BasisBibel (BB)
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Jesus auf dem Weg zum Kreuz

Johannes 11,1–17,26

Die Auferweckung des Lazarus

Johannes 11,1-57

Lazarus ist gestorben

111Ein Mann war schwer krank, Lazarus aus Betanien11,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft..Das ist das Dorf,in dem Maria und ihre Schwester Marta lebten.2– Maria war es , die Jesus später11,2 später: Von der Salbung in Betanien erzählt Johannes 12,1-8. mit Öl gesalbt11,2 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen.und mit ihren Haaren seine Füße abgetrocknet hat. –Der kranke Lazarus war ihr Bruder.3Die Schwestern ließen Jesus11,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Nachricht zukommen:»Herr, sieh doch! Der, den du lieb hast, ist krank.«4Als Jesus das hörte, sagte er:»Diese Krankheit führt nicht zum Tod.Sie soll vielmehr die Herrlichkeit11,4 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes zeigen.Denn durch sie soll die Herrlichkeitvon Gottes Sohn11,4 Gottes Sohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater, Gott, selbst. sichtbar werden.«

5Jesus11,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. liebte Marta und ihre Schwester und auch Lazarus.6Nun wusste Jesus, dass Lazarus krank war.Er blieb noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.7Dann sagte er zu den Jüngern11,7 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Lasst uns wieder nach Judäa11,7 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. gehen.«8Die Jünger erwiderten: »Rabbi11,8 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.,vor Kurzem wollten die Leute in Judäa dich steinigen!Und du willst wieder dorthin gehen?«9Jesus antwortete: »Hat der Tag nicht zwölf Stunden?Wer bei Tag umhergeht, stolpert nicht,denn er sieht das Licht der Welt11,9 Licht der Welt: In Johannes 8,12 spricht Jesus von sich selbst als dem Licht der Welt..10Wer aber bei Nacht umhergeht, stolpert,denn er hat kein Licht bei sich.«

11Nachdem er dies zu den Jüngern11,11 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. gesagt hatte,fuhr er fort: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen.Aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.«12Da sagten die Jünger zu ihm:»Herr, wenn er schläft, wird er wieder gesund werden.«13Jesus11,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. hatte aber über den Tod des Lazarus gesprochen.Die Jünger dagegen meinten,es gehe um den gewöhnlichen Schlaf.14Da sagte Jesus ganz offen zu ihnen:»Lazarus ist gestorben.15Und ich freue mich für euch, dass ich nicht bei ihm war.Denn dadurch werdet ihr zum Glauben11,15 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen.Also lasst uns jetzt zu ihm gehen.«16Thomas, der auch Didymus11,16 Didymus: Der griechische Name bedeutet übersetzt »Zwilling«. genannt wird,sagte zu den anderen Jüngern:»Lasst uns mit Jesus gehen, um mit ihm zu sterben.«

Jesus ist die Auferstehung und das Leben

17Als Jesus11,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Betanien11,17 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. kam,lag Lazarus schon vier Tage im Grab.18Betanien war nahe bei Jerusalem11,18 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,knapp drei Kilometer11,18 knapp drei Kilometer: Wörtlich »15 Stadien«. Ein Stadion ist ein griechisches Längenmaß von etwa 185 m. entfernt.19Viele Juden waren von dort zu Marta und Maria gekommen.Sie wollten sie in ihrer Trauer um den Bruder trösten.

20Als Marta hörte, dass Jesus11,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam, ging sie ihm entgegen.Maria aber blieb zu Hause.21Marta sagte zu Jesus:»Herr, wenn du hier gewesen wärst,dann wäre mein Bruder nicht gestorben.22Aber auch jetzt weiß ich:Alles, worum du Gott bittest, das wird er dir geben.«23Jesus antwortete: »Dein Bruder wird auferstehen11,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.24Marta erwiderte: »Ich weiß, dass er auferstehen wird –bei der Auferstehung der Toten am letzten Tag11,24 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.25Da sagte Jesus zu ihr:»Ich bin11,25 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. die Auferstehung und das Leben!Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.26Und wer lebt und an mich glaubt,wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt11,26 von Gott getrennt: Wörtlich »sterben«. Der Tod steht hier nicht nur für das Ende des biologischen Lebens, sondern für ein Leben ohne Gott..Glaubst du das?«27Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube fest:Du bist der Christus11,27 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der Sohn Gottes11,27 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.,der in die Welt kommen soll!«

Jesus kommt zum Grab des Lazarus und weint

28Nachdem Marta das gesagt hatte,ging sie weg und rief ihre Schwester Maria.Leise sagte sie zu ihr:»Der Lehrer11,28 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. ist da und lässt dich rufen.«29Als Maria das hörte,stand sie schnell auf und ging zu Jesus11,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..30Jesus war noch nicht ins Dorf hineingegangen.Er hielt sich dort auf, wo Marta ihn getroffen hatte.31Im Haus waren immer noch die Leute11,31 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.,die Maria trösten wollten.Als sie sahen, dass Maria aufstandund schnell hinausging, folgten sie ihr.Sie dachten: »Sie will zum Grab11,31 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. gehen,um dort zu weinen.«

