Lutherbibel 2017 (LU17)
48

Über Moab

(vgl. Jes 15,1–16,14; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zef 2,8-11)

481Über Moab. So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Wehe der Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet ist Kirjatajim und eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen. 2Der Stolz Moabs ist dahin, in Heschbon ersann man sein Verderben: »Kommt, wir wollen sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien.« Auch du, Madmen, musst vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her sein. 3Man hört ein Geschrei in Horonajim von Verwüstung und großem Jammer. 4

48,4
Jes 15,5
Moab ist zerschlagen. Man hört seinen Schrei bis nach Zoar; 5denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und man hört ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab: 6»Flieht und rettet euer Leben!« Aber ihr werdet sein
48,6
Kap
wie ein Strauch in der Wüste.

7Weil du dich auf deine Werke verlässt und auf deine Schätze, sollst auch du erobert werden, und

48,7
4. Mose 21,29
Kemosch muss gefangen wegziehen samt seinen Priestern und Fürsten. 8Denn der Verwüster wird über alle Städte kommen, dass nicht eine Stadt entrinnen wird. Es sollen die Täler verwüstet und die Ebene verheert werden; denn der Herr hat’s gesagt. 9Setzt Moab ein Grabmal, denn es wird völlig zerstört, und seine Städte werden wüst liegen, dass niemand darin wohnen wird. 10Verflucht sei, wer des Herrn Werk lässig tut; verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, dass es nicht Blut vergießt!

11Moab ist von seiner Jugend an ungestört gewesen und lag ruhig

48,11
Zef 1,12
auf seinen Hefen. Nie ist es aus einem Fass ins andre gegossen worden und musste nie in die Gefangenschaft ziehen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und sein Geruch nicht verändert worden. 12Darum siehe, spricht der Herr, es kommt die Zeit, dass ich ihnen Küfer schicken will, die sie ausschütten sollen und ihre Fässer ausleeren und ihre Krüge zerschmettern. 13Und Moab soll an Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus Israel an Bethel zuschanden worden ist, auf das sie sich verließen.

14Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute? 15Moab wird verwüstet und seine Städte werden erstiegen, und seine beste Mannschaft muss hinab zur Schlachtbank,

48,15
Kap
spricht der König, welcher heißt der Herr Zebaoth. 16Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein Unglück eilt herbei.

17Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und ihren Namen kennt. Sprecht: »Wie ist

48,17
Jes 14,5
das starke Zepter und der herrliche Stab so zerbrochen!« 18Herunter von der Herrlichkeit und
48,18
Jes 47,1
setz dich in den Staub,
48,18
Kap
du thronende Tochter Dibon! Denn der Verwüster Moabs kommt zu dir hinauf und zerstört deine Bollwerke. 19Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von Aroër! Frage, die da fliehen und entrinnen, und sprich: »Was ist geschehen?« 20Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heult und schreit; sagt’s am Arnon, dass Moab vernichtet ist! 21Das Gericht ist über das ebene Land ergangen, nämlich über Holon, Jahaz, Mefaat, 22Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim, 23Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon, 24Kerijot, Bozra und über alle Städte im Lande Moab, sie seien fern oder nahe. 25Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen, spricht der Herr.

26

48,26
Kap
Macht es trunken; denn es hat sich gegen den Herrn erhoben! So stürze Moab in sein Gespei, auf dass es auch zum Gespött werde. 27Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als hätte man es unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es verhöhnt. 28O ihr Bewohner von Moab, verlasst die Städte und wohnt in den Felsen und tut wie die Tauben, die da nisten in den Löchern!

29

48,29
Jes 16,6-10
Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, dass es sehr stolz sei, hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig. 30Ich kenne seinen Übermut wohl, spricht der Herr. Nichtig ist sein Geschwätz, nichtig sein Tun. 31Darum muss ich über Moab heulen und über ganz Moab schreien und über die Leute von Kir-Heres klagen. 32Mehr als über Jaser muss ich über dich weinen, du Weinstock Sibma; denn deine Ranken reichten über das Meer und kamen bis nach Jaser. Der Verwüster ist über deine Ernte und Weinlese hergefallen. 33Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied singen. 34Das Geschrei von Heschbon wird gehört bis Elale, bis nach Jahaz, von Zoar an bis nach Horonajim, bis Eglat-Schelischija; denn auch die Wasser Nimrims sollen versiegen.
48,34
Jes 15,4-5
35Und ich will, spricht der Herr, in Moab damit ein Ende machen, dass sie auf den Höhen opfern und ihren Göttern Opfer darbringen.

