BasisBibel (BB)
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Die Vorgeschichte und der Beginn des Wirkens von Jesus

Lukas 1,1–4,13

Die Geburt und Kindheit von Johannes dem Täufer und von Jesus

Lukas 1,1–2,52

Vorwort des Evangeliums

11Schon viele haben es versucht,die Ereignisse im Zusammenhang aufzuschreiben,die Gott unter uns geschehen ließ –2und zwar so,wie es uns von den Augenzeugen überliefert wurde.Die waren von Anfang an dabeiund erhielten den Auftrag, das Wort1,2 das Wort: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. zu verkünden.3Auch ich bin all dem bis zu den Anfängennoch einmal sorgfältig nachgegangen.Dann habe ich mich dazu entschlossen,für dich, verehrter Theophilus1,3 Theophilus: Vermutlich Mitglied einer der Gemeinden, für die Lukas schreibt. Er ist auch der Adressat der Apostelgeschichte, vgl. Apostelgeschichte 1,1.,alles in der richtigen Reihenfolge aufzuschreiben.4So kannst du dich davon überzeugen,wie zuverlässig die Lehre ist,in der du unterrichtet wurdest.

Die Geburt von Johannes dem Täufer wird angekündigt

5Zu der Zeit, als Herodes1,5 Herodes der Große: König über Judäa, Samarien, Galiläa und die angrenzenden Gebiete (37–4 v. Chr.). König von Judäa1,5 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. war,lebte ein Priester1,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. mit Namen Zacharias.Er gehörte zur Priestergruppe1,5 Priestergruppe: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. Aus der Gruppe wurde täglich ein Priester ausgelost, der morgens und abends das Räucheropfer darbringen musste. des Abija.Seine Frau stammte von Aaron1,5 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. abund hieß Elisabet.6Beide lebten gerecht1,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. vor Gott:Sie hielten sich in allem genau an die Gebote1,6 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.und Vorschriften des Herrn1,6 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht..7Aber sie hatten keine Kinder.Denn Elisabet konnte keine Kinder bekommen,und beide waren schon alt.

8Einmal hatte Zacharias im Tempel1,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Gottesdienst zu halten,weil seine Priestergruppe1,8 Priestergruppe: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. an der Reihe war.9Es war üblich,die Aufgaben der Priester1,9 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. durch das Los1,9 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. zu verteilen.Zacharias fiel das Räucheropfer1,9 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. zu,deshalb ging er in den Tempel des Herrn hinein.10Die ganze Volksmenge betete1,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. draußen,während er das Räucheropfer darbrachte.

11Da erschien ihm ein Engel1,11 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn.Der stand auf der rechten Seite des Räucheraltars1,11 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden..12Als Zacharias ihn sah, erschrak er,und große Furcht überkam ihn.13Aber der Engel sagte zu ihm:»Fürchte dich nicht, Zacharias!Dein Gebet1,13 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ist erhört worden.Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn schenken.Dem sollst du den Namen Johannes geben.14Du wirst dich freuen und jubeln.Ja, viele werden sich über seine Geburt freuen.15Der Herr1,15 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. hat ihn zu Großem bestimmt:Er wird auf Wein und Bier verzichten1,15 er wird auf Wein und Bier verzichten: Der Verzicht auf alkoholische Getränke wird beispielsweise in 3. Mose/Levitikus 10,9 und 4. Mose/Numeri 6,3 gefordert. Dort gehört er zu einem Gelübde, mit dem sich Menschen für eine bestimmte Zeit besonders eng an Gott binden..Schon im Mutterleib wird Gott ihnmit dem Heiligen Geist1,15 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllen.16Viele aus dem Volk Israel1,16 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. wird er zurückbringenzum Herrn, ihrem Gott.17Er wird dem Herrn als Bote vorausgehen –im gleichen Geist und mit der gleichen Kraftwie der Prophet Elija1,17 Elija: Prophet, der am Ende seines Lebens direkt von Gott in den Himmel geholt wurde. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23..Die Herzen der Väter wird er den Kindern zuwenden.Ungehorsame wird er dazu bringen,vor Gott gerecht1,17 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu handeln und zu denken.So wird er ein Volk zum Herrn bringen,das für ihn bereit ist.«18Da sagte Zacharias zu dem Engel1,18 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.:»Woran kann ich erkennen, dass es so kommt?Denn ich bin ein alter Mann,und auch meine Frau ist schon alt.«19Der Engel antwortete:»Ich bin Gabriel1,19 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung., der vor Gott steht.Gott hat mich gesandt, um mit dir zu redenund dir diese gute Nachricht zu bringen.20Doch nun höre: Du wirst stumm seinund nicht reden können bis zu dem Tag,an dem das eintrifft.Denn du hast meinen Worten nicht geglaubt.Sie werden aber in Erfüllung gehen,wenn die Zeit dafür gekommen ist.«

