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Einführung: Der Brief an die Römer

Der Brief des Paulus an die Römer steht unter den Briefen im Neuen Testament an erster Stelle. Das liegt zum einen daran, dass der Römerbrief der längste Brief des Neuen Testaments ist. Zugleich ist er auch von besonderer Bedeutung, denn der Apostel Paulus denkt darin sehr grundlegend über die Bedeutung der Guten Nachricht, die Gnade Gottes und den Glauben nach. 

4.01. Der Römerbrief (Röm)

Der Röm gilt aufgrund seines Inhalts allgemein als der wichtigste Paulusbrief. Von zentraler Bedeutung ist er darüber hinaus durch seine Wirkungsgeschichte geworden. So hat Martin Luther z. B. aus Röm 1,16f. ganz wesentliche theologische Anstöße erhalten.

Diener von Christus

Bezeichnung für eine Person, die Christus als ihren Herrn anerkennt. In seinem Auftrag und mit seiner Vollmacht verkündet sie das Wort Gottes.

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Heilige(r)

Im Alten Testament wird die Bezeichnung »der Heilige« am häufigsten für Gott selbst gebraucht (z.B. Jes 1,4; 30,11; Hos 11,9), sodann auch für Wesen, die Gott besonders nahestehen und sozusagen zu seiner Sphäre gehören: die Engel (wie die Übersetzung in diesem Fall direkt sagt) und die Glieder des Volkes, das er für sich ausgesondert hat (Dan 7,18).

Himmel

Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

Gebet

Reden des Menschen mit Gott.

Heiden

Unter »Heiden« verstehen wir heute Menschen oder Völker, die nicht den christlichen Glauben teilen. Im Ansatz gibt es diesen Sprachgebrauch schon im Neuen Testament (1 Petr 2,12; 3 Joh 7 [Übersetzung: »Ungläubige«]). Vorherrschend ist dagegen vom Alten Testament her die Vorstellung einer Zweiteilung der Menschheit in das Gottesvolk Israel und die übrigen »Völker« (so die wörtliche und genaue Übersetzung; doch wird für diese Völker ein anderes Wort gebraucht als für das »Volk« Israel, nämlich gojim). Was das Gottesvolk von all diesen Völkern trennt, ist, dass es den einen Gott kennt und verehrt und sein → Gesetz besitzt und befolgt (vgl. Röm 9,1-5), kurz: dass es das von Gott »erwählte Volk« ist. Durch Jesus Christus ist diese Zweiteilung der Menschheit an ihr Ende gekommen: Das Heil wird allen Völkern angeboten (Röm 1,16), und auch dem Gottesvolk Israel wird es nur durch das neue Gnadenangebot Gottes zuteil (Röm 3,19-20; 11,32; Gal 2,16-17). Deshalb werden durch Christus »Juden und Heiden« zu dem einen neuen Gottesvolk (Eph 2,11-18).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sohn Gottes

Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.

Sünde, Schuld

Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

heilig, heiligen, Heiligkeit

»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).

Sohn Gottes

(→ Söhne) Im Alten Testament konnte ganz Israel, im Frühjudentum auch der einzelne exemplarisch → Gerechte in Israel »Sohn Gottes« genannt werden (Ex 4,22-23; Hos 11,1; Weish 2,17-20). Das Neue Testament sieht in beidem einen prophetischen Hinweis auf Jesus Christus, in dem dieser Titel seine wahre Erfüllung finden sollte (vgl. Mt 2,15; 27,43).

Gute Nachricht

Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen.

Heilige Schrift

Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.

Amen

Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«

Gnade

Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. 

Juden

Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.

Lehrer

(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.

Leben, neues Leben

Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm.

Herr

(Jesus Christus) Unter den Würdetiteln, die zum Ausdruck bringen, was Jesus für das Heil der Menschen bedeutet (→ Christus, → Menschensohn), nimmt der Titel »Herr« eine herausragende Stellung ein. Er kann ganz allgemein als Anrede an Höhergestellte gebraucht werden; in der »heidnischen« Umwelt des Neuen Testaments wurden die verschiedensten Götter mit diesem Titel bedacht (vgl. 1 Kor 8,5). Ihnen gegenüber ist Jesus in einzigartiger Weise »der Herr« (1 Kor 8,6). Für die inhaltliche Füllung dieses Titels ist jedoch entscheidend, dass das Wort »Herr« in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments an die Stelle des Gottesnamens Jahwe getreten ist (→ Herr). Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aussagen des Alten Testaments über Gott direkt auf Jesus zu beziehen (z.B. Joël 3,5 in Apg 2,21 und in Röm 10,9-13 oder Jes 45,23-24 in Phil 2,10-11) und so – ohne Jesus mit Gott gleichzusetzen – seine entscheidende Heilsbedeutung zum Ausdruck zu bringen.

Paulus

Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte.

Apostel

Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.