36

48,36
Jes 16,11
Darum klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage, und über die Leute in Kir-Heres klagt mein Herz wie Flötenklage; denn
48,36
Jes 15,7
das Gut, das sie gesammelt, ist zugrunde gegangen. 37
48,37
Jes 15,2-3
Alle Köpfe werden
48,37
Kap
kahl sein und alle Bärte abgeschoren, alle Hände wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen. 38Auf allen Dächern und Gassen, allenthalben in Moab ist Klage; denn ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß, das niemand haben will, spricht der Herr. 39O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie hat Moab sich schimpflich zur Flucht gewandt! Moab ist zum Spott und zum Schrecken geworden allen, die ringsum wohnen.

40

48,40
Kap
Denn so spricht der Herr: Siehe, er fliegt daher wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Moab. 41Die Städte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen. Das Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten. 42Denn Moab muss vertilgt werden, dass es kein Volk mehr sei, weil es sich gegen den Herrn erhoben hat. 43
48,43
Jes 24,17-18
Schrecken, Schacht und Schlinge über dich, du Bewohner von Moab!, spricht der Herr. 44Wer dem Schrecken entflieht, der wird in den Schacht fallen, und wer dem Schacht entkommt, der wird in der Schlinge gefangen; denn ich will über Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung, spricht der Herr.

45

48,45
4. Mose 21,28-29
Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon; aber Feuer geht aus von Heschbon und eine Flamme aus dem Hause Sihon. Es verzehrt die Schläfe Moabs und den Scheitel der lärmenden Krieger. 46Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine Söhne und Töchter genommen und gefangen weggeführt. 47
48,47
Kap
Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht der Herr. So weit das Gericht über Moab.

49

Über die Ammoniter

(vgl. Hes 25,2-7; Am 1,13-15; Zef 2,8-11)

491Über die Ammoniter. So spricht der Herr: Hat denn Israel keine Kinder oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn

49,1
1. Kön 11,5
Milkom das Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen Städten? 2Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba, die Stadt der Ammoniter, und es soll zu einem
49,2
Jos 8,28
wüsten Schutthügel werden und seine Tochterstädte sollen in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen, spricht der Herr.

3Heule, Heschbon, denn Ai ist verwüstet! Schreit, ihr Töchter von Rabba, und zieht den Sack an; klagt und lauft hin und her mit Ritzwunden! Denn Milkom

49,3
Kap
wird gefangen weggeführt samt seinen Priestern und Fürsten. 4Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze verlässt und sprichst: Wer darf sich an mich machen? 5Siehe, spricht Gott, der Herr Zebaoth, ich will Schrecken über dich kommen lassen von allen rings um dich her; ihr sollt in alle Richtungen versprengt werden, und niemand wird die Flüchtigen sammeln. 6Aber danach
49,6
Kap
will ich wieder wenden das Geschick Ammons, spricht der Herr.

Über Edom

(vgl. Jes 21,11; 34,5-15; Hes 25,12-14; Am 1,11-12; Obd 1-21)

7Über Edom. So spricht der Herr Zebaoth: Ist denn keine Weisheit mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die Weisheit ausgegangen? 8

49,8
Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger von Dedan! Denn ich lasse Unheil über Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung. 9Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese übrig lassen, und Diebe sollen des Nachts kommen, die sollen dich verderben, bis sie genug haben. 10Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke aufgedeckt, dass er sich nicht verbergen kann. Seine Nachkommen, seine Brüder und seine Nachbarn sind vernichtet, dass keiner von ihnen mehr da ist. 11Verlass nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine Witwen sollen auf mich hoffen.

12Denn so spricht der Herr: Siehe, die es nicht verdient hatten, den Kelch zu trinken, müssen trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du musst auch trinken.

49,12
Kap
13Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr, dass Bozra zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und zum Fluch werden soll und alle seine Städte zur ewigen Wüste.

14

49,14
Obd 1-4
Ich hab eine Kunde vernommen vom Herrn, ein Bote ist unter die Völker gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch auf zum Kampf! 15Denn siehe, ich mache dich gering unter den Völkern und verachtet unter den Menschen. 16Dass die andern dich fürchten, hat dich verführt, und dein Herz ist hochmütig, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht der Herr. 17Also soll Edom wüst werden, dass alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle seine Plagen.
49,17
Kap
18Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört wurden, spricht der Herr, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch darin hausen.
49,18
Kap
19
49,19
Kap
Siehe, wie ein Löwe heraufkommt aus dem Dickicht des Jordans in die wasserreichen Auen, so will ich sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, dort einsetzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

20So hört nun den Ratschluss des Herrn, den er über Edom gefasst hat, und seine Gedanken, die er über die Einwohner von Teman hat. Was gilt’s? Man wird sie fortschleifen, die schwachen Schafe; ihre Aue wird sich über sie entsetzen. 21Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei hört man am Schilfmeer. 22Siehe, er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.