32Maria kam dorthin, wo Jesus11,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war.Als sie ihn sah,fiel sie vor ihm auf die Knie und sagte:»Herr, wenn du hier gewesen wärst,dann wäre mein Bruder nicht gestorben.«33Jesus sah, wie sie weinteund wie auch die Leute11,33 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. weinten, die sie begleiteten.Da war er im Innersten zornig und tief erschüttert.34Er fragte: »Wo ist sein Grab?«Sie antworteten: »Herr, komm und sieh selbst!«35Da brach Jesus in Tränen aus.36Die Leute sagten:»Seht doch, wie sehr er ihn geliebt hat!«37Aber einige von ihnen meinten:»Dem Blinden hat er die Augen geöffnet.Konnte er nicht verhindern, dass Lazarus stirbt?«

Jesus weckt Lazarus vom Tod auf

38Da wurde Jesus11,38 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erst recht zornig und ging zum Grab11,38 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde..Es bestand aus einer Höhle,die mit einem großen Stein verschlossen war.39Jesus sagte: »Wälzt den Stein weg!«Marta, die Schwester des Verstorbenen, erwiderte:»Herr, er stinkt schon, denn er ist vier Tage tot.«40Jesus entgegnete ihr: »Habe ich nicht zu dir gesagt:Wenn du glaubst11,40 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.,wirst du die Herrlichkeit11,40 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes sehen«?41Da wälzten sie den Stein weg.Jesus blickte zum Himmel empor und sprach:»Vater11,41 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., ich danke dir, dass du mich erhört hast.42Ich selbst weiß ja, dass du mich immer erhörst.Aber ich sage es wegen der Leute, die hier stehen.Sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.«43Nachdem er das gesagt hatte,rief er mit lauter Stimme:»Lazarus, komm heraus!«44Da kam der Tote heraus.Seine Füße und seine Händewaren mit Leinentüchern11,44 Leinentuch: Tote wurden vor der Bestattung in Leichentücher eingewickelt. umwickeltund sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt.Jesus sagte zu den Leuten:»Befreit ihn davon und lasst ihn nach Hause gehen.«

Einer soll für das Volk sterben

Matthäus 26,1-5; Markus 14,1-2; Lukas 22,1-2
45Die Leute11,45 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten., die bei Maria waren,hatten miterlebt, was Jesus getan hatte.Viele kamen zum Glauben an Jesus11,45 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern11,46 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und erzählten ihnen, was er getan hatte.47Da beriefen die führenden Priester11,47 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Pharisäerden jüdischen Rat11,47 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. ein.Sie sagten: »Was sollen wir machen?Dieser Mensch tut viele Zeichen11,47 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.!48Wenn wir ihn so weitermachen lassen,werden alle an ihn glauben.Dann werden die Römer kommenund uns den Tempel11,48 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und das Volk nehmen.«49Zum jüdischen Rat gehörte auch Kaiphas,der in dem Jahr der Hohepriester11,49 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. war.Er sagte: »Ihr versteht gar nichts!50Ihr bedenkt auch nicht, dass es besser für euch ist,wenn ein Mann für das Volk stirbt –besser, als wenn das ganze Volk vernichtet wird.«51Das sagte er aber nicht von sich aus,sondern weil er in dem Jahr Hohepriester war.Dadurch konnte er wie ein Prophet11,51 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. ankündigen,dass Jesus für das Volk sterben wird.52Das sollte nicht nur für das Volk geschehen.Auch die in aller Welt verstreuten Kinder Gottessollten zu einer Gemeinschaft zusammengeführt werden.

53Von dem Tag an war der jüdische Rat11,53 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. fest entschlossen,Jesus11,53 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. umzubringen.54Danach zeigte sich Jesusnicht mehr in der Öffentlichkeit.Er zog sich in die Gegend am Rand der Wüste zurück,in einen Ort namens Efraim.Dort blieb er mit seinen Jüngern11,54 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..

55Das jüdische Passafest11,55 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. stand kurz bevor.Viele Menschen zogen schon vor dem Festnach Jerusalem11,55 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Sie kamen aus dem ganzen Land,um sich für das Fest zu reinigen11,55 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein..56Die Leute hielten auch nach Jesus11,56 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. Ausschau.Während sie im Tempel11,56 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. beisammenstanden,sagten sie zueinander:»Was meint ihr?Wird er zum Fest kommen?«57Die führenden Priester11,57 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Pharisäer11,57 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.hatten angeordnet:»Wer weiß, wo er sich aufhält, soll es melden!«Denn sie wollten ihn festnehmen.