BasisBibel (BB)
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Jesus lehrt beim Gastmahl eines Pharisäers

Lukas 14,1-24

Jesus heilt am Sabbat einen wassersüchtigen Mann

141Einmal ging Jesus14,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. an einem Sabbat14,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.in das Haus eines der führenden Pharisäer14,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte..Dort nahm er am Mahl teil.Alle beobachteten ihn genau.2Da war ein Mann in seiner Nähe,der an Wassersucht14,2 Wassersucht: Krankheit, bei der es zur Einlagerung von Flüssigkeit im Körper kommt. litt.3Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer14,3 Gesetzeslehrer: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Lebensvorschriften des Alten Testaments war, vor allem der fünf Bücher Mose. und Pharisäerund fragte: »Ist es erlaubt,am Sabbat zu heilen, oder nicht?«4Sie aber schwiegen.Da berührte Jesus den Kranken,heilte ihn und ließ ihn gehen.5Dann sagte er zu ihnen:»Wenn einem von euch ein Kindin den Brunnen fällt oder nur ein Rind:Wer wird es nicht sofort herausziehen –auch wenn Sabbat ist?«6Sie wussten nicht, was sie darauf antworten sollten.

Den richtigen Platz finden

7Jesus14,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beobachtete,wie sich die Gäste die Ehrenplätze14,7 Ehrenplatz: Platz in der Nähe des Gastgebers. am Tisch aussuchten.Da erzählte er ihnen ein Gleichnis:8»Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist,such dir nicht den Ehrenplatz aus.Denn es könnte ein Gast eingeladen sein,der vornehmer ist als du.9Sonst wird euer Gastgeber kommen und dir sagen:›Mach ihm bitte Platz!‹Dann musst du beschämtauf den entferntesten Platz wechseln.10Nein! Wenn du eingeladen bist,geh hin und wähle den entferntesten Platz.Dann wird der Gastgeber kommen und zu dir sagen:›Lieber Freund, rück doch näher zu mir.‹So wirst du vor allen anderen Gästen geehrt.11Denn wer sich selbst groß macht,den wird Gott niedrig und klein machen.Aber wer sich selbst niedrig und klein macht,den wird Gott groß machen.«

Die richtigen Gäste einladen

12Dann sagte Jesus14,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu dem Gastgeber:»Wenn du ein Mittag- oder Abendessen gibst,lade keine Leute ein, die wiederum dich einladen –deine Freunde, deine Brüder,deine Verwandten oder reichen Nachbarn.Sonst ist deren Einladung dein ganzer Lohn.13Wenn du zu einem Mahl einlädst,lade vielmehr Arme, Verkrüppelte,Gelähmte und Blinde ein.14Glückselig wirst du sein,denn sie können dir nichts zurückgeben!Du wirst aber deinen Lohn bekommen,wenn Gott die Gerechten14,14 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. vom Tod auferweckt.«

Das Gleichnis vom großen Festmahl

Matthäus 22,1-10
15Als einer der Gäste das hörte, sagte er zu Jesus14,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Glückselig ist,wer im Reich Gottes14,15 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. am Mahl teilnehmen darf!«16Jesus antwortete:»Ein Mann veranstaltete ein großes Festessenund lud viele Gäste ein.17Als das Fest beginnen sollte,schickte er seinen Diener losund ließ den Gästen sagen14,17 ließ den Gästen sagen: Es war in der Antike üblich, zweimal einzuladen: Mit etwas Abstand zum Fest, und kurz vorher noch einmal.:›Kommt, jetzt ist alles bereit!‹18Aber einer nach dem anderen entschuldigte sich.Der erste sagte zu ihm: ›Ich habe einen Acker gekauft.Jetzt muss ich unbedingt gehen und ihn begutachten.Bitte, entschuldige mich!‹19Ein anderer sagte:›Ich habe fünf Ochsengespanne14,19 Ochsengespanne: Ochsen, die paarweise als Zugtiere vor einen Wagen gespannt werden. gekauftund bin gerade unterwegs,um sie genauer zu prüfen.Bitte, entschuldige mich!‹20Und wieder ein anderer sagte:›Ich habe gerade erst geheiratetund kann deshalb nicht kommen.‹