49,22
Kap

Über Damaskus

(vgl. Jes 17,1-3; Am 1,3-5)

23Über Damaskus. Hamat und Arpad sind bestürzt, denn sie hören böse Kunde. Sie wanken vor Angst wie das Meer,

49,23
Jes 57,20
das keine Ruhe finden kann. 24Damaskus ist verzagt, hat sich zur Flucht gewandt. Schrecken hat es erfasst, Angst und Wehen haben es ergriffen wie eine Frau in Kindsnöten. 25Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche Stadt! 26Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht der Herr Zebaoth.
49,26
Kap
27Und ich will Feuer legen an die Mauern von Damaskus, das soll die Paläste Ben-Hadads verzehren.
49,27
Am 1,4

Über die arabischen Stämme

28Über

49,28
Jes 21,16-17
Kedar und die Königreiche von
49,28
Jos 11,10
Hazor, die Nebukadnezar, der König von Babel, schlug. So spricht der Herr: Wohlauf, zieht herauf gegen Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen! 29Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle Geräte und Kamele wegführen und über sie rufen:
49,29
Kap
Schrecken um und um!

30

49,30
Flieht, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr Einwohner von Hazor!, spricht der Herr; denn Nebukadnezar, der König von Babel, hat etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch. 31Wohlauf, zieht herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt!, spricht der Herr; sie haben weder Tür noch Riegel und wohnen allein. 32Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die sich
49,32
Kap
das Haar stutzen, und von allen Seiten her will ich ihr Unglück über sie kommen lassen, spricht der Herr; 33dass Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige Wüste werden soll, dass niemand dort wohne und kein Mensch darin hause.
49,33

Über Elam

34Dies ist das Wort des Herrn, das geschah zu Jeremia, dem Propheten, über Elam

49,34
Kap
im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda: 35So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, ich will den
49,35
Jes 22,6
Bogen Elams zerbrechen, seine stärkste Waffe, 36und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels über sie kommen lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, dass es kein Volk geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen werden. 37Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil über sie kommen lassen, meinen grimmigen Zorn, spricht der Herr,
49,37
Kap
und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufreibe. 38Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den König und die Fürsten umbringen, spricht der Herr. 39Aber in der letzten Zeit
49,39
Kap
will ich das Geschick Elams wieder wenden, spricht der Herr.

50

Der Untergang Babels

(vgl. Jes 13,1–14,32)

501Dies ist das Wort, das der Herr durch den Propheten Jeremia geredet hat über Babel und das Land der Chaldäer: 2

50,2
Kap
Verkündet’s unter den Völkern und lasst’s erschallen, richtet das Banner auf! Lasst’s erschallen und verbergt es nicht und sprecht: Babel ist genommen,
50,2
Jes 46,1
Bel ist zuschanden, Merodach50,2 »Bel« und »Merodach« sind Bezeichnungen für Marduk, den Hauptgott von Babel. ist zerschmettert; ihre Götzen sind zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert! 3Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das wird ihr Land zur Wüste machen, dass niemand darin wohnen wird, weder Mensch noch Vieh; sie
50,3
Kap
fliehen und laufen davon.

Die Israeliten kehren heim

4In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der Herr,

50,4
Kap
werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und
50,4
Kap
weinend einherziehen und den Herrn, ihren Gott, suchen. 5Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren: »Kommt, wir wollen uns dem Herrn zuwenden
50,5
Kap
zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!« 6Denn mein Volk war
50,6
Kap
eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie verführt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, dass sie über Berge und Hügel gegangen sind und ihren Ruheplatz vergaßen. 7Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an dem Herrn, der rechten Weide, und an dem Herrn, der ihrer Väter Hoffnung war.

Der Kampf der Völker gegen Babel

8

50,8
Kap
Flieht aus Babel und zieht aus der Chaldäer Lande und macht’s wie die Böcke vor der Herde! 9Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen erwecken und aus dem Lande des Nordens gegen Babel heranführen; die sollen sich gegen die Stadt rüsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten Kriegers, der nicht ohne Beute zurückkehrt. 10Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben, sollen satt werden, spricht der Herr.

11Freut euch nur und rühmt, die ihr mein Erbteil geplündert habt, und hüpft wie die Kälber im Grase und wiehert wie die starken Rosse! 12Eure Mutter steht in großen Schanden, und die euch geboren hat, ist zum Spott geworden. Siehe, unter den Völkern ist sie die Geringste, wüst, dürr und öde. 13Denn vor dem Zorn des Herrn wird sie unbewohnt und ganz wüst bleiben, dass

50,13
Kap
alle, die an Babel vorüberziehen, sich entsetzen werden und spotten über alle ihre Plagen.

14Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr Bogenschützen; schießt nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider den Herrn gesündigt. 15Erhebt das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt der Herr. Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat. 16Rottet aus von Babel den Sämann und den Schnitter in der Ernte!

50,16
Kap
Vor dem mörderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und in sein Land fliehen.

Israel wird heimgeführt

17Israel ist ein versprengtes Schaf, das die Löwen verscheucht haben. Zuerst fraß es der König von Assyrien, danach nagte seine Knochen ab Nebukadnezar, der König von Babel. 18Darum, so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will heimsuchen den König von Babel und sein Land, gleichwie ich den König von Assyrien heimgesucht habe. 19Israel aber will ich wieder heim zu seiner Aue bringen, dass sie auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead.

20Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der Herr, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn

50,20
Kap
ich will sie vergeben denen, die ich übrig bleiben lasse.

Vergeltung für Babels Übermut

21Zieh heran gegen das Land Meratajim; zieh heran gegen die Einwohner von Pekod50,21 Die Namen »Meratajim« und »Pekod« bedeuten »Doppeltrotz« und »Heimsuchung«; gemeint ist Babel.; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen, spricht der Herr, und tu alles, was ich dir befohlen habe! 22Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer Jammer. 23Wie ist der

50,23
Kap
Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Völkern!
50,23
Kap
24Du hast dir selbst eine Falle gestellt, Babel, und du hast dich darin gefangen, ehe du dich’s versahst; du bist getroffen und ergriffen, denn du hast den Herrn herausgefordert.

25Der Herr hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns hervorgeholt; denn Gott, der Herr Zebaoth, hat etwas auszurichten in der Chaldäer Lande. 26Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet seine Kornhäuser, werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, dass nichts übrig bleibe! 27Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur Schlachtbank! Weh ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung! 28Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, die entronnen sind aus dem Lande Babel, dass sie verkünden zu Zion

50,28
Kap
die Vergeltung des Herrn, unseres Gottes, die Vergeltung für seinen Tempel.

Aufgebot gegen Babel

29Ruft Schützen wider Babel, alle, die den Bogen spannen, belagert die Stadt ringsum und lasst keinen davonkommen!

50,29
Vergeltet ihr, wie sie verdient hat; wie sie getan hat, so tut ihr wieder! Denn sie hat stolz gehandelt wider den Herrn, den Heiligen Israels. 30Darum soll ihre junge Mannschaft fallen auf ihren Gassen, und alle ihre Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der Herr.
50,30
Kap

31Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der Herr Zebaoth; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung. 32Da soll der Stolze stürzen und fallen, dass ihn niemand aufrichte. Ich will an seine Städte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher ist, verzehren.

33So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, die Leute von Israel samt den Leuten von Juda müssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie gefangen weggeführt haben, halten sie fest und

50,33
2. Mose 7,14
weigern sich, sie zu entlassen. 34Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt Herr Zebaoth; der wird ihre Sache so hinausführen, dass er das Land erbeben und die Einwohner von Babel erzittern lässt.

Über Babel kommt der Feind aus dem Norden

35Das Schwert soll kommen, spricht der Herr, über die Chaldäer und über die Einwohner von Babel und über seine Fürsten und über seine Weisen! 36Das Schwert soll kommen über seine Wahrsager, dass sie zu Narren werden; das Schwert soll kommen über seine Starken, dass sie verzagen! 37Das Schwert soll kommen über seine Rosse und Wagen und über das ganze Gemenge der Völker in seiner Mitte, dass es

50,37
Kap
zu Weibern wird! Das Schwert soll kommen über seine Schätze, dass sie geplündert werden! 38Dürre soll kommen über seine Wasser, dass sie versiegen! Denn es ist ein Götzenland, und angesichts der Schrecken sollen sie toll werden. 39Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die Strauße, und es soll nimmermehr bewohnt werden und niemand darin hausen für und für.
50,39
Jes 13,20-22
40Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört hat, spricht der Herr, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin hausen.
50,40
Kap

41

50,41
Kap
Siehe, es kommt ein Volk von Norden her, ein großes Volk, und viele Könige werden sich aufmachen von den Enden der Erde. 42Sie führen Bogen und Schwert; sie sind grausam und ohne Erbarmen; ihr Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Babel. 43Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hört, sinken ihm die Hände; ihm ist angst und weh wie einer Gebärenden.

44

50,44
Kap
Siehe, wie ein Löwe heraufkommt aus dem Dickicht des Jordans in die wasserreichen Auen, so will ich sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, dort einsetzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

45So hört nun den Ratschluss des Herrn, den er über Babel gefasst hat, und seine Gedanken, die er hat über die Einwohner im Lande der Chaldäer! Was gilt’s? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden? 46Und die Erde bebt von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein Wehgeschrei erschallt unter den Völkern.