BasisBibel (BB)
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Die Versammlung der Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem

Apostelgeschichte 15,1-35

Die Streitfrage: Müssen Christen aus den anderen Völkern beschnitten werden?

151Da kamen einige Leute aus Judäa15,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. nach Antiochia15,1 Antiochia: Hauptstadt der römischen Provinz Syrien..Sie erklärten den Brüdern:»Ihr müsst euch beschneiden15,1 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. lassen,wie es nach Mose Vorschrift15,1 Vorschrift nach Mose: Die Anweisung zur Beschneidung findet sich in 1. Mose/Genesis 17,10-14. ist.Sonst könnt ihr nicht gerettet werden.«2Das verursachte große Aufregung in der Gemeinde.Paulus15,2 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Barnabas15,2 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. gerietenmit den Männern in heftigen Streit.Deshalb beschloss man,Paulus, Barnabas und einige andere aus der Gemeindenach Jerusalem15,2 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. zu schicken.Dort sollten sie die Streitfrageden Aposteln15,2 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. und Gemeindeältesten15,2 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde. vorlegen.3Paulus, Barnabas und ihre Begleiterwurden von der Gemeinde zum Abschiedaus der Stadt geleitet.Dann reisten sie durch Phönizien und Samarien15,3 Samarien: Gebiet nördlich von Judäa, das mehrheitlich von Samaritern bewohnt wurde. Im Gegensatz zu anderen Glaubensgruppen erkennen sie nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift an..Überall, wo sie hinkamen, erzählten sie,wie die Menschen aus den Völkernden Glauben15,3 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. angenommen hatten.Damit lösten sie bei allen Brüdern und Schwesterngroße Freude aus.

Die Forderung der Pharisäer

4Schließlich kamen Paulus15,4 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., Barnabas15,4 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. und ihre Begleiterin Jerusalem15,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. an.Dort wurden sie von der ganzen Gemeinde empfangen.Auch die Apostel15,4 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. und Gemeindeältesten15,4 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde. waren dabei.Sie berichteten ausführlich,was Gott durch sie bewirkt hatte.5Aber einige von der Gruppe der Pharisäer15,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.,die zum Glauben an Jesus gekommen waren, standen auf.Sie forderten: »Man muss diese Menschen beschneiden15,5 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.und von ihnen verlangen,das Gesetz des Mose15,5 Gesetz des Mose: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. Die Anweisung zur Beschneidung findet sich in 1. Mose/Genesis 17,10-14. zu befolgen!«

Die Rede des Petrus

6Daraufhin versammelten sich die Apostel15,6 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.und die Gemeindeältesten15,6 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde.,um über diese Frage zu beraten.7Dabei kam es zu einem heftigen Streit.Da stand Petrus15,7 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. auf und sagte zu ihnen:»Brüder, ihr wisst doch, dass Gott schon längsthier bei euch die Entscheidung getroffen15,7 die Entscheidung getroffen: Apostelgeschichte 10,9-16 erzählt, dass Gott Petrus in einer Vision zeigt, dass bestimmte Vorschriften aus den fünf Büchern Mose von Christen nicht eingehalten werden mussten. hat:Durch meine Verkündigungsollten die Menschen aus den anderen Völkerndie Gute Nachricht15,7 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. hören und zum Glauben15,7 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen.8Gott, der ja die Herzen kennt,hat das selbst bestätigt:Er hat auch ihnen den Heiligen Geist15,8 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. gegeben –genauso wie uns.9Er hat keinen Unterschiedzwischen uns und ihnen gemacht.Durch den Glauben hat er ihre Herzenvon allen Sünden15,9 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. gereinigt.10Warum stellt ihr nun Gott auf die Probeund legt den Jüngern15,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. ein Joch15,10 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Vielzahl religiöser Vorschriften, die als Last empfunden werden konnte. auf den Nacken?Weder unsere Vorfahren noch wir selbstwaren stark genug, ein solches Joch zu tragen!11Im Gegenteil: Wir glauben,durch die Gnade15,11 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. des Herrn15,11 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. Jesus15,11 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gerettet zu werden –genauso wie sie!Davon sind wir überzeugt.«

Der Bericht von Paulus und Barnabas und die Rede des Jakobus

12Da schwieg die ganze Versammlungund hörte Barnabas15,12 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. und Paulus15,12 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zu.Sie berichteten von den Zeichen und Wundern15,12 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.,die Gott durch siebei den Menschen aus anderen Völkern vollbracht hatte.13Als Paulus und Barnabasmit ihrem Bericht zu Ende waren,ergriff Jakobus15,13 Jakobus: Bruder von Jesus, der zusammen mit Petrus und Johannes die Gemeinde in Jerusalem leitet. das Wort:»Brüder, hört mir zu!14Simon15,14 Simon: Anderer Name für Petrus, einen der Jünger von Jesus. hat deutlich gemacht,wie Gott selbst sich als Ersterden Menschen aus anderen Völkern zugewandt hat.Aus ihnen hat er ein Volk gebildet, das zu ihm gehört.15Das stimmt mit den Worten der Propheten überein.Dort heißt es15,15 dort heißt es: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Amos 9,11-12.:16›An dem Tag, nachdem ich Gericht gehalten habe,werde ich mich euch wieder zuwenden.Ich werde die verfallene Hütte Davids15,16 Hütte Davids: Bild für das Königshaus Davids. Nachdem das Königreich Davids untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16. wieder aufbauen.Aus ihren Trümmern werde ich sie aufrichtenund sie neu erstehen lassen.17Dann werden die Menschen, die übrig geblieben sind,mich, den Herrn15,17 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., suchen –auch die Menschen aus anderen Völkern,die ja mein Eigentum sind.Das sagt der Herr, der damit ausführt,18was er von jeher angekündigt hat.‹19Deshalb bin ich der Ansicht,wir sollten die Menschen aus anderen Völkern,die sich Gott zuwenden,nicht unnötig belasten15,19 belasten: Die Vielzahl religiöser Vorschriften, zu denen auch die Beschneidung gehört, wurde von Nicht-Juden als Last empfunden..20Wir sollten sie lediglich in einem Brief auffordern,einige Dinge zu unterlassen, die sie unrein15,20 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. machen:Sie sollen sich nichtan der Verehrung von Götzen15,20 Verehrung von Götzen: Meint die Teilnahme an Mahlzeiten, an denen Fleisch verzehrt wurde, das fremden Göttern als Opfer dargebracht wurde. beteiligenund keine verbotenen sexuellen Beziehungen15,20 verbotene sexuelle Beziehungen: Die Vorschriften dazu finden sich in 3. Mose/Levitikus 18,6-23. eingehen.Und sie sollen kein Fleisch von Tieren essen,die nicht ausgeblutet15,20 nicht ausgeblutet: Blut gilt als der Sitz des Lebens und gehört Gott. Der Verzehr von Blut und Fleisch von Tieren, die nicht nach den Vorschriften geschlachtet wurden, ist aus Respekt vor dem Leben verboten; vgl. 1. Mose/Genesis 9,3-4. sind,oder auf andere Weise Blut15,20 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. zu sich nehmen.21Denn diese Vorschriften des Mose15,21 Vorschriften des Mose: Anweisungen zum Schlachten von Tieren und Bestimmungen zu verbotenen sexuellen Beziehungen finden sich in 3. Mose/Levitikus 17–18. werdenseit vielen Generationen in allen Städten verkündet.An jedem Sabbat15,21 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. werden siein den Synagogen15,21 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. vorgelesen.«

Der Beschluss der Gemeinde und der Brief nach Antiochia

22Darauf fassten die Apostel15,22 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. und die Gemeindeältesten15,22 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde.sowie die ganze Gemeinde einen Beschluss:Sie wollten Männer aus ihrer Mitte wählen,und sie zusammen mit Paulus15,22 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Barnabas15,22 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen.nach Antiochia15,22 Antiochia: Hauptstadt der römischen Provinz Syrien. schicken.Die Wahl fiel auf Judas, genannt Barsabbas, und Silas,die zu den führenden Männern in der Gemeinde gehörten.23Den beiden gaben sie folgendes Schreiben mit:»Wir, die Apostel und Gemeindeältesten, eure Brüder,senden unsere Grüße:an die Brüder und Schwestern in Antiochia,Syrien15,23 Syrien: Geografische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste. Die römische Provinz Syrien umfasste auch Israel und Juda. und Kilikien15,23 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.,die aus den anderen Völkern stammen.24Wie wir erfahren haben,waren einige aus unserer Gemeinde bei euch.Was sie euch sagten, hat euch erschrecktund zutiefst beunruhigt.Dazu hatten sie von uns keinen Auftrag.25Wir haben einstimmig beschlossen,ausgewählte Männer zu euch zu schicken.Sie kommen zusammen mit unseren geliebten BrüdernBarnabas und Paulus.26Es sind Männer, die für unseren Herrn15,26 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. Jesus Christus15,26 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben:27Wir haben Judas und Silas zu euch geschickt.Sie werden euch dasselbe auch noch mündlich mitteilen.28Der Heilige Geist15,28 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. und durch ihn auch wirhaben nämlich beschlossen,euch keine weiteren Lasten15,28 weitere Lasten: Die Vielzahl religiöser Vorschriften, zu denen auch die Beschneidung gehört, wurde von Nicht-Juden als Last empfunden. aufzubürden.Nur die folgenden Dinge solltet ihr unbedingt beachten:29Esst kein Fleisch von Tieren,die als Opfer15,29 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. für Götzen15,29 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. geschlachtet wurden.Nehmt kein Blut15,29 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. zu euch.Verzehrt kein Fleisch von Tieren,die nicht ausgeblutet15,29 nicht ausgeblutet: Blut gilt als der Sitz des Lebens und gehört Gott. Der Verzehr von Blut und Fleisch von Tieren, die nicht nach den Vorschriften geschlachtet wurden, ist aus Respekt vor dem Leben verboten; vgl. 1. Mose/Genesis 9,3-4. sind,und geht keine verbotenen sexuellen Beziehungen15,29 verbotene sexuelle Beziehungen: Die Vorschriften dazu finden sich in 3. Mose/Levitikus 18,6-23. ein.Wenn ihr dies vermeidet, macht ihr alles richtig.Und nun lebt wohl!«

Die Gesandschaft nach Antiochia

30Paulus15,30 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., Barnabas15,30 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. und die beiden Abgesandtenwurden in Jerusalem15,30 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. feierlich verabschiedetund gingen nach Antiochia15,30 Antiochia: Hauptstadt der römischen Provinz Syrien..Dort riefen sie die ganze Gemeinde zusammenund übergaben den Brief.31Er wurde vorgelesen,und alle freuten sich über den ermutigenden Bescheid.32Judas und Silas, die beide selbst Propheten15,32 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. waren,sprachen lange mit den Brüdern und Schwestern.Sie machten ihnen Mut und bestärkten sie im Glauben15,32 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..33Die beiden blieben noch einige Zeit dort.Dann wurden sie von der Gemeindemit Segenswünschen verabschiedet.Sie kehrten nach Jerusalem zu denen zurück,die sie abgesandt hatten.34[...]15,34 [...]: Viele Handschriften fügen mit Blick auf Vers 40 hinzu: »Silas beschloss dazubleiben, und Judas kehrte allein zurück.«35Paulus und Barnabas aber blieben in Antiochia.Zusammen mit vielen anderen unterwiesen siedie Gemeinde im Wort des Herrn15,35 Wort des Herrn: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.und verkündeten die Gute Nachricht15,35 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..

Die zweite Missionsreise des Paulus

Apostelgeschichte 15,36–18,22

Paulus und Silas brechen zur zweiten Reise auf

36Nach einiger Zeit sagte Paulus15,36 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zu Barnabas15,36 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen.:»Lass uns noch einmal alle Städte besuchen,in denen wir das Wort des Herrn15,36 Wort des Herrn: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündet haben.Wir wollen sehen,wie es den Brüdern und Schwestern dort geht.«37Barnabas wollte auch Johannes Markus15,37 Johannes Markus: Apostelgeschichte 13,4-12 erzählt, dass Johannes Markus den Paulus auf seiner ersten Reise begleitet. dabeihaben.38Aber Paulus lehnte es ab, ihn noch einmal mitzunehmen.Er hatte sie ja in Pamphylien im Stich gelassen15,38 im Stich gelassen: Apostelgeschichte 13,13 erzählt, dass Johannes Markus sich von Paulus trennt, um nach Jerusalem zurückzukehren.und nicht weiter bei ihrer Arbeit unterstützt.39Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung.Schließlich trennten sich Paulus und Barnabas.Barnabas nahm Markus mit und segelte nach Zypern15,39 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer..40Paulus wählte sich Silas zum Begleiter.Die Brüder und Schwestern beteten,dass die Gnade15,40 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. des Herrn ihn begleite.Dann machte er sich auf den Weg.41Er reiste durch Syrien15,41 Syrien: Geografische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste. Die römische Provinz Syrien umfasste auch Israel und Juda. und Kilikien15,41 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.und bestärkte die Gemeinden im Glauben15,41 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..
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Paulus gewinnt Timotheus als Begleiter

161Paulus16,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. kam wieder nach Derbe16,1 Derbe: Stadt in der römischen Provinz Galatien im Süden Kleinasiens in der heutigen Türkei. und Lystra16,1 Lystra: Stadt im Gebiet Lykaonien in der heutigen Zentraltürkei..Dort in Lystra lebte ein Jünger16,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. namens Timotheus.Er war der Sohn einer Christin jüdischer Herkunft,aber sein Vater war Grieche16,1 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache..2Timotheus hatte einen guten Rufbei den Brüdern und Schwestern in Lystra und Ikonion16,2 Ikonion: Bedeutendste Stadt der Region Lykaonien in der heutigen Zentraltürkei..3Paulus wollte Timotheus gerneals Begleiter auf die Reise mitnehmen.Aus Rücksicht auf die Juden16,3 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. in der Gegendließ er ihn beschneiden.Denn alle wussten, dass sein Vater Grieche war.4Dann zogen Paulus und seine Begleitervon Stadt zu Stadt.Sie teilten den Gemeinden mit,was die Apostel16,4 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. und die Gemeindeältesten16,4 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde.in Jerusalem16,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. beschlossen hatten.An diese Beschlüsse16,4 diese Beschlüsse: Die Beschlüsse finden sich in Apostelgeschichte 15,22-29. sollten sie sich halten.5So wurden die Gemeinden im Glauben16,5 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. gestärkt,und sie wuchsen von Tag zu Tag.

In Troas: Paulus wird nach Makedonien gerufen

6Danach zogen Paulus16,6 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und seine Begleiter weiterdurch Phrygien und das Gebiet von Galatien16,6 Galatien: Region in Kleinasien, heute Zentralanatolien in der Türkei..Denn der Heilige Geist16,6 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hinderte sie daran,die Botschaft in der Provinz Asia16,6 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus. zu verkünden.7Als sie schon fast in Mysien16,7 Mysien: Stadt in Lykien nahe der Küste im Südwesten Kleinasiens, in der heutigen Türkei gelegen. waren,wollten sie nach Bithynien16,7 Bithynien: Landschaft im Nordwesten Kleinasiens auf dem Gebiet der heutigen Türkei. weiterreisen.Doch der Geist, durch den Jesus16,7 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. sie führte,ließ das nicht zu.8Also zogen sie durch Mysienund kamen zum Meer hinab nach Troas16,8 Troas: Hafenstadt an der Mittelmeerküste, in der heutigen Türkei gelegen..

9In der Nacht hatte Paulus16,9 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. eine Erscheinung.Ein Mann aus Makedonien16,9 Makedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel mit der Hauptstadt Thessalonich. stand vor ihm und bat:»Komm herüber nach Makedonien und hilf uns!«10Gleich nachdem Paulus die Erscheinung gehabt hatte,suchten wir16,10 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. nach einer Möglichkeit,um nach Makedonien zu gelangen.Denn wir waren sicher:Gott hatte uns dazu berufen,den Menschen dort die Gute Nachricht16,10 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. zu verkünden.

In Philippi: Lydia bekehrt sich zum Gott Israels

11Von Troas16,11 Troas: Hafenstadt an der Mittelmeerküste, in der heutigen Türkei gelegen. aus setzten wir16,11 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge.auf dem kürzesten Weg nach Samothrake16,11 Samothrake: Insel im äußersten Nordosten des Ägäischen Meeres. über.Einen Tag später erreichten wir Neapolis16,11 Neapolis: Hafen der Stadt Philippi im Nordosten des heutigen Griechenland..12Von dort gingen wir nach Philippi16,12 Philippi: Stadt im Nordosten des heutigen Griechenland..Das ist eine bedeutende Stadt in diesem Teil Makedoniens16,12 Makedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel mit der Hauptstadt Thessalonich.und eine römische Kolonie16,12 römische Kolonie: Ansiedlung ehemaliger römischer Soldaten mit römischem Bürgerrecht außerhalb Italiens..In dieser Stadt blieben wir einige Zeit.

13Am Sabbat16,13 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. gingen wir16,13 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge.durch das Stadttor hinaus an den Fluss.Wir nahmen an,dass dort eine jüdische Gebetsstätte16,13 jüdische Gebetsstätte: Versammlungsort ähnlich einer Synagoge, möglicherweise in einem Privathaus oder unter freiem Himmel. war.Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen,die an diesem Ort zusammengekommen waren.14Unter den Zuhörerinnen war auch eine Frau namens Lydia.Sie handelte mit Purpurstoffen16,14 Purpur: Intensiver rot-violetter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten.und kam aus der Stadt Thyatira.Lydia glaubte an den Gott Israels.Der Herr16,14 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. öffnete ihr das Herz,sodass sie den Worten von Paulus16,14 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. aufmerksam zuhörte.15Sie ließ sich taufen16,15 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde.zusammen mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft16,15 Hausgemeinschaft: Alle Bewohner eines Hauses, sowohl die Familie des Hausherrn als auch die Diener und Sklaven..Danach bat sie: »Wenn ihr überzeugt seid,dass ich wirklich an den Herrn glaube,dann kommt in mein Haus.Ihr könnt bei mir wohnen!«Sie drängte uns, die Einladung anzunehmen.

In Philippi: Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus und wird mit Silas ins Gefängnis geworfen

16Als wir16,16 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. wieder einmal zur Gebetsstätte16,16 Gebetsstätte: Versammlungsort ähnlich einer Synagoge, möglicherweise in einem Privathaus oder unter freiem Himmel. gingen,begegnete uns eine Dienerin.Sie war von einem Geist besessen, der wahrsagen16,16 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. konnte.Mit ihrer Wahrsagereibrachte sie ihren Besitzern viel Geld ein.17Sie lief hinter Paulus16,17 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und uns anderen herund rief: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes.Sie verkünden euch den Weg zur Rettung!«18So ging das viele Tage,bis Paulus es nicht mehr ertragen konnte.Er drehte sich um und sagte zu dem Geist:»Im Namen16,18 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. von Jesus Christus16,18 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. befehle ich dir:Gib diese Frau frei!«Im gleichen Augenblick gab der Geist sie frei.19Die Besitzer der Dienerin sahen,dass damit auch ihre Hoffnung auf Gewinn verloren war.Da packten sie Paulus und Silasund schleppten sie zum Marktplatz16,19 Marktplatz: Zentraler Platz einer Stadt, auf dem Handel getrieben wird und auf dem Versammlungen und Gerichtsverfahren stattfinden. vor das Stadtgericht.20Sie führten die beiden den Stadtobersten16,20 Stadtoberster: Leitender römischer Beamter, der als Mitglied des Stadtgerichts für die Rechtsprechung in einer römischen Kolonie zuständig ist. vorund sagten:»Diese Menschen stiften Unruhe in unserer Stadt.Sie sind Juden16,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. 21und wollen Bräuche einführen,die wir als Römer weder annehmen noch ausüben dürfen.«22Auch die Volksmenge ergriff gegen sie Partei.Da ließen die StadtoberstenPaulus und Silas die Kleider vom Leib reißen.Sie befahlen, die beiden mit Stöcken zu schlagen.23Nachdem sie viele Schläge erhalten hatten,ließ man sie ins Gefängnis werfen.Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft,sie besonders gut zu bewachen.24Er führte den Befehl ausund brachte sie in die hinterste Zelle.Dort schloss er ihre Füße in den Holzblock16,24 Holzblock: Schwerer Holzbalken mit zwei Löchern, in den die Beine eines Gefangenen eingeschlossen wurden, um eine Flucht zu verhindern..

In Philippi: Die Befreiung der Gefangenen und die Bekehrung des Gefängniswärters

25Um Mitternacht beteten Paulus16,25 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Silasund sangen Loblieder für Gott.Die anderen Gefangenen hörten ihnen zu.26Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben,das die Fundamente des Gefängnisses erschütterte.Da sprangen alle Türen auf,und die Ketten fielen von den Gefangenen ab.27Der Gefängniswärter wurde aus dem Schlaf gerissen.Als er sah, dass die Gefängnistüren offen standen,zog er sein Schwert und wollte sich töten.Denn er dachte, dass die Gefangenen geflohen waren.28Aber Paulus schrie laut:»Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier.«29Der Wärter rief nach Licht.Er stürzte in die Zelleund warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder.30Dann führte er sie hinaus und fragte:»Ihr Herren, was muss ich tun,damit ich gerettet werde?«31Sie antworteten:»Glaube an den Herrn16,31 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., Jesus16,31 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.,dann wirst du gerettetund mit dir deine ganze Hausgemeinschaft16,31 Hausgemeinschaft: Alle Bewohner eines Hauses, sowohl die Familie des Hausherrn als auch die Diener und Sklaven.32Und sie verkündeten ihmund allen anderen in seinem Hausdas Wort des Herrn16,32 Wort des Herrn: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..33In dieser Nacht, noch in derselben Stunde,nahm der Wärter Paulus und Silas zu sich.Er wusch ihnen die Wunden aus.Dann ließ er sich umgehend taufen16,33 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde und die Aufnahme in die Gemeinde.mit allen, die bei ihm lebten.34Anschließend führte er die beiden in sein Haus hinaufund lud sie zum Essen ein.Die ganze Hausgemeinschaft freute sich,dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatte.

In Philippi: Die Entschuldigung der Stadtobersten

35Als es Tag geworden war,schickten die Stadtobersten16,35 Stadtoberster: Leitender römischer Beamter, der als Mitglied des Stadtgerichts für die Rechtsprechung in einer römischen Kolonie zuständig ist. die Amtsdiener16,35 Amtsdiener: Staatsbeamte, die den römischen Amtsträgern als Leibwache dienten.und gaben dem Wärter die Anweisung:»Lass diese Leute frei!«36Der Gefängniswärter gab Paulus16,36 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. die Nachricht weiter:»Die Stadtobersten haben mich angewiesen,euch freizulassen.Ihr dürft das Gefängnis verlassen.Der Friede16,36 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Gottes begleite euch!«37Aber Paulus sagte zu den Amtsdienern:»Man hat uns ohne ordentliches Gerichtsverfahrenöffentlich verprügeln lassen.Dabei besitzen wir das römische Bürgerrecht16,37 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter.!Dann hat man uns ins Gefängnis geworfen.Und jetzt will man uns heimlich fortschicken?Das kommt nicht infrage!Die Stadtobersten sollen herkommenund uns persönlich aus dem Gefängnis hinausführen!«

