DAS VIERTE BUCH
Der ewige Gott – der vergängliche Mensch
Ein Bittgebet des Mose, des Mannes Gottes.
O Herr, du warst uns Wohnung *
von Geschlecht zu Geschlecht.
Ehe geboren wurden die Berge, /
ehe du unter Wehen hervorbrachtest Erde und Erdkreis, *
bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Zum Staub zurückkehren lässt du den Menschen, *
du sprichst: Ihr Menschenkinder, kehrt zurück!
Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der Tag, der gestern vergangen ist, *
wie eine Wache in der Nacht.
Du raffst sie dahin, sie werden wie Schlafende. *
Sie gleichen dem Gras, das am Morgen wächst:
Am Morgen blüht es auf und wächst empor, *
am Abend wird es welk und verdorrt.
Ja, unter deinem Zorn schwinden wir hin, *
durch deine Zornesglut werden wir starr vor Schrecken.
Unsere Sünden hast du vor dich hingestellt, *
unsere verborgene Schuld in das Licht deines Angesichts.
Ja, unter deinem Grimm gehen all unsere Tage dahin, *
wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer.
Die Zeit unseres Lebens währt siebzig Jahre, *
wenn es hochkommt, achtzig.
Das Beste daran ist nur Mühsal und Verhängnis, *
schnell geht es vorbei, wir fliegen dahin.
Wer erkennt die Macht deines Zorns *
und fürchtet deinen Grimm?
Unsere Tage zu zählen, lehre uns! *
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Kehre doch um, HERR! - Wie lange noch? *
Um deiner Knechte willen lass es dich reuen!
Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, *
so viele Jahre, wie wir Unheil sahn.
Dein Wirken werde sichtbar an deinen Knechten *
und deine Pracht an ihren Kindern.
Güte und Schönheit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! /
Lass gedeihen das Werk unserer Hände, *
ja, das Werk unserer Hände lass gedeihn!