BasisBibel (BB)
1

Briefanfang

Römer 1,1-17

Absender und Empfänger

11Paulus1,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., Diener von Christus Jesus1,1 Diener von Christus: Bezeichnung für eine Person, die Christus als ihren Herrn anerkennt. In seinem Auftrag und mit seiner Vollmacht verkündet sie das Wort Gottes.,zum Apostel1,1 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. berufen und dazu bestimmt,Gottes Gute Nachricht1,1 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. zu verkünden.2Gott hat sie ja durch seine Propheten1,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.in der Heiligen Schrift1,2 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. schon im Voraus angekündigt.3Es ist die Gute Nachricht von seinem Sohn1,3 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet..Der war seiner leiblichen Herkunft nachein Nachkomme Davids1,3 Nachkomme Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16..4Gott hat ihm durch die Auferstehung1,4 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. von den Totendie Vollmacht verliehen, als sein Sohn zu herrschen.Das steht ihm zu aufgrund seiner Herkunftaus dem Geist des heiligen Gottes.Was ich verkünde, ist also die Gute Nachrichtvon Jesus Christus, unserem Herrn1,4 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.!5Durch ihn haben wir1,5 wir: Wenn Paulus von »wir« spricht, meint er sich und die Mitarbeitenden, die ihn auf seinen Reisen begleiten. die Befähigungund Beauftragung bekommen,als Apostel unter den Völkern zu wirken.Sie sollen Christus1,5 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. gehorsam sein,den Glauben1,5 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. annehmenund so seinem Namen1,5 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. Ehre machen.6Auch ihr gehört zu diesen Völkernund seid von Jesus Christus berufen.

7An alle in Rom1,7 Rom: Hauptstadt des Römischen Reiches, im heutigen Italien gelegen., die von Gott geliebt werdenund zu Heiligen1,7 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. berufen sind.Ich wünsche euch Gnade1,7 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. und Frieden1,7 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.von Gott, unserem Vater,und von dem Herrn1,7 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. Jesus Christus1,7 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..

Dank für den Glauben der Gemeinde

8Zunächst einmal danke ich meinem Gottdurch Jesus Christus1,8 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. für euch alle:In der ganzen Welt spricht man über euren Glauben1,8 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..9Gott selbst,dem ich durch die Verkündigung seines Sohnes1,9 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.mit all meiner Kraft diene, ist mein Zeuge:Ich denke unaufhörlich an euch.10In jedem Gebet1,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bitte ich darum,dass ich nach Gottes Willenendlich zu euch kommen kann.11Denn ich möchte euch so gerne einmal treffen.Ich möchte euch etwas von der Gabe weitergeben,die mir vom Heiligen Geist1,11 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. geschenkt wurde.So sollt ihr gestärkt werden.12Oder besser gesagt:Ich möchte, dass wir uns bei meinem Besuchgegenseitig ermutigen durch den Glauben,der uns verbindet.Durch diesen Glauben ermutigt ihr michund ebenso ich euch.13Ich will euch eines nicht verschweigen,Brüder und Schwestern1,13 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Ich habe mir schon oft vorgenommen,zu euch zu kommen.Aber bis jetzt wurde ich immer daran gehindert.Denn ich wollte,dass meine Arbeit auch bei euch Frucht trägtwie bei den anderen Völkern.14Das bin ich allen schuldig –ganz gleich, ob sie Griechen1,14 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. sind oder nicht,gebildet oder ungebildet.15Wenn es nach mir geht – ich bin bereit,auch bei euch in Rom1,15 Rom: Hauptstadt des Römischen Reiches, im heutigen Italien gelegen. die Gute Nachricht1,15 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. zu verkünden.

