Hesekiel 1
Der Prophet schaut die Herrlichkeit des Herrn
Ezekiel 1
His Vision
Sachwissen
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Bann
Der Begriff gehört in den Zusammenhang des sog. Heiligen Krieges und bedeutet, dass die gesamte Kriegsbeute menschlichem Gebrauch und menschlicher Verfügung entnommen ist und Gott als dem eigentlichen Kriegsherrn gehört. Im strengsten Fall wurden die Siedlungen mit Feuer zerstört und alles Lebendige mit dem Schwert vernichtet. Aus den biblischen Berichten lässt sich erkennen, dass diese Form des Krieges nur aus besonderen Anlässen und mit eng begrenzten Zielen (z.B. als Strafaktion) geübt wurde. Die generelle Forderung des 5. Mose-Buches (Deuteronomium) nach Ausrottung aller vorisraelitischen Bewohner → Kanaans ist in der Praxis nicht durchgeführt worden (vgl. Ri 1; 2,1-3; 3,1-6). In ihr spiegelt sich das Bestreben, Israel vor fremden Einflüssen zu schützen, die seinem Glauben gefährlich werden konnten und, wie der Kampf der Propheten (Hosea, Jeremia, Ezechiël) zeigt, auch tatsächlich wurden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Einführung: Das Buch Ezechiel
Das Buch ist nach dem Propheten Ezechiel benannt, für den auch die Namensform Hesekiel gebräuchlich ist. Es besteht aus drei großen Buchteilen mit Gerichtsworten über Israel (1–24), Gerichtsworten über die Völker (25–32) und dem Ausblick auf eine heilvolle Zukunft (33–48). Nach den im Buch enthaltenen Datierungen hat Ezechiel im Zeitraum von 593 bis 572 v. Chr. als Prophet unter den nach Babylonien weggeführten Judäern gewirkt. Seine Botschaft wird in einer fast durchgängigen Ich-Rede dargeboten. Dabei werden Empfang und Weitergabe der Gottesworte durch Formeln gekennzeichnet wie »Das Wort des HERRN kam zu mir« oder »So spricht Gott, der HERR«. Im Kern ist das Prophetenbuch in Babylonien entstanden, und zwar bei den Judäern, die sich dort nach der Wegführung aus Jerusalem 597 v. Chr. angesiedelt hatten. Danach wurde das Buch weiter fortgeschrieben und ist in seinem Umfang deutlich angewachsen.
Einführung: Die prophetischen Bücher
Die prophetischen Bücher bilden den dritten Teil des Alten Testaments. Dazu gehören die Bücher der vier »großen Propheten« Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel sowie die zwölf »kleinen Propheten« von Hosea bis Maleachi.
6.4. Der Prophet Hesekiel/Ezechiel (Ez)
Der Prophet Ezechiel („Gott möge kräftigen“; Namensform nach Luther: Hesekiel) war ein Priester, der mit der ersten Verbannung 597 nach Babylon deportiert wurde und dort von 593 bis ca. 571 gewirkt hat. Seine Verkündigung ist nach Sprache und Inhalt sehr typisch, zu charakterisieren als theologia gloriae: Ezechiel schreibt, um die Herrlichkeit Gottes zu verkünden. Die typischen Merkmale sind auch von Ezechiels Schülern, die für die Komposition des Buches verantwortlich waren, beibehalten worden. Der Umfang der späteren Zufügungen ist erneut umstritten. Die Sprache Ezechiels ist eindeutig priesterlich und steht der Priesterschrift (P) des Pentateuch nahe, er selbst ist wohl bei Gottesdiensten unter den Exulanten aufgetreten (1,3), so dass er möglicherweise ursprünglich Kultprophet war. Wie auch Jesaja und Jeremia warnte er vor Aufstandsbewegungen gegen die Babylonier (Jesaja: gegen die Assyrer), 21,28-30. Ähnlich dem deuteronomistischen Geschichtswerk versteht Ezechiel das Exil als verdiente Strafe für den Abfall Israels zu anderen Göttern, Kap. 8.
Geist Gottes, Heiliger Geist
Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Himmel
Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.