21Das Volk wartete auf Zacharias.Es wunderte sich, weil er so lange im Tempel1,21 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. blieb.22Als er dann herauskam,konnte er nicht zu ihnen sprechen.Da erkannten sie,dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte.Er gab ihnen Zeichen, blieb aber stumm.23Als die Zeit seines Priesterdienstes1,23 Priesterdienst: 1. Chronik 24,7-19 zufolge gab es im Tempel 24 Priestergruppen, die zweimal im Jahr je eine Woche für den Gottesdienst verantwortlich waren. vorüber war,kehrte er nach Hause zurück.24Bald darauf wurde seine Frau Elisabet schwanger.Sie zog sich fünf Monate lang völlig zurück.Sie sagte: 25»Das hat der Herr1,25 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. an mir getan.Jetzt hat er sich um mich gekümmertund mich von der Verachtung1,25 Verachtung: Kinderlosigkeit galt als Zeichen dafür, dass eine Frau von Gott nicht gesegnet war. der Menschen befreit.«

Die Geburt von Jesus wird angekündigt

26Elisabet war im sechsten Monat schwanger.Da schickte Gott den Engel Gabriel1,26 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zu einer Jungfrauin die Stadt Nazaret1,26 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. in Galiläa.27Sie war mit einem Mann verlobt1,27 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben.,der Josef hieß und ein Nachkomme Davids1,27 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. war.Die Jungfrau hieß Maria.28Der Engel trat bei ihr ein und sagte:»Sei gegrüßt! Gott hat dir seine Gnade1,28 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. geschenkt.Der Herr ist mit dir.«29Maria erschrak über diese Worteund fragte sich: »Was hat dieser Gruß zu bedeuten?«

30Da sagte der Engel1,30 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. zu ihr:»Fürchte dich nicht, Maria.Gott schenkt dir seine Gnade1,30 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.:31Du wirst schwanger werdenund einen Sohn zur Welt bringen.Dem sollst du den Namen Jesus1,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. geben.32Er ist zu Großem bestimmtund wird ›Sohn des Höchsten1,32 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.‹ genannt werden.Gott, der Herr, wird ihm den Thronseines Vorfahren David1,32 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16. geben.33Er wird für immer als König herrschenüber die Nachkommen Jakobs1,33 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt..Seine Herrschaft wird niemals aufhören.«

34Da sagte Maria zu dem Engel1,34 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.:»Wie soll das möglich sein?Ich habe doch noch nie mit einem Mann geschlafen!«35Der Engel antwortete:»Der Heilige Geist1,35 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. wird auf dich kommen.Die Kraft des Höchsten1,35 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.wird dieses Wunder in dir bewirken.Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig1,35 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. seinund ›Sohn Gottes‹1,35 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. genannt werden.36Sieh doch: Auch Elisabet, deine Verwandte,erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters.Sie ist jetzt im sechsten Monat schwanger,und dabei hieß es: Sie kann keine Kinder bekommen.37Für Gott ist nichts unmöglich.«38Da sagte Maria: »Ich diene dem Herrn1,38 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht..Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.«Da verließ sie der Engel.

