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23. Tag: Lukas 12,22-59

In 45 Tagen durch das Lukasevangelium

Bibeltext(e)

Vom falschen und rechten Sorgen

22Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. 23Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel! 25Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seiner Länge eine Elle zusetzen könnte? 26Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das Übrige?

27Seht die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 28Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! 29Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. 30Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. 31Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen.

32Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

33Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen. 34Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Vom Warten auf das Kommen des Herrn

35Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen 36und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. 37Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. 38Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: Selig sind sie.

39Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. 40Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

41Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen? 42Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht? 43Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht. 44Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. 45Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit zu kommen, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen, 46dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.

47Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und hat nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden. 48Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden.

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Entzweiungen um Jesu willen

49Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte! 50Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet ist!

51Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage euch: Nein, sondern Zwietracht. 52Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. 53Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Die Zeichen der Zeit

54Er sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht im Westen, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so. 55Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es geschieht so. 56Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen; warum aber könnt ihr diese Zeit nicht prüfen?

57Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist? 58Denn wenn du mit deinem Widersacher vor den Fürsten gehst, so bemühe dich auf dem Wege, von ihm loszukommen, damit er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter überantworte dich dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis. 59Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.

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Basic Christsein: Sorgen – oder auch nicht
Woher weiß man, ob man sich gerade »sinnvoll« sorgt? Was, wenn das Geld gerade noch für die allernötigsten Lebensmittel reicht? Oder wenn man krank wird und die Ärzte weder gleich eine Antwort noch eine Erfolg versprechende Therapie parat haben? Oder … Es ist wichtig, sich an die Aussagen in den Versen 22, 25 und 30 zu erinnern: Es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Nicht nur dann heißt es, die Sorgen vertrauensvoll demjenigen zu überlassen, der versprochen hat: »Ich sorge für dich!« Gott. Trotzdem lehrt uns die Bibel nicht, einfach die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun. Jesus redet von unserer Verantwortung, gute Haushalter zu sein (Lukas 19,11-27). Dazu gehört auch vorausschauendes Planen und Handeln – in allen Lebensbereichen!

Zum Text
In puncto Wetterprognose sind sie gut, aber was um sie herum vor sich geht, das kapieren sie nicht (Vers 56). Aber mal ehrlich: Wir verstehen bestimmte Dinge von Jesus ja auch nur, weil wir wissen, wie die Geschichte weitergeht. Außerdem gibt es viele erklärende Bücher zu den kniffligen Aussagen, die Jesus macht. Die Leute damals dagegen hören etwas von einer zweiten Taufe und von Unfrieden (Verse 49-53) und verstehen nur Bahnhof. Wie verstehst du Jesu Aussagen? Gut nur, dass Jesus manchmal auch sehr unmissverständlich ist in dem, was er sagt (Verse 31+34+40). Setzt du diese Dinge schon um?

die-Bibel.dev.4.19.1
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