Kerub(im), Kerubfiguren
Der hebräische Begriff kerub (Mehrzahl kerubim) bezeichnet ein geflügeltes Wesen, aus Tier- und Menschengestalt gemischt wie die ägyptische Sphinx. Solche Wesen kommen in bildlichen Darstellungen aus dem Alten Orient als Wächterfiguren vor. In der Bibel finden wir sie als Wächter vor dem Paradies, die eine Rückkehr der Menschen in den Garten → Eden verhindern sollen (Gen 3,24). Zwei Kerubim standen als Wächter bei der → Bundeslade im → Allerheiligsten des Tempels (1 Kön 6,23-27) bzw. waren als Figuren auf der Deckplatte der Bundeslade angebracht (Ex 25,18-22). Wenn von dem Gott Israels gesagt wird, dass er »über den Kerubim thront« (1 Sam 4,4; Ps 80,2), dann erinnert dies an ihre Funktion als Trägerfiguren von Herrscherthronen in bildlichen Darstellungen. Auch die Vision des Propheten Ezechiël von Gott auf seinem »Thronwagen« entspricht diesem Bild (Ez 1,5-12; die »geflügelten Gestalten« von dort werden in 10,1 Kerubim genannt).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gestalten, mächtige
Bei den vier »lebenden Wesen« (so wörtlich) vor Gottes Thron in Offb 4 und 5 handelt es sich offenbar um Engelwesen, die den Thron bewachen. Sie erinnern an die → Serafim in Jes 6,2 und die entsprechenden Gestalten in Ez 1.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
offenbaren, Offenbarung
Das hebräische Wort, das früher oft mit »schauen/Vision« übersetzt wurde, ist ein spezifischer Ausdruck für den prophetischen Offenbarungsempfang, und zwar gerade auch für die Wortoffenbarung. Er kennzeichnet diesen Vorgang als Erfahrung in einem besonderen Bewusstseinszustand, der dem tiefen Schlaf verwandt – deshalb gelegentlich mit Nacht und Traum verbunden – und doch zugleich hellwach ist. Visionen sind bei den biblischen → Propheten die Ausnahme (Jes 6,1-7; Jer 1,9-13; Ez 1; Am 7,1-9; 8,1-3; Sach 1,7–6,8).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Vision
Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.
Eufrat
Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.
Herrlichkeit
Das zugrunde liegende hebräische Wort bezeichnet im Alten Testament das, was einer Person oder Sache Gewicht und Ansehen verleiht und damit auch Macht und Autorität. Wo von der »Herrlichkeit des → Herrn« die Rede ist, geht es zusätzlich um die sichtbare Erscheinung der göttlichen Majestät (Ex 16,10; Lev 9,6.23; Ez 1,27-28a), die als strahlender Lichtglanz zu denken ist. Nach Ex 33,18-23 und anderen Stellen ist der Anblick dieser Lichterscheinung für sterbliche Menschen tödlich. Aber in prophetischen Visionen wird sie von Jesaja (6) und Ezechiël (1–3) geschaut und beschrieben.
Verbannung (nach Babylon)
Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben.
Priester
Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Babylonien, Babylonier
Das Schwemmland um Eufrat und Tigris südöstlich des heutigen Bagdad mit dem Hauptort → Babylon bzw. dessen Bewohner. Zuerst ist diese Gegend vermutlich im 5. Jahrtausend v.Chr. besiedelt worden. In der Bibel zugleich Bezeichnung für das Neubabylonische Reich, dessen Herrscher Nebukadnezzar (604–562 v.Chr.) Juda besiegte, Jerusalem zerstören und die Oberschicht des Landes nach Babylonien deportieren ließ (→ Exil).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Verbannung
Priester, Priesterdienst, Priestertum
Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt waren, die Gottesdienste zu leiten, → Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. Nach dem → Gesetz durften nur Nachkommen Aarons den Priesterdienst verrichten (Ex 40,12-15; Num 18,1-7), während die → Leviten für die übrigen Dienste im Heiligtum zuständig waren. Die Priester wurden in 24 Dienstgruppen eingeteilt (1 Chr 24,1-19), die sich in festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. An der Spitze der Priesterschaft stand in der Zeit nach dem → Exil der → Oberste Priester (herkömmlich »Hohepriester«).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)