Deutsche Bibelgesellschaft

Vom Fasten zur Freude

Sacharja 8,14-23

Nach Jahren der Trauertage verheißt Gott eine Wende: Die Klage soll zur Freude werden. Nicht, weil der Schmerz verschwindet, sondern weil Gottes Treue neu Gestalt gewinnt. Wahrheit und Frieden im „Tor“ – dort, wo entschieden und gehandelt wird – werden zum Maßstab des Miteinanders. Daraus wächst Segen, der Kreise zieht: Menschen spüren, dass Gott mitten unter seinem Volk ist, und wollen teilhaben. Advent lädt ein, diese Bewegung zu üben: weg von leerer Form, hin zu gelebter Treue, die Hoffnung ansteckend macht.

Bibeltext(e)

Sacharja 8

14So spricht der Herr Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der Herr Zebaoth, und es mich nicht gereute, 15so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen, wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! 16Das ist’s aber, was ihr tun sollt: Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet wahrhaftig und recht, schafft Frieden in euren Toren; 17keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der Herr.

18Und es geschah des Herrn Zebaoth Wort zu mir: 19So spricht der Herr Zebaoth: Das Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats soll dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Liebt Wahrheit und Frieden!

Das künftige Heil für die Völker

20So spricht der Herr Zebaoth: Es werden noch Völker kommen und Bürger vieler Städte, 21und die Bürger der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. 22So werden viele Völker und mächtige Nationen kommen, den Herrn Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den Herrn anzuflehen.

23So spricht der Herr Zebaoth: Zu jener Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Völker einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.

Sacharja 8,14-23LU17Bibelstelle anzeigen

Jesaja 2

2Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 3und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des Herrn, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. 4Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

Jesaja 2,2-4LU17Bibelstelle anzeigen

Psalm 122

Ein Segenswunsch für Jerusalem

1Von David, ein Wallfahrtslied.

Ich freute mich über die, die mir sagten:

Lasset uns ziehen zum Hause des Herrn!

Psalm 122,1LU17Bibelstelle anzeigen

Noch einmal eröffnet das Wort Gottes an Sacharja einen Rückblick in die Zeit des Exils und deutet die Ereignisse theologisch: Das Ende Jerusalems war kein Zufall der Geschichte, sondern Gottes Plan als Reaktion auf die Schuld der Vorfahren. Ebenso konsequent, wie Gott die Strafe durchgeführt hat, wird er nun mit der Wiedererrichtung des Tempels Jerusalem und dem Volk Gutes tun.

Im Gegenzug erwartet Gott vom Volk, was die Propheten bereits in der Vergangenheit gefordert hatten: Wahrheit reden, gerechtes Recht sprechen – die Stadttore sind der Ort der öffentlichen Gerichtsbarkeit – und Frieden suchen. Niemand soll böses gegen den Nächsten planen. Dann werden die Tage der Erinnerung an die vergangene Niederlage und Zerstörung des Tempels zu Freudentagen.

Der Blick weitet sich über Jerusalem hinaus. Wenn Gott mitten unter seinem Volk wohnt, hat das Anziehungskraft. Völker machen sich auf und suchen Gott. Sie erkennen Jerusalem als den Ort, an dem Gottes Gegenwart, Gottes Mit-Sein in besonderer Weise erfahrbar ist.

Die Propheten hatten davon geträumt, dass Menschen aus verschiedenen Völkern sich auf den Weg machen, um Gottes Frieden kennenzulernen – wie Jesaja es beschrieben hatte, wenn alle zum Berg des Herrn strömen und neue Wege des Miteinanders suchen. Auch die Psalmen singen davon, dass Gottes Segen nicht exklusiv bleibt, sondern Freude und Hoffnung in die Welt trägt.

Impuls

Gott verspricht: „Ich will euch Gutes tun.“ Aus Strafe wird Segen, aus Angst Hoffnung. Wahrheit und Frieden sollen unser Leben prägen – das ist Gottes Zukunft für uns. Der Advent erinnert daran, dass Gott kommt, um diese Zukunft wahr zu machen.

  • Wo wünsche ich mir Frieden – in mir, in meinen Beziehungen, in der Welt?
  • Was prägt mein Leben gerade? Gottes Zusage oder meine Sorgen?
  • Wie kann ich in dieser Adventszeit selbst ein Segen für andere werden?

Gebet

Gott der Freude und des Friedens,
du verwandelst unsere Klage in Hoffnung und öffnest neue Wege.
Hilf mir, heute ehrlich zu sein, Frieden zu suchen und Segen zu teilen.
Lass meine Schritte und Worte andere ermutigen, dir zu vertrauen.
Sei mitten unter uns und lass deine Freude ansteckend werden –
heute und in der kommenden Zeit.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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