Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

VORWORT

(1,1-4)

Lukas schreibt an Theophilus

11Schon viele haben versucht, die Ereignisse zusammenhängend darzustellen, die Gott unter uns geschehen ließ und mit denen er seine Zusagen eingelöst hat.

2Diese Ereignisse sind uns überliefert in den Berichten der Augenzeugen, die von Anfang an alles miterlebt hatten und die den Auftrag erhielten, die Botschaft Gottes weiterzugeben.

3So habe auch ich mich dazu entschlossen, all diesen Überlieferungen bis hin zu den ersten Anfängen sorgfältig nachzugehen und sie für dich, verehrter Theophilus, in der rechten Ordnung und Abfolge niederzuschreiben.

1,3
Apg 1,1

4Du sollst dadurch die Zuverlässigkeit der Lehre erkennen, in der du unterwiesen wurdest.

GEBURT UND KINDHEIT VON JOHANNES DEM TÄUFER UND JESUS

(1,5–2,52)

Die Geburt des Täufers Johannes wird angekündigt

5Zu der Zeit, als König Herodes über das jüdische Land herrschte, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priestergruppe Abija gehörte. Auch seine Frau stammte aus einer Priesterfamilie; sie hieß Elisabet.

1,5
1 Chr 24,7-18 Nr. 8

6Beide führten ein Leben, das Gott gefiel; sie richteten sich in allem nach den Geboten und Anweisungen des Herrn. 7Sie waren aber kinderlos, denn Elisabet konnte keine Kinder bekommen; außerdem waren sie auch schon sehr alt.
1,7
Gen 25,21

8Einmal hatte Zacharias wieder Dienst am Tempel in Jerusalem, weil die Priestergruppe, zu der er gehörte, gerade an der Reihe war.

1,8
1 Chr 24,19
9Es war unter den Priestern üblich, die einzelnen Dienste durch das Los zu verteilen. An einem bestimmten Tag fiel Zacharias die Aufgabe zu, das Räucheropfer darzubringen. So ging er in das Innere des Tempels,
1,9
Ex 30,7-8
10während das ganze versammelte Volk draußen betete.

11Da erschien ihm plötzlich der Engel des Herrn. Der Engel stand an der rechten Seite des Altars, auf dem der Weihrauch verbrannt wurde.

1,11-17
Ri 13,3-5
12Als Zacharias ihn sah, erschrak er und bekam große Angst.
1,12
1,29
2,9
Ri 6,22
13,22
Dan 8,17
13Aber der Engel sagte zu ihm:

»Hab keine Angst, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Johannes nennen.

1,13
1,30
2,10
Ri 6,23
Dan 10,1219

14Dann wirst du voll Freude und Jubel sein, und noch viele andere werden sich freuen über seine Geburt. 15Denn er ist vom Herrn zu großen Taten berufen.

Als Gottgeweihter wird er keinen Wein und auch sonst keinen Alkohol trinken. Schon im Mutterleib wird der Geist Gottes ihn erfüllen,

1,15
Num 6,3-4
Lk 7,33
1,35
16und er wird viele aus dem Volk Israel zum Herrn, ihrem Gott, zurückführen.

17Er wird dem Herrn als Bote vorausgehen, im gleichen Geist und mit der gleichen Kraft wie der Prophet Elija. Seine Aufgabe wird es sein, das Herz der Eltern den Kindern zuzuwenden und alle Ungehorsamen auf den rechten Weg zurückzubringen. So wird er dem Herrn ein Volk zuführen, das auf sein Kommen vorbereitet ist.«

1,17
Mal 3,123-24
Mt 17,10-11
11,14

18Zacharias sagte zu dem Engel: »Woran soll ich erkennen, dass es wirklich so kommen wird? Ich bin doch ein alter Mann, und meine Frau ist auch schon in vorgeschrittenen Jahren.«

1,18
Gen 17,17
18,11-12
Lk 1,34

19Der Engel antwortete: »Ich bin Gabriel, der vor Gottes Thron steht.1,19 Er ist einer der sieben »Thronengel«; vgl. Tob 12,15; Offb 8,2. Gott hat mich zu dir gesandt, um dir diese gute Nachricht zu bringen.

