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2.4. Das 4. Buch Mose/Numeri (Num)

Das Buch Numeri stellt den Weg der Israeliten nach dem Aufbruch vom Sinai bis in das Ostjordanland hinein dar. Wesentliche Textkomplexe sind die Kundschaftergeschichte (13-14), der Erzählkreis um Bileam (22-24) und die Einsetzung Josuas als Nachfolger Moses (27,12-23, vgl. Dtn 31). Wichtigster Einzeltext ist der aaronitische Segen Num 6,24-26.

Fluch

Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.

Fluch

Für hebräisches Denken ist das gesprochene Wort eine wirkende Macht. Es gibt den bedingungslosen Fluch, der den Adressaten unter allen Umständen trifft, und den bedingten, der über ihm vorerst nur schwebt, ihn aber trifft, wenn er sich zuschulden kommen lässt, wovor in der Verfluchung gewarnt wurde (Lev 5,1; Dtn 27,14-26). Der Fluch dringt in den Menschen ein (Ps 109,18-19), zerstört dessen Familie und wirkt sich über Generationen aus (Gen 9,25; Num 22,6.12), wie entsprechend der → Segen Einzelnen und ihren Familien über Generationen Glück und Gedeihen schenkt.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Älteste

Die Stellung der Ältesten gründete ursprünglich in der Würde des Alters: In Familie und Sippe gilt die Autorität der Alten. Obwohl im Grundsatz alle Familienoberhäupter den gleichen Rang hatten, übten im größeren Verband des Stammes die Häupter der mächtigsten Familien die Autorität aus, im Krieg als Anführer und im Frieden durch Rechtsprechung. Sie bildeten eine Art Adel.

Midian(iter)

Das Stammesgebiet der Midianiter lag im Nordwesten der Arabischen Halbinsel. Sie waren Kamelnomaden und durch ihre Beweglichkeit, die sie zu weit ausgreifenden Raubzügen befähigte (Ri 6,1-5), ihren Gegnern überlegen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Engel im Alten Testament

Der deutsche Begriff „Engel“ kommt vom griechischen ἄγγελος, angelos, her, das hebräisches מַלְאָךְ, mal’ak übersetzt. Das zugehörige Verbum מַלְאָךְ, la’ak (ugaritisch belegt) bedeutet „schicken, senden“, und so benennt מַלְאָךְ zunächst einen Boten schlechthin, beispielsweise als Gesandten eines Königs (2Kön 1,2). Etwa die Hälfte aller Vorkommen des Begriffes in der Bibel ist nicht auf einen göttlichen Boten bezogen, sondern auf politische oder militärische Gesandte.

Bileam

Wurde vom König der Moabiter beauftragt, das Volk Israel zu verfluchen

Jordan

Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.

Eufrat

Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.

Engel

Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.

Engel

Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).

Wahrsagerei, wahrsagen

Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen.

Moab(iter)

Mit Israel verwandtes Volk (Gen 19,36-37). Von guten Beziehungen zeugen Rut 1,1; 1 Sam 22,3-4; von Spannungen Num 22–24; Ri 3,12-30. Ursprüngliches Siedlungsgebiet war das fruchtbare Hochland südlich des Arnon. David unterwarf die Moabiter (2 Sam 8,2); in der Mitte des 9. Jh. v.Chr. gewann König Mescha die Selbstständigkeit zurück und dehnte seine Herrschaft auf das Gebiet nördlich des Arnon aus, wobei nach einer Inschrift Meschas der Stamm Gad aufgerieben wurde. Seit Mitte des 8. Jh. assyrischer und dann babylonischer Vasallenstaat; Ende des 5. Jh. ins Reich der → Nabatäer eingegliedert.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Moab, Moabiter

Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.

Bileam

Der Magier, der Israel verfluchen soll (Num 22–24), gilt im Neuen Testament als Vorbild geldgieriger Irrlehrer (vgl. Num 22,7.37) und wegen Num 31,16 als Beispiel eines Verführers (Offb 2,14).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Jericho

Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers.

Weinberg

Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.

Baal

Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt.

Los

Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Opfermahl

Schlachtopfer

Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.

Segen

Er wird als Übertragung von lebenwirkender und lebenerhaltender Kraft verstanden, ebenso wie der → Fluch zerstörende Wirkung hat. Die Wirkung des Segens hängt aber auch von Art und Bedeutung der sprechenden Persönlichkeit ab. Bestimmte Menschen sind mit besonderer Segensmacht begabt. Das kann bei Sterbenden mit der Todesnähe zusammenhängen (Jakob in Gen 48), es kann Folge einer besonderen Begabung sein (wie bei Bileam in Num 22–24), aber auch in einer Amtsstellung und Weihe gründen wie bei den → Priestern, die zum Abschluss des Gottesdienstes die Gemeinde segnen (Num 6,22-27). In Israel ist letztlich Gott der Geber des Segens, auch wenn er ihn durch Worte und Hände von Menschen weitergibt.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)