21Der Diener kam zurückund berichtete alles seinem Herrn.Da wurde der Hausherr zornigund sagte zu seinem Diener:›Lauf schnell hinausauf die Straßen und Gassen der Stadt.Bring die Armen, Verkrüppelten, Blindenund Gelähmten hierher.‹22Bald darauf meldete der Diener:›Herr, dein Befehl ist ausgeführt,aber es ist immer noch Platz.‹23Da sagte der Herr zu ihm:›Geh hinaus aus der Stadtauf die Landstraßen und an die Zäune.Dränge die Leute dort herzukommen,damit mein Haus voll wird!‹24Denn das sage ich euch:Keiner der Gäste, die zuerst eingeladen waren,wird an meinem Festessen teilnehmen!«

Jesus lehrt unterwegs

Lukas 14,25–17,10

Was Jesus von denen verlangt, die ihm folgen wollen

Matthäus 10,37-38
25Viele Leute begleiteten Jesus14,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auf seinem Weg.Da drehte er sich um und sagte zu ihnen:26»Wer zu mir kommt,dem muss alles andere unwichtig werden:sein Vater und seine Mutter, Frau und Kinder,Brüder und Schwestern, ja sogar das eigene Leben:Sonst kann er nicht mein Jünger14,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. sein.27Wer nicht sein Kreuz trägtund mir auf meinem Weg folgt14,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,kann nicht mein Jünger sein.

28Stellt euch vor:Einer von euch will einen Turm bauen.Setzt er sich dann nicht als Erstes hin,berechnet die Kosten und prüft, ob sein Geld reicht?29Sonst passiert es, dass er das Fundament legt,aber den Bau nicht fertigstellen kann.Alle, die das sehen, lachen ihn aus30und sagen:›Dieser Mensch wollte einen Turm bauen –aber er konnte ihn nicht fertigstellen.‹

31Oder stellt euch vor:Ein König will gegen einen anderen Königin den Krieg ziehen.Setzt er sich dann nicht als Erstes hin und überlegt:Sind zehntausend Mann stark genug,um gegen einen Feind anzutreten,der mit zwanzigtausend Mann anrückt?32Wenn nicht, dann schickt er besser Unterhändler,solange der Gegner noch weit weg ist.Die sollen Friedensverhandlungen führen.33So gilt auch: Wer von euch nicht alles aufgibt, was er hat,der kann nicht mein Jünger14,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. sein.«

Von der Kraft des Salzes

Matthäus 5,13; Markus 9,50
34»Salz14,34 Salz: Wurde zum Haltbarmachen von Lebensmitteln verwendet und war kostbar. ist etwas Gutes:Aber wenn das Salz nicht mehr salzt,wie kann es wieder salzig werden?35Es ist weder für den Ackernoch für den Misthaufen zu gebrauchen.Also wirft man es weg.Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören!«
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Das Gleichnis vom verlorenen Schaf

Matthäus 18,12-14
151Alle Zolleinnehmer15,1 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen. und andere Leute,die als Sünder15,1 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten. galten,kamen zu Jesus15,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., um ihm zuzuhören.2Die Pharisäer15,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Schriftgelehrten15,2 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.ärgerten sich darüber.Sie sagten: »Mit solchen Menschen gibt er sich abund isst sogar mit ihnen!«3Da erzählte ihnen Jesus dieses Gleichnis15,3 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:4»Was meint ihr: Einer von euch hat hundert Schafeund verliert eines davon.Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafein der Wüste zurücklassen?Wird er nicht das verlorene Schaf suchen,bis er es findet?5Wenn er es gefunden hat, freut er sich sehr.Er nimmt es auf seine Schultern6und trägt es nach Hause.Dann ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammenund sagt zu ihnen: ›Freut euch mit mir!Ich habe das Schaf wiedergefunden,das ich verloren hatte.‹7Das sage ich euch:Genauso freut sich Gott im Himmelüber einen Sünder15,7 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten., der sein Leben ändert.Er freut sich mehr als über neunundneunzig Gerechte15,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.,die es nicht nötig haben, ihr Leben zu ändern.«