1,19
Dan 8,16
20Was ich gesagt habe, wird zur gegebenen Zeit eintreffen. Aber weil du mir nicht geglaubt hast, wirst du so lange stumm sein und nicht mehr sprechen können, bis es eingetroffen ist.«

21Das Volk wartete draußen auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22Als er schließlich herauskam, konnte er nicht zu ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen Zeichen mit der Hand und blieb auch weiterhin stumm.

23Als seine Dienstwoche im Tempel beendet war, ging Zacharias nach Hause. 24Bald darauf wurde seine Frau Elisabet schwanger und zog sich fünf Monate lang völlig zurück. Sie sagte:

1,24
Gen 21,1-2
Ri 13,24
1 Sam 1,19-20
25»Das hat der Herr an mir getan! Wegen meiner Kinderlosigkeit haben mich die Leute verachtet; aber er hat sich um mich gekümmert und die Schande von mir genommen.«1,25 Zur Kinderlosigkeit als »Schande« vgl. Gen 16,5; 30,1; 1 Sam 1,6.11.
1,25
Gen 21,6-7
30,23

Die Geburt des Retters Jesus wird angekündigt

26Als Elisabet im sechsten Monat war, sandte Gott den Engel Gabriel nach Nazaret in Galiläa

1,26
Dan 8,16
27zu einem jungen Mädchen mit Namen Maria. Sie war noch unberührt1,27 Wörtlich zu einer Jungfrau (die war verlobt); ebenso steht Jungfrau für junges Mädchen am Versende. Hier wird schon angespielt auf Jes 7,14 in der Fassung der griechischen Übersetzung, also auf das Prophetenwort, das hinter Vers 31 steht (vgl. Mt 1,22-23). und war verlobt mit einem Mann namens Josef, einem Nachkommen Davids.
1,27
Mt 1,16

28Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir; er hat dich zu Großem ausersehen!«

1,28
Ri 6,12
Rut 2,4

29Maria erschrak über diesen Gruß und überlegte, was er bedeuten sollte.

1,29
1,12

30Da sagte der Engel zu ihr: »Hab keine Angst, du hast Gnade bei Gott gefunden!

1,30
1,13
31Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben.
1,31
Gen 16,11
17,19
Ri 13,3
Jes 7,14
Mt 1,21
Lk 2,21
1,59
32Er wird groß sein und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihn auf den Thron seines Ahnherrn David erheben,
1,32
Jes 9,6
2 Sam 7,16
Mt 20,30-31
33und er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.«
1,33
Dan 2,44

34Maria fragte den Engel: »Wie soll das zugehen? Ich bin doch mit keinem Mann zusammen!«

1,34
1,18

35Er antwortete: »Gottes Geist wird über dich kommen, seine Kraft wird das Wunder vollbringen. Deshalb wird auch das Kind, das du zur Welt bringst, heilig und Sohn Gottes genannt werden.

1,35
Mt 1,18
Lk 4,18

36Auch Elisabet, deine Verwandte, bekommt einen Sohn – trotz ihres Alters. Sie ist bereits im sechsten Monat, und es hieß doch von ihr, sie könne keine Kinder bekommen. 37Für Gott ist nichts unmöglich.«

1,37
Ijob 42,2

38Da sagte Maria: »Ich gehöre dem Herrn, ich bin bereit.1,38 Wörtlich Siehe (ich bin) die Sklavin des Herrn. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.«

Darauf verließ sie der Engel.

Maria besucht Elisabet

39Bald danach machte sich Maria auf den Weg und eilte zu einer Stadt im Bergland von Judäa. 40Dort ging sie in das Haus von Zacharias und begrüßte Elisabet.

41Als Elisabet ihren Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde sie vom Geist Gottes erfüllt 42und rief laut:

»Gesegnet bist du von Gott, auserwählt unter allen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!

