Lutherbibel 1984 (LU84)
22

Die königliche Hochzeit

(Lk 14,16-24)

221Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

22,2
Joh 3,29
3Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. 4Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! 5Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 6Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.
22,6
Kap
7Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
22,7
Kap

8Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert. 9Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 10Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen,

22,10
Kap
wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll.

11Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte

22,11
Offb 19,8
kein hochzeitliches Gewand an, 12und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 13Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein.

14Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Die Frage nach der Steuer (»Der Zinsgroschen«)

(Mk 12,13-17; Lk 20,20-26)

15Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten; 16und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen:

22,16
Joh 3,2
Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. 17Darum sage uns, was meinst du: Ist’s recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht?

18Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? 19Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. 20Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? 21Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

22,21
Röm 13,17
22Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.

Die Frage nach der Auferstehung

(Mk 12,18-27; Lk 20,27-40)

23An demselben Tage traten die Sadduzäer zu ihm,

22,23
Apg 4,2
23,68
die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn 24und sprachen: Meister, Mose hat gesagt (5. Mose 25,5-6): »Wenn einer stirbt und hat keine Kinder, so soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.« 25Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder; 26desgleichen der zweite und der dritte bis zum siebenten. 27Zuletzt nach allen starb die Frau. 28Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein von diesen sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.

29Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes. 30Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel. 31Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht (2. Mose 3,6): 32»Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

33Und als das Volk das hörte, entsetzten sie sich über seine Lehre.

Die Frage nach dem höchsten Gebot

(Mk 12,28-31; Lk 10,25-28)

34Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. 35Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: 36Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? 37Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt22,37 Siehe Sach- und Worterklärungen.« (5. Mose 6,5). 38Dies ist das höchste und größte Gebot. 39Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). 40In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

22,40
Röm 13,9-10

Die Frage nach dem Davidssohn

(Mk 12,35-37; Lk 20,41-44)

41Als nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus: 42Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten:

22,42
Jes 11,1
Joh 7,42
Davids. 43Da fragte er sie: Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr nennen, wenn er sagt (Ps 110,1): 44»Der Herr sprach zu meinem Herrn:
22,44
Kap
Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege«? 45Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn? 46Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, auch wagte niemand von dem Tage an, ihn hinfort zu fragen.

23

Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer

(Mk 12,38-40; Lk 20,45-47; 11,39-52)

231Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern 2und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 3Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn

23,3
Mal 2,7-8
Röm 2,21-23
sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. 4
23,4
Kap
Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen.

5Alle ihre Werke aber tun sie,

23,5
Kap
damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre
23,5
4. Mose 15,38-39
Gebetsriemen23,5 Siehe Sach- und Worterklärungen. breit und die Quasten23,5 Siehe Sach- und Worterklärungen. an ihren Kleidern groß. 6Sie
23,6
Lk 14,7
sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen 7und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden. 8Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. 9Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. 11Der Größte unter euch soll euer Diener sein.
23,11
Kap
12Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.
23,12
Hiob 22,29
Spr 29,23
Hes 21,31
Lk 18,14
1. Petr 5,5

13Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen.23,13 Vers 14 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Häuser der Witwen fresst und zum Schein lange Gebete verrichtet! Darum werdet ihr ein umso härteres Urteil empfangen« (vgl. Mk 12,40).

15Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen23,15 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gottesfürchtige«. gewinnt; und wenn er’s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

16

23,16-22
Kap
Weh euch, ihr
23,16
Kap
verblendeten Führer, die ihr sagt: Wenn einer schwört bei dem Tempel, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Gold des Tempels, der ist gebunden. 17Ihr Narren und Blinden! Was ist mehr: das Gold oder der Tempel, der das Gold heilig macht? 18Oder: Wenn einer schwört bei dem Altar, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Opfer, das darauf liegt, der ist gebunden. 19Ihr Blinden! Was ist mehr: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heilig macht? 20Darum, wer schwört bei dem Altar, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. 21Und wer schwört bei dem Tempel, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. 22Und wer schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

23Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den

23,23
3. Mose 27,30
Lk 18,12
Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das
23,23
Mi 6,8
Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. 24Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!

25Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler,

23,25
Mk 7,48
die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! 26Du
23,26
Joh 9,40
blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird!
23,26
Tit 1,15

27Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! 28So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.

29Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabmäler baut und die Gräber der Gerechten schmückt 30und sprecht: Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten! 31Damit bezeugt ihr von euch selbst, dass ihr Kinder derer seid,

23,31
Kap
die die Propheten getötet haben. 32Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll! 33Ihr Schlangen, ihr Otternbrut! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

34Darum: siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern, 35damit über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten

23,35
1. Mose 4,8
Abel an bis auf das Blut des
23,35
2. Chr 24,20-21
Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. 36Wahrlich, ich sage euch: Das alles wird über dieses Geschlecht kommen.

Klage über Jerusalem

(Lk 13,34-35)

37Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! 38Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden«

23,38
1. Kön 9,7-8
(Jer 22,5; Ps 69,26). 39Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht:
23,39
Kap
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

24

Jesu Rede über die Endzeit

(Kapitel 24,1–25,46)

Das Ende des Tempels

(Mk 13,1-2; Lk 21,5-6)

241Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. 2Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch:

24,2
Lk 19,44
Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.

Der Anfang der Wehen

(Mk 13,3-13; Lk 21,7-19)

3Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?

24,3
Apg 1,6-8
4Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. 5Denn es werden viele
24,5
Joh 5,43
kommen unter meinem Namen und sagen:
24,5
1. Joh 2,18
Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. 6Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. 8Das alles aber ist der Anfang der Wehen.

9

24,9-10
Kap
Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. 10Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11Und es werden sich viele
24,11
2. Petr 2,1
1. Joh 4,1
falsche Propheten erheben und werden viele verführen. 12Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
24,12
2. Tim 3,1-5
13Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.
24,13
Kap
14Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für
24,14
Kap
alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Die große Bedrängnis

(Mk 13,14-23; Lk 21,20-24)

15Wenn ihr nun sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Dan 9,27; 11,31) – wer das liest, der merke auf! –, 16alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; 17

24,17-18
Lk 17,31
und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; 18und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit!
24,19
Lk 23,29
20Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. 21Denn
24,21
Dan 12,1
es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. 22Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.

23Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus!, oder: Da!, so sollt ihr’s nicht glauben. 24Denn es werden falsche Christusse und

24,24
5. Mose 13,2-4
falsche Propheten aufstehen und
24,24
2. Thess 2,8-9
Offb 13,13
große Zeichen und Wunder tun, sodass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. 25Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. 26
24,26-27
Lk 17,23-24
Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. 27Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. 28Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.
24,28
Lk 17,37
Offb 19,17-18

Das Kommen des Menschensohns

(Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)

29Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die

24,29
Jes 13,10
Offb 6,12-13
Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und
24,29
2. Petr 3,10
die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden
24,30
Offb 1,7
wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden
24,30
Kap
sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31Und er wird seine Engel senden mit hellen
24,31
1. Kor 15,52
Offb 8,2
Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

Mahnung zur Wachsamkeit

(Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 12,39-40)

32An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 34Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 35Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

24,35
Kap
36Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.
24,36
Apg 1,7

37

24,37-38
Lk 17,26-27
1. Mose 6,9–7,23
Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. 38Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; 39und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin –, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. 40Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. 41Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben.
24,41
Lk 17,35

42Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

24,42
Kap
43Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste,
24,43
1. Thess 5,2
zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Vom treuen und vom bösen Knecht

(Lk 12,41-46)

45Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe? 46Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. 47Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.

24,47
Kap
48Wenn aber jener als ein böser Knecht in seinem Herzen sagt:
24,48
2. Petr 3,4
Mein Herr kommt noch lange nicht, 49und fängt an, seine Mitknechte zu schlagen, isst und trinkt mit den Betrunkenen: 50dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, 51und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil geben bei den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern.