Matthäus 17
Die Verklärung Jesu
Die Heilung eines mondsüchtigen Knaben
Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung
Von der Tempelsteuer
Sachwissen
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2.2. Das Matthäusevangelium (Mt)
Die älteste uns erreichbare Verfassertradition, die auf Papias von Hierapolis (ca. 125) zurückgeht, nennt den Jünger Matthäus als den Autor des ersten Evangeliums. Er soll es in hebräischer Sprache abgefasst haben. Der Text des Evangeliums bietet allerdings keine Hinweise darauf, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Es ist auch kaum wahrscheinlich, dass ein Augenzeuge (Matthäus) auf ein anderes Evangelium (Mk) als Quelle zurückgegriffen hätte. Die Verfassertradition dürfte auf 9,9 zurückgehen, denn dort wird der Name des in Mk 2,14 Levi genannten Zöllners mit Matthäus angegeben. Diese Namensänderung wurde offenbar als biographischer Hinweis des Verfassers verstanden, entspricht aber einer auch sonst im Mt zu beobachtenden Tendenz, unbekannte Personen mit bekannten zu identifizieren (vgl. 27,56 mit Mk 15,40). Wir müssen also davon ausgehen, dass der Verfasser des Evangeliums ein uns namentlich nicht bekannter Christ war, der erst später mit dem Jünger Matthäus identifiziert worden ist.
Täufer
(Johannes) Im Vorfeld des Auftretens von Jesus kündigte Johannes das Kommen der → Königsherrschaft Gottes an und rief zu radikaler → Umkehr auf. Die Taufe, die er spendete (das griechische Wort bedeutet »Eintauchen/Untertauchen«), unterscheidet sich von allen rituellen Waschungen und Tauchbädern jener Zeit, z.B. auch in → Qumran. Während diese »Taufen« von den Menschen an sich selbst und wiederholt vollzogen wurden und auf kultische Reinheit (→ rein) abzielten, handelt hier der Täufer in prophetischer Vollmacht an den Täuflingen, und die Taufe ist ein einmaliger Akt, mit dem die zu Taufenden sich angesichts des bevorstehenden Gottesgerichts als Sünder bekennen, zur Umkehr bereit erklären und durch das Untertauchen im Wasser schon vorweg zeichenhaft dem Gericht unterwerfen, damit ihnen, wenn es dann wirklich kommt, Vergebung ihrer Sünden und Rettung zuteilwerden.
Gebet
Reden des Menschen mit Gott.
Jesus
Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.
Schriftgelehrte
Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
Johannes der Täufer
Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Petrus
Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.
Epilepsie, Epileptiker
Das in Mt 4,24; 17,15 verwendete griechische Wort ist von »Mond« abgeleitet (»mondsüchtig«). Die antike Medizin brachte epileptische Anfälle mit dem Mondwechsel in Verbindung.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Jünger
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.
Amen
Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«
Elija
Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HERR«.
Galiläa
Das Gebiet zwischen dem See → Gennesaret und der Küstenebene, ursprünglich Siedlungsgebiet der Stämme Ascher, Sebulon und Naftali. Es wurde 733 v.Chr. Provinz des → Assyrerreichs und stand von da an unter der Oberherrschaft der verschiedenen Nachfolgereiche. Seit 104 v.Chr. wieder unter jüdischer Herrschaft; Einwanderer aus → Judäa stärkten das jüdische Element, neben dem es jedoch geschlossene heidnische Bevölkerungsgruppen gab. Zur Zeit von Jesus ist Galiläa Basis militanter nationalistischer jüdischer Gruppen (Apg 5,37; → Zeloten).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gesetzeslehrer
(in anderen Übersetzungen »Schriftgelehrte«) Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des → Gesetzes war. Da die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie traten erst in der Zeit nach dem babylonischen → Exil auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esra 7,6.10.25; → Lehrer [1]); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäer-Büchern (1 Makk 7,12; 2 Makk 6,18).
Lehrer
(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.
Menschensohn
Bei dem »Menschensohn«, dessen Kommen von frommen jüdischen Kreisen zur Zeit des Neuen Testaments erwartet wurde, handelt es sich nach dem Daniel-Buch – anders als das Wort vermuten lässt – um eine übermenschlich-himmlische Gestalt, der nach dem letzten Gericht von Gott die Weltherrschaft übertragen werden soll (Dan 7,13-14). Nach einer außerbiblischen Schrift – und ebenso dem Zeugnis des Neuen Testaments – wird der Menschensohn selbst in Gottes Auftrag das letzte Gericht abhalten.
Menschensohn
Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.
Geist, böser
Dämonische Macht, die von einem Menschen Besitz ergreift und ihn völlig beherrscht. Die Tatsache solcher »Besessenheit«, wie sie das Neue Testament bezeugt, zeigt an, in welcher Lage sich die Menschheit befindet: Sie ist oft nicht ihr eigener Herr, sondern zerstörerischen Mächten ausgeliefert. Wenn Jesus die Dämonen »austreibt«, bekundet sich darin, dass Gott seine → Königsherrschaft aufzurichten beginnt (Mt 12,28; Lk 11,20). Auch bestimmte Krankheiten, vor allem psychisch krankhaftes Verhalten, wurden auf den Einfluss böser Geister zurückgeführt. Diese Geister werden gelegentlich als »unrein« bezeichnet (so wörtlich z.B. Mt 10,1; Mk 1,23; Lk 4,33), und zwar deshalb, weil sie unrein machen, d.h. die von ihnen Besessenen von der Teilnahme am Gottesdienst ausgeschlossen sind (→ rein).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Galiläa
Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.
Berg Sinai
Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält
Gebote
Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.
Gericht, verurteilen
Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.
Elija
Prophet der israelitischen Frühzeit (1 Kön 17–21; 2 Kön 1,1–2,18), der sich in einer Zeit des Abfalls von Gott für die Alleinverehrung Gottes einsetzte und den wahren Gottesdienst wiederherstellte. Entsprechend der Prophetie von Mal 3,23-24 erwartet das Judentum, dass Elija vor dem Endgericht und dem Anbruch der → Königsherrschaft Gottes noch einmal auftritt. Für Jesus ist diese Erwartung mit dem Erscheinen des → Täufers Johannes erfüllt (Mt 11,13-14; 17,10-13). Von seiner endzeitlichen Rolle abgesehen wurde Elija auch als der große Nothelfer seines Volkes angerufen (Mk 15,35-36par).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
böser Geist, Dämon
Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz.
Zehn Gebote
Sie bilden das Kernstück des biblischen Gesetzes und beschreiben in Kurzform, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.
Jünger
Ähnlich wie die → Gesetzeslehrer (vgl. Mt 22,16; Mk 2,18) und der → Täufer Johannes (Mt 11,2; Mk 2,18; Lk 11,1; Joh 1,35) hatte auch Jesus »Schüler« (so wörtlich), die ihm auf seinen Wanderungen folgten und sich seiner Autorität unterstellten. Jünger von Jesus sind im Neuen Testament nicht nur die zwölf → Apostel, sondern darüber hinaus noch ein weiterer Kreis von Männern (Mk 2,15). Auch viele Frauen befanden sich im Gefolge von Jesus; der geprägte und für die Jüngerschaft typische Ausdruck »Nachfolge/nachfolgen« wird auf sie ebenso angewandt wie auf die Männer (Mk 15,41par). Wo Lukas von der »großen Menge der Jünger« spricht (Lk 6,17; 19,37), sind sie zweifellos mitgemeint (siehe Anmerkung zu Lk 6,17), und in der Apostelgeschichte von Lukas wird »die Jünger« vollends zur Bezeichnung für die Gemeinde als ganze, Männer und Frauen, weshalb diese Übersetzung die Frauen einschließende Mehrzahlform hier auch mit »Jünger und Jüngerinnen« wiedergibt (vgl. Apg 6,1 und Anmerkung dort; siehe ferner Mt 28,19 und Anmerkung).
Münzen
Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.
Fasten
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis.
Tempelsteuer
Jeder erwachsene Jude hatte jährlich einmal eine Steuer für den → Tempel in Jerusalem zu zahlen; nur → Priester und zum Teil auch → Gesetzeslehrer waren davon befreit. Die Steuer wurde auf Ex 30,11-16 zurückgeführt und war in tyrischen Schekeln, der damals wertvollsten Währung, zu entrichten. Einem halben tyrischen Schekel (vgl. Ex 30,13) entspricht in griechischer Währung eine Doppeldrachme (= 2 Drachmen; römisch 2 Denare; 1 Drachme/1 Denar ist der Tageslohn eines Arbeiters). Die Münze, die in Mt 17,24-27 erwähnt wird (1 Stater = 4 Drachmen), entspricht dem Steuersatz für zwei Personen.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)