Christus

Das Wort bedeutet »der Gesalbte« (von griechisch christos, hebräisch maschiach) und bezeichnet ursprünglich den durch → Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels (1 Sam 12,3; 16,6; 24,7 usw). Als der vorbildliche König in jeder Hinsicht galt → David. Ihm sind durch Prophetenmund große Zusagen gemacht worden: Seine Dynastie soll für immer Bestand haben; seine Nachkommen, die Könige von Juda, sollen den Status von »Söhnen Gottes« haben (2 Sam 7,11b-16). In der Herrschaft dieser »Gesalbten« realisiert sich Gottes heilbringende Herrschaft über Israel. Und weil der Gott Israels der Herr der ganzen Welt ist, dürfen sich die Könige aus dem Haus Davids zugleich berufen wissen, die Herrschaft Gottes weltweit durchzusetzen (vgl. die zum Teil mit der Thronbesteigung des Königs verbundenen Psalmen 2; 45; 72; 110; 132).

Griechen

Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.

Auferstehung/Aufwerweckung

Meint die Auferstehung bzw. Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.

gerecht, als gerecht gelten

Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen.

erwecken

Glaube, glauben

Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.

Herrlichkeit

Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.

Name

Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn.

Bruder, Schwester

Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.

Gerechte

Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.

Prophet

Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Frieden

Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.

Amen

Das hebräische Wort amen hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«, wenn es von der Gemeinde zur Bestätigung von Segen oder Fluch ausgerufen wird (Dtn 27,15-26) oder die Gemeinde sich mit diesem Wort hinter das Gebet eines Einzelnen stellt (1 Kor 14,16). Der besonders nachdrückliche verdoppelte Ausruf Amen, (und) Amen! wird in dieser Übersetzung durch die Formel »Amen, so soll es sein!« wiedergegeben (z.B. Num 5,21-22; Ps 41,14; 72,19; 89,53).

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. 

Zorn Gottes

Sein Wille, Gericht zu halten. 

auferstehen, Auferstehung

Nach dem Alten Testament besitzt Gott Macht auch über Tod und → Totenreich (Dtn 32,39; 1 Sam 2,6). Doch herrscht im Allgemeinen die Auffassung, dass der Aufenthalt im Totenreich für immer von Gott und vom Leben trennt (siehe Ps 6,6 und Vergleichstellen dazu). Auch Ijob rechnet nicht mit einer Auferstehung; das macht seinen Appell an Gottes Gerechtigkeit ja gerade so dringlich (Ijob 19,25-27). Nur selten kommt die Hoffnung auf, dass Gott den einzelnen Frommen auch jenseits des Todes Leben – sogar noch ein erfüllteres Leben – zu schenken vermag (Ps 16,8-11; 49,16; 73,23-26; vgl. Weish 2,21–5,16).

David

Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.

Gerechtigkeit

(→ gerecht) Im Gegensatz zum deutschen Begriff »Gerechtigkeit«, der auf die Erfüllung einer formalen Rechtsnorm zielt, geht es beim biblischen Verständnis von »Gerechtigkeit« immer um die Beziehung zwischen Personen, die in dem »rechten«, beiden Seiten gerecht werdenden Verhältnis zueinander stehen sollen. Gerecht ist, wer sich der idealen Form einer solchen Beziehung – sei es zwischen Menschen oder zwischen Gott und Mensch – »entsprechend« verhält.

Gute Nachricht

(Evangelium, griechisch euangelion) Das Wort hat innerhalb der Bibel seine Vorgeschichte in der Heilsverkündigung im zweiten Teil des Jesaja-Buches (Jes 52,7-10; 40,9-11). Im Neuen Testament wird es zuerst und vor allem auf die Botschaft von der Auferweckung und Erhöhung des gekreuzigten Jesus angewandt (1 Kor 15,1-5; Röm 1,1-4) bzw. auf die Botschaft von dem dadurch erschlossenen Heil (Röm 1,16-17; 1 Thess 1,10; Apg 5,42; 17,18; 20,24). In Jesus Christus, vornehmlich in seinem Tod und in seiner Auferweckung, hat Gott seine endzeitliche → Königsherrschaft aufgerichtet (vgl. Jes 52,7) und lässt dies in der »Guten Nachricht« verkünden.

Frieden

Anders als im abendländischen Denken ist Frieden im orientalisch-biblischen nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern ein viel weiterer und vornehmlich positiv gefüllter Begriff. »Frieden« (hebräisch schalom) meint: umfassendes Glück, Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt, zu Gott. Ein Idealbild dessen, was »Frieden« in diesem Sinne heißt, zeichnet Ps 72, wo das Wort an zentralen Stellen, in Vers 3 und in Vers 7 (dort mit »Wohlstand« übersetzt), vorkommt. Für biblisches Denken hat die gelungene Beziehung zu Gott grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Heilvolles Leben in allen Dimensionen, die das Leben ausmachen, ist nur möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts- und Lebensordnungen bewahrt werden (Ps 85,9-14; 119,165; 147,10-14; Jes 32,15-18; 48,18; 54,13; 57,21).