Maria besucht Elisabet

39Bald danach machte sich Maria auf den Weg.So schnell sie konnte, wanderte siezu einer Stadt im Bergland von Judäa1,39 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum..40Dort ging sie in das Haus von Zachariasund begrüßte Elisabet.41Als Elisabet den Gruß von Maria hörte,sprang das Kind vor Freude in ihrem Bauch.Elisabet wurde vom Heiligen Geist1,41 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt42und rief mit lauter Stimme:»Gesegnet1,42 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. bist du unter allen Frauenund gesegnet ist das Kind in deinem Bauch!43Wie komme ich zu der Ehre,dass die Mutter meines Herrn1,43 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. mich besucht?44Als ich deinen Gruß hörte,sprang das Kind vor Freude in meinem Bauch.45Glückselig bist du, denn du hast geglaubt:Was der Herr versprochen hat, geht in Erfüllung.«

Maria lobt Gott

46Da sagte Maria1,46 da sagte Maria: Die Worte Marias erinnern an den Lobgesang der Hanna in 1. Samuel 2,1-10. Hanna dankte Gott mit dem Lied dafür, dass er ihr ein Kind geschenkt hat.:

»Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen.

47Alles in mir jubelt vor Freude

über Gott, meinen Retter.

48Denn er wendet sich mir zu,

obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin1,48 unbedeutende Dienerin: Selbstbezeichnung, durch die Maria zum Ausdruck bringt, wie klein sie sich Gott gegenüber fühlt. bin.

Von jetzt an werden mich alle Generationen

glückselig preisen1,48 glückselig preisen: Wegen ihres Sohnes Jesus Christus werden die Menschen aller kommenden Generationen Maria ehren..

49Denn Gott, der mächtig ist, hat Großes an mir getan.

Sein Name ist heilig.

50Er ist barmherzig zu denen, die ihm Ehre erweisen –

von Generation zu Generation.

51Er hebt seinen starken Arm

und fegt die Überheblichen hinweg.

52Er stürzt die Machthaber vom Thron

und hebt die Unbedeutenden empor.

53Er füllt den Hungernden die Hände mit guten Gaben

und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.

54Er kommt seinem Diener Israel1,54 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zu Hilfe

und erinnert sich an seine Barmherzigkeit.

55So hat er es unseren Vorfahren versprochen:

Abraham1,55 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. und seinen Nachkommen für alle Zeit!«

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet.Dann kehrte sie nach Hause zurück.

Johannes wird geboren

57Für Elisabet kam die Zeit der Geburt,und sie brachte einen Sohn zur Welt.58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten,dass der Herrihr so große Barmherzigkeit erwiesen hatte.Sie freuten sich mit ihr.59Als das Kind acht Tage alt war,kamen sie zur Beschneidung1,59 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk..Sie wollten ihm den Namenseines Vaters Zacharias geben.60Aber seine Mutter widersprach:»Nein, er soll Johannes1,60 Johannes: Der Name bedeutet übersetzt »Gott ist gnädig«. heißen!«61Sie hielten ihr entgegen:»Es gibt niemanden in deiner Verwandtschaft,der so heißt.«62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen:»Wie soll er heißen?«63Er verlangte ein Wachstäfelchen1,63 Wachstäfelchen: Kleine, mit Wachs beschichtete Holztafel, die zur Zeit des Neuen Testaments für kurze Notizen benutzt wurde. und schrieb:»Er heißt Johannes.«Darüber wunderten sich alle.64Im selben Augenblick konnte Zacharias wieder sprechen1,64 sprechen: In Lukas 1,20 kündigt ein Engel Zacharias an, dass er stumm sein wird, bis ihm ein Sohn geboren wird..Da begann er, Gott zu loben.

