Verheißung an David und Klage über die Verwerfung seines Hauses
Ein Weisheitslied Etans, des Esrachiters.
Von der Huld des HERRN will ich ewig singen, *
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, *
im Himmel deine Treue gefestigt.
Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *
und David, meinem Knecht, geschworen:
Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand *
und von Geschlecht zu Geschlecht gründe ich deinen Thron. [Sela]
Die Himmel preisen deine Wunder, HERR, *
und die Versammlung der Heiligen deine Treue.
Denn wer im Gewölk gleicht dem HERRN, *
ist dem HERRN ähnlich unter den Söhnen der Götter?
Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, *
für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.
HERR, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? *
Mächtig bist du, HERR, und von Treue umgeben.
Du beherrschst den Aufruhr des Meeres; *
wenn seine Wogen toben - du glättest sie.
Rahab hast du durchbohrt und zertreten, *
deine Feinde zerstreut mit starkem Arm.
Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; *
den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.
Nord und Süd hast du geschaffen, *
Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.
Dein Arm ist voll Heldenkraft, *
deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.
Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, *
Huld und Treue schreiten dir entgegen.
Selig das Volk, das den Jubelruf kennt, *
HERR, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich allezeit über deinen Namen *
und sie jubeln über deine Gerechtigkeit.
Denn du bist ihre Schönheit und Stärke, *
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
Ja, dem HERRN gehört unser Schild, *
dem Heiligen Israels unser König.
Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: /
Einem Helden habe ich Hilfe gewährt, *
einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.
Ich habe David, meinen Knecht, gefunden *
und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.
Fest wird meine Hand ihn halten *
und mein Arm ihn stärken.
Kein Feind soll ihn täuschen, *
kein ruchloser Mensch kann ihn bezwingen.
Vor ihm will ich seine Feinde zerschmettern *
und alle, die ihn hassen, schlage ich nieder.
Meine Treue und meine Huld sind mit ihm *
und in meinem Namen erhebt er sein Haupt.
Ich lege seine Hand auf das Meer *
und auf die Ströme seine Rechte.
Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, *
mein Gott, der Fels meiner Rettung.
Ja, zum Erstgeborenen mache ich ihn, *
zum Höchsten unter den Königen der Erde.
Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, *
mein Bund mit ihm ist verlässlich.
Sein Haus lasse ich dauern für immer *
und seinen Thron wie die Tage des Himmels.
Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen, *
nicht mehr leben nach meiner Ordnung,
wenn sie meine Gesetze entweihen, *
meine Gebote nicht mehr halten,
dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen *
und ihre Sünde mit Schlägen.
Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, *
breche ihm nicht die Treue.
Meinen Bund werde ich nicht entweihen;/
was meine Lippen gesprochen haben, *
will ich nicht ändern.
Eines habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit, *
niemals werde ich David belügen:
Sein Haus soll bleiben auf ewig, *
sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne;
er soll ewig bestehen wie der Mond, *
der Zeuge über den Wolken ist verlässlich. [Sela]
Du aber hast verstoßen, verworfen, *
mit Zorn überschüttet deinen Gesalbten.
Du hast den Bund mit deinem Knecht zerbrochen, *
seine Krone entweiht, sie zu Boden geworfen.
Eingerissen hast du all seine Mauern, *
in Trümmer gelegt seine Burgen.
Alle, die des Weges kommen, plünderten ihn aus. *
Er wurde zum Gespött seiner Nachbarn.
Du hast die Hand seiner Bedränger hoch erhoben, *
hast all seine Feinde erfreut.
Du hast die Spitze seines Schwerts umgekehrt, *
hast ihn im Kampf nicht unterstützt.
Du hast ein Ende gemacht seinem Glanz *
und seinen Thron zu Boden geworfen.
Du hast ihm die Tage der Jugend verkürzt *
und ihn umhüllt mit Schande. [Sela]
Wie lange noch, HERR? Verbirgst du dich ewig? *
Soll dein Zorn wie Feuer brennen?
Denk doch: Was ist mein Leben! *
Zu welch nichtigem Leben hast du alle Menschen erschaffen!
Wer ist der Mann, der lebt und den Tod nicht schaut, *
der sich retten kann vor dem Zugriff der Totenwelt? [Sela]
Wo sind die Taten deiner früheren Huld, HERR, *
die du David in deiner Treue geschworen hast?
HERR, gedenke der Schmach deiner Knechte, *
im Innern brennt mir der Hohn der Völker.
Ja, deine Feinde, HERR, schmähten, *
ja, sie schmähten die Spuren deines Gesalbten.
Gepriesen sei der HERR in Ewigkeit. *
Amen, ja amen.