1,42
Ri 5,24
Jdt 13,18
43Wie komme ich zu der Ehre, dass die Mutter meines Herrn mich besucht? 44Ja, das bist du; denn1,44 Ja, das ...: verdeutlichender Zusatz. in dem Augenblick, als dein Gruß an mein Ohr drang, machte das Kind einen Freudensprung in meinem Leib. 45Du darfst dich freuen, denn du hast geglaubt, dass sich erfüllen wird, was der Herr dir ankündigen ließ.«
1,45
Gen 15,6

Maria preist Gott (Der Lobgesang Marias: Magnificat)

46Maria aber sprach:

»Mein Herz preist den Herrn,

1,46-55
1 Sam 2,1-10

47alles in mir jubelt vor Freude

über Gott, meinen Retter!

1,47
Hab 3,18
Jes 43,3

48Ich bin nur seine geringste Dienerin,

und doch hat er sich mir zugewandt.

Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen

in allen kommenden Generationen;

49denn Gott hat Großes an mir getan,

er, der mächtig und heilig ist.

50Sein Erbarmen hört niemals auf;

er schenkt es allen, die ihn ehren,

von einer Generation zur andern.

1,50
Ps 103,817

51Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm

und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.

1,51
Dtn 5,15
26,8

52Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron

und richtet die Unterdrückten auf.

1,52
Ps 75,8
Mt 23,12
Jak 4,610

53Den Hungernden gibt er reichlich zu essen

und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.

1,53
Ps 107,9
34,11
Lk 6,21

54Er hat an seinen Diener Israel gedacht

und sich über sein Volk erbarmt.

1,54-55
Mi 7,20
Ps 98,3
Gen 17,7

55Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte,

Abraham und seinen Nachkommen

für alle Zeiten.«

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet und kehrte dann wieder nach Hause zurück.

Der Täufer Johannes wird geboren

57Als für Elisabet die Zeit der Entbindung gekommen war, gebar sie einen Sohn. 58Die Nachbarn und Nachbarinnen und die Verwandten hörten es und freuten sich mit, dass Gott so großes Erbarmen mit ihr gehabt hatte.

59Als das Kind acht Tage alt war und beschnitten werden sollte, kamen sie alle dazu. Sie wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen.

1,59
Gen 17,12-13

60Aber die Mutter sagte: »Nein, er soll Johannes heißen!«

1,60.63
1,13

61Sie wandten ein: »Warum denn? In deiner ganzen Verwandtschaft gibt es keinen, der so heißt.«

62Sie fragten den Vater durch Zeichen, wie der Sohn heißen solle. 63Zacharias ließ sich eine Schreibtafel geben und schrieb: »Er heißt Johannes.« Und sie wunderten sich alle. 64Im selben Augenblick konnte Zacharias wieder sprechen, und sofort fing er an, Gott zu preisen.

1,64
1,20

65Da ergriff alle, die aus der Nachbarschaft gekommen waren, ehrfürchtiges Staunen, und im ganzen Bergland von Judäa sprachen die Leute über das, was geschehen war. 66Alle, die davon hörten, dachten darüber nach und fragten sich: »Was wird aus dem Kind einmal werden?« Denn es war offensichtlich, dass der Herr etwas Besonderes mit Johannes vorhatte.

Dank für die bevorstehende Rettung. Vorblick auf den Auftrag von Johannes (Der Lobgesang von Zacharias: Benedictus)

67Erfüllt vom Geist Gottes sprach der Vater des Kindes prophetische Worte:

68»Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels;

denn er ist uns zu Hilfe gekommen

und hat sein Volk befreit!

1,68
Ps 41,14
72,18
111,9
Lk 4,18-21
7,16
19,44

69Einen starken Retter hat er uns gesandt,

einen Nachkommen seines Dieners David!

1,69
Ps 132,17
Mt 20,30-31

70So hat er es durch seine heiligen Propheten schon seit Langem angekündigt:

1,70
Röm 1,2
Jes 9,1-6
Mi 5,1-3

71Er wollte uns retten vor unseren Feinden,

aus der Gewalt all derer, die uns hassen.

