BasisBibel (BB)
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Die getöteten Männer aus Galiläa und das Unglück am Teich Schiloach

131Einige von den Anwesenden ergriffen die Gelegenheitund erzählten Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. von Männern aus Galiläa13,1 Männer aus Galiläa: Von einem solchen Massaker in Galiläa durch Pilatus wird in keiner anderen Schrift berichtet.:»Pilatus13,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ließ sie töten,als sie im Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Opfer darbrachten.Ihr Blut vermischte sich mit dem der Opfertiere.«2Jesus sagte zu ihnen: »Meint ihr etwa,diese Männer hatten größere Schuld13,2 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladenals alle anderen in Galiläa?Und das wäre der Grund,warum sie einen so schrecklichen Tod erlitten haben?3Bestimmt nicht!Das sage ich euch: Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.

4Oder denkt an die achtzehn Menschen,die getötet wurden,als der Turm bei Schiloach13,4 Schiloach: Teichanlage südlich des Jerusalemer Tempels innerhalb der Stadtbefestigung. Offenbar war einer der Türme der nahen Stadtmauer eingestürzt. einstürzte.Meint ihr etwa,sie hatten größere Schuld13,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladenals alle anderen Einwohner Jerusalems13,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.?5Bestimmt nicht!Das sage ich euch: Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.«

Eine Gnadenfrist für den Feigenbaum

6Dann erzählte Jesus13,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Leuten dieses Gleichnis13,6 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Ein Mann hatte in seinem Weinberg13,6 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.einen Feigenbaum13,6 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. gepflanzt.Er kam und schaute nach, ob Früchte daran waren –aber er fand keine.7Da sagte er zu seinem Weingärtner:›Seit drei Jahren komme ich schon und schaue nach,ob an diesem Feigenbaum Früchte sind –aber ich finde keine.Jetzt hau ihn um!Wozu soll er dem Boden noch weiterseine Kraft nehmen?‹8Aber der Weingärtner antwortete:›Herr, lass ihn noch dieses Jahr stehen.Ich will die Erde um ihn herumnoch einmal umgraben und düngen.9Vielleicht trägt der Baum im nächsten Jahrdoch noch Früchte.Wenn nicht, hau ihn dann um.‹«

Jesus heilt eine Frau am Sabbat

10Als Jesus einmal am Sabbat13,10 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.in einer der Synagogen13,10 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. lehrte,11war dort eine Frau.Seit achtzehn Jahren wurde sie von einem Geist13,11 Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. geplagt,der sie krank machte.Sie war verkrümmtund konnte sich nicht mehr gerade aufrichten.12Als Jesus13,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sie sah, rief er sie zu sichund sagte zu ihr:»Frau, du bist von deiner Krankheit befreit!«13Und er legte ihr die Hände auf.Sofort richtete sie sich auf und lobte Gott.

14Aber der Leiter der Synagoge13,14 Synagogenleiter: War für alle Angelegenheiten einer Synagoge, der Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden, zuständig. ärgerte sich darüber,dass Jesus13,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Frau an einem Sabbat13,14 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. heilte.Deshalb sagte er zu der Volksmenge:»Es gibt sechs Tage, die zum Arbeiten da sind.Also kommt an einem dieser Tage,um euch heilen zu lassen –und nicht am Sabbat!«15Doch der Herr sagte zu ihm:»Ihr Scheinheiligen!Bindet nicht jeder von euch am Sabbatseinen Ochsen oder Esel von der Futterkrippe losund führt ihn zur Tränke?16Aber diese Frau hier,die doch eine Tochter Abrahams13,16 Tochter Abrahams: Ausdruck für die Zugehörigkeit der Frau zum Volk Israel, als dessen Stammvater Abraham gilt. ist,hielt der Satan13,16 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. gefesselt –volle achtzehn Jahre lang!Und sie darf am Sabbatnicht von dieser Fessel befreit werden?«17Als Jesus das sagte,schämten sich alle seine Gegner.Doch die ganze Volksmenge freute sichüber die wunderbaren Taten, die Jesus vollbrachte.