Das Thema des Briefes: Die Kraft der Guten Nachricht

16Denn ich schäme mich nicht für die Gute Nachricht1,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..Sie ist eine Kraft Gottes,die jeden rettet, der glaubt1,16 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.an erster Stelle die Juden1,16 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,dann auch die Griechen1,16 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache..17Denn durch die Gute Nachricht1,17 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.wird Gottes Gerechtigkeit1,17 Gottes Gerechtigkeit: Sie zeigt sich darin, dass er den Menschen trotz seiner Sünde als gerecht annimmt. offenbar.Das geschieht aufgrund des Glaubensund führt zum Glauben.So steht es schon in der Heiligen Schrift1,17 in der Heiligen Schrift: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Habakuk 2,4.:»Aufgrund des Glaubens1,17 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.wird der Gerechte1,17 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. das Leben1,17 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. erlangen.«

Kein Mensch wird gerecht durch das Gesetz

Römer 1,18–3,20

Das Gericht Gottes über das Unrecht der Menschen

18Zugleich wird nämlich auch der Zorn Gottes1,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. offenbar.Er bricht vom Himmel1,18 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her hereinüber alle Gottlosigkeit und alles Unrecht der Menschen.Denn durch dieses Unrechtunterdrücken sie die Wahrheit1,18 Wahrheit: Gottes Wahrheit zeigt sich in der Ordnung der Welt, die von den Menschen missachtet wird..19Schließlich wissen sie ganz genau,was Menschen von Gott bekannt sein kann.Er selbst hat es ihnen ja vor Augen geführt.20Denn sein unsichtbares Wesenist seit der Erschaffung der Welt erkennbar geworden –und zwar an dem, was er geschaffen hat.Es ist seine ewige Macht und seine Göttlichkeit.Deshalb haben die Menschen keine Entschuldigung.21Sie kennen Gott.Trotzdem ließen sie ihm nichtdie Ehre und den Dank zuteilwerden, die Gott zustehen.Stattdessen verloren sie sich in Gedankenspielen,und ihr uneinsichtiges Herz1,21 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. hat sich verfinstert.

22Während sie vorgaben, weise zu sein,machten sie sich zum Narren.23Die Herrlichkeit1,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. des unvergänglichen Gottesgaben sie preis.An seine Stelle setzten sie Standbildervon vergänglichen Menschenoder von Vögeln, Vierbeinern und Kriechtieren.24Deshalb hat Gott sieihren innersten Begierden ausgeliefert.Er überließ sie der Unsittlichkeit,sodass sie ihren eigenen Körper entwürdigten.25Die Menschen tauschten die Wahrheit Gottes1,25 Wahrheit Gottes: Meint die Versöhnung mit Gott, die den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt ist.gegen die Lüge.Sie verehrten die Schöpfungund beteten sie statt des Schöpfers an.Der sei in Ewigkeit gelobt! Amen1,25 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«.26Deshalb hat Gott sieschändlichen Leidenschaften ausgeliefert.Denn ihre Frauen vertauschtenden natürlichen Geschlechtsverkehrmit dem widernatürlichen.27Ebenso gaben die Männerden natürlichen Geschlechtsverkehrmit ihren Frauen auf.Dafür entbrannten sie in wildem Verlangen zueinander.Männer treiben es schamlos mit Männern.So empfangen sie am eigenen Leibden gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

28Sie hielten es nicht für wichtig,Gott anzuerkennen.Deshalb hat Gott sieihrer schändlichen Gesinnung ausgeliefert.Daher tun sie, was sich nicht gehört:29Sie strotzen vor Unrecht,Bosheit, Habgier und Schlechtigkeit.Sie sind voller Neid, Mordlust, Streitsucht,Hinterhältigkeit, Heimtücke, Verleumdung30und übler Nachrede.Sie verachten Gott,sind gewalttätig, hochmütig und prahlerisch.Im Bösen sind sie erfinderischund ihren Eltern gegenüber ungehorsam.31Sie sind uneinsichtig, unzuverlässig,lieblos und unbarmherzig.32Dabei kennen sie Gottes Rechtsordnung1,32 Gottes Rechtsordnung: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.und wissen:Wer so handelt, verdient den Tod.Trotzdem tun sie esund spenden darüber hinaus auch noch denen Beifall,die genauso handeln.
Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

BRIEFEINGANG UND BRIEFTHEMA

(1,1-17)

Paulus im Dienst der Guten Nachricht

11Diesen Brief schreibt Paulus, der Jesus Christus dient, zum Apostel berufen und dazu erwählt, Gottes Gute Nachricht bekannt zu machen.

1,1
Apg 9,3-15
26,16
Gal 1,15-16

2Diese Gute Nachricht hat Gott durch seine Propheten in den Heiligen Schriften schon lange angekündigt.

