BasisBibel (BB)
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Die schlechten Hirten

341Das Wort des Herrn kam34,1 das Wort des Herrn kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch34,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., rede als Prophet34,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu den Hirten von Israel34,2 Hirten von Israel: Bild für die Herrscher, die sich um ihr Volk kümmern sollen wie ein Hirte um seine Herde..Ja, rede als Prophet und sag zu ihnen, den Hirten:So spricht Gott, der Herr34,2 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ihr Hirten von Israel, ihr weidet euch ja selbst.Weiden Hirten sonst nicht die Schafe34,2 Schafe: Bild für die Bevölkerung, die auf ihre Herrscher angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten.?3Ihr aber esst das Fett34,3 Fett essen: Fett galt als kostbarer Teil eines Tieres und war daher Gott als Opfergabe vorbehalten.und macht euch Kleider aus der Wolle.Doch ihr weidet die Schafe nicht!4Die Schwachen habt ihr nicht gestärktund die Kranken nicht geheilt.Verletzte habt ihr nicht verbundenund verirrte Schafe nicht eingefangen.Schafe, die sich verlaufen haben,habt ihr nicht gesucht.Mit Stärke und Gewalt wolltet ihr sie beherrschen.5Sie haben sich zerstreut34,5 zerstreut: Anspielung auf die Verbannung nach Babylonien., weil kein Hirte da war,und wurden zum Fraß für alle Raubtiere.Ja, so haben sie sich zerstreut.6Meine Schafe verirrten sich in den Bergenund zwischen den hohen Hügeln.Über das ganze Land sind meine Schafe verstreut.Doch niemand fragt nach ihnenund niemand sucht sie.

7Darum, ihr Hirten34,7 Hirten: Bild für die Herrscher, die sich um ihr Volk kümmern sollen wie ein Hirte um seine Herde., hört das Wort des Herrn34,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:8Bei meinem Leben!– Ausspruch von Gott, dem Herrn34,8 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Meine Schafe34,8 Schafe: Bild für die Bevölkerung, die auf ihre Herrscher angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. sind zu Beute gewordenund meine Herde zum Fraß für die Raubtiere.Es war ja kein Hirte da!Meine Hirten kümmerten sich nicht um meine Schafe,sondern weideten sich lieber selbst.Nein, meine Schafe weideten sie nicht.9Darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn:10So spricht Gott, der Herr34,10 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ich gehe gegen die Hirten vorund fordere meine Schafe von ihnen zurück.Ich sorge dafür, dass sie nie wieder Schafe weiden.Auch sich selbst werden die Hirten nicht mehr weiden.Ich befreie meine Schafe aus ihrem Rachen.Sie werden ihnen nicht mehr als Nahrung dienen.

Gott sorgt selbst für seine Schafe

11Ja, so spricht Gott, der Herr34,11 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Seht her, ich werde meine Schafe34,11 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. suchenund mich selbst um sie kümmern.12Ich mache es genauso wie ein guter Hirte34,12 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott.,wenn seine Schafe sich eines Tages zerstreuen.Ja, so werde ich mich um meine Schafe kümmern.Ich rette sie von allen Orten,an die sie zerstreut waren –an dem Tag34,12 der Tag: Meint den Tag des Herrn, den von Gott festgelegten Gerichtstag, an dem er gegen seine Feinde vorgehen wird., der voll finsterer Wolken sein wird.13Ich führe sie weg von den Völkernund sammle sie aus den Ländern34,13 sammle sie aus den Ländern: Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr., wurde ein großer Teil der Bewohner nach Babylonien verschleppt. Andere flohen in die benachbarten Gebiete. Sie alle wird Gott wieder in ihrem Land zusammenführen..Ich bringe sie zurück in ihr eigenes Land.Ich werde sie auf den Bergen und Tälern Israels weiden,an allen Weideplätzen des Landes.14Ihr Weideland wird auf den hohen Bergen Israels liegen.Ja, ich lasse sie dort auf gutem Weideland lagern.Auf den Bergen Israels finden sie eine grüne Weide.15Ich weide meine Schafe und ich lasse sie lagern.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,15 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

16Verirrte suche ichund Verstreute sammle ich wieder ein.Verletzte verbinde ichund Kranke mache ich stark.Fette und Starke aber vernichte ich.Ich weide sie nach Recht und Gesetz.

