Lob der Weisheit: 24,1–29
Der Weisheit Lobpreis
Die Weisheit lobt sich selbst / und inmitten ihres Volkes rühmt sie sich.
In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren Mund / und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich:
Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor / und wie Nebel umhüllte ich die Erde.
Ich schlug in den Höhen mein Zelt auf / und mein Thron stand auf einer Wolkensäule.
Den Kreis des Himmels umschritt ich allein / und in der Tiefe der Abgründe ging ich umher.
Auf den Wogen des Meeres und auf der ganzen Erde, / in jedem Volk und in jeder Nation hatte ich Besitz.
Bei all diesen suchte ich Ruhe / und in wessen Erbteil ich verweilen kann.
Da gebot mir der Schöpfer des Alls, / der mich schuf, ließ mein Zelt einen Ruheplatz finden.
Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt auf / und in Israel sei dein Erbteil!
Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen / und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.
Im heiligen Zelt diente ich vor ihm, / so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt.
In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden, / in Jerusalem ist mein Machtbereich,
ich schlug Wurzeln in einem ruhmreichen Volk, / im Anteil des Herrn, seines Erbteils.
Wie eine Zeder auf dem Libanon wuchs ich empor / und wie eine Zypresse auf dem Hermongebirge,
wie eine Palme in En-Gedi wuchs ich empor / und wie Rosensträucher in Jericho,
wie ein stattlicher Olivenbaum in einer Ebene, / ich wuchs empor wie eine Platane.
Wie Zimtstrauch und duftender Stechdorn, / wie erlesene Myrrhe verströmte ich Wohlgeruch;
wie Galbanum, Onyx und Stakte / und wie Weihrauchduft im Zelt.
Ich breitete wie eine Terebinthe meine Zweige aus / und meine Zweige sind Zweige von Herrlichkeit und Anmut.
Wie ein Weinstock ließ ich Anmut sprießen, / meine Blüten sind Frucht von Herrlichkeit und Reichtum.
Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der Furcht, / der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung;
doch ich werde mit allen meinen Kindern / für immer gegeben nach seinem Wort.
Kommt zu mir, die ihr mich begehrt, / und ihr sättigt euch an meinen Früchten!
Denn die Erinnerung an mich ist süßer als Honig / und mein Erbteil besser als eine Honigwabe.
Die mich essen, werden noch hungern, / die mich trinken, werden noch durstig sein.
Wer mir gehorcht, wird nicht beschämt, / und die sich um mich mühen, werden nicht sündigen.
Dies alles ist das Buch des Bundes des höchsten Gottes, / das Gesetz, das uns Mose aufgetragen hat, / Erbteil für die Gemeinden Jakobs.
Werdet nicht müde, stark zu sein im Herrn / Schließt euch ihm an, damit er euch stark macht!
Der Herr der Allherrscher, / allein ist Gott und es gibt außer ihm keinen Retter.
Das Gesetz ist voll von Weisheit wie der Pischon / und wie der Tigris in den Tagen der ersten Ähren.
Es füllt sich wie der Eufrat mit Ein sicht/ und wie der Jordan in den Tagen der Ernte.
Es strahlt Bildung aus wie Licht, / wie der Gihon in den Tagen der Weinlese.
Der Erste kam nicht ans Ende, sie zu erkennen, / ebenso wenig hat der Letzte sie ergründet.
Wie das Meer ist ihre Gedankenfülle / und ihr Rat ist abgrundtief.
Wirken des Weisen: 24,30–34
Ich selbst war wie ein Graben von einem Fluss / und wie ein Wassergraben floss ich in einen Paradiesgarten.
Ich habe gesagt: Ich werde meinen Garten bewässern, / ich werde reichlich tränken mein Beet.
Aber siehe! Der Graben wurde mir zum Fluss / und mein Fluss wurde zum Meer.
So werde ich weiter Bildung leuchten lassen wie die Morgenröte / und ich werde dies ausstrahlen bis in die Ferne.
Lehre werde ich ausgießen wie Prophetenworte / und ich werde sie den fernsten Generationen hinterlassen.
Seht! Nicht allein für mich habe ich mich abgemüht, / sondern für alle, die sie suchen.