1,2
3,21
1 Petr 1,10-12
3-4Es ist die Botschaft von seinem Sohn, Jesus Christus, unserem Herrn.

Als Mensch geboren, ist er ein Nachkomme des Königs David.

Durch die Kraft des Heiligen Geistes als Erster vom Tod erweckt, ist ihm die Macht übertragen, die ihm als Sohn Gottes zusteht.

1,3-4
Apg 13,33

5Er hat mich bevollmächtigt, sein Apostel zu sein. Mein Auftrag ist es, zur Ehre seines Namens Menschen aus allen Völkern1,5 Das griechische Wort bezeichnet speziell die nicht jüdischen Völker; vgl. Sacherklärung »Heiden«. dafür zu gewinnen, dass sie sich Gott im Gehorsam unterstellen und ihm vertrauen.
1,5
Apg 9,15
Röm 11,13
15,15-19
Gal 2,79
Eph 3,2
1 Tim 2,7
6Zu ihnen gehört auch ihr. Denn Gott hat euch in die Gemeinschaft mit Jesus Christus berufen.

7Dieser Brief ist für alle in Rom, die Gott liebt und dazu berufen hat, ihm als sein heiliges Volk zu gehören.1,7 und dazu berufen ...: wörtlich den berufenen Heiligen. Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn!

Paulus möchte nach Rom kommen

8Als Erstes danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle; denn in der ganzen Welt erzählen sie von eurem Glauben.

1,8
16,19
1 Thess 1,8
9Gott selbst, dem ich durch die Verbreitung der Guten Nachricht von seinem Sohn mit ganzer Hingabe diene, kann mir bezeugen: In meinen Gebeten denke ich stets an euch 10und bitte Gott immer darum, dass er es mir doch endlich einmal erlaubt, euch zu besuchen.
1,10
15,2332
Apg 19,21
11Ich sehne mich danach, bei euch zu sein und euch etwas von dem weiterzugeben, was mir der Geist Gottes geschenkt hat. Ich möchte euch damit in eurem Glauben stärken. 12Oder besser gesagt: Ich möchte in eurer Mitte zusammen mit euch ermutigt werden durch den gegenseitigen Austausch über unseren gemeinsamen Glauben.

13Ich kann euch versichern, liebe Brüder und Schwestern:1,13 Brüder und Schwestern steht für ein einziges griechisches Wort, das als Mehrzahlform nicht nur, wie herkömmlich übersetzt, die »Brüder« bezeichnet, sondern auch je nach Zusammenhang die gesamte Gemeinde aus Männern und Frauen (siehe dazu Sacherklärung »Bruder«). Ich hatte schon oft einen Besuch bei euch geplant, nur bin ich bis jetzt immer daran gehindert worden. Wie bei den anderen Völkern wollte ich auch bei euch Menschen für Christus gewinnen.

1,13
15,22
14Ich bin die Botschaft von Christus allen Menschen schuldig: solchen aus hochkultivierten wie aus unzivilisierten Völkern, Gebildeten wie Unwissenden. 15Darum war ich schon immer bereit, auch euch in Rom die Gute Nachricht zu verkünden.

Die Gute Nachricht bringt allen Rettung

16Zur Guten Nachricht bekenne ich mich offen und ohne Scheu. In ihr ist die Kraft Gottes am Werk und rettet alle, die der Botschaft glauben und sie im Vertrauen annehmen – an erster Stelle die Menschen aus dem jüdischen Volk und dann auch die aus den anderen Völkern.1,16 die aus den anderen Völkern: wörtlich die Griechen. Gemeint sind die nicht jüdischen Völker, deren sprachliches Einheitsband damals das Griechische war; ebenso in 2,9-10, 3,9 und 3,29.