38Die Amtsdiener16,38 Amtsdiener: Staatsbeamte, die den römischen Amtsträgern als Leibwache dienten. meldeten das den Stadtobersten16,38 Stadtoberster: Leitender römischer Beamter, der als Mitglied des Stadtgerichts für die Rechtsprechung in einer römischen Kolonie zuständig ist..Die waren sehr erschrocken, als sie erfuhren,dass Paulus16,38 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Silas das römische Bürgerrecht16,38 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter. besaßen.39Sie kamen selbst und baten um Entschuldigung.Dann führten sie die beiden aus dem Gefängnis hinausund baten sie, die Stadt zu verlassen.40Vom Gefängnis aus gingen Paulus und Silas zu Lydia.Dort trafen sie die Brüder und Schwesternund machten ihnen Mut.Dann verließen sie die Stadt.
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In Thessalonich: Paulus gerät in Konflikt mit den Juden vor Ort

171Über Amphipolis und Apolloniakamen Paulus17,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Silas nach Thessalonich17,1 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Makedonien im Nordosten des heutigen Griechenland..Dort gab es eine jüdische Synagoge17,1 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde..2Wie gewohnt ging Paulus dorthin.An drei Sabbaten17,2 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. sprach er mit den Versammeltenüber die Heilige Schrift17,2 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden..3Er legte sie aus17,3 er legte die Heilige Schrift aus: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12. und zeigte so:»Der Christus17,3 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. musste leidenund danach von den Toten auferstehen17,3 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..Jesus17,3 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., den ich euch verkünde, ist dieser Christus.«4Einige Juden17,4 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. ließen sich überzeugenund schlossen sich Paulus und Silas an.Dazu kamen viele Griechen17,4 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.,die an den Gott Israels glaubten.Unter ihnen waren auch etliche einflussreiche Frauen.

5Die übrigen Juden17,5 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. missgönnten ihnen diesen Erfolg.Sie holten sich eine Handvoll übler Kerle,die sich auf dem Marktplatz17,5 Marktplatz: Zentraler Platz einer Stadt, auf dem Handel getrieben wird und auf dem Versammlungen und Gerichtsverfahren stattfinden. herumtrieben.Mit deren Hilfe wiegelten sie das Volk aufund brachten die ganze Stadt in Aufruhr.Dann zogen sie zum Haus des Jason.Sie waren auf der Suche nach Paulus17,5 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Silas,um sie vor die Volksversammlung zu stellen.6Aber sie trafen die beiden nicht an.Da schleppten sie Jason und einige Brüder17,6 Brüder: Übliche Bezeichnung für Mitglieder der Gemeinde.vor die Stadtobersten17,6 Stadtoberster: Leitender römischer Beamter, der als Mitglied des Stadtgerichts für die Rechtsprechung in einer römischen Kolonie zuständig ist. und schrien:»Diese Leute versetzen die ganze Welt in Aufruhr.Und jetzt sind sie hier bei uns aufgetaucht!7Jason hat sie bei sich aufgenommen.Allesamt verstoßen sie gegen die Gesetze des Kaisers.Sie behaupten, dass ein anderer König ist17,7 ein anderer ist König: Jesus war mit dem Vorwurf hingerichtet worden, der »König der Juden« zu sein; vgl. Lukas 23,1-5.Jesus17,7 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.8Als die Stadtobersten und die Volksmenge das hörten,waren sie empört.9Jason und die anderenmussten eine Bürgschaft hinterlegen,dann ließ man sie wieder frei.

In Beröa: Die Juden von Beröa nehmen die Gute Nachricht an

10Noch in derselben Nacht schicktendie Brüder und Schwestern Paulus17,10 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. und Silas nach Beröa17,10 Beröa: Stadt in Makedonien westlich von Thessalonich..Kurz nach ihrer Ankunft gingen siein die jüdische Synagoge17,10 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde..11In Beröa waren die Juden17,11 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. aufgeschlossenerals in Thessalonich17,11 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Makedonien im Nordosten des heutigen Griechenland..Sie nahmen die Botschaft17,11 Botschaft: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.mit großer Bereitwilligkeit auf.Täglich überprüften sie in der Heiligen Schrift17,11 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.,ob das, was Paulus sagte, auch stimmte.12Viele von ihnen kamen zum Glauben17,12 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..Darunter waren nicht wenige einflussreiche Griechen17,12 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.,vor allem Frauen, aber auch Männer.