1,71
Ps 106,10

72Er wollte unseren Vorfahren Erbarmen erweisen

und die Zusagen seines heiligen Bundes nicht vergessen,

den er mit ihnen geschlossen hatte.

1,72
Ps 106,45
105,8-9
Lev 26,42

73Schon unserem Ahnvater Abraham

hat er mit einem Eid versprochen,

1,73
Gen 22,16-18
Mi 7,20

74-75uns aus der Macht der Feinde zu befreien,

damit wir keine Furcht mehr haben müssen

und unser Leben lang ihm dienen können

als Menschen, die ganz ihrem Gott gehören

und tun, was er von ihnen verlangt.

1,74-75
Tit 2,1214

76Und du, mein Kind –

ein Prophet des Höchsten wirst du sein;

du wirst dem Herrn vorausgehen,

um den Weg für ihn zu bahnen.

1,76
Mal 3,1
Mt 11,10Mk 1,2

77Du wirst dem Volk des Herrn verkünden,

dass nun die versprochene Rettung kommt,

weil Gott ihnen ihre Schuld vergeben will.

1,77
Jer 31,34

78Unser Gott ist voll Liebe und Erbarmen;

er schickt uns den Retter,

das Licht, das von oben kommt.

1,78
Ex 34,6
Mal 3,20

79Dieses Licht leuchtet allen, die im Dunkeln sind,

die im finsteren Land des Todes leben;

es wird uns führen und leiten,

dass wir den Weg des Friedens finden.«

1,79
Jes 9,15
42,6-7
Mt 4,16

Das Leben des Täufers Johannes bis zu seinem Auftreten

80Johannes wuchs heran und nahm zu an Verstand. Später zog er sich in die Wüste zurück bis zu dem Tag, an dem er unter dem Volk Israel offen mit seinem Auftrag hervortreten sollte.

1,80
Ri 13,24-25
1 Sam 2,26
Lk 2,4052

Lutherbibel 2017 (LU17)
1

11Da es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erfüllt haben, 2wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind,

1,2
1. Joh 1,1-4
3habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe,
1,3
Apg 1,1
Kol 4,14
es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, 4auf dass du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.

Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers

5Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der

1,5
1. Chr 24,1019
Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth. 6Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. 7Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt.

8Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das

1,9
2. Mose 30,7
Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers. 11Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. 13Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. 14Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15Denn er wird groß sein vor dem Herrn;
1,15
Ri 13,4-5
Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des
1,17
Mal 3,123-24
Mt 17,11-13
Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.

18Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn

1,18
1. Mose 18,11
ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt. 19Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin
1,19
Dan 8,16
Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.

21Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.

23Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. 24Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: 25So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat,

1,25
1. Mose 30,23
um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.

Die Ankündigung der Geburt Jesu

26Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27zu einer Jungfrau, die vertraut1,27 Wörtlich: »zur Ehe versprochen«. war

1,27
Mt 1,1618
einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete1,28 Luther übersetzte: »Holdselige«.! Der Herr ist mit dir! 29Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. 31Siehe,
1,31
Jes 7,14
du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem
1,31
Mt 1,21-23
sollst du den Namen Jesus geben. 32Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den
1,32
Jes 9,6
Thron seines Vaters David geben, 33und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

34Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? 35Der Engel antwortete und sprach zu ihr:

1,35
Mt 1,1820
Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. 37Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
1,37
1. Mose 18,14
38Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Marias Besuch bei Elisabeth (Mariä Heimsuchung)

39Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45Ja,

1,45
Lk 11,27-28
selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.

Marias Lobgesang

46

1,46
1. Sam 2,1-10
Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn,

47und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;

48denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.

49Denn er hat große Dinge an mir getan,

der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

50Und seine Barmherzigkeit währet für und für

bei denen, die ihn fürchten.

1,50
Ps 103,1317

51Er übt Gewalt mit seinem Arm

und

1,51
1. Mose 11,8
zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.

52Er stößt die Gewaltigen vom Thron

und erhebt die Niedrigen.

1,52
Ps 147,6

53Die Hungrigen füllt er mit Gütern

und lässt die Reichen leer ausgehen.