Das Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig

Matthäus 13,31-33; Markus 4,30-32
18Dann sagte Jesus13,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Wie ist es mit dem Reich Gottes13,18 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.?Womit soll ich es vergleichen?19Es gleicht einem Senfkorn13,19 Senfkorn: Ein Senfkorn hat einen Durchmesser von 1–2 mm.:Ein Mann nahm es und säte es in seinem Garten ein.Es ging auf und wurde zu einem Baum.Und die Vögel bauten ihr Nest in seinen Zweigen.«

20Noch einmal fragte Jesus13,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Womit soll ich das Reich Gottes13,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. vergleichen?21Es gleicht einem Sauerteig13,21 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker.:Eine Frau mengte ihn unter drei Säckchen13,21 drei Säckchen: Wörtlich »drei Sata«. Ein Saton ist ein Gefäß zum Messen von Flüssigkeiten oder Getreide und fasst etwa 7 l. 7 l Mehl wiegen gut 4 kg. Mehl.Am Ende war der ganze Teig durchsäuert.«

Die enge Tür – die verschlossene Tür

Matthäus 7,13-14; 7,21-24; 8,11-12
22Jesus13,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. setzte seinen Weg13,22 Weg: In Lukas 9,51 wird berichtet, dass Jesus sich auf den Weg macht, um nach Jerusalem zu gehen. nach Jerusalem13,22 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. fort.Er zog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf.Überall lehrte er die Menschen.23Einmal fragte ihn jemand:»Herr13,23 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., werden nur wenige gerettet?«Da sagte Jesus zu den Leuten:24»Ihr müsst euch anstrengen,um durch die enge Tür hineinzukommen.Das sage ich euch:Viele werden hineinwollen, es aber nicht schaffen.

25Wenn der Hausherr13,25 Hausherr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. aufsteht und die Tür verschließt,dann werdet ihr draußen stehen.Dort werdet ihr an die Tür klopfen und rufen:›Herr, mach uns auf!‹Aber er wird euch antworten:›Ich kenne euch nicht. Wo kommt ihr her?‹26Dann werdet ihr sicher sagen:›Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken!Du hast auf den Straßen unserer Stadt gelehrt.‹27Aber der Hausherr wird euch antworten13,27 wird euch antworten: Im Folgenden wird aus Psalm 6,9 zitiert.:›Ich kenne euch nicht. Wo kommt ihr her?Macht, dass ihr alle fortkommt,Ihr alle tut , was gegen Gottes Willen ist!‹28Da draußen gibt es nur Heulen und Zähneklappern!Denn ihr werdet alle im Reich Gottes13,28 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. sehen:Abraham, Isaak, Jakob13,28 Abraham, Isaak, Jakob: Stehen zusammenfassend für die Anfänge Israels, wie sie in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt werden.und sämtliche Propheten13,28 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..Aber ihr selbst werdet ausgeschlossen sein.29Viele werden kommenaus Ost und West und aus Nord und Süd.Sie werden im Reich Gottes zu Tisch liegen13,29 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..30Ihr werdet sehen:Die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.Und die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.«

Jesus muss bis nach Jerusalem kommen

31Zur selben Zeit kamen einige Pharisäer13,31 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und warnten Jesus13,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Geh weg und zieh fort von hier!Denn Herodes13,31 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). will dich töten lassen.«32Jesus sagte zu ihnen:»Geht und sagt diesem Fuchs:›Ich treibe Dämonen13,32 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. aus und heile Kranke –heute und morgen.Und am dritten Tag13,32 dritter Tag: Anspielung auf die Auferstehung von Jesus drei Tage nach seinem Tod. werde ich am Ziel sein.‹33Doch heute, morgen und übermorgenmuss ich meinen Weg fortsetzen.Denn es ist unmöglich,dass ein Prophet13,33 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. außerhalb von Jerusalem13,33 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.ums Leben kommt.«

Jesus klagt über Jerusalem

Matthäus 23,37-39
34»Jerusalem13,34 Jerusalem: Das religiöse und kulturelle Zentrum des Landes steht hier stellvertretend für die religiösen Führer und Leitungsgremien., Jerusalem!Du tötest die Propheten13,34 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.und steinigst13,34 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. die Boten, die Gott zu dir sendet.Wie oft wollte ich deine Kinder13,34 Kinder: Meint die angesprochenen Bewohner Jerusalems, die stellvertretend für das Volk Israel stehen. um mich versammeln –wie eine Henne ihre Kükenunter ihren Flügeln beschützt.Aber ihr habt nicht gewollt.35Seht euch vor: Euer Tempel13,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. wird von Gott verlassen.Das sage ich euch:Ihr werdet mich nicht mehr sehen,bis ihr einst ausruft13,35 bis ihr einst ausruft: Zitat aus Psalm 118,26.:›Gesegnet ist, wer im Namen des Herrn13,35 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. kommt!‹«