1,16
2 Tim 1,8
1 Kor 1,1824

17In der Guten Nachricht macht Gott seine Gerechtigkeit offenbar: seine rettende Treue, die selbst für das aufkommt, was er vom Menschen fordert. Nur auf den vertrauenden Glauben kommt es an, und alle sind zu solchem Glauben aufgerufen.1,17 In der Guten Nachricht ...: wörtlich In ihr wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aufgrund des Glaubens und für den Glauben. So steht es ja in den Heiligen Schriften: »Wer durch Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben.«

1,17
3,21-30
4,1-25
10,4-13
Gal 3,9-12
Phil 3,9

DIE GANZE MENSCHHEIT IST SCHULDIG

(1,18–3,20)

Die Menschen haben Gottes Strafgericht verdient

18Alle Menschen sind nämlich dem Gericht Gottes verfallen und dieses Gericht beginnt schon offenbar zu werden. Sein heiliger Zorn wird1,18 Alle Menschen ...: wörtlich Denn der Zorn Gottes wird offenbart. Er wird ... vom Himmel herab alle treffen, die Gott nicht ehren und seinen Willen missachten. Mit ihrem verkehrten Tun verdunkeln sie die offenkundige Wahrheit Gottes.

1,18
2,58
Eph 5,6
19Denn was Menschen von Gott wissen können, ist ihnen bekannt. Gott selbst hat ihnen dieses Wissen zugänglich gemacht.
1,19-20
Apg 17,27-28
1 Kor 1,21
Ijob 12,7-10
Ps 19,2-5
Weish 13,1-9
20Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen.

Sie haben also keine Entschuldigung. 21Obwohl sie Gott kannten, ehrten sie ihn nicht als Gott und dankten ihm nicht. Ihre Gedanken liefen ins Leere und in ihren unverständigen Herzen wurde es finster.

1,21
Eph 4,17-19
22Sie gaben sich für besonders gescheit aus und wurden dabei zu Narren:
1,22
1 Kor 1,19-20
23An die Stelle des ewigen Gottes in seiner Herrlichkeit setzten sie Bilder von sterblichen Menschen und von Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren.
1,23
Dtn 4,16-18
Ps 106,20
Jer 2,11
Weish 11,15
24Darum lieferte Gott sie ihren Begierden aus und gab sie der Ausschweifung preis, sodass sie ihre eigenen Körper schänden.
1,24-32
Weish 14,22-26

25Sie tauschten den wahren Gott gegen ein Lügengespinst ein, sie haben die Geschöpfe geehrt und angebetet anstatt den Schöpfer – gepriesen sei er in Ewigkeit, Amen! 26Darum lieferte er sie schändlichen Leidenschaften aus. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen. 27Ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit Frauen auf und entbrannten in Begierde zueinander. Männer treiben es schamlos mit Männern. So empfangen sie am eigenen Leib den gebührenden Lohn für die Verirrung ihres Denkens.

1,27
1 Kor 6,9

28Weil sie es verwarfen, Gott zu erkennen, überließ er sie ihrem untauglichen Verstand, sodass sie alles Verwerfliche tun. 29Es findet sich bei ihnen jede Art von Unrecht, Niedertracht, Gier, Gemeinheit. Sie sind voll Neid, sie morden, streiten, betrügen und stellen einander Fallen. Sie reden gehässig über andere

1,29
Gal 5,19-21
30und verleumden sie. Sie verachten Gott, sind gewalttätig, überheblich und prahlerisch. Sie sind erfinderisch im Bösen. Sie wollen sich ihren Eltern nicht unterordnen. 31Unverständig sind sie und unzuverlässig, lieblos und ohne Erbarmen. 32Dabei kennen sie genau den Willen Gottes und wissen, dass alle, die so etwas tun, vor seinem Gericht den Tod verdient haben. Trotzdem tun sie es und ermuntern mit ihrem Beifall auch noch andere, die so handeln.

Zürcher Bibel (ZB)
1

Anschrift

11Paulus, Knecht des Christus Jesus, berufen zum Apostel, ausersehen, das Evangelium Gottes zu verkündigen,

1,1
Phil 1,1
1,1
1Kor 1,1
Gal 1,1
1,1
Gal 1,15
2das er durch seine Propheten in heiligen Schriften schon seit langem verheissen hat -
1,2
16,26
3das Evangelium von seinem Sohn, der nach dem Fleisch aus dem Samen Davids stammt,
1,3
Joh 7,42
4nach dem Geist der Heiligkeit aber eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht, seit der Auferstehung1,4 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... eingesetzt ist in Macht, durch die Auferstehung von ...» von den Toten: das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn,
1,4
Phil 3,10
1,4
1Kor 15,13
5durch den wir Gnade und Apostelamt empfangen haben, Glaubensgehorsam zu erwirken und seinen Namen zu verbreiten unter allen Völkern,
1,5
Gal 2,7-9
1,5
16,26
6zu denen auch ihr als in Jesus Christus Berufene gehört -, 7an alle in Rom, die von Gott geliebt und zu Heiligen berufen sind: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
1,7
1Kor 1,3
2Kor 1,2
Gal 1,3
Phil 1,2
Phlm 3

Die Sehnsucht des Apostels

8Als Erstes danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle; von eurem Glauben nämlich wird in der ganzen Welt gesprochen.

