der Herrn werden sie als besonderes Eigentum Gottes offenbar werden. Dadurch werden sie gerettet.

Denn während Gottlose und Frevler vernichtet werden wie Stroh im Feuer, wird für die Gottesfürchtigen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen. Damit wird auf das altorientalische Bild von der geflügelten Sonnenscheibe angespielt. Sie ist Garant der kosmischen Ordnung. Gott vergilt den Gerechten ihr gerechtes Handeln. Gottes Gebote zu halten, lohnt sich, auch wenn sich das erst in der Zukunft erweist.

Der Schluss des Maleachi-Buches wendet sich ganz der Zukunft zu. Die Gottesfürchtigen, über denen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen wird, sollen die durch Mose vermittelten Gebote und Weisungen Gottes verinnerlichen. Die Tora ist die Richtschnur.

Bevor der Tag des Herrn, der Gerichtstag kommt, wird schließlich der Prophet Elia von Gott als Bote gesandt. Er soll die zerrissenen Familien wieder zusammenbringen. Der Bezug ist unklar. Vielleicht geht es um einen Generationenkonflikt in hellenistischer Zeit, der zu religiösen Spaltungen in den Familien führte. Klar ist, dass die grundlegende Störung der Familien eine Bedrohung der Gesellschaft darstellt, die ein tödliches Eingreifen Gottes zur Folge hätte. Dem baut Gott durch die Sendung des Boten vor. Der Heilswille Gottes hat das letzte Wort. Die frühen Christen sahen die Wiederkunft des Elia in Johannes dem Täufer erfüllt, der als Bote das Kommen Jesu verkündete.

Impuls

Maleachi spricht von Gottes Gericht und seiner Verheißung: Für die Gerechten geht die Sonne der Gerechtigkeit auf, für die Gottlosen kommt das Feuer. Weihnachten erinnert uns daran, dass Gottes Licht in die Dunkelheit kommt – nicht um zu zerstören, sondern um zu retten. Wie bereiten wir uns auf dieses Licht vor?

  • Wo spüre ich heute Sehnsucht nach Gottes Licht in meiner Dunkelheit?
  • Was bedeutet für mich „die Sonne der Gerechtigkeit“ – Hoffnung, Trost oder Herausforderung?
  • Wie kann ich an Heiligabend bewusst leben als jemand, der auf Gottes Verheißung vertraut?

Gebet

Herr, Du bist gerecht und treu.
Dein Licht vertreibt die Dunkelheit,
Deine Verheißung schenkt Hoffnung.
Lass die Sonne Deiner Gerechtigkeit
in unseren Herzen aufgehen,
damit wir in Deinem Frieden leben.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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