1,53
Ps 34,11
107,9

54Er gedenkt der Barmherzigkeit

und hilft seinem Diener Israel auf,1,54 So Luther 1545. 1522 übersetzte er Vers 51-54: »Er hat Gewalt geübt … und seinem Diener Israel aufgeholfen«.

55wie er geredet hat zu unsern Vätern,

Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

1,55
1. Mose 17,7
18,18

56Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Die Geburt Johannes des Täufers

57Und für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. 58Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. 59Und es begab sich

1,59
1. Mose 17,12
am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. 60Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. 61Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. 62Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. 64Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott.

65Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. 66Und alle, die es hörten, nahmen’s zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.

Der Lobgesang des Zacharias

67Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!

Denn

1,68
Lk 7,16
er hat besucht und erlöst sein Volk

69und hat uns aufgerichtet ein

1,69
1. Sam 2,10
Ps 18,3
132,17
Horn des Heils

im Hause seines Dieners David –

70wie er vorzeiten geredet hat

durch den Mund seiner heiligen Propheten –,

71dass er uns errettete von unsern Feinden

und aus der Hand aller, die uns hassen,

72und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern

und gedächte

1,72
1. Mose 17,7
an seinen heiligen Bund,

73an den

1,73
1. Mose 22,16-18
Mi 7,20
Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham,

uns zu geben, 74dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde,

ihm dienten ohne Furcht 75unser Leben lang

in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

1,75
Tit 2,1214

76Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.

Denn

1,76
Mal 3,1
du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest

77und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk

in der Vergebung ihrer Sünden,

1,77
Jer 31,34

78durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,

durch die uns besuchen wird

1,78
Jes 60,1-2
das aufgehende Licht aus der Höhe,

79auf dass es erscheine denen, die

1,79
Jes 9,1
sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,

und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

80Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er
1,80
Mt 3,1
war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.
BasisBibel (BB)
1

Die Vorgeschichte und der Beginn des Wirkens von Jesus

Lukas 1,1–4,13

Die Geburt und Kindheit von Johannes dem Täufer und von Jesus

Lukas 1,1–2,52

Vorwort des Evangeliums

11Schon viele haben es versucht,die Ereignisse im Zusammenhang aufzuschreiben,die Gott unter uns geschehen ließ –2und zwar so,wie es uns von den Augenzeugen überliefert wurde.Die waren von Anfang an dabeiund erhielten den Auftrag, das Wort1,2 das Wort: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. zu verkünden.3Auch ich bin all dem bis zu den Anfängennoch einmal sorgfältig nachgegangen.Dann habe ich mich dazu entschlossen,für dich, verehrter Theophilus1,3 Theophilus: Vermutlich Mitglied einer der Gemeinden, für die Lukas schreibt. Er ist auch der Adressat der Apostelgeschichte, vgl. Apostelgeschichte 1,1.,alles in der richtigen Reihenfolge aufzuschreiben.4So kannst du dich davon überzeugen,wie zuverlässig die Lehre ist,in der du unterrichtet wurdest.

Die Geburt von Johannes dem Täufer wird angekündigt

5Zu der Zeit, als Herodes1,5 Herodes der Große: König über Judäa, Samarien, Galiläa und die angrenzenden Gebiete (37–4 v. Chr.). König von Judäa1,5 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. war,lebte ein Priester1,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. mit Namen Zacharias.Er gehörte zur Priestergruppe1,5 Priestergruppe: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. Aus der Gruppe wurde täglich ein Priester ausgelost, der morgens und abends das Räucheropfer darbringen musste. des Abija.Seine Frau stammte von Aaron1,5 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. abund hieß Elisabet.6Beide lebten gerecht1,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. vor Gott:Sie hielten sich in allem genau an die Gebote1,6 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.und Vorschriften des Herrn1,6 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht..7Aber sie hatten keine Kinder.Denn Elisabet konnte keine Kinder bekommen,und beide waren schon alt.