65Große Furcht überkam alle,die aus der Nachbarschaft gekommen waren.Im ganzen Bergland von Judäa1,65 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. sprach sich herum,was geschehen war.66Alle, die davon hörten, fragten sich:»Was wird aus diesem Kind einmal werden?«Denn offensichtlich stand esunter dem besonderen Schutz des Herrn.

Zacharias lobt Gott

67Da wurde Zacharias, der Vater von Johannes1,67 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.,vom Heiligem Geist1,67 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt.Er begann wie ein Prophet1,67 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu reden:

68»Gelobt sei der Herr1,68 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., der Gott Israels!

Denn er ist seinem Volk zu Hilfe gekommen

und hat es erlöst.

69Er hat uns einen starken Retter gesandt,

einen Nachkommen seines Dieners David1,69 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16..

70So hat Gott es von jeher angekündigt

durch den Mund seiner heiligen Propheten –

71einen Retter, der uns befreit von unseren Feinden

und aus der Gewalt aller, die uns hassen.

72Damit hat Gott auch unseren Vorfahren

seine Barmherzigkeit erwiesen.

Er hat an den heiligen Bund1,72 Bund: 1. Mose/Genesis 17 erzählt davon, dass Gott mit Abraham, dem Stammvater Israels, einen Bund schließt. gedacht,

den er mit ihnen geschlossen hat.

73Ja, er hat an den Eid gedacht,

den er unserem Vater Abraham1,73 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. geschworen hat:

74uns aus der Hand von Feinden zu retten.

Dann können wir ohne Angst Gott dienen

75unser Leben lang –

in seiner Gegenwart

als Menschen, die heilig1,75 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. und gerecht1,75 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. sind.

76Und du, Kind,

wirst ein Prophet des Höchsten1,76 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. genannt werden.

Du wirst dem Herrn1,76 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. vorangehen

und den Weg für ihn bereit machen.

77Du schenkst seinem Volk die Erkenntnis,

dass der Herr es retten will

und ihm die Schuld1,77 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergibt.

78Unser Gott hat ein Herz voll Erbarmen.

Darum kommt uns das Licht aus der Höhe1,78 Licht aus der Höhe: »Licht« ist im Alten Testament oft mit Rettung durch Gott verbunden, vgl. beispielsweise Jesaja 9,1-6 und Jesaja 60,1-2. zur Hilfe.

79Es leuchtet denen,

die im Dunkel und im Schatten des Todes leben.

Es lenkt unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

80Johannes1,80 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. wuchs heranund wurde zu einem verständigen Menschen.Er lebte in der Wüste1,80 Wüste: Trockenes und steiniges Gebiet, in dem nur wenige Tiere und Pflanzen überleben können. bis zu dem Tag,an dem er öffentlich in Israel1,80 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. auftrat.
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Jesus wird geboren

21Zu derselben Zeit befahl Kaiser Augustus2,1 Augustus: Regierte von 30 v. Chr. bis 14 n. Chr. als Kaiser über das Römische Reich.,im ganzen Römischen Reich2,1 Rom: Zur Zeit des Neuen Testaments beherrschte das Römische Reich den gesamten östlichen Mittelmeerraum.eine Volkszählung2,1 Volkszählung: Ziel der Volkszählung war das Erfassen aller Bürger in Bürgerlisten. Auf dieser Grundlage wurden Steuern erhoben und der Militärdienst organisiert. durchzuführen.2Es war die erste Volkszählung. Sie fand statt,als Quirinius römischer Statthalter2,2 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. in Syrien2,2 Syrien: Geografische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste. Die römische Provinz Syrien umfasste auch Israel und Juda. war.3Da machten sich alle auf,um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen –jeder in seine Heimatstadt.4Auch Josef ging von der Stadt Nazaret2,4 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. in Galiläa2,4 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.nach Judäa2,4 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum..Sein Ziel war die Stadt Betlehem2,4 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Micha 5,1-3 zufolge wird der zukünftige Retter der Welt und Herrscher über Israel aus dieser Stadt kommen., aus der David kam.Denn er stammte von David2,4 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. ab.5In Betlehem wollte er sich eintragen lassenzusammen mit Maria, seiner Verlobten2,5 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben..Maria war schwanger.6Während sie dort waren, kam die Zeit der Geburt.7Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt.Sie wickelte ihn in Windelnund legte ihn in eine Futterkrippe.Denn sie hatten in der Herberge2,7 Herberge: Vermutlich ein provisorischer Übernachtungsort in einem Privathaus, in dem Reisende mit ihren Tieren übernachten konnten. Den Geburtsort muss man sich wohl als Nebenraum vorstellen, der eigentlich als Stall für die Tiere diente. keinen Platz gefunden.