Das Gleichnis vom verlorenen Geldstück

8»Oder wie ist es, wenn eine Frau zehn Silbermünzen15,8 zehn Silbermünzen: Wörtlich »zehn Drachmen«. Eine Drachme ist ein Geldstück aus Silber mit einem Gewicht von etwa 4 g. hatund eine davon verliert?Wird sie da nicht eine Öllampe15,8 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. anzünden,das Haus fegen und in allen Ecken suchen –solange, bis sie das Geldstück findet?9Und wenn sie es gefunden hat,ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammenund sagt: ›Freut euch mit mir!Ich habe die Silbermünze wiedergefunden,die ich verloren hatte.‹10Das sage ich euch:Genauso freuen sich die Engel15,10 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Gottesüber einen Sünder15,10 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten., der sein Leben ändert.«

Das Gleichnis vom Vater und seinen beiden Söhnen

11Jesus15,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte weiter: »Ein Mann hatte zwei Söhne.12Der jüngere sagte zum Vater:›Vater, gib mir meinen Anteil am Erbe!‹Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf.13Ein paar Tage spätermachte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geld.Dann zog er in ein fernes Land.Dort führte er ein verschwenderisches Lebenund verschleuderte sein ganzes Vermögen.14Als er alles ausgegeben hatte,brach in dem Land eine große Hungersnot aus.Auch er begann zu hungern.15Da bat er einen der Einwohner des Landes um Hilfe.Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.16Er wollte seinen Hunger mit dem Schweinefutter15,16 Schweinefutter: Wörtlich »Futterschoten«. Die Schoten des Johannisbrotbaums sind ein Nahrungsmittel für Tiere und für arme Menschen. stillen,das die Schweine fraßen.Aber er bekam nichts davon.17Da ging der Sohn in sich und dachte:›Wie viele Arbeiter hat mein Vater,und sie alle haben mehr als genug Brot.Aber ich komme hier vor Hunger um.18Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen:Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig15,18 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. geworden.19Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn genannt zu werden.Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹20So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater.

Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommenund hatte Mitleid mit ihm.Er lief seinem Sohn entgegen,fiel ihm um den Hals und küsste ihn.21Aber sein Sohn sagte zu ihm:›Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig15,21 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. geworden.Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn genannt zu werden.‹22Doch der Vater befahl seinen Dienern:›Holt schnell das schönste Gewand15,22 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. aus dem Hausund zieht es ihm an.Steckt ihm einen Ring15,22 Ring: Der Siegelring gibt dem Träger die Vollmacht über die Finanzgeschäfte. Der Vater will seinen Sohn wieder in die Familie aufnehmen. an den Fingerund bringt ihm Sandalen für die Füße.23Dann holt das gemästete Kalb her und schlachtet es:Wir wollen essen und feiern!24Denn mein Sohn hier war tot und ist wieder lebendig.Er war verloren und ist wiedergefunden.‹Und sie begannen zu feiern.