13Die Juden17,13 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. von Thessalonich17,13 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Makedonien im Nordosten des heutigen Griechenland. erfuhren,dass Paulus17,13 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. nun in Beröa17,13 Beröa: Stadt in Makedonien westlich von Thessalonich. das Wort Gottes17,13 Wort Gottes: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündete.Also reisten sie ihm nach.Auch hier versetzten sie die Leute in Unruheund hetzten sie gegen Paulus auf.14Deshalb schickten die Brüder und Schwesternihn schnell weiter, hinunter zur Küste.Silas und Timotheus blieben in Beröa.15Seine Begleiter brachten Paulus bis nach Athen17,15 Athen: Bedeutende Handelsstadt in Griechenland sowie geistiges und kulturelles Zentrum des Landes.,dann kehrten sie zurück.Paulus gab ihnen die Anweisungfür Silas und Timotheus mit,so schnell wie möglich nachzukommen.

In Athen: Eine Stadt voller Götzenbilder

16Paulus17,16 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. wartete in Athen17,16 Athen: Bedeutende Handelsstadt in Griechenland sowie geistiges und kulturelles Zentrum des Landes. auf Silas und Timotheus.Die Stadt war voller Götzenbilder17,16 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten..Als Paulus das sah, packte ihn der Zorn.17Er sprach in der Synagoge17,17 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. zu den Juden17,17 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.und zu denen, die an den Gott Israels glaubten.Jeden Tag redete er mit den Leuten,die er auf dem Marktplatz17,17 Marktplatz: Zentraler Platz einer Stadt, auf dem Handel getrieben wird und auf dem Versammlungen und Gerichtsverfahren stattfinden. antraf.18Einige epikureische und stoische Philosophen17,18 epikureische und stoische Philosophen: Anhänger unterschiedlicher philosophischer Schulen. Sie trafen sich auf dem zentralen Platz der Stadt, um ihre Meinungen auszutauschen und zu diskutieren.verwickelten ihn in ein Streitgespräch und meinten:»Was will dieser Schwätzer17,18 Schwätzer: Wörtlich »Körnerpicker«. Im eigentlichen Sinn ein Spatz, der auf der Straße Samenkörner aufpickt. Im übertragenen Sinn wurden damit Leute bezeichnet, die unzusammenhängende Wissensbrocken aufschnappten und gesammelt zum Besten gaben. eigentlich?«Andere sagten: »Anscheinend verkündet erirgendwelche fremden Gottheiten17,18 fremde Gottheiten: Die Zuhörer halten »Jesus« und die »Auferstehung« (auf Griechisch »anastasis«) für ein Götterpaar.Denn Paulus verkündete die Gute Nachricht17,18 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.von Jesus17,18 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. und von der Auferstehung17,18 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..

19Sie nahmen ihn mit zum Areopag17,19 Areopag: Wörtlich »Areshügel«. Name für das Gericht, das auf dem gleichnamigen Hügel im Westen der Akropolis tagte. und fragten:»Was ist das für eine neue Lehre, die du da vertrittst?Können wir mehr darüber erfahren?20Was du uns erzählst,klingt in unseren Ohren sehr fremd.Wir würden gerne wissen, was es damit auf sich hat.«21Die Athener17,21 Athener: Bewohner der der bedeutenden Handelsstadt Athen in Griechenland, dem geistigen und kulturellen Zentrum des Landes. und auch die Fremden, die dort lebten,waren nämlich sehr neugierig.Sie kannten keinen besseren Zeitvertreib,als stets das Neueste in Erfahrung zu bringenund es weiterzuerzählen.

In Athen: Paulus spricht auf dem Areopag

22Paulus17,22 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. trat in die Mitte des Areopags17,22 Areopag: Wörtlich »Areshügel«. Name für das Gericht, das auf dem gleichnamigen Hügel im Westen der Akropolis tagte. und sagte:»Ihr Bürger von Athen17,22 Athen: Bedeutende Handelsstadt in Griechenland sowie geistiges und kulturelles Zentrum des Landes.!Nach allem, was ich sehe,