Die Engel verkünden die Geburt von Jesus

8In der Gegend von Betlehem2,8 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. waren Hirtendraußen auf den Feldern.Sie hielten in der Nacht Wache bei ihrer Herde.9Auf einmal trat ein Engel2,9 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn zu ihnen,und die Herrlichkeit2,9 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. des Herrn umstrahlte sie.Die Hirten erschraken und große Furcht erfasste sie.10Der Engel sagte zu ihnen: »Fürchtet euch nicht!Hört doch: Ich bringe euch eine gute Nachricht,die dem ganzen Volk große Freude bereiten wird.11Denn heute ist in der Stadt Davids2,11 Stadt Davids: Andere Bezeichnung für Betlehem, dem Ort, aus dem die Familie von König David stammte.für euch der Retter geboren worden:Er ist Christus2,11 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der Herr2,11 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen..12Und dies ist das Zeichen, an dem ihr das alles erkennt:Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden.Es ist in Windeln gewickeltund liegt in einer Futterkrippe.«13Plötzlich war der Engel umgebenvom ganzen himmlischen Heer der Engel.Die lobten Gott und riefen:14»Gottes Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe!Sein Frieden2,14 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. kommt auf die Erdezu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet2,14 zuwendet: Andere Bibeln übersetzen: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.« Das Wohlgefallen Gottes zeigt sich in seiner Liebe gegenüber den Menschen.

Die Hirten kommen zu Jesus

15Die Engel2,15 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. verließen die Hirtenund kehrten in den Himmel2,15 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. zurück.Da sagten die Hirten zueinander:»Kommt, wir gehen nach Betlehem2,15 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem.!Wir wollen sehen, was da geschehen istund was der Herr2,15 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. uns mitgeteilt hat!«16Die Hirten liefen hin, so schnell sie konnten.Sie fanden Maria und Josef und das neugeborene Kind,das in der Futterkrippe lag.17Als sie das sahen, erzählten sie,was ihnen der Engel über dieses Kind gesagt hatte.18Alle, die es hörten, staunten über das,was ihnen die Hirten berichteten.19Aber Maria merkte sich alle ihre Worteund bewegte sie in ihrem Herzen.20Die Hirten kehrten wieder zurück.Sie priesen und lobten Gott für das,was sie gehört und gesehen hatten.Es war alles genau so, wie es ihnen der Engel gesagt hatte.