17So spricht Gott, der Herr34,17 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. zu euch, meine Herde34,17 Herde: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten.:Ich ziehe euch zur Verantwortung, jedes einzelne Schaf.Ich wende mich gegen die Widder und Ziegenböcke34,17 Widder, Ziegenböcke: Meint rücksichtslose Menschen, die ihre Nächsten bedrängen und sich unrechtmäßig bereichern..18Ist euch Tieren die Weide zu klein,auf der ihr grast?Den Rest eurer Weide zertrampelt ihr mit den Hufen.Ihr trinkt klares Wasser.Das übrige Wasser macht ihr mit euren Hufen trüb.19Meine Herde muss an der Stelle grasen,die ihr mit den Hufen zertrampelt habt.Sie muss das Wasser trinken,das ihr mit euren Hufen trüb gemacht habt.

20Darum spricht Gott, der Herr34,20 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., zu euch:Ich urteile über die fetten und die mageren Schafe34,20 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten..21Ihr stoßt die schwachen mit eurer Schulter zur Seiteund durchbohrt sie mit euren Hörnern.Weil ihr sie auf diese Weise weit verstreut habt,22werde ich meine Herde34,22 Herde: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. retten.Sie wird keine Beute mehr sein.Ich ziehe die Schafe zur Verantwortung.

Gottes Zusage an die Israeliten

23Weiter sagte Gott:Ich werde einen Hirten34,23 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. für die Israeliten bestimmen,der sie hüten wird: meinen Knecht34,23 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. David34,23 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16..Ja, er wird sie hüten und ein Hirte für sie sein.24Ich, der Herr34,24 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., werde ihr Gott sein,und mein Knecht David wird ihr Herrscher sein.Das habe ich, der Herr, gesagt.

25Ich schließe mit ihnen einen Bund des Friedens.Ich töte alle wilden Tiere im Land.Meine Schafe34,25 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. werden in den Wäldern schlafenund in der Wüste in Ruhe und Frieden leben.26Ich segne34,26 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. sie und das, was um meinen Hügel34,26 mein Hügel: Berg, auf dem der Tempel steht, den Ezechiel in seiner Vision sieht; vgl. Ezechiel 40,1–43,12. herum ist.Ich lasse zur richtigen Zeit Regen fallenund der Regen wird Segen bringen.27Ich schenke ihnen die Bäume auf dem Feld und deren Früchte.Das Land schenkt ihnen seinen Ertrag.Sie werden in ihrem Land in Ruhe und Frieden leben.Ich werde ihr Joch34,27 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für Unterdrückung. zerbrechen.Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.Ich werde sie befreien aus der Gewalt derer,die sie unterdrückt haben.28Sie werden keine Beute mehr für fremde Völker sein.Die Tiere des Landes werden sie nicht mehr fressen.Sie werden in Ruhe und Frieden leben,niemand wird sie mehr erschrecken.29Ich lege einen Garten an, um sie berühmt zu machen.Niemand im Land wird mehr dem Hunger zum Opfer fallen.Sie müssen es nicht mehr ertragen,dass andere Völker sie verschmähen.30Sie werden erkennen,dass ich, ihr Herr und Gott, bei ihnen bin!Und dass sie, das Haus Israel34,30 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk., mein Volk sind.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,30 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

31Ihr seid meine Herde!Ihr Menschen, ihr seid die Herde auf meiner Weide,und ich bin euer Gott!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,31 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..