BasisBibel (BB)
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91Das Volk, das in der Finsternis lebt,

hat ein großes Licht gesehen.Es scheint hell über denen,die im düsteren Land wohnen.2Gott, du lässt sie laut jubeln,du schenkst ihnen große Freude.Sie freuen sich vor dir,wie man sich bei der Ernte freut.Sie jubeln wie beim Verteilen der Beute.3Zerbrochen hast du das drückende Joch9,3 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die assyrische Fremdherrschaft.,die Stange auf ihrer Schulterund den Schlagstock der Peiniger.Es ist wie damals,als die Midianiter9,3 Midianiter: Vom Sieg Israels über die Midianiter erzählt Richter 7,9-25. besiegt wurden.4Verbrannt wird jeder Stiefel,mit dem die Soldaten dröhnend marschierten.Ins Feuer geworfen wird jeder Mantel,der im Krieg mit Blut getränkt wurde.5Denn uns wurde ein Kind geboren,ein Sohn ist uns geschenkt worden.Ihm wurde die Herrschaft übertragen.Er trägt die Namen9,5 Namen: Solche Namen wurden dem König bei seiner Thronbesteigung verliehen. Sie stellen in gewisser Weise sein Regierungsprogramm dar.: wunderbarer Ratgeber9,5 wunderbarer Ratgeber: Der Name steht dafür, dass der König große und weitreichende Aufgaben umsichtig planen kann.,starker Gott9,5 starker Gott: Der Name steht dafür, dass der König ein von Gott mit göttlicher Macht ausgestatteter Held ist., ewiger Vater9,5 ewiger Vater: Der Name steht für den Wunsch, dass der König ein langes Leben haben und sich wie ein Vater um sein Volk kümmern soll., Friedefürst9,5 Friedefürst: Der Name steht für den umfassenden Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft unter der Herrschaft des Königs..6Seine Herrschaft ist großund bringt Frieden ohne Ende.Er regiert als König auf dem Thron Davids9,6 Thron Davids: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16.und schafft Recht und Gerechtigkeit.So festigt und stärkt er sein Königreichjetzt und für immer.Der Herr Zebaot9,6 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. bewirkt dasin seiner leidenschaftlichen Liebe.

Gottes Zorn über Israel und Assyrien

Jesaja 9,7–10,34

Der Niedergang des Königreichs Israel

7Der Herr hat ein Wort gegen Jakob9,7 Jakob: Bezeichnet hier das Nordreich Israel. gerichtet.Es hat Israel9,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). hart getroffen.8Das ganz Volk von Efraim9,8 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. und die Bewohner Samarias9,8 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört.haben es zu spüren bekommen.Trotzdem sprachen sie in ihrem Hochmutund ihrer Überheblichkeit:9»Mauern aus Ziegelsteinen sind eingestürzt.Dann bauen wir sie eben mit Quadersteinen9,9 Quadersteine: An drei oder vier Seiten geglättete Steine, die zur Errichtung von Prachtbauten verwendet wurden. wieder auf.Maulbeerbäume9,9 Maulbeerbäume: Stämmige, knorrige Bäume mit starken Wurzeln. Maulbeerbäume sind schwer zu entwurzeln. Sie entwickeln immer wieder neue Stämme und werden sehr alt. wurden abgehauen.Dann pflanzen wir eben Zedern9,9 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. an ihrer Stelle.«10Da machte der Herr9,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Israels Gegner starkund stachelte seine Feinde gegen es auf:119,11 Vers 11: Der Refrain am Ende des Verses verbindet das vorliegende Gerichtswort gegen das Nordreich Israel mit den Gerichtsworten über das Südreich Juda in Jesaja 5,8-25. Von Osten kamen die Aramäer9,11 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien.und von Westen die Philister9,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer..Gierig fielen sie über Israel her und fraßen es auf.Bei all dem hat Gottes Zorn9,11 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. nicht nachgelassen.Seine Hand ist immer noch drohend erhoben.

12Aber Israel9,12 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). kehrte nicht um zu Gott,obwohl er es so hart geschlagen hatte.Sie fragten nicht nach dem Herrn Zebaot9,12 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck..13Da schnitt der Herr Israel Kopf und Schwanz ab.Er stutzte Ast und Stumpf an einem einzigen Tag.14Der Kopf, das sind die Ältesten9,14 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. und Angesehenen.Der Schwanz, das sind die Propheten,die Lügen verbreiten.15Die Anführer dieses Volkes wurden zu Verführern,und die Geführten wurden in die Irre geleitet.169,16 Vers 16: Der Refrain am Ende des Verses verbindet das vorliegende Gerichtswort gegen das Nordreich Israel mit den Gerichtsworten über das Südreich Juda in Jesaja 5,8-25. Deshalb verschont9,16 verschont: Die Übersetzung folgt einer hebräischen Textfassung, die in Qumran gefunden wurde. In anderen Texten steht hier »sich freuen«. der Herr die jungen Männer nicht.Er hat kein Erbarmen mit den Waisen und Witwen.Denn sie alle sind gottlos und böse.Aus jedem Mund kommt dummes Geschwätz.Bei all dem hat Gottes Zorn9,16 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. nicht nachgelassen.Seine Hand ist immer noch drohend erhoben.

17Ihre Bosheit lodert wie ein Feuer,das Dornen und Disteln verbrennt.Es setzt den dichten Wald in Brand,sodass dicke Rauchwolken aufsteigen.18Der brennende Zorn9,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. des Herrn Zebaot9,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. versengte das Land,das Volk wurde ein Opfer der Flammen.Keiner verschonte den anderen.19Sie verschlangen, was rechts war,und blieben doch hungrig.Sie fraßen, was links war,und wurden doch nicht satt.So fraßen sie sich gegenseitig9,19 sich gegenseitig: Der Text folgt der griechischen Übersetzung. Im hebräischen Text steht hier »seinen eigenen Arm«. auf.209,20 Vers 20: Der Refrain am Ende des Verses verbindet das vorliegende Gerichtswort gegen das Nordreich Israel mit den Gerichtsworten über das Südreich Juda in Jesaja 5,8-25. Manasse fiel über Efraim her9,20 Manasse, Efraim: Manasse und Efraim sind die beiden wichtigsten Stämme im Nordreich Israel., Efraim über Manasseund beide zusammen über Juda.Bei all dem hat Gottes Zorn9,20 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. nicht nachgelassen.Seine Hand ist immer noch drohend erhoben.