1,8
1Kor 1,4
9Denn Gott, dem ich mit allem, was in mir ist, diene durch die Verkündigung des Evangeliums von seinem Sohn, er ist mein Zeuge, dass ich unablässig an euch denke 10und im Gebet immer wieder darum bitte, dass es mir endlich einmal durch Gottes Willen vergönnt sei, zu euch zu kommen. 11Denn ich sehne mich danach, euch zu sehen, um euch teilhaben zu lassen an dieser und jener geistlichen Gabe zu eurer Stärkung, 12und das heisst: um in eurer Mitte gemeinsam mit euch ermutigt zu werden durch unseren gemeinsamen Glauben, den euren wie den meinen.

13Ihr sollt aber auch wissen, liebe Brüder und Schwestern, dass ich mir schon oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen, bis heute aber daran gehindert wurde, auch bei euch, wie bei allen anderen Völkern, ein wenig Frucht zu ernten.

1,13
15,22
14Griechen und Nichtgriechen, Gebildeten und Ungebildeten1,14 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... Nichtgriechen, Weisen und Toren weiss ich ...» weiss ich mich verpflichtet.
1,14
1Kor 1,26-28
15So ist bei mir der klare Wille vorhanden, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.

Das Evangelium als Kraft Gottes

16Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; eine Kraft Gottes ist es zur Rettung für jeden, der glaubt, für die Juden zuerst und auch für die Griechen.

1,16
Lk 9,26
1,16
1Kor 1,18
1,16
10,9
17Gottes Gerechtigkeit nämlich wird in ihm offenbart, aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: Der aus Glauben Gerechte aber wird leben.1,17 Andere Übersetzungsmöglichkeit: ...: Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.
1,17
3,21-26
10,3
2Kor 5,21
Phil 3,9
1,17
Hab 2,4
Gal 3,11

Die Unentschuldbarkeit aller Menschen

18Denn es offenbart sich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit unterdrücken durch Ungerechtigkeit. 19Sie hätten ja vor Augen, was von Gott erkannt werden kann; Gott selbst hat es ihnen vor Augen geführt. 20Denn was von ihm unsichtbar ist, seine unvergängliche Kraft und Gottheit, wird seit der Erschaffung der Welt mit der Vernunft an seinen Werken wahrgenommen; es bleibt ihnen also keine Entschuldigung. 21Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.

1,21
2Kön 17,15
Jer 2,5

22Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren,

1,22
1Kor 1,20
23und sie tauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes gegen das Abbild eines vergänglichen Menschen, gegen das Abbild von Vögeln, Vierfüsslern und Kriechtieren.
1,23
Ps 106,20
1,23
Dtn 4,15-18
24Darum hat Gott sie im Begehren ihres Herzens der Unreinheit preisgegeben, und so entehren sie selbst ihre Leiber.
1,24
6,19

25Sie tauschten die Wahrheit Gottes gegen die Lüge und huldigten und dienten dem Geschöpf statt dem Schöpfer - gepriesen sei er in Ewigkeit, Amen. 26Deshalb hat Gott sie unwürdigen Leidenschaften preisgegeben. Denn ihre Frauen vertauschten den natürlichen Umgang mit dem widernatürlichen. 27Ebenso gaben die Männer den natürlichen Umgang mit der Frau auf und entflammten im Verlangen nacheinander; Männer mit Männern bringen Schande über sich und empfangen am eigenen Leib den Lohn für ihre Verirrung.

28Und da es ihnen nichts bedeutete, Gott erkannt zu haben, hat Gott sie der Haltlosigkeit preisgegeben, und so tun sie, was sich nicht gebührt. 29Sie strotzen vor Unrecht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, sie sind voller Neid, Mord, Zank, Arglist, Verschlagenheit; Ohrenbläser sind sie, 30Verleumder, Gotthasser, Frevler, Angeber, Prahler, erfinderisch im Bösen, ungehorsam den Eltern, 31gedankenlos, haltlos, lieblos, ohne Erbarmen.