25Der ältere Sohn war noch auf dem Feld.Als er zurückkam und sich dem Haus näherte,hörte er Musik und Tanz.26Er rief einen der Diener zu sich und fragte:›Was ist denn da los?‹27Der antwortete: ›Dein Bruder ist zurückgekommen!Dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen,weil er ihn gesund wiederhat.‹28Da wurde der ältere Sohn zornig.Er wollte nicht ins Haus gehen.Doch sein Vater kam zu ihm herausund redete ihm gut zu.29Aber er sagte zu seinem Vater:›So viele Jahre arbeite ich jetzt schon für dich!Nie war ich dir ungehorsam.Aber mir hast du noch nieeinen Ziegenbock geschenkt,damit ich mit meinen Freunden feiern konnte.30Aber der da, dein Sohn,hat dein Vermögen mit Huren vergeudet.Jetzt kommt er nach Hause,und du lässt gleich das gemästete Kalbfür ihn schlachten.‹31Da sagte der Vater zu ihm:›Mein lieber Junge, du bist immer bei mir.Und alles, was mir gehört, gehört dir.32Aber jetzt mussten wir doch feiern und uns freuen:Denn dein Bruder hier war tot und ist wieder lebendig.Er war verloren und ist wiedergefunden.‹«
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Vom schlauen Umgang mit Geld

161Dann sagte Jesus16,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Jüngern16,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Ein reicher Mann hatte einen Verwalter.Den beschuldigte man,das ihm anvertraute Vermögen zu verschleudern.2Deshalb rief der Mann den Verwalter zu sichund sagte zu ihm: ›Was muss ich über dich hören?Leg deine Abrechnung vor!Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.‹

3Da überlegte der Verwalter:›Was soll ich nur tun?Mein Herr entzieht mir die Verwaltung.Für schwere Arbeit bin ich nicht geeignet.Und ich schäme mich, betteln zu gehen.4Aber weiß ich, was ich tun muss,damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen –dann, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.‹5Und er rief alle einzeln zu sich,die bei seinem Herrn Schulden hatten.Er fragte den Ersten:›Wie viel schuldest du meinem Herrn?‹6Der antwortete: ›Hundert Fässer16,6 hundert Fässer: Wörtlich »hundert Bat«. Ein Bat ist ein Maß zum Messen von Flüssigkeiten und entspricht etwa 21 Liter. Olivenöl.‹Da sagte der Verwalter zu ihm:›Hier ist dein Schuldschein.Setz dich hin und schreib schnell fünfzig!‹7Dann fragte er einen anderen:›Und du, wie viel bist du schuldig?‹Er antwortete: ›Hundert Sack16,7 hundert Sack: Wörtlich »hundert Kor«. Ein Kor ist ein Maß zum Messen von Getreide oder Mehl und entspricht etwa 400 l. 400 l Mehl wiegen etwa 240 kg. Weizen.‹Der Verwalter sagte:›Hier ist dein Schuldschein, schreib achtzig!‹«

8Der Herr16,8 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. lobte den betrügerischen Verwalter,weil er so schlau gehandelt16,8 schlau handeln: Das Lob gilt der Entschlossenheit, mit der der Verwalter seine Situation verbessern will. So entschlossen sollen sich auch alle, die Jesus nachfolgen, für das Reich Gottes einsetzen. hatte:»Die Kinder dieser Weltsind schlauer im Umgang mit ihren Mitmenschenals die Kinder des Lichts16,8 Kinder des Lichts: Bezeichnung für die Jünger von Jesus und die Angehörigen der frühen Gemeinden..9Ich sage euch: Nutzt das Geld,an dem so viel Unrecht haftet,um euch Freunde zu machen!Dann werdet ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen,wenn diese Welt zu Ende geht.«

Vom zuverlässigen Umgang mit Geld

Matthäus 6,24
10»Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,ist es auch in den großen.Und wer in den kleinsten Dingen unzuverlässig ist,ist es auch in den großen.11Wenn ihr mit dem Geld,an dem so viel Unrecht haftet,nicht zuverlässig umgeht –wer wird euch dann das wirklich Wertvolle anvertrauen?12Und wenn ihr mit dem nicht zuverlässig umgeht,was euch gar nicht gehört –wer wird euch dann schenken,was eigentlich euer Eigentum16,12 euer Eigentum: Bild für den Anteil am Reich Gottes, der denen geschenkt wird, die an Jesus Christus glauben. ist?