Jesus wird in den Tempel gebracht

21Nach acht Tagen war es Zeit, das Kind zu beschneiden2,21 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk..Es bekam den Namen »Jesus2,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.«.So hatte es der Engel2,21 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. bestimmt,noch bevor Jesus im Mutterleib empfangen wurde.22Die Zeit ihrer Reinigung2,22 Zeit ihrer Reinigung: In der ersten Zeit nach der Geburt eines Kindes galt eine Frau als unrein und sollte nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen, vgl. 3. Mose/Levitikus 12. war vorbei,so wie sie im Gesetz des Mose2,22 Gesetz des Mose: Im Neuen Testament übliche Bezeichnung für die fünf Bücher Mose. festgelegt ist.Da gingen Maria und Josefmit Jesus nach Jerusalem2,22 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Sie wollten das Kindim Tempel zum Herrn bringen2,22 zum Herrn bringen: Jesus wird, ähnlich wie das Kind Samuel in 1. Samuel 1,21-28, von seinen Eltern in den Tempel gebracht..23So schreibt es das Gesetz des Herrn vor2,23 so schreibt es das Gesetz des Herrn vor: Zitat aus 2. Mose/Exodus 13,2.:»Alle Erstgeborenen2,23 Erstgeborene: Der erste Sohn, den eine Mutter zur Welt bringt, ist für Gott bestimmt. sind mir heilig!Deshalb sollt ihr mir jeden Sohn übergeben,der als erster geboren wird.«24Zugleich brachten sie das Reinigungsopfer dar,wie es im Gesetz des Herrn vorgeschrieben2,24 im Gesetz des Herrn vorgeschrieben: Die Vorschriften für Frauen nach einer Geburt finden sich in 3. Mose/Levitikus 12. ist:ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Simeon und Hanna erkennen in Jesus den Retter

25Damals lebte in Jerusalem2,25 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ein Mann namens Simeon.Er lebte gerecht2,25 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. vor Gott und vertraute ganz auf ihn.So wartete er auf den Trost2,25 Trost: Mit Worten, wie sie sich beispielsweise in Jesaja 40,1-2 finden, wird Israel Trost und die Befreiung von Leid und Fremdherrschaft angekündigt. Zur Zeit von Jesus ist diese Hoffnung mit einer als Retter erwarteten Person verbunden, die die römische Fremdherrschaft beendet., den Gott Israel2,25 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. schickt.Der Heilige Geist2,25 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. leitete ihn.26Durch den Heiligen Geist hatte Gott ihn wissen lassen:»Du wirst nicht sterben,bevor du den Christus2,26 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. des Herrn2,26 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. gesehen hast.«27Jetzt drängte ihn der Heilige Geist,in den Tempel2,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. zu gehen.Gerade brachten auch die Eltern ihr Kind Jesus2,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. dorthin.Sie wollten die Vorschriften2,27 Vorschriften: Als erstgeborener Sohn von Maria gehört Jesus eigentlich Gott, vgl. 2. Mose/Exodus 13,2. Um ihn auszulösen, mussten bestimmte religiöse Handlungen bei einem Priester vollzogen werden; vgl. 4. Mose/Numeri 18,15-16. erfüllen,die im Gesetz2,27 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. für ihr Kind vorgesehen sind.

28Simeon nahm das Kind auf den Arm.Er lobte Gott und sagte:

29»Herr, jetzt kann dein Diener in Frieden sterben,

wie du es versprochen hast.

30Denn mit eigenen Augen habe ich gesehen:

Von dir kommt die Rettung.

31Alle Welt soll sie sehen –

32ein Licht, das für die Völker leuchtet

und deine Herrlichkeit2,32 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. aufscheinen lässt

über deinem Volk Israel2,32 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.

33Der Vater und die Mutter von Jesus2,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. staunten über das,was Simeon über das Kind sagte.34Simeon segnete2,34 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. sieund sagte zu Maria, der Mutter von Jesus:»Dieses Kind ist dazu bestimmt,in Israel2,34 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. viele zu Fall zu bringenund viele aufzurichten.Es wird ein Zeichen Gottes sein,dem viele sich widersetzen.35So soll ans Licht kommen,was viele im Innersten denken.Und für dich, Maria, wird es sein,als ob ein Schwert2,35 Schwert: Bild für das Leid und den Schmerz, die Maria ertragen muss, als ihr Sohn am Kreuz stirbt. deine Seele durchbohrt.«