8Einmal hatte Zacharias im Tempel1,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Gottesdienst zu halten,weil seine Priestergruppe1,8 Priestergruppe: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. an der Reihe war.9Es war üblich,die Aufgaben der Priester1,9 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. durch das Los1,9 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. zu verteilen.Zacharias fiel das Räucheropfer1,9 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. zu,deshalb ging er in den Tempel des Herrn hinein.10Die ganze Volksmenge betete1,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. draußen,während er das Räucheropfer darbrachte.

11Da erschien ihm ein Engel1,11 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn.Der stand auf der rechten Seite des Räucheraltars1,11 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden..12Als Zacharias ihn sah, erschrak er,und große Furcht überkam ihn.13Aber der Engel sagte zu ihm:»Fürchte dich nicht, Zacharias!Dein Gebet1,13 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ist erhört worden.Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn schenken.Dem sollst du den Namen Johannes geben.14Du wirst dich freuen und jubeln.Ja, viele werden sich über seine Geburt freuen.15Der Herr1,15 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. hat ihn zu Großem bestimmt:Er wird auf Wein und Bier verzichten1,15 er wird auf Wein und Bier verzichten: Der Verzicht auf alkoholische Getränke wird beispielsweise in 3. Mose/Levitikus 10,9 und 4. Mose/Numeri 6,3 gefordert. Dort gehört er zu einem Gelübde, mit dem sich Menschen für eine bestimmte Zeit besonders eng an Gott binden..Schon im Mutterleib wird Gott ihnmit dem Heiligen Geist1,15 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllen.16Viele aus dem Volk Israel1,16 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. wird er zurückbringenzum Herrn, ihrem Gott.17Er wird dem Herrn als Bote vorausgehen –im gleichen Geist und mit der gleichen Kraftwie der Prophet Elija1,17 Elija: Prophet, der am Ende seines Lebens direkt von Gott in den Himmel geholt wurde. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23..Die Herzen der Väter wird er den Kindern zuwenden.Ungehorsame wird er dazu bringen,vor Gott gerecht1,17 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu handeln und zu denken.So wird er ein Volk zum Herrn bringen,das für ihn bereit ist.«18Da sagte Zacharias zu dem Engel1,18 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.:»Woran kann ich erkennen, dass es so kommt?Denn ich bin ein alter Mann,und auch meine Frau ist schon alt.«19Der Engel antwortete:»Ich bin Gabriel1,19 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung., der vor Gott steht.Gott hat mich gesandt, um mit dir zu redenund dir diese gute Nachricht zu bringen.20Doch nun höre: Du wirst stumm seinund nicht reden können bis zu dem Tag,an dem das eintrifft.Denn du hast meinen Worten nicht geglaubt.Sie werden aber in Erfüllung gehen,wenn die Zeit dafür gekommen ist.«

21Das Volk wartete auf Zacharias.Es wunderte sich, weil er so lange im Tempel1,21 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. blieb.22Als er dann herauskam,konnte er nicht zu ihnen sprechen.Da erkannten sie,dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte.Er gab ihnen Zeichen, blieb aber stumm.23Als die Zeit seines Priesterdienstes1,23 Priesterdienst: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. vorüber war,kehrte er nach Hause zurück.24Bald darauf wurde seine Frau Elisabet schwanger.Sie zog sich fünf Monate lang völlig zurück.Sie sagte: 25»Das hat der Herr1,25 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. an mir getan.Jetzt hat er sich um mich gekümmertund mich von der Verachtung1,25 Verachtung: Kinderlosigkeit galt als Zeichen dafür, dass eine Frau von Gott nicht gesegnet war. der Menschen befreit.«

Die Geburt von Jesus wird angekündigt

26Elisabet war im sechsten Monat schwanger.Da schickte Gott den Engel Gabriel1,26 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zu einer Jungfrauin die Stadt Nazaret1,26 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. in Galiläa.27Sie war mit einem Mann verlobt1,27 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben.,der Josef hieß und ein Nachkomme Davids1,27 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. war.Die Jungfrau hieß Maria.28Der Engel trat bei ihr ein und sagte:»Sei gegrüßt! Gott hat dir seine Gnade1,28 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. geschenkt.Der Herr ist mit dir.«29Maria erschrak über diese Worteund fragte sich: »Was hat dieser Gruß zu bedeuten?«