13Kein Diener kann gleichzeitig zwei Herren dienen!Entweder wird er den einen hassenund den anderen lieben.Oder er wird dem einen treu seinund den anderen verachten.Ihr könnt nicht gleichzeitig Gottund dem Geld dienen.«

Der Spott der geldgierigen Pharisäer

14Das alles hörten die Pharisäer16,14 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte..Sie waren geldgierig und lachten Jesus16,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aus.15Jesus sagte zu ihnen:»Vor den Menschen tut ihr so,als ob ihr vor Gott gerecht16,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. lebt.Aber Gott kennt eure Herzen!Was bei den Menschen Eindruck macht,das verabscheut Gott.«

Von der Gültigkeit des Gesetzes und von der Ehe

Matthäus 5,17-18; Markus 10,11-12
16»Das Gesetz und die Propheten16,16 Gesetz und Propheten: Im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. galten bis zu Johannes16,16 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor..Seitdem wird die Gute Nachricht16,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen.vom Reich Gottes16,16 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. verkündet – und alle drängen hinein.17Aber eher vergehen Himmel und Erde16,17 Himmel und Erde: Bezeichnet die ganze Welt.,als dass auch nur ein Strichlein16,17 Strichlein: Gemeint ist ein Häkchen oder Zierstrich an einem hebräischen Buchstaben. vom Gesetz16,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. ungültig wird.

18Jeder, der sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet, begeht Ehebruch16,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten..Und wer eine geschiedene Frau heiratet,begeht ebenso Ehebruch.«

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus

19»Einst lebte ein reicher Mann.Er trug einen Purpurmantel16,19 Purpur: Intensiver rot-violetter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten.und Kleider aus feinstem Leinen.Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen.20Aber vor dem Tor seines Hauseslag ein armer Mann, der Lazarus hieß.Sein Körper war voller Geschwüre.21Er wollte seinen Hungermit den Resten vom Tisch des Reichen stillen.Aber es kamen nur die Hundeund leckten an seinen Geschwüren.22Dann starb der arme Mann,und die Engel16,22 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. trugen ihn in Abrahams Schoß16,22 Abrahams Schoß: Abraham, der Stammvater Israels, gilt als Vater der Gläubigen und als Beschützer der Gerechten. In seinem Schoß warten die Verstorbenen darauf, in den Himmel aufgenommen zu werden..Auch der Reiche starb und wurde begraben.23Im Totenreich litt er große Qualen.Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abrahamund Lazarus an seiner Seite.24Da schrie er: ›Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir!Bitte schick Lazarus,damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauchtund meine Zunge kühlt.Ich leide schrecklich in diesem Feuer!‹

25Doch Abraham antwortete: ›Kind, erinnere dich:Du hast deinen Anteil an Gutemschon im Leben bekommen –genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem.Dafür findet er jetzt hier Trost, du aber leidest.26Außerdem liegt zwischen uns und euchein tiefer Abgrund.Selbst wenn jemand wollte,könnte er von hier nicht zu euch hinübergehen.Genauso kann keiner von dort zu uns herüberkommen.‹27Da sagte der Reiche: ›So bitte ich dich, Vater:Schick Lazarus doch wenigstens zu meiner Familie.28Ich habe fünf Brüder.Lazarus soll sie warnen,damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen!‹29Aber Abraham antwortete:›Sie haben doch Mose und die Propheten16,29 Mose und Propheten: »Mose« steht hier stellvertretend für die Lebensvorschriften des Alten Testaments, die sich in den fünf Büchern Mose finden. Zusammen mit den »Propheten« ist der Ausdruck im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.:Auf die sollen sie hören!‹30Der Reiche erwiderte: ›Nein, Vater Abraham!Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt,werden sie ihr Leben ändern.‹31Doch Abraham antwortete:›Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören –dann wird es sie auch nicht überzeugen,wenn jemand von den Toten aufersteht.‹«