32Sie kennen zwar die Rechtsordnung Gottes, die sagt, dass, wer es so treibt, den Tod verdient; und doch tun sie es nicht nur, nein, sie beklatschen auch noch, die es so treiben.

Lutherbibel 2017 (LU17)
1

Paulus, Apostel der Heiden

11Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel,

1,1
Apg 9,15
13,2
Gal 1,15
ausgesondert zu predigen das Evangelium Gottes, 2das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift,
1,2
Röm 16,25-26
Lk 1,70
Tit 1,2
3von seinem Sohn, der geboren ist
1,3
Röm 9,5
2. Sam 7,12
Mt 22,42
Joh 7,42
aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, 4
1,4
Apg 13,33
der eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist, der da heiligt, durch die Auferstehung von den Toten – Jesus Christus, unserm Herrn. 5Durch ihn haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, den
1,5
Röm 15,18
Gehorsam des Glaubens um seines Namens willen aufzurichten
1,5
Apg 26,16-18
Gal 2,79
unter allen Heiden, 6zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus.

7An alle Geliebten Gottes und

1,7
1. Kor 1,2
Eph 1,1
berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Der Wunsch des Paulus, nach Rom zu kommen

8Zuerst

1,8
1. Kor 1,4
danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle,
1,8
Röm 16,19
dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht. 9Denn
1,9
2. Kor 1,23
Phil 1,8
1. Thess 2,5
Gott ist mein Zeuge, dem ich in meinem Geist diene durch das Evangelium von seinem Sohn, dass ich
1,9
Eph 1,16
1. Thess 1,2-3
ohne Unterlass euer gedenke 10und allezeit in meinem Gebet flehe, ob sich’s wohl einmal fügen möchte durch Gottes Willen,
1,10
Röm 15,2332
Apg 19,21
dass ich zu euch komme. 11Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas mitteile an geistlicher Gabe, um euch zu stärken, 12das ist, dass ich zusammen mit euch getröstet werde durch euren und meinen Glauben, den wir miteinander haben.

13Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder und Schwestern,

1,13
Röm 15,22
dass ich mir oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen – wurde aber bisher gehindert –, damit ich auch unter euch Frucht schaffe wie unter andern Heiden. 14Griechen und Nichtgriechen, Weisen und Nichtweisen bin ich es schuldig; 15darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen.

Das Evangelium als Kraft Gottes

16Denn

1,16
Ps 119,46
2. Tim 1,8
ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine
1,16
1. Kor 1,1824
Kraft Gottes, die selig macht1,16 Andere Übersetzung: »eine Kraft Gottes zur Rettung«. alle, die glauben,
1,16
Röm 2,10
Apg 13,46
die Juden zuerst und ebenso die Griechen. 17Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt,
1,17
Röm 3,21-22
Gal 3,11
Hebr 10,38
welche kommt aus Glauben in Glauben;1,17 Wörtlich: »Denn die Gerechtigkeit Gottes wird in ihm offenbart aus Glauben zum Glauben« (vgl. 3,21); siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gerechtigkeit Gottes«. wie geschrieben steht (Hab 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

Die Gottlosigkeit der Heiden

18Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Leben und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. 19Denn

1,19
Apg 14,15-17
17,24-28
was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. 20Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt,
1,20
Ps 8,4
19,2
an seinen Werken ersehen. Darum haben sie keine Entschuldigung. 21Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und
1,21
Eph 4,18
ihr unverständiges Herz ist verfinstert. 22Die sich für Weise hielten, sind zu
1,22
1. Kor 1,20
Narren geworden 23und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.
1,23
2. Mose 20,4
5. Mose 4,15-19
Ps 106,19-20
Jer 2,11

24Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass sie ihre Leiber selbst entehren. 25Sie haben Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.

26Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27desgleichen haben auch

1,27
3. Mose 18,22
20,13
1. Kor 6,9
die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.

28Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, 29voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Ohrenbläser, 30Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, 31unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig. 32Sie wissen, dass nach Gottes Recht den Tod verdienen, die solches tun; aber sie tun es nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.