36Es war auch eine Prophetin2,36 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. im Tempel.Sie hieß Hannaund war eine Tochter Penuels aus dem Stamm2,36 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Ascher.Hanna war schon sehr alt.Nach ihrer Hochzeit war sie sieben Jahremit ihrem Mann verheiratet gewesen.37Seitdem war sie Witwe2,37 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt.und nun vierundachtzig Jahre alt.Sie verließ den Tempel2,37 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. nicht mehrund diente Gott Tag und Nacht mit Fasten2,37 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. und Beten2,37 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..38Jetzt kam sie dazu und lobte Gott.Dann erzählte sie allen von dem Kind,die auf die Rettung Jerusalems2,38 Jerusalem: Als Zentrum des religiösen und kulturellen Lebens steht Jerusalem hier stellvertretend für das ganze Volk Israel. warteten.

Jesus und seine Eltern kehren nach Nazaret zurück

39Josef und Maria erfüllten im Tempel2,39 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. alle Vorschriften2,39 Vorschriften: Genannt werden die religiösen Vorschriften nach der Geburt und für die Auslösung eines erstgeborenen Sohns, vgl. Lukas 2,21-24 und Lukas 2,27.,die das Gesetz2,39 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. des Herrn vorsieht.Dann kehrten sie nach Galiläa2,39 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. zurückin ihre Heimatstadt Nazaret2,39 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf..40Jesus2,40 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wuchs heran.Er war ein kräftiges Kind.Gott schenkte ihm immer mehr Weisheit,und seine Gnade2,40 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. begleitete ihn.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41Jedes Jahr zogen die Eltern von Jesus2,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.zum Passafest2,41 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. nach Jerusalem2,41 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..42Als Jesus zwölf Jahre alt war,gingen sie mit ihm für das Fest dorthin –so wie es üblich war.43Als das Fest vorüber war,machten sie sich wieder auf den Heimweg.Ihr Sohn Jesus blieb in Jerusalem zurück,aber seine Eltern merkten es nicht.44Sie dachten: »Er ist bei den anderen Reisenden2,44 andere Reisende: Wegen der Gefahr, unterwegs von Räubern überfallen zu werden, war es üblich, in Gruppen zu reisen.«,und wanderten den ganzen Tag weiter.Am Abend suchten sie ihnbei den Verwandten und Bekannten.45Doch sie konnten ihn nicht finden.Da kehrten sie nach Jerusalem zurückund suchten ihn dort.

46Am dritten Tag entdeckten sie ihn endlich im Tempel2,46 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Dort saß er mitten unter den Lehrern2,46 Lehrer: Hier Menschen, die über die Auslegung der Heiligen Schrift diskutieren..Er hörte ihnen zu und stellte ihnen Fragen.47Alle, die ihn hörten,waren sehr erstaunt über seine klugen Antworten.48Seine Eltern waren fassungslos,als sie ihn dort fanden.Seine Mutter fragte ihn:»Kind, warum hast du uns das angetan?Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht!«49Er antwortete: »Wieso habt ihr mich gesucht?Habt ihr denn nicht gewusst,dass ich im Haus meines Vaters2,49 Haus meines Vaters: Bezeichnung für den Tempel als Haus Gottes. Jesus nennt Gott hier seinen Vater. sein muss?«50Aber sie begriffen nicht, was er da zu ihnen sagte.51Jesus2,51 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret2,51 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. zurückund war ihnen gehorsam.Seine Mutter bewahrte diese Worte in ihrem Herzen.52Jesus wuchs heran. Er wurde älter und weiser2,52 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird..Gott und die Menschen hatten ihre Freude an ihm.
3