30Da sagte der Engel1,30 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. zu ihr:»Fürchte dich nicht, Maria.Gott schenkt dir seine Gnade1,30 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.:31Du wirst schwanger werdenund einen Sohn zur Welt bringen.Dem sollst du den Namen Jesus1,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. geben.32Er ist zu Großem bestimmtund wird ›Sohn des Höchsten1,32 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.‹ genannt werden.Gott, der Herr, wird ihm den Thronseines Vorfahren David1,32 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16. geben.33Er wird für immer als König herrschenüber die Nachkommen Jakobs1,33 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt..Seine Herrschaft wird niemals aufhören.«

34Da sagte Maria zu dem Engel1,34 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.:»Wie soll das möglich sein?Ich habe doch noch nie mit einem Mann geschlafen!«35Der Engel antwortete:»Der Heilige Geist1,35 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. wird auf dich kommen.Die Kraft des Höchsten1,35 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.wird dieses Wunder in dir bewirken.Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig1,35 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. seinund ›Sohn Gottes‹1,35 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. genannt werden.36Sieh doch: Auch Elisabet, deine Verwandte,erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters.Sie ist jetzt im sechsten Monat schwanger,und dabei hieß es: Sie kann keine Kinder bekommen.37Für Gott ist nichts unmöglich.«38Da sagte Maria: »Ich diene dem Herrn1,38 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht..Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.«Da verließ sie der Engel.

Maria besucht Elisabet

39Bald danach machte sich Maria auf den Weg.So schnell sie konnte, wanderte siezu einer Stadt im Bergland von Judäa1,39 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum..40Dort ging sie in das Haus von Zachariasund begrüßte Elisabet.41Als Elisabet den Gruß von Maria hörte,sprang das Kind vor Freude in ihrem Bauch.Elisabet wurde vom Heiligen Geist1,41 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt42und rief mit lauter Stimme:»Gesegnet1,42 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. bist du unter allen Frauenund gesegnet ist das Kind in deinem Bauch!43Wie komme ich zu der Ehre,dass die Mutter meines Herrn1,43 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. mich besucht?44Als ich deinen Gruß hörte,sprang das Kind vor Freude in meinem Bauch.45Glückselig bist du, denn du hast geglaubt:Was der Herr versprochen hat, geht in Erfüllung.«

Maria lobt Gott

46Da sagte Maria1,46 da sagte Maria: Die Worte Marias erinnern an den Lobgesang der Hanna in 1. Samuel 2,1-10. Hanna dankte Gott mit dem Lied dafür, dass er ihr ein Kind geschenkt hat.:

»Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen.

47Alles in mir jubelt vor Freude

über Gott, meinen Retter.

48Denn er wendet sich mir zu,

obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin1,48 unbedeutende Dienerin: Selbstbezeichnung, durch die Maria zum Ausdruck bringt, wie klein sie sich Gott gegenüber fühlt. bin.

Von jetzt an werden mich alle Generationen

glückselig preisen1,48 glückselig preisen: Wegen ihres Sohnes Jesus Christus werden die Menschen aller kommenden Generationen Maria ehren..

49Denn Gott, der mächtig ist, hat Großes an mir getan.

Sein Name ist heilig.

50Er ist barmherzig zu denen, die ihm Ehre erweisen –

von Generation zu Generation.

51Er hebt seinen starken Arm

und fegt die Überheblichen hinweg.

52Er stürzt die Machthaber vom Thron

und hebt die Unbedeutenden empor.

53Er füllt den Hungernden die Hände mit guten Gaben

und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.

54Er kommt seinem Diener Israel1,54 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zu Hilfe

und erinnert sich an seine Barmherzigkeit.

55So hat er es unseren Vorfahren versprochen:

Abraham1,55 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. und seinen Nachkommen für alle Zeit!«

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet.Dann kehrte sie nach Hause zurück.

