Lutherbibel 1984 (LU84)
1

11Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 2hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum

1,2
Ps 2,8
Erben über alles,
1,2
Joh 1,3
Kol 1,16
durch den er auch die Welt gemacht hat. 3Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das
1,3
Weish 7,26
2. Kor 4,4
Kol 1,15
Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und
1,3
Kap
hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und
1,3
Mk 16,19
hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe 4und ist
1,4
1. Petr 3,22
so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat,
1,4
Phil 2,9
höher ist als ihr Name.

Der Sohn höher als die Engel

5Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Ps 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum (2. Sam 7,14): »Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein«? 6Und wenn er den

1,6
Röm 8,29
Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er (Ps 97,7): »Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.«

7Von den Engeln spricht er zwar (Ps 104,4): »Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen«, 8aber von dem Sohn (Ps 45,7-8): »Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. 9Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.« 10Und (Ps 102,26-28): »Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 11Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; 12und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.« 13Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Ps 110,1): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache«? 14Sind sie nicht allesamt

1,14
Ps 34,8
91,11-12
dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?

2

21Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. 2Denn wenn das Wort fest war, das

2,2
Apg 7,53
Gal 3,19
durch die Engel gesagt ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den rechten Lohn empfing, 3wie wollen wir entrinnen,
2,3
Kap
wenn wir ein so großes Heil nicht achten, das seinen Anfang nahm mit der Predigt des Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben? 4Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben durch
2,4
Mk 16,20
2. Kor 12,12
Zeichen, Wunder und
2,4
1. Kor 12,4-11
mancherlei mächtige Taten und durch die
2,4
Apg 2,1-13
10,44-45
Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.

Die Erniedrigung und Erhöhung Christi

5Denn nicht den Engeln hat er untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden. 6Es bezeugt aber einer an einer Stelle und spricht (Ps 8,5-7): »Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest? 7Du hast ihn eine kleine Zeit niedriger sein lassen als die Engel; mit Preis und Ehre hast du ihn gekrönt; 8alles hast du unter seine Füße getan.« Wenn er ihm alles unter die Füße getan hat, so hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan ist. 9Den aber, der »eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel«, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes »gekrönt mit Preis und Ehre«; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken.

2,9
Phil 2,8-9
10Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, dass er den, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat,
2,10
Kap
den Anfänger ihres Heils, durch Leiden vollendete.

11Denn weil sie alle von einem kommen, beide,

2,11
Joh 17,19
der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht,
2,11
Mk 3,34-35
Joh 20,17
sie Brüder zu nennen, 12und spricht (Ps 22,23): »Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.« 13Und wiederum (Jes 8,17): »Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen«; und wiederum (Jes 8,18): »Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.« 14Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod
2,14
2. Tim 1,10
1. Joh 3,8
die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, 15und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. 16Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an. 17Daher musste er in allem
2,17
Phil 2,7
seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. 18Denn worin er selber gelitten hat und
2,18
Kap
versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.