Das Auftreten von Jesus wird vorbereitet

Lukas 3,1–4,13

Johannes der Täufer

Matthäus 3,1-6; Markus 1,2-6; Johannes 1,19-23
31Es war im 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius3,1 Tiberius: Regierte 14–37 n. Chr. als Kaiser über das Römische Reich..Pontius Pilatus3,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. war römischer Statthalter in Judäa3,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum..Herodes3,1 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). regierte als Landesfürst in Galiläa3,1 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.,sein Bruder Philippus3,1 Herodes Philippus: Sohn von Herodes dem Großen, der von 4 v. Chr.–34 n. Chr. über Gebiete nordöstlich des See Gennesaret herrschte. als Landesfürstin Ituräa und Trachonitis3,1 Ituräa, Trachonitis: Gebiete zwischen Damaskus und dem See Gennesaret, die nördlich an Galiläa angrenzten..Und Lysanias war Landesfürst in Abilene3,1 Abilene: Gebiet um die Stadt Abila im Antilibanon-Gebirge, nördlich von Damaskus..2Die Hohepriester3,2 Hohepriester: Hatten die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. waren Hannas und Kaiphas.

Da rief Gott Johannes3,2 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. in seinen Dienst.Johannes war der Sohn des Zachariasund lebte in der Wüste3,2 Wüste: Trockenes und steiniges Gebiet, in dem nur wenige Tiere und Pflanzen überleben können..3Nun zog er durch die ganze Gegend am Jordan3,3 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.und verkündete den Menschen:»Lasst euch taufen3,3 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. und ändert euer Leben!Gott will euch eure Schuld3,3 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergeben.«4So steht es im Buch des Propheten Jesaja3,4 so steht es im Buch des Propheten Jesaja: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 40,3-5.:»Eine Stimme ruft in der Wüste:›Macht den Weg bereit für den Herrn,ebnet ihm die Straße.5Jede Schlucht soll aufgefüllt werdenund jeder Berg und jeder Hügel abgetragen.Was krumm ist,muss gerade werdenund die unebenen Wege eben.6Alle Welt soll sehen,dass Gott die Rettung bringt.‹«

Johannes fordert dazu auf, das Leben zu ändern

Matthäus 3,7-10
7Die Menschen kamen in Scharen zu Johannes3,7 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. heraus,um sich von ihm taufen3,7 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. zu lassen.Er sagte zu ihnen:»Ihr Schlangenbrut!Wer hat euch auf den Gedanken gebracht,dass ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes3,7 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. entgeht?8Zeigt durch euer Verhalten,dass ihr euer Leben wirklich ändern wollt!Redet euch nicht ein: ›Abraham3,8 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. ist unser Vater!‹Denn ich sage euch:Gott kann diese Steine hierzu Kindern Abrahams machen.9Die Axt ist schon an die Baumwurzel gesetzt:Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt,wird umgehauen und ins Feuer geworfen.«10Die Leute fragten Johannes:»Was sollen wir denn tun?«11Er antwortete: »Wer zwei Hemden hat,soll dem eins geben, der keines hat.Wer etwas zu essen hat,soll auf die gleiche Weise handeln.«

12Es kamen aber auch Zolleinnehmer3,12 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen.,um sich taufen3,12 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. zu lassen.Die fragten Johannes3,12 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.: »Lehrer3,12 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Johannes dem Täufer gegenüber gebraucht wurde., was sollen wir tun?«13Er antwortete: »Verlangt nicht mehr,als in euren Vorschriften steht!«14Es fragten ihn aber auch Soldaten:»Und wir, was sollen wir tun?«Er antwortete: »Misshandelt und erpresst niemanden,sondern gebt euch mit eurem Sold zufrieden!«

Johannes weist auf Christus hin

Matthäus 3,11-12; 14,3-4; Markus 1,7-8; 6,17-18; Johannes 1,24-28
15Das Volk setzte große Erwartungen in Johannes3,15 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor..Alle fragten sich: »Ist er vielleicht der Christus3,15 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.16Johannes erklärte ihnen: »Ich taufe3,16 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. euch mit Wasser.Aber es kommt einer, der ist mächtiger als ich.Ich bin es nicht einmal wert,ihm die Riemen seiner Sandalen aufzuschnüren.Er wird euch mit Heiligem Geist3,16 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.