Johannes wird geboren

57Für Elisabet kam die Zeit der Geburt,und sie brachte einen Sohn zur Welt.58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten,dass der Herrihr so große Barmherzigkeit erwiesen hatte.Sie freuten sich mit ihr.59Als das Kind acht Tage alt war,kamen sie zur Beschneidung1,59 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk..Sie wollten ihm den Namenseines Vaters Zacharias geben.60Aber seine Mutter widersprach:»Nein, er soll Johannes1,60 Johannes: Der Name bedeutet übersetzt »Gott ist gnädig«. heißen!«61Sie hielten ihr entgegen:»Es gibt niemanden in deiner Verwandtschaft,der so heißt.«62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen:»Wie soll er heißen?«63Er verlangte ein Wachstäfelchen1,63 Wachstäfelchen: Kleine, mit Wachs beschichtete Holztafel, die zur Zeit des Neuen Testaments für kurze Notizen benutzt wurde. und schrieb:»Er heißt Johannes.«Darüber wunderten sich alle.64Im selben Augenblick konnte Zacharias wieder sprechen1,64 sprechen: In Lukas 1,20 kündigt ein Engel Zacharias an, dass er stumm sein wird, bis ihm ein Sohn geboren wird..Da begann er, Gott zu loben.

65Große Furcht überkam alle,die aus der Nachbarschaft gekommen waren.Im ganzen Bergland von Judäa1,65 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. sprach sich herum,was geschehen war.66Alle, die davon hörten, fragten sich:»Was wird aus diesem Kind einmal werden?«Denn offensichtlich stand esunter dem besonderen Schutz des Herrn.

Zacharias lobt Gott

67Da wurde Zacharias, der Vater von Johannes1,67 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.,vom Heiligen Geist1,67 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt.Er begann wie ein Prophet1,67 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu reden:

68»Gelobt sei der Herr1,68 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., der Gott Israels!

Denn er ist seinem Volk zu Hilfe gekommen

und hat es erlöst.

69Er hat uns einen starken Retter gesandt,

einen Nachkommen seines Dieners David1,69 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16..

70So hat Gott es von jeher angekündigt

durch den Mund seiner heiligen Propheten –

71einen Retter, der uns befreit von unseren Feinden

und aus der Gewalt aller, die uns hassen.

72Damit hat Gott auch unseren Vorfahren

seine Barmherzigkeit erwiesen.

Er hat an den heiligen Bund1,72 Bund: 1. Mose/Genesis 17 erzählt davon, dass Gott mit Abraham, dem Stammvater Israels, einen Bund schließt. gedacht,

den er mit ihnen geschlossen hat.

73Ja, er hat an den Eid gedacht,

den er unserem Vater Abraham1,73 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. geschworen hat:

74uns aus der Hand von Feinden zu retten.

Dann können wir ohne Angst Gott dienen

75unser Leben lang –

in seiner Gegenwart

als Menschen, die heilig1,75 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. und gerecht1,75 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. sind.

76Und du, Kind,

wirst ein Prophet des Höchsten1,76 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. genannt werden.

Du wirst dem Herrn1,76 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. vorangehen

und den Weg für ihn bereit machen.

77Du schenkst seinem Volk die Erkenntnis,

dass der Herr es retten will

und ihm die Schuld1,77 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergibt.

78Unser Gott hat ein Herz voll Erbarmen.

Darum kommt uns das Licht aus der Höhe1,78 Licht aus der Höhe: »Licht« ist im Alten Testament oft mit Rettung durch Gott verbunden, vgl. beispielsweise Jesaja 9,1-6 und Jesaja 60,1-2. zur Hilfe.

79Es leuchtet denen,

die im Dunkel und im Schatten des Todes leben.

Es lenkt unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

80Johannes1,80 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. wuchs heranund wurde zu einem verständigen Menschen.Er lebte in der Wüste1,80 Wüste: Trockenes und steiniges Gebiet, in dem nur wenige Tiere und Pflanzen überleben können. bis zu dem Tag,an dem er öffentlich in Israel1,80 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. auftrat.