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4.08. Der 1. Thessalonicherbrief (1Thess)

Der 1Thess ist der älteste uns erhaltene Paulusbrief. Im Vergleich zu den anderen authentischen Briefen des Apostels zeigt er einige theologische Besonderheiten. So fehlen Aussagen sowohl zur Kreuzes- als auch zur Rechtfertigungstheologie. Deshalb sehen einige Exegeten im 1Thess das Zeugnis einer Frühphase der theologischen Entwicklung des Apostels, während ihn andere als Dokument der antiochenischen Gemeindetheologie lesen wollen.

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

heilig, heiligen, Heiligkeit

»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).

1. Thessalonicher 5,1-6(7-11) | Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres | 08.11.2026

Der 1Thess ist vermutlich der älteste der erhaltenen authentischen Briefe des Paulus und somit das älteste schriftliche Dokument des Christentums. Da sich der 1Thess zu zentralen Themen der paulinischen Theologie – wie z.B. der Rechtfertigungslehre oder der Kreuzestheologie – nicht äußert, wurde er in der Forschung über lange Zeit eher vernachlässigt. In den letzten Jahrzehnten richtete sich der Fokus auf den 1Thess als Dokument einer eigenständigen frühen Theologie des Paulus, die Erwählung, Heiligung und eschatologische Hoffnung betont.

1. Thessalonicher 5,21 | Jahreslosung 2025

Der 1Thess ist vermutlich der älteste der erhaltenen authentischen Briefe des Paulus und somit das älteste schriftliche Dokument des Christentums. Da sich der 1Thess zu zentralen Themen der paulinischen Theologie – wie z.B. der Rechtfertigungslehre oder der Kreuzestheologie – nicht äußert, wurde er in der Forschung über lange Zeit eher vernachlässigt. In den letzten Jahrzehnten richtete sich der Fokus auf den 1Thess als Dokument einer eigenständigen frühen Theologie des Paulus, die Erwählung, Heiligung und eschatologische Hoffnung betont.

Gnade

Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. 

Weisungen, prophetische

Herr

(Jesus Christus) Unter den Würdetiteln, die zum Ausdruck bringen, was Jesus für das Heil der Menschen bedeutet (→ Christus, → Menschensohn), nimmt der Titel »Herr« eine herausragende Stellung ein. Er kann ganz allgemein als Anrede an Höhergestellte gebraucht werden; in der »heidnischen« Umwelt des Neuen Testaments wurden die verschiedensten Götter mit diesem Titel bedacht (vgl. 1 Kor 8,5). Ihnen gegenüber ist Jesus in einzigartiger Weise »der Herr« (1 Kor 8,6). Für die inhaltliche Füllung dieses Titels ist jedoch entscheidend, dass das Wort »Herr« in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments an die Stelle des Gottesnamens Jahwe getreten ist (→ Herr). Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aussagen des Alten Testaments über Gott direkt auf Jesus zu beziehen (z.B. Joël 3,5 in Apg 2,21 und in Röm 10,9-13 oder Jes 45,23-24 in Phil 2,10-11) und so – ohne Jesus mit Gott gleichzusetzen – seine entscheidende Heilsbedeutung zum Ausdruck zu bringen.

Glaube, glauben

Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.

Friedenskuss

Wörtlich »heiliger Kuss«. Zeichenhafter Ausdruck der Gemeinschaft zwischen Menschen, die den von Gott durch Christus geschenkten → Frieden zur Grundlage ihres Lebens gemacht haben. Der Friedenskuss scheint fester Bestandteil jeder gottesdienstlichen Versammlung der frühen christlichen Gemeinden gewesen zu sein. Dass jeweils am Ende eines Briefes dazu aufgefordert wird, dieses Zeichen zu setzen, lässt vermuten, dass es seinen Platz am Ende des ersten Teils der Versammlung hatte (dem »Wortgottesdienst«, in dessen Verlauf der Brief vorgelesen wurde) bzw. zu Beginn des zweiten Teils, der Mahlfeier (→ Mahl des Herrn).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Gericht, verurteilen

Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.

Bruder, Schwester

Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.

Prophet

Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Frieden

Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. 

Frieden

Anders als im abendländischen Denken ist Frieden im orientalisch-biblischen nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern ein viel weiterer und vornehmlich positiv gefüllter Begriff. »Frieden« (hebräisch schalom) meint: umfassendes Glück, Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt, zu Gott. Ein Idealbild dessen, was »Frieden« in diesem Sinne heißt, zeichnet Ps 72, wo das Wort an zentralen Stellen, in Vers 3 und in Vers 7 (dort mit »Wohlstand« übersetzt), vorkommt. Für biblisches Denken hat die gelungene Beziehung zu Gott grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Heilvolles Leben in allen Dimensionen, die das Leben ausmachen, ist nur möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts- und Lebensordnungen bewahrt werden (Ps 85,9-14; 119,165; 147,10-14; Jes 32,15-18; 